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Veröffentlicht am 26.09.2024

✎ Zoë Jenny - Nachts werden alle Wünsche wahr

Nachts werden alle Wünsche wahr
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Ich muss ehrlich sagen, dass mich hier das Cover leider total geblendet hat. Auch der Klappentext klang nach etwas anderem, als ich dann lesen durfte.

Da ist zum einen die Freundschaft:
Dass Mia Lea hänselt, ...

Ich muss ehrlich sagen, dass mich hier das Cover leider total geblendet hat. Auch der Klappentext klang nach etwas anderem, als ich dann lesen durfte.

Da ist zum einen die Freundschaft:
Dass Mia Lea hänselt, wird man in der Klasse doch wohl mitbekommen?! Zumal es im Klappentext „immer“ heißt. Doch so groß ist das Thema gar nicht und auch relativ schnell abgehakt - für meine Begriffe sogar zu schnell.
Vor allem mochte ich nicht, wie das Thema geklärt wird. Unrecht mit Unrecht bekämpfen? Das ist nichts, was ich meinem Kind mit auf den Weg geben mag.

Aber es gibt noch andere Punkte, die mich gestört haben.

Zum Beispiel kommt irgendwann Magie ins Spiel. Wow!, dachte ich, ein Element, welches viele Kinder lieben. Doch in diese Geschichte ist es irgendwie plump integriert. Es hat auch keinen rechten Platz, wird nur hin und wieder erwähnt, doch man könnte es im Prinzip auch weglassen.

Dann haben die Kinder einige Ängste zu überwinden.
Muss das unbedingt in der Kanalisation geschehen? Das ist doch kein Spielplatz! Das ist ein hochgefährlicher Ort!

Außerdem begehen die Kinder Diebstahl, Einbruch und Sachbeschädigung und erhalten dafür keinerlei Konsequenzen. Welches Bild genau möchte die Autorin den Kindern da draußen vermitteln? Dass das etwa alles völlig in Ordnung ist?! Nein! Ich hoffe, meine Tochter kommt niemals auf solche absurden Ideen!

Mir ist die ganze Story zu unausgereift. Da treffen 1000 Ideen auf ein Buch und werden irgendwie zusammengewürfelt. Für mich zu viele Baustellen mit zu wenig Tiefgang.

Die Illustrationen und der Schreibstil haben mir gefallen. Daher hoffe ich sehr, dass die Erzählung nochmals überarbeitet wird. In diesem Zustand kann ich für „Nachts werden alle Wünsche wahr“ keine Leseempfehlung aussprechen. Es wird wohl bedauerlicherweise auch nicht in unsere Schulbibliothek einziehen.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.09.2024

✎ Antonia Michaelis - Enia und der Regenzauber

Enia und der Regenzauber
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Vor 2 Jahren lernte ich Antonia Michaelis Schreibstil in „Weil wir träumten“ kennen. Es war damals mein erstes Werk von ihr, obwohl sie bereits unzählige Bücher geschrieben hat. Es sollte nicht das letzte ...

Vor 2 Jahren lernte ich Antonia Michaelis Schreibstil in „Weil wir träumten“ kennen. Es war damals mein erstes Werk von ihr, obwohl sie bereits unzählige Bücher geschrieben hat. Es sollte nicht das letzte sein, denn ich mochte ihren Schreibstil und dass sie auf Missstände ein Madagaskar aufmerksam macht.

Nun hielt ich „Enia und der Regenzauber“ in der Hand.
Anfangs war meine Befürchtung, dass es sich hier um eine „White Savior“ handeln könnte. Doch Enia ist so viel mehr. Und ihre Freundinnen und die Erwachsenen sind alles andere als Nebenfiguren.

Es gibt eine Lehrerin in dem Dorf: Maitresse Tui. Sie bringt den Kindern bei, an ihre Fantasie zu glauben. Ihre Botschaft - „Der Wille kann Berge versetzen“ - ist das Leitthema der Geschichte. Immer wieder wurde ich als Lesende überrascht, was man mit seinem Glauben erreichen kann.
Gleichzeitig machte mich dieser Umstand unendlich traurig und manchmal brach es mir schier das Herz … Durch dieses Element stößt uns die Autorin mit der Nase auf Missstände (erneut in Madagaskar), die in unserem überfüllten Leben keinen Platz haben. Wir verschwenden meist nicht mal einen Gedanken daran.
So werden bereits Kinder für solche Themen sensibilisiert.

Dass Antonia Michaelis weiß, wovon sie schreibt, merkt dem Geschriebenen an. Die Umgebung klingt authentisch, die Figuren handeln / klingen glaubwürdig. Und vor allem gibt es ein Potpourri an Menschen. Hin und wieder taucht das ein oder andere Klischee auf, an anderen Stellen wurde ich (positiv) überrascht.
Langweile kommt hier beim Lesen nicht auf.

Ob man die Geschichte im Genre „Fantasy“ verortet oder doch nicht, muss jede
r für sich am Ende selbst entscheiden. Für mich waren ein paar Elemente too much, andere hingegen super gut in die Erzählung integriert.

Am Schluss bleibt ein Detail gänzlich ungeklärt, obwohl es viel Raum einnahm und immer wieder erwähnt wurde.

Ich mochte „Enia und der Regenzauber“ sehr und bin gespannt, was die Kinder unserer Schulbibliothek dazu sagen werden.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 23.09.2024

✎ Laura Baldini - Aspergers Schüler

Aspergers Schüler
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Von Laura Baldini kenne ich bereits das Buch „Lehrerin einer neuen Zeit“ und war nur so semibegeistert. Ich dachte damals: Da geht noch mehr. Die Geschichte brach abrupt ab und die Autorin beleuchtete ...

Von Laura Baldini kenne ich bereits das Buch „Lehrerin einer neuen Zeit“ und war nur so semibegeistert. Ich dachte damals: Da geht noch mehr. Die Geschichte brach abrupt ab und die Autorin beleuchtete lediglich einen kleinen Teil des Lebens Montessoris.

Dennoch wollte ich unbedingt „Aspergers Schüler“ hören. Zum einen interessiert mich das Thema generell, zum anderen hatten wir bis letztes Jahr ein autistisches Kind in der Kindergartengruppe.

Die vorliegende Romanbiografie hat mir deutlich besser gefallen. (als die zuerst gehörte) Sie spielt auf 2 Ebenen und es gibt 3 verschiedene Erzählstränge.

Erich, der Autist, kommt sehr authentisch rüber. Sein Verhalten bestätigt meine Erfahrungen und Recherchen. Tief in ihn einzudringen, war höchst interessant, auch wenn man weiß, dass nicht alle Menschen im Autismus-Spektrum so agieren.

Viktorine, der Krankenschwester, nimmt man ihre Rolle ebenfalls ab. Ihr Schicksal hat mich tief berührt. Ich hoffe, dass es viele Viktorines da draußen gab und gibt.

Sarahs Leben hätte ich in dieser Ausführlichkeit nicht benötigt. Vieles war einfach bedeutungslos und für mich ein Lückenfüller. Das hat manches unnötig in die Länge gezogen.

Da ich bisher nichts über Aspergers Vergangenheit und Arbeit wusste, war Vieles neu für mich. Vor allem auch in Bezug auf die Klinik am Spiegelgrund. Das (Hör)Buch ist harter Tobak und daher nichts für schwache Nerven. Doch wer sich mit der damaligen Zeit auseinandersetzt, wird wissen, worauf er/sie sich einlässt.

Mir hat, wie bereits erwähnt, „Aspergers Schüler“ als ein Stück Zeitgeschichte gut gefallen. Ich war tief berührt.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.09.2024

✎ Carolin Pospiech - Bo

BO
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Carolin Pospiech hat für ihren Debütroman eine eher ungewöhnliche Erzählperspektive gewählt: Bo spricht uns als Lesende direkt an. Das war nicht schlecht, weil man so viel über die Hauptperson erfahren ...

Carolin Pospiech hat für ihren Debütroman eine eher ungewöhnliche Erzählperspektive gewählt: Bo spricht uns als Lesende direkt an. Das war nicht schlecht, weil man so viel über die Hauptperson erfahren hat. Doch dadurch blieben anderen Charakteren lediglich Nebenrollen mit weniger Tiefe.

Dennoch konnte die Autorin in meinen Augen die Gefühle einiger gut transportieren.
Scham, Verzweiflung, Wut, Trauer, Erleichterung, … Man begibt sich auf eine Achterbahn der Gefühle. Und als Bo eine Person sehr vor den Kopf stößt, musste ich selbst kurz die Luft anhalten, weil es mich tief im Herzen getroffen hat, obwohl ich wusste, was er tun würde.

An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir von der Verfasserin ein wenig mehr Sensibilität gewünscht.
Auf Seite 64 wird ein Typ geschildert, der „halblanges, schwarzen Haar, […] perfekte Figur, […] und ein Gesicht, das es auf das Cover jeder Modezeitschrift schaffen würde“, beschrieben. Was genau bedeutet „perfekte Figur“? Wer definiert das?
Auf Seite 67 hingegen wird ein Mensch richtig schlimm aufgrund seines Äußeren abgewertet. „[…] hat die dicksten Brillengläser, die ihr jemals gesehen habt, zudem ist sie mit einer Zahnspange ausgestattet, die an irgendetwas aus Dads Werkzeugkiste erinnert.“
Bo möchte akzeptiert und toleriert werden, schafft es jedoch selbst nicht, dies bei Menschen um ihn herum zu tun.

Seine Freunde und Freundinnen - und all die anderen Personen um Bo herum - scheinen perfekt in seine perfekte Welt zu passen. „Sie [Lucy] fällt mir deshalb sofort auf, weil sie sich in so ziemlich allem von den rechtlichen Mädchen in unserer Klasse unterscheidet. Keine Markenklamotten, kein übertrieben geschminktes Gesicht, kein dämliches Gekicher, keine sonnengebräunte Haut. In ihrer ganzen Ausstrahlung wirkt sie inmitten der übrigen Schüler merkwürdig deplatziert.“
Mir fehlt hier komplett die Vielfalt der Menschheit.

Das Ende dann war mir zu offen. Da es für die Zielgruppe ab 12 geschrieben wurde, hätte ich schon gerne erfahren, wie es weitergeht. (Wie) Wird Bo aufgefangen? Welchen Schwierigkeiten muss er sich stellen? Was haben Jugendliche in einer ähnlichen Situation zu erwarten? Wie reagieren die anderen?

Ich hoffe, dass Carolin Pospiech noch einen zweiten Teil parat hält, weil ich finde, dass die Geschichte so einfach kein rundes Ende (für die Zielgruppe) hat.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 17.09.2024

✎ Alicia Zett - Internat Schloss Mare 2 Wie Melodien im Wind

Wie Melodien im Wind
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Vor einem halben Jahr habe ich „Wie Wellen im Sturm“, den ersten Teil der Trilogie, gehört und war mäßig begeistert. Dennoch habe ich der Autorin eine weitere Chance gegeben, weil ich ihren locker-leichten ...

Vor einem halben Jahr habe ich „Wie Wellen im Sturm“, den ersten Teil der Trilogie, gehört und war mäßig begeistert. Dennoch habe ich der Autorin eine weitere Chance gegeben, weil ich ihren locker-leichten Schreibstil mochte.

Das Thema des zweiten Bandes war jetzt nicht sooo interessant, weil es da draußen bereits massenweise solcher Geschichten gibt, aber ich habe mich einfach darauf eingelassen, weil ich die Entwicklung der Personen auf dem Internat Schloss Mare mitverfolgen wollte.

Die Beziehung zwischen Toni und Lukas war dann, wie vorausgesehen, sehr klischeehaft. Da gab es keine Wendungen.

Ganz anders die Charaktere an sich.
Toni macht eine enorme Entwicklung durch. Sie war mir von Anfang an sympathisch, ist authentisch und liebenswert. Ihre Last ist enorm.
Auch Lukas und seine Art mochte ich. Er blieb zwar eher im Hintergrund, doch wenn er auftrat, dann nahm ich ihm seine Rolle ab.

Dieser Teil ist, wie bereits der Vorgänger, in meinen Augen eher ein Wohlfühlroman.
Obwohl hier einige Dinge mehr passieren, ist es nicht so, dass sich der Roman in die typischen Internatsgeschichten mit Intrigen und dergleichen einreiht.

Einmal hat die Autorin es geschafft, mir eine Gänsehaut zu entlocken. Der Moment, als Lukas Toni eine Überraschung macht, hat sogar mich überrascht.

Nun freue ich mich auf „Wie Farben im Regen“ (3. Band) und erhoffe mir eine Steigerung.

©2024 Mademoiselle Cake