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Veröffentlicht am 11.02.2026

Ein zauberhaftes Buch über Freundschaft und Mut und Abschied

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Das Buch „Herwig und Else. Wo ist der große Zauberer?“ von Ute Kraus (erschienen im cbj-Verlag im Februar 2026) ist wunderschön, ein wenig traurig und sehr hoffnungsvoll. Es erzählt davon, wie man Freunde ...

Das Buch „Herwig und Else. Wo ist der große Zauberer?“ von Ute Kraus (erschienen im cbj-Verlag im Februar 2026) ist wunderschön, ein wenig traurig und sehr hoffnungsvoll. Es erzählt davon, wie man Freunde und Mut findet, wie man Abenteuer besteht und wie aus einem Abschied ein Neuanfang wachsen kann.
Der kleine Hase Herwig wacht eines Morgens auf und der große Zauberer Hokus van Pokus ist verschwunden. Zurückgelassen hat er für Herwig nur einen Abschiedsbrief und einige Zauberutensilien. Herwig ist zunächst sehr verängstigt und fühlt sich schrecklich alleine. Doch schon bald macht er die Bekanntschaft mit der Elefantin Else. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden die beiden sich schnell an und gemeinsame begeben sie sich auf die Suche nach Hokus van Pokus.
Auf allen Seiten gibt es kleinere oder größere Illustrationen von der Autorin selbst. Diese sind detailreich und mit größter Sorgfalt ausgeführt, so dass es überall etwas zu entdecken gibt. Herwig, Else und die übrigen Tiere und Menschen sind äußerst liebevoll gezeichnet und ergänzen den Text überaus stimmig.
Zwischen den Zeilen scheint durch, dass Hokus van Pokus verstorben ist, doch das steht nicht im Vordergrund. Wichtiger sind der Neuanfang und der Blick nach vorne. Es geht in der Geschichte darum, dass der kleine Hase die Angst vor „dem großen Unbekannten“ verliert, dass er lernt auf sich und seine Fähigkeiten zu vertrauen und neue Freunde findet.
Das Buch ist in 13 Kapitel unterteilt und eignet sich wunderbar als Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen. Es ist voller Spannung und unerwarteter Wendungen, welche die Vorfreude und das Interesse auf das nächste Kapitel wachhalten. Ein bezauberndes Kinderbuch, das lange nachklingt. Daher aus vollem Herzen: 5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine Geschichte wie eine russische Matroschka

Böser, böser Wolf
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Zunächst beginnt Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict (erschienen im Tropen Verlag im Februar 2026) als klassischer Thriller aus unterschiedlichen Erzählperspektiven: der eines Entführungsopfers und ...

Zunächst beginnt Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict (erschienen im Tropen Verlag im Februar 2026) als klassischer Thriller aus unterschiedlichen Erzählperspektiven: der eines Entführungsopfers und der einer Ermittlerin. Der Plot ist in drei Abschnitte unterteilt, doch mit dem zweiten Abschnitt beginnen wir, zwischen den Welten zu wandeln. Es entwickelt sich eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Unterschiedliche Realitätsebenen sind miteinander verwoben und greifen ineinander, bis derdie Leserin sich zwischen den Ebenen wiederfindet. Geschichten und Märchen bekommen ein Eigenleben und verselbstständigen sich zusehends.

Ich würde das Buch als Fantasy-Thriller einordnen. Aufgrund der Genrezuweisung als Thriller habe ich jedoch etwas anderes erwartet und bis zuletzt gehofft, dass die Autorin die Kurve zurück in Richtung Realität bekommt. Das Ende hat mich daher ein wenig enttäuscht und meine Erwartungen nicht erfüllt.

Fazit: Sehr starker und spannender Beginn, zur Mitte hin eine durchaus überraschende Wendung – nicht nur im Plot, sondern auch im Genre. Als Thriller hat mich das Buch leider nicht abgeholt. 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Raffiniert bis zur letzten Seite

Das Signal
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Ursula Poznanski ist eine echte Meisterin, wenn es darum geht, ihre LeserInnen in Atem zu halten. In ihrem neuesten Thriller Das Signal, erschienen bei Knaur im Februar 2026, ist Viola nach einem schweren ...

Ursula Poznanski ist eine echte Meisterin, wenn es darum geht, ihre LeserInnen in Atem zu halten. In ihrem neuesten Thriller Das Signal, erschienen bei Knaur im Februar 2026, ist Viola nach einem schweren Unfall an das Haus gefesselt. Sie hat mit ihrem Mann Adam ein altes Haus gekauft, das sie nun wieder herrichten. In einem Nebengebäude befindet sich ein baufälliger Weinkeller. Dieser bricht über Viola zusammen und zerquetscht ihr Bein, welches sie daraufhin verliert. Adam engagiert nach Violas Entlassung aus dem Krankenhaus eine Pflegerin und Haushaltshilfe, die bei den beiden einzieht und sich während er im Büro ist um Viola kümmern soll. Doch sowohl Adam verhält sich seltsam und so beginnt Viola ihrem Mann hinterherzuspionieren. Sie bestellt winzige GPS-Tracker, die ihr immer verraten wo er sich gerade aufhält und das stimmt leider so gar nicht mit dem überein, was er ihr über seinen Tag erzählt. Auch ihre Freundinnen und die Haushälterin benehmen sich merkwürdig. Steckt mehr dahinter oder fällt es ihnen nur schwer mit Violas Behinderung umzugehen?
Irrführend finde ich jedoch den Werbetext “Der neue Psychothriller in der Nachfolge der BURG - raffiniert, emotional, digital”. So dacht ich zunächst, dass es eine Fortsetzung von der Burg geben würde. Doch der Plot dieser beiden Bücher hat nichts miteinander zu tun. Zum Glück möchte ich sagen, denn Das Signal ist um Längen besser! Da war der weitere Vergleich zu Hitchock und dem Fenster zum Hof doch viel passender.
Ein Element, das mir besonders gut gefällt, ist die Nennung der Lieder und Interpreten wenn Viola ihre Übungen macht. Sie hat einen tollen Musikgeschmack und die Lieder, die ich nicht kannte, habe ich tatsächlich anschließend angehört und finde die Auswahl sehr spannend. Denn die Lieder passen wirklich immer wieder richtig gut zu den Situationen oder der Stimmung von Viola. Ich empfehle tatsächlich mal in die Lieder reinzuhören, die man selbst nicht kennt. Für mich war das eine wirkliche Bereicherung und ein sehr kreatives Element.
Ursula Poznanskis Schreibstil ist wie immer fesselnd, überaus flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Der Thriller ist super-spannend und ich war mehr als einmal auf dem Holzweg. Ich finde Psychothriller sehr spannend, in denen die ProtagonistInnen sich das Verhalten anderer selbst zusammenreimen müssen und Schlüsse daraus ziehen. Ich war echt traurig, als ich das Ende des Buches erreicht habe. Eindeutige Leseempfehlung und 5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Tolle Bilder – spannende Informationen

National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt
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Wie der Titel des Buches "National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt", erschienen bei Ravensburger im Februar 2026, bereits vorwegnimmt, wird bei allen Tieren die erste Zeit nach ...

Wie der Titel des Buches "National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt", erschienen bei Ravensburger im Februar 2026, bereits vorwegnimmt, wird bei allen Tieren die erste Zeit nach der Geburt betrachtet – ganz gleich, ob es sich um Säugetiere handelt oder um solche, die aus Laich oder Ei schlüpfen.

Schön ist dabei die Auswahl der 40 vorgestellten Tiere: Sie leben in Wüsten oder Wäldern, zu Land oder zu Wasser, und stammen aus allen Kontinenten – inklusive der Antarktis. Dabei gibt es Tiere, von denen fast jedes Kind schon einmal gehört hat, wie Elefanten, Braunbären oder Stockenten. Aber auch weniger bekannte Tierarten werden vorgestellt, wie Fennek und Krakal, von denen ich selbst zuvor noch nie etwas gehört hatte.

Doch egal, ob mit Fell oder Federn, aus dem Ei geschlüpft oder Säugetiere, die Tierbabys haben alle eins gemein: Sie sind unglaublich niedlich und die Fotos sind gestochen scharf und umwerfend! Ich bin immer wieder von Tierfotografien fasziniert und frage mich, wie solche großartigen Aufnahmen entstehen können. Ich bin zum Beispiel sehr beeindruckt von den Fotos der Braunbärin und der Eisbärin und ihren jeweils drei Jungen. Doch auch der Kofferfisch hat es mir angetan.

Die Begleittexte haben eine angenehme Länge und bieten kindgerecht aufbereitete Informationen. Tabellarisch sind jeweils Fakten aufgeführt, zum Beispiel um welche Tierart es sich handelt, wo diese Tiere beheimatet sind und wie der Nachwuchs genannt wird. Außerdem gibt es immer wieder kleine Aufgaben oder Fragen, bei denen sich die Menschenkinder mit den Tierkindern vergleichen können. So wird bei den Florida-Waldkaninchen zum Beispiel geschaut, wie weit man selbst springen kann, oder bei den Schwarzmeisen soll man sich einen eigenen Vogelruf ausdenken. Das macht das Lexikon interaktiv, und die zuvor vermittelten Fakten prägen sich so deutlich besser ein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch durch sein sehr ansprechendes Design, die großartigen Fotos und die kindgerechten Texte überzeugt und sowohl zum Anschauen als auch zum Lernen einlädt.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Erschreckend nah an unserer Realität

Projekt Y
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Selten fiel es mir so schwer, ein Buch zu rezensieren. Das Thema ist so wichtig und in den Grundzügen auch gut umgesetzt. Jana Reisch zeichnet in Projekt Y, erschienen im BVK Buch Verlag Kempen GmbH im ...

Selten fiel es mir so schwer, ein Buch zu rezensieren. Das Thema ist so wichtig und in den Grundzügen auch gut umgesetzt. Jana Reisch zeichnet in Projekt Y, erschienen im BVK Buch Verlag Kempen GmbH im Oktober 2025, ein düsteres Szenario, das jedoch durchaus realistisch und möglich ist. Die Autorin hat sich intensiv mit dem aktuellen politischen Rechtsruck befasst und die Gefahren deutlich aufgezeigt.

In einem nicht näher definierten Land, zu einer bewusst nicht benannten Zeit wird eine Politikerin, die sich laut für Demokratie und Grundrechte aller einsetzt - nicht für eine bestimmte Partei oder ein Wahlprogramm - auf offener Bühne erschossen. Es formiert sich Widerstand gegen die rechten Strömungen

Insgesamt hätte der Roman etwas gestrafft werden können. Zudem ging mir insbesondere die Sprache der Tagebucheinträge ziemlich auf die Nerven. Diese Passagen klingen leider immer ziemlich gewollt jung. Also ein Text, den ein erwachsener Mensch so verfasst hat, als stamme er von einem Jugendlichen.

Einen weiteren Kritikpunkt sehe ich für mich darin, dass in mehreren Kapiteln immer wieder zunächst nur von “die Frau” oder “der Mann” gesprochen wird und ich schließlich aus dem Kontext erraten muss, um wen es gerade geht. Ich verstehe durchaus, die Intention der Autorin auf diese Weise Spannung aufzubauen und die Leserschaft zum Mitdenken zu animieren, doch für mich stört es den Lesefluss.

Aufgrund der Relevanz des Themas und der Warnung vor diese realistischen Zukunftsversion 4/5 Sternen.

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