Gelungene Fortsetzung
Einsames WattBuchmeinung zu Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz – »Einsames Watt«
»Einsames Watt« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist bereits der zwölfte ...
Buchmeinung zu Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz – »Einsames Watt«
»Einsames Watt« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist bereits der zwölfte Band um John Benthien und seine Kollegen.
Zum Autor:
Nina Ohlandt, ausgebildete Sprachlehrerin, arbeitete in vielen Berufen, bis sie zu ihrer wahren Berufung zurückfand: dem Krimischreiben. Ihre Nordsee-Krimireihe mit John Benthien als ermittelnden Kommissar war sensationell erfolgreich. Nina Ohlandt starb im Dezember 2020.
Die Krimireihe der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt wird von Jan F. Wielpütz fortgesetzt, der als Verlagslektor Krimi- und Thrillerautoren betreute und - teils unter Pseudonym - mehrere Bücher veröffentlichte, die auf der SPIEGEL-Bestsellerliste standen.
Zum Inhalt:
Auf Amrum wird ein herrenloses Segelschiff angetrieben und Fischer ziehen die Leiche einer Frau aus der Nordsee. John Benthien fühlt sich an einen alten Fall mit ähnlichen Merkmalen erinnert. Im Zuge der damaligen Ermittlungen verschwand sein Mentor Litmanen spurlos.
Meine Meinung:
Ich kannte diese Serie bereits und meine Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt. Thematisiert werden archäologischen Suchen und Schatzfunde im Wattenmeer. Neben den Kriminalfällen spielen auch Probleme im Privatleben der Ermittler eine umfangreiche Rolle. Die Figuren sind wie gewohnt mit Ecken und Kanten gezeichnet und bieten Raum für einige überraschende Wendungen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die sich getrennt entwickeln und erst spät wird ihr Zusammenhang deutlich. Manche Aktionen der Ermittler sind grenzwertig und dürften in der Realität so kaum vorkommen, sind für mich aber akzeptabel und nachvollziehbar. Durch die verschiedenen Perspektiven werden die Eigenheiten der Figuren und auch ihre Gefühle deutlich. Die Krimispannung baut sich langsam auf und nimmt im Verlauf deutlich zu. Die Ermittlergruppe funktioniert als Team auf beeindruckende Weise, auch wenn nicht jeder Beteiligte in Bestform ist. Dadurch wirken die Figuren realistisch und sympathisch. Es bedarf vieler Ermittlungsschritte bis sich dank der Hartnäckigkeit der Ermittler ein vollständiges Bild abzeichnet. Am Ende stehen zwei vollständig und nachvollziehbar gelöste Fälle und auch die Vorgänge um das Verschwinden von Kommissar Litmanen werden geklärt. Mein Lesevergnügen war auch dank der atmosphärischen Schreibweise hoch und die gelungene Mischung aus Fall und privaten Themen konnte mich wieder überzeugen.
Fazit:
Auch wenn es sicherlich nicht der beste Roman der Serie ist, so konnten mich John Benthien und seine Kollegen gut unterhalten. Figurenzeichnung und Plot sind überdurchschnittlich und haben mich zum Fan der Serie gemacht. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.