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Veröffentlicht am 09.06.2026

Spannend bis zur letzten Seite

Weil sie lügt
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Psychologisch dicht und voller unerwarteter Wendungen präsentiert sich der Psychothriller „Weil sie lügt“ von Caroline Siebt.

Annas Schwester Juli ist verschwunden. Ihr Vater ist als Verdächtiger im ...

Psychologisch dicht und voller unerwarteter Wendungen präsentiert sich der Psychothriller „Weil sie lügt“ von Caroline Siebt.

Annas Schwester Juli ist verschwunden. Ihr Vater ist als Verdächtiger im Gefängnis, die Mutter hat sich von ihrem psychischen Zusammenbruch nicht erholt und Anna kümmert sich um ihren kleinen Bruder Leo. Julis Verschwinden hat das Leben der gesamten Familie in den Abgrund gerissen. Sie befinden sich in einem permanenten Ausnahmezustand. Anna Verzweiflung, Überforderung und Trauer um die Schwester sind beinahe greifbar. Getrieben von der Hoffnung auf Antworten und dem Wunsch ihren Vater aus dem Gefängnis zu holen versucht sie herauszufinden, was mit Juli passiert ist.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Anna und der ermittelnden Kommissarin Katharina geschrieben. Bei einem Perspektivwechsel enden die Kapitel jeweils mit einem Cliffhänger, der so spannend ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Zahlreiche Plot-Twists lenken die LeserInnen immer wieder in unterschiedliche Richtungen. Mehr als einmal war ich überzeugt, das Rätsel um Julis Verschwinden gelöst zu haben, um nur wenige Seiten später meine Theorien wieder zu verwerfen. Caroline Seibt streut genau die richtigen Informationen ein, dass man glaubt, den Fall durchschaut zu haben – bis die nächste Wendung alles wieder infrage stellt.

Die Auflösung ist sehr spannende geschrieben, wirkt auf mich jedoch auch etwas konstruiert. An dieser Stelle liegt für mich die einzige kleine Schwäche des Thrillers.

Insgesamt habe ich mich bestens unterhalten gefühlt und empfehle diesen Thriller gerne weiter: 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Gemeinsam lesen – auch ohne lesen zu können

Leserabe Vor-Lesestufe - Eine kleine Katze für Anton
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Die Grundidee des Buches „Eine kleine Katze für Anton“ von Katharina E. Volk mit Illustrationen von Sarah Garbers finde ich großartig: Substantive werden durch Bilder ersetzt, sodass Kinder, die noch nicht ...

Die Grundidee des Buches „Eine kleine Katze für Anton“ von Katharina E. Volk mit Illustrationen von Sarah Garbers finde ich großartig: Substantive werden durch Bilder ersetzt, sodass Kinder, die noch nicht lesen können, aktiv am Vorlesen teilnehmen können. Nichte, Neffe und ich hatten großen Spaß beim gemeinsamen Lesen des Buches. Die Geschichte ist rund und hat den Kindern sehr gut gefallen. Besonders schön fanden wir, dass Anton in der neuen Stadt so schnell Anschluss findet und neue Freunde gewinnt.
Über einige Darstellungen von Wörtern sind wir allerdings gestolpert. So zum Beispiel von einem ferngesteuerten roten Auto gesprochen, dargestellt ist aber ein blaues Auto. Als es um das Fell der Katze geht, wird das Bild eines Hundes gezeigt und als die Mutter ein Foto von der Katze macht, sind auf dem Foto lediglich drei Menschen zu sehen. Das war für die Kinder, die sehr genau hinschauen, etwas irritierend.
Die Illustrationen sind farbenfroh und machen viel Spaß. Auf allen Seiten gibt es neben dem eigentlichen Text liebevolle und lustige Details zu entdecken. Auch das Layout der einzelnen Seiten ist sehr gelungen: Text und Bild sind super auf einander abgestimmt und ergänzen einander.
Toll sind die Rätsel am Ende des Buches. Sie machen Spaß und fordern Kinder, die noch nicht lesen können, in genau dem richtigen Maß. Sie beziehen sich auf die gelesene Geschichte und so setzten sich die Kinder mit dem Gelesenen nochmal spielerisch auseinander.
Insgesamt ist „Eine kleine Katze für Anton“ ein kreatives und liebevoll gestaltetes Buch, das Kindern einen spielerischen Zugang zum Lesen ermöglicht.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Graphic Novel für Kinder zum Miträtseln

Licht ins Dunkel
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Als erstes möchte ich auf das großartige Layout des Comics "Licht ins Dunkel. Ein Gruselkrimi zum Mitraten” von Steffen Gumpert (erschienen im Carlsen-Verlag im April 2026) eingehen. Die dominierenden ...

Als erstes möchte ich auf das großartige Layout des Comics "Licht ins Dunkel. Ein Gruselkrimi zum Mitraten” von Steffen Gumpert (erschienen im Carlsen-Verlag im April 2026) eingehen. Die dominierenden Farben sind Rot- und Türkistöne, akzentuiert mit schwarz, weiß und fahlem Gelb. Durch diese gedämpfte, doch sehr einheitliche Farbigkeit wirkt die Graphic Novel hochwertig und besonders. Außerdem wird der Grusel-Aspekt damit farblich toll umgesetzt.

Inhaltlich steht über allem die Frage, wo Ruperts Vater ist und warum er scheinbar spurlos verschwunden ist. Also beginnt Rupert Nachforschungen anzustellen. Begleitet wird er dabei von seinem Kater Igor. Die beiden begegnen auf Ihrer Suche allerlei Monstern, Geistern und anderen mysteriösen Kreaturen.

Auf jeder Doppelseite gilt es ein Rätsel zu lösen oder Rupert dabei zu unterstützen, eine Aufgabe zu bewältigen. Die Auflösung folgt jeweils zu Beginn der nächsten Doppelseite. Mal haben wir es beispielsweise mit einem Suchbild zu tun, an anderer Stelle muss ein Irrgarten bezwungen werden, oder auch ein Buchstabenrätsel entwirrt werden. Die Rätsel sind sehr abwechslungsreich und gut auf das Lesealter ab 8 Jahren zugeschnitten.

Alles in allem ist “Licht ins Dunkel” spannend, kreativ, witzig, originell und auch ein bisschen gruselig – aber nicht so viel, dass man nach der Lektüre nicht mehr schlafen kann; eben genau das richtige Gruselmaß.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Kein klassischer Krimi und gerade deshalb so spannend

Giftiger Grund
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Joran, Charu und Edda sind die drei ProtagonistInnen des Romans Giftiger Grund von Thomas Knüwer, erschienen im März 2026 bei Droemer Knaur. Alle drei sind Außenseiter und haben mit erheblichen, wenn auch ...

Joran, Charu und Edda sind die drei ProtagonistInnen des Romans Giftiger Grund von Thomas Knüwer, erschienen im März 2026 bei Droemer Knaur. Alle drei sind Außenseiter und haben mit erheblichen, wenn auch sehr unterschiedlichen Problemen zu kämpfen.
Joran hat sich als junger Erwachsener mit den falschen Freunden eingelassen und musste nach einem missglückten Raubüberfall auf einen Tankstelle sieben Jahre ins Gefängnis. Während dieser Zeit wurde die Tankstelle geschlossen, sein Heimatort vom Fortschritt abgehängt und die Tankstelle selbst zu einem Lost Place. Nach seiner Haftentlassung kehrt Joran an den Ort seiner Verbrechens zurück.
Dort trifft er auf Charu, eine Content Creatorin, die versucht ihren Lebensunterhalt mit Videos von verlassenen Orten zu finanzieren. Das verlassene Tankstellengebäude dient aber auch der kleinen Edda als Unterschlupf, die sich nachts dort versteckt. Zufall oder Schicksal kreuzen die Wege der drei nun ausgerechnet an diesem verlassenen Ort.
Die Kapitel sind jeweils aus der Perspektive einer der frei Figuren geschrieben, was dem Roman eine besondere Tiefe und Authentizität verleiht. Giftiger Grund ist kein Thriller oder Krimi im klassischen Sinne: So gibt er nicht die Frage wer etwas getan hat. Es gibt keine Ermittlerinnen, keine Spurenauswertung, keine Zeugenaussage. Und dennoch ist der Roman äußerst spannend und mitreißend
Völlig zu Recht ist Thomas Knüwer 2024 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden. Sein Schreibstil ist packend und empathisch, rasant und gleichzeitig sehr einfühlsam. Besonders gelungen ist, wie sich die Sprache je nach Perspektive verändert. Erst nach und nach fügt sich das Gesamtbild zusammen.
Ich war sehr begeistert von der Lektüre und möchte das Buch wärmsten empfehlen: 5/5 Sternen

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Eines der berührendsten Bücher, die ich seit langem gelesen

Solange ein Streichholz brennt
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Die Geschichte um die junge Fernsehjournalistin Alina und den Obdachlosen Bohm hat mich zutiefst berührt und wird noch lange in mir nachhallen. Alina hat von ihrem TV-Sender den Auftrag eine Reportage ...

Die Geschichte um die junge Fernsehjournalistin Alina und den Obdachlosen Bohm hat mich zutiefst berührt und wird noch lange in mir nachhallen. Alina hat von ihrem TV-Sender den Auftrag eine Reportage über obdachlose Menschen zu drehen. Auf diese Weise kreuzen sich die Wege der beiden.
Christian Huber zeichnet das Leben auf der Straße ungeschönt, ohne dabei ins Reißerische zu verfallen. Entbehrungsreich und mitunter die Grenzen der Legalität deutlich überschreitend schlägt Bohm sich von Tag zu Tag durch. Er lebt ohne Pläne und Perspektive, nur getrieben von einer Vergangenheit, vor der er sich zu verstecken versucht.
Doch auch Alinas bürgerliches Leben ist nicht frei von Sorgen. Sie steckt mit Ihrer Karriere in einer Sackgasse und muss sich dem zunehmend übergriffigeren Verhalten ihres Vorgesetzten erwehren.
Besonders eindrücklich ist die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Menschen, die einander überraschend vorurteilsfrei und auf Augenhöhe begegnen. Gerade in dieser leisen Annäherung liegt die Stäke des Romans.
Ohne Klischees, Plattitüden oder Vorurteile entfaltet sich die Liebesgeschichte, die uns zeigt, dass es sich oftmals lohnt, einen Blick hinter die Fassade zu blicken und Menschen auf einer menschlichen Ebene zu begegnen.
Abschließend überzeugt der Roman durch seine stille Intensität und die glaubwürdige Zeichnung seiner Figuren. Eine berührende, klug erzählte Geschichte, die lange nachwirkt, daher von mir 5 von 5 Sternen.

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