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Veröffentlicht am 31.03.2025

✎ Christine von Brühl - Der Schattengarten

Der Schattengarten
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Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei ...

Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei lesen und dann aufgrund einer Stimmung eine Bewertung abgeben.
Andererseits hatte ich kurz auf den Verlagstext geschaut und dort hieß es:
„[…] Und eines Tages verkündet er froh: Wir haben jetzt einen Garten. Hyde Park oder Versailles? Weit gefehlt: Kyffhäuser im Harz!“ Da ich selbst ursprünglich aus einer Kleinstadt stamme, die am Südhang des Kyffhäusergebirges liegt, war meine Neugier dann doch angestachelt. Ich erhoffte mir ein bisschen Lokalkolorit und so sagte ich zu.

Das Buch ließ sich schnell mal nebenbei lesen, denn der locker-leichte Schreibstil machte es einem einfach, durch die Seiten zu fliegen.

Zu Beginn war ich ziemlich erstaunt darüber, wie unterschiedlich die Autorin und ihr Mann in diesem Punkt doch sind. Da wird ein Grundstücke ohne Absprache gekauft. Da werden Ideen verwirklicht, die nicht der Vorstellung beider Parteien entsprechen. Doch am Schluss gibt es ein recht harmonisches Bild.

Es wird beschrieben, mit welchen Gegnern die Familie es mit der Zeit zu tun bekommt und welche (schweren) Aufgaben auf sie warten. Rückschläge und Fortschritte sind ständige Begleiter. Da ich selbst einen (Gemüse)Garten habe, konnte ich manchmal mit ihnen mitleiden.
Dabei scheint Frau von Brühl ihren Humor nie zu verlieren, denn dieser schimmert immer wieder durch.

Mir fehlt es jedoch an Tiefe.
Zum einen auf persönlicher Ebene. Sie beschreibt, wie es ihnen ergeht, aber so richtig greifen konnte ich die Personen nicht - auch die Verfasserin nicht, obwohl sie aus ihrer Sicht heraus erzählt.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Christine von Brühl mehr vom Drumherum berichtet. Wo sind sie hingegangen? Was hat die Familie im Umland entdeckt? Es gibt wirklich sooo viel Sehenswertes dort, was auch mit Kindern interessant ist.

Für ein paar nette Lesestunden fand ich das Büchlein ganz interessant - vor allem wahrscheinlich deshalb, weil ich aus der Gegend komme und mich immer gefragt habe: Wo genau hat die Familie ihr Grundstück?

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.03.2025

🚫 abgebrochen! Rezension: Italo Calvino - Der Baron auf den Bäumen

Der Baron auf den Bäumen
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Für „2 Leseblicke“ hatten wir uns einen Roman aus dem Italienischen vorgenommen: „Der Baron auf den Bäumen“. Da es das Buch nicht als eBook gibt, wählte ich dieses Mal die Hörbuchversion. Wenn es mir gefallen ...

Für „2 Leseblicke“ hatten wir uns einen Roman aus dem Italienischen vorgenommen: „Der Baron auf den Bäumen“. Da es das Buch nicht als eBook gibt, wählte ich dieses Mal die Hörbuchversion. Wenn es mir gefallen hätte, hätte ich mir aus unserer Bibliothek die Originalversion zum Parallellesen geholt, da ich ja in Italien lebe. Doch so weit sollte es nicht kommen …

Ich fing an, die Geschichte zu hören. Anfangs klang sie sehr interessant, doch bereits nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich gedanklich abschaltete.

Wir erleben das Geschriebene nicht aus Cosimos Sicht, sondern der kleine Bruder berichtet uns davon.
Mich hätte jedoch viel mehr interessiert, wie es dem Baron mit der Situation geht, wie er die Reaktionen wahrnimmt, ob er mit der Zeit mit sich haderte, …

Vielleicht kommt das alles noch, doch bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich gehört habe, gibt es nur wenig Weiterentwicklung, wenig wirklich Interessantes.

Es gibt bestimmt einen Grund, warum Italo Calvino seine Erzählung 1767 ansiedelt, doch auf dem kurzen gehörten Stück spielt dies keine Rolle.

Für mich funktionierte der Roman in dieser Form leider nicht. Vielleicht leihe ich mir mal eine Kinderversion auf Italienisch aus, um anhand derer die Faszination der anderen nachvollziehen zu können.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.03.2025

✎ Matthäus Bär - Die Kickflip-Bande

Die Kickflip-Bande – Rebellinnen auf Rollen
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Skateboardfahren - damit konnte ich bis zu meinem Kind nichts anfangen. Ich habe es früher nie ausprobiert und es war auch kein Sport, der mich interessierte. Mein Kind jedoch will alles ausprobieren, ...

Skateboardfahren - damit konnte ich bis zu meinem Kind nichts anfangen. Ich habe es früher nie ausprobiert und es war auch kein Sport, der mich interessierte. Mein Kind jedoch will alles ausprobieren, was es sieht und somit auch das Brett auf Rollen.

Rosa, Müjde, Toni, Natalia - vier sehr unterschiedliche Namen, mit unterschiedlicher Herkunft. Genauso unterschiedlich sind ihre Trägerinnen.
Die Mädels kennen sich nicht von Anfang an, sondern lernen sich erst nach und nach kennen. Dieses Kennenlernen mit Ängsten, Vorbehalten, aber auch Offenherzigkeit wurde von der Autorin authentisch dargestellt.

Jedes Mitglied ist einzigartig. Auch die Nebendarsteller*innen haben Ecken und Kanten. Viele Lesende werden sich mit irgendjemanden identifizieren können.

Die Geschichte ist dynamisch und für die Zielgruppe nachvollziehbar.
Ich als Mama hatte in einem Punkt erst so meine Bedenken, doch die Situation wird sehr gut aufgelöst.
Am Ende bleiben keine Fragen offen.
Es bleibt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Gewachsenseins.

Einziger Wermutstropfen ist in meinen Augen das Cover.
Auf dem Tisch ist es ein Hingucker mit den knalligen Farben. Ich finde es jedoch schade, dass nur ein Mitglied der Gang hervorgehoben und in Farbe dargestellt wird und die anderen im Hintergrund ein graues Dasein fristen müssen.

Wir sind gespannt, ob es noch mehr Bände rund um das Skatboard-Quartett geben wird. In unser Regal dürften sie auf alle Fälle einziehen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2025

✎ Mechtild Borrmann - Der Geiger

Der Geiger
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Nachdem ich „Feldpost“ gehört hatte und auch „Der Geiger“ in der Onleihe entdeckte, beschloss ich, diesen historischen Krimi direkt anzuhängen. Ich erhoffte mir einen Wow-Moment wie bei „Trümmerkind“.

Anfangs ...

Nachdem ich „Feldpost“ gehört hatte und auch „Der Geiger“ in der Onleihe entdeckte, beschloss ich, diesen historischen Krimi direkt anzuhängen. Ich erhoffte mir einen Wow-Moment wie bei „Trümmerkind“.

Anfangs tat ich mich sehr schwer, überhaupt erstmal in der Geschichte anzukommen.
Das lag mit Sicherheit zum einen an den Namen, die mir nicht so geläufig sind. Zum anderen aber auch an dem Erzählten an sich.

Tatsächlich erwog ich das ein oder andere Mal, das Hörbuch abzubrechen.
Ich hielt dann doch bis zum Schluss durch, weil ich mich einfach immer wieder an mein überragendes Erlebnis mit „Trümmerkind“ erinnert habe und nicht wahrhaben wollte, dass ich mich zu sehr darauf versteifte.

Die Charaktere sind im vorliegenden Roman eher stereotypisch dargestellt, die Handlung plätschert teilweise vor sich hin und die Wendungen sind oft vorhersehbar.

Doch Mechthild Borrmanns Schreibstil begeistert mich noch immer. Sie schreibt auf den Punkt, ohne Schnörkel. Ihre Recherchen sind präzise. Die Geschichten, die sie sich ausdenkt, berühren das Herz und lassen den Puls in die Höhe schnellen.
Sie sind wirklich dafür gemacht, in die Welt hinaus getragen zu werden. Deshalb werde ich auch nicht aufgeben und mir weitere Romane aus ihrer Feder besorgen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2025

✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 6 und der Halbblutprinz

Harry Potter und der Halbblutprinz (Harry Potter 6)
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Puh … Was für ein Cliffhanger …

Das ist das erste Mal in der Reihe, dass ich regelrecht herausgerissen wurde. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können / wollen und war erstaunt, als / dass ich die ...

Puh … Was für ein Cliffhanger …

Das ist das erste Mal in der Reihe, dass ich regelrecht herausgerissen wurde. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können / wollen und war erstaunt, als / dass ich die letzte Seite umklappte.

Dieser 6. Band war nicht leicht zu händeln.
Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Gerade zum Schluss hin war ich emotional tief ergriffen - und das nicht wegen des Todes einer bestimmten Person.

Man merkt, dass sich die Figuren (teilweise) wirklich weiterentwickeln. Doch vom Protagonisten hätte ich mehr erwartet. Klar ist er ein Teenager und muss sich dementsprechend mit bekannten Problemen rumschlagen, doch ich hätte mir gewünscht, dass er in Bezug auf seine „Aufgabe“ mehr gereift ist, dass er das Ganze ernster nimmt, dass er erwachsener wird.
Stattdessen werden Lesende mit einer Liebelei gelangweilt, bei der niemand weiß, wo sie so plötzlich her kommt.

Die Geschichte beantwortet immer mehr Fragen, die im Laufe der anderen Teile entstanden sind. Doch genauso wirft sie neue auf.
Es gibt Wendungen, mit denen man irgendwie gerechnet hat und die einem dann trotzdem vor den Kopf stoßen.

Leider ist auch „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nicht vor Fehlern gefeit.
Hinzu kommen manch unlogische Handlungen, bei denen ich die Charaktere am liebsten geschüttelt hätte.
Ebenso der titelgebende Charakter wird für mich zu schnell, zu lieblos und zu nichtssagend abgehandelt.

Ich bleibe dabei: Für mich ist dies keine Erzählung für Kinder ab 10 Jahren. Die Charaktere sind allesamt älter und das Geschehen ist streckenweise sehr brutal.

©2025 Mademoiselle Cake