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Veröffentlicht am 16.09.2024

✎ David Levithan - Ryan und Avery

Ryan und Avery
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Ich hatte mich sehr auf diesen Jugendroman gefreut. Ich versprach mir eine süße, eventuell etwas kitschige und doch authentische Liebesgeschichte aus dem LGBTQIAP+ Bereich. Leider hat es am Ende nicht ...

Ich hatte mich sehr auf diesen Jugendroman gefreut. Ich versprach mir eine süße, eventuell etwas kitschige und doch authentische Liebesgeschichte aus dem LGBTQIAP+ Bereich. Leider hat es am Ende nicht dafür gereicht, mir im Gedächtnis zu bleiben …

An David Levithans Erzählstil - nämlich die Dates sowohl von vorne als auch von hinten aufzurollen - musste ich mich erstmal gewöhnen.Warum keine Chronologie eingehalten wurde, hat sich mir nicht erschlossen.

Auch die Charaktere Ryan und Avery blieben mir eher fremd und unnahbar. Dabei hatte ich gehofft, ein wenig mit ihnen mitfühlen zu können, auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt zu werden und am Ende ein Happy End mit ihnen zu feiern. Doch als das Hörbuch zu Ende war, blieb ich ratlos zurück.

Selbst am Schluss konnte ich noch immer nicht unterscheiden, wer wer ist. Einer hat pinke Haare, einer blaue. Einer hat Eltern, die seine Liebe akzeptieren, einer nicht. Aber was unterscheidet die beiden so richtig? Was macht sie einzigartig?

Wir begleiten zwei Jugendliche auf ihren ersten zarten Schritten in der Liebe. Das langsame Annähern, die Unsicherheiten und alles, was damit zusammenhängt, hat der Autor respektvoll dargestellt.
Die großen Gefühle, die ich erwartet hatte, blieben leider auf der Strecke. Dafür wurde mir einfach zu viel erzählt, sozusagen totgequatscht.

Eine ruhige Liebesgeschichte, die mich nicht überzeugen konnte.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.09.2024

✎ Sabine Ludwig - Juli und Augustus

Juli, Augustus und das Weihnachtsgeheimnis
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„Juli und Augustus“ habe ich in unserer Schulbibliothek in der Aussortierkiste entdeckt und war neugierig, welches Geheimnis hier wohl gelüftet werden wird, auch wenn ich bereits Vermutungen anstellte.

Sabine ...

„Juli und Augustus“ habe ich in unserer Schulbibliothek in der Aussortierkiste entdeckt und war neugierig, welches Geheimnis hier wohl gelüftet werden wird, auch wenn ich bereits Vermutungen anstellte.

Sabine Ludwig hat einen klaren Schreibstil, der es mir als Erwachsene leicht machte, dem Geschehen zu folgen. Da wir uns in der realen Welt befinden, brauchte es keinen großen Weltenaufbau, um in der Geschichte anzukommen.

Die Kinder könnten genau so nebenan leben. Mit ihren Familien, Gedanken und Emotionen.
Man erfährt ziemlich schnell, mit welchen Problemen Augustus sich plagen muss. Dieses Mal konnte ich ein wenig nachvollziehen, warum niemand etwas bemerkt, denn es sind Ferien und andere Erwachsene eher nicht in der Nähe.
Julis Solidarität mit dem Jungen ist stark. Selbst als ihr der Umgang mit ihm verboten wird, hält sie zu ihm.

Das Buch öffnet Augen.
Dahingehend, dass wir viel mehr unsere (kleinen) Mitmenschen wirklich sehen sollten.
Dahingehend, dass Gerede manchmal nur Neid und Missgunst ist.
Dahingehend, dass unsere Kinder oft sehr feine Antennen haben, die wir nicht einfach abknicken sollten.
Dahingehend, dass es manchmal wenig braucht, eine helfende Hand zu bieten.
Dahingehend, was wahre Freundschaft wirklich bedeutet.

Ein wenig gestört haben mich die Kapitelüberschriften. Es vergeht immer nur 1 Tag, doch in meiner Vorstellung verflog die Zeit irgendwie schneller. Ich finde, die Zeitangabe hätte es einfach nicht gebraucht, da man im Text selbst immer wieder erfährt, welchem Tag wir uns nähern

Ansonsten fand ich die Lektüre sensibel gemacht und würde sie sogar als Klassenlektüre einsetzen, um einigen aufzuzeigen, was wirklich um sie herum geschieht.

Bei meiner Recherche bin ich auf Titel wie „Weihnachten mit lila Lametta“ und „Juli, Augustus und das Weihnachtsgeheimnis“ gestoßen und musste feststellen, dass der gleiche Inhalt scheinbar unter mehreren Namen aufgelegt wurde.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.09.2024

✎ Swantje Zorn - Die Vorschul-Lernraupe 2 Logisches Denken

Die Vorschul-Lernraupe: Logisches Denken
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Nach „Zahlen und erstes Rechnen“ und „Erstes Englisch“ ist „Logisches Denken“ bereits unser drittes Hörbuch der Reihe „Die Vorschul-Lernraupe“.

Wie bereits in den Vorgängern gibt es auch hier wieder Mitmachgelegenheiten. ...

Nach „Zahlen und erstes Rechnen“ und „Erstes Englisch“ ist „Logisches Denken“ bereits unser drittes Hörbuch der Reihe „Die Vorschul-Lernraupe“.

Wie bereits in den Vorgängern gibt es auch hier wieder Mitmachgelegenheiten. Und das nicht zu knapp, denn wenn man mit dem Hörbuch fertig ist, schaut man unweigerlich, wie das Genannte weiter im Alltag angewendet werden kann.

Es gibt:
- Sortierspiele (Gemeinsamkeiten & Unterschiede)
- Assoziationen
- Gegensätze
- Fehlergeschichten
- Alltagssituationen
- Hinweise kombinieren
- Reihenfolgen
- …

Allerlei, mit dem die Kleinsten bereits etwas anfangen können. Schwierige Worte wie „Assoziationen“ werden kindgerecht erklärt und bilden daher keine Stolpersteine.

Besonderen Spaß hatten wir beim Auffinden des Fahrrads und beim Herausfinden der Tat.
Mir als Mama hat gefallen, wie damit umgegangen wurde, wobei ich mir einen letzten Schritt gewünscht hätte, der in der Geschichte keine Erwähnung findet.

Dennoch sind wir von diesem Teil absolut begeistert. Meine 6-Jährige fragte, ob es Ähnliches in die Richtung gibt und hat sich den vorliegenden Band direkt noch einmal angehört.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 05.09.2024

✎ Karen M. McManus - One of us 2 is next

One Of Us Is Next
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Nachdem mir „One of us is lying“ ziemlich gut gefallen hat, wollte ich unbedingt wissen, wie es an der Bayview High weitergeht - also griff ich zum nächsten Hörbuch der Trilogie.

Auch hier werden wieder ...

Nachdem mir „One of us is lying“ ziemlich gut gefallen hat, wollte ich unbedingt wissen, wie es an der Bayview High weitergeht - also griff ich zum nächsten Hörbuch der Trilogie.

Auch hier werden wieder 4 Stimmen eingesetzt. Dieses Mal stehen jedoch andere Personen im Fokus. Irgendwie habe ich aber nicht immer so gut hineinfinden können. Manchmal war mir der Wechsel zu abrupt.

Die Charaktere waren ziemlich interessant - selbst Nebendarsteller*innen. Stereotypen gibt es zwar ebenfalls, doch Karen M. McManus lässt ihre Figuren wachsen.

Hin und wieder - vor allem im Mittelteil - sind ein paar Durststrecken, die Story beinhaltet jedoch einige Wendungen.

Das Ende hat mich dann doch nochmal sehr überrascht. Ich habe es mir tatsächlich 2x angehört, weil ich es gar nicht glauben konnte.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 21.08.2024

✎ Anna Seidl - Es wird keine Helden geben

Es wird keine Helden geben
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„Es wird keine Helden geben“, was bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ Zwerghuhn damals vorgestellt hatte, ist schon das zweite Jugenddrama unter meinen Büchern, welches einen Amoklauf zum Thema hat. ...

„Es wird keine Helden geben“, was bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ Zwerghuhn damals vorgestellt hatte, ist schon das zweite Jugenddrama unter meinen Büchern, welches einen Amoklauf zum Thema hat. 2013 las ich bereits „Klassenziel“.

Schon bei den ersten Zeilen wurde ich direkt ins Jahr 2002 katapultiert. Der Amoklauf in Erfurt wird wahrscheinlich nie aus meinem Gedächtnis verschwinden. Ich selbst war damals auf einem Gymnasium, 60km entfernt. Die Angst griff um uns, obwohl wir nicht unmittelbar betroffen waren. Heute spüre ich die Angst noch intensiver, denn ab September wird mein eigenes Kind auf eine große Schule gehen …

Die Geschichte wird aus Miriams Sicht erzählt. Somit haben wir ein Opfer, welches hautnah dabei war.
Die Autorin schildert den Weg während des Amoklaufs und ganz ausführlich die Zeit danach. Oft gibt es zudem Rückblenden in das Leben vor der Tat.

Die emotionale Ebene von Miriam hat Anna Seidl gut eingefangen. Zwar konnte ich nicht wirklich mit ihr mitleiden, doch das lag eben daran, wie sie sich früher benommen hat. Ich kann ihr kein Mitleid entgegenbringen, weil ich sie vielmehr für ihre Fehler hasse. Sie und ihre Freundinnen haben sich benommen wie der letzte Dreck! Mobbing ist einfach nie ok!

»All diese Dinge bereue ich erst jetzt, wo es zu spät ist, sie noch zu ändern. Ich werde damit leben müssen. Für den Rest meines Lebens.« (S. 80)

Ja, verdammt! Und es ist richtig so in meinen Augen. Man kann sich mal daneben benehmen, aber dann sollte es auch wieder gut sein und nicht das Leben eines anderen Menschen zerstören!
Und trotzdem möchte ich den Amoklauf nicht schönreden oder gar gutheißen, denn:

»Das Leben ist eine zerbrechliche, kurze Sache. Jeder lebt nur ein einziges Mal. Jeder ist etwas Besonderes. Und deshalb zerstört man nicht nur einen Menschen, sondern eine ganze Welt. Deshalb hat niemand das Recht, eine Waffe auf dich zu richten. Niemals.« (S. 205)

Das ist dann auch etwas gewesen, was mich arg gestört hat: die Stereotypen. Miriam und ihre Freund
innen waren top, Matias hingegen fett, unbeliebt, ein Opfer.

»Ich habe ein schönes Leben. Bin beliebt, habe den perfekten Freund, die tollste beste Freundin der Welt. Ich habe keine Mutter, die Stress macht wie Joannes. Ich fühle mich einfach wunderbar und zeige das auch allen.« (S. 96)

Auch Miriams früheres Leben stößt bei mir eher auf Unverständnis. Sie war bereits früh (mit 14?) das erste Mal besoffen. Und auch die Jungfräulichkeit ist in ihrem Alter ein großes Problem. Ich finde dies sehr verantwortungslos in einem Jugendbuch, denn das setzt Lesende enorm unter Druck, obwohl es das nicht sollte.

Gut dargestellt wurden die unterschiedlichen Auswirkungen des Amoklaufs auf die unterschiedlichen Personen. Manche haben schnell „zurück“ gefunden, manche nie wieder. Obwohl mich Miriam selbst emotional nicht wirklich berühren konnte, hat es die Autorin mit einer Szene jedoch geschafft. Und diese nehme ich ihr auch ab.

Da das Attentat selbst nur am Anfang detailliert erwähnt wird, sind die Ursachen für Miriams emotionale Empfindungen leicht austauschbar. Es hätte ebenso ein Unfall mit Todesfolge oder dergleichen sein können.

Das Ende fand ich dann zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht braucht man ein Happy End nach einer solch schweren Kost, doch dieses hier ist einfach nur unglaubwürdig.

Mich persönlich hat der Roman wenig abholen können, doch ich denke, als Klassenlektüre würde er so manchen die Augen öffnen.

©2024 Mademoiselle Cake

weitere Zitate:

»Wenn die Stille dir das Leben rettet, definierst du neu, was laut und was leise ist.« (S. 11)

»Denn das Leben ist es, wovor wir Angst haben sollten. Während der Tod die Erlösung ist, zwingt uns das Leben immer wieder in die Knie.« (S. 28)