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Veröffentlicht am 12.10.2023

✎ Nadine Voigt - Eintausendundeine Idee 1 Das Kreativbuch

Eintausendundeine Idee (1001) - Das Kreativbuch
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In unserem Haus wimmelt es von Regenbögen, denn wir lieben sie. Daher war klar, dass unsere Kreative dieses Werk gerne hätte. Da ich bereits den Instagramkanal "eintausendundeineidee" kenne, es jedoch ...

In unserem Haus wimmelt es von Regenbögen, denn wir lieben sie. Daher war klar, dass unsere Kreative dieses Werk gerne hätte. Da ich bereits den Instagramkanal "eintausendundeineidee" kenne, es jedoch nicht mag, mein Kind vor den PC zu setzen, wenn es etwas basteln mag, erhoffte ich mir einige Inspirationen. Außerdem ist mir der Instagramkanal mittlerweile zu unübersichtlich und zu überladen, weswegen ich ihn nur noch selten nutze.
Meine 5-Jährige ist laut Verlagsempfehlung genau im richtigen Alter für dieses Buch. Also haben wir uns unseren Bastelwagen geschnappt, die Seiten aufgeschlagen und losgelegt ...

Es gibt 6 verschiedene Kapitel mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- kreativ mit den Händen
- Ideen mit Stift und Papier
- Ideen mit Wolle und Garn
- Spiele für draußen
- diy-Spiele
- Party-Idee

Wir haben einmal schnell durchgeblättert, uns nicht entscheiden können und somit einfach von vorne begonnen.

Es sind viele Idee dabei, die wir bereits kannten und ausprobiert haben; einige, die ich noch aus meiner eigenen Kindheit kannte und Erinnerungen wach gerufen haben; und manches Neues.

Im Abschnitt "kreativ mit den Händen" war nicht so viel für uns persönlich dabei, weil ich bei selbstgemachten Dingen (Schnee, Knete, Farbe, ...) immer nicht weiß, wie lange sie haltbar sind. Leider wird dies zum Beispiel beim Schnee auch nicht erwähnt.

Die "Ideen mit Wolle und Garn" haben mein Kind besonders interessiert. Leider haben wir keine Wolle und keine Häkelnadel im Haus (das war früher bei meiner Uroma anders) und wollen nun schauen, ob wir irgendwo Reste bekommen.
Dafür haben wir ausgiebig die selbstgemachte Kumihimo-Scheibe ausprobiert. Das ist der liebste Abschnitt meiner Tochter in diesem Buch und alle Freundinnen haben bereits ein Band bekommen. Daher haben wir uns auch direkt das nächstes Buch der Autorin gemerkt, in dem es ausschließlich um Freundschaftsbänder geht und die Kumihimo-Scheibe einiges an Aufmerksamkeit bekommt.

Die verschiedenen Flieger bei "Spiele für draußen" haben bei uns leider nicht so gut funktioniert. Vielleicht haben wir aber auch einfach noch nicht die richtige Flugtechnik herausgefunden.
Dafür kam der Kreideparcour bei den Kindern super an. Den habe ich mir direkt auf meine Liste für die nächste Kinderparty gesetzt.

Bei den diy-Spielen ist Vieles dabei, was bereits 5-Jährige anfertigen können. Da konnte sich meine Tochter so richtig austoben, ohne mich ständig fragen zu müssen. Zumal oft wenig Material benötigt wird oder es einfach abwandelbar (Stifte, Farben) ist.

Bei den Party-Ideen ist leider kein Spiel dabei, bei dem alle gewinnen - es geht immer nur um Einzelne. Das finde ich schade.

Gut gefällt mir, dass es ein paar QR-Codes gibt, die zu Videos führen. So haben wir uns die Fadenspiele zum Beispiel live anschauen können, da man dies aus Fotos nicht so gut heraussehen kann.

Für uns ist diese Publikation eine Inspirationsquelle. Da wir viel basteln, war uns einiges bekannt. Doch mein Kind durfte auch noch Neues lernen und bei mir wurden Kindheitserinnerungen wach. Ein Buch, welches ich gerne verschenke.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 10.10.2023

✎ Leonie Baltruweit - Schwere Zeiten im Wunderwald

Schwere Zeiten im Wunderwald
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Ich liebe die Bilderbücher aus dem Mabuse Verlag.

Beim vorliegenden hatte ich den Untertitel nicht richtig gelesen und war daher mit einer anderen Erwartung an die Lektüre gegangen. Doch nachdem ich sowohl ...

Ich liebe die Bilderbücher aus dem Mabuse Verlag.

Beim vorliegenden hatte ich den Untertitel nicht richtig gelesen und war daher mit einer anderen Erwartung an die Lektüre gegangen. Doch nachdem ich sowohl die Geschichte als auch den Fachteil verstanden hatte, empfand ich es als wunderbar rund.

Kinder von kranken Geschwistern bekommen in diesem Buch (endlich) eine Stimme. Es wird aufgezeigt, welche Gefühle - Wut, Angst, Schuld - aufkommen können, wenn sich die Situation zu Hause plötzlich verändert.

Ebenso wird darauf eingegangen, dass Kinder jemanden benötigen, um ihre Emotionen & Gefühle "loszuwerden". Das müssen gar nicht immer die Erziehungsberechtigten sein. Doch Erwachsene, die zuhören und/oder in den Arm nehmen können, sind enorm wichtig. Daher sehe ich die Erzählung auch als einen Appell an uns, dass wir manchmal genauer hinschauen (sollten) - nicht nur bei unseren eigenen Kindern.

Das Werk ist in drei Teile gegliedert: die Geschichte, ein Mitmachteil für betroffene Kinder von 3 bis 12 Jahren und ein Fachteil für Erwachsene.
Der Fachteil richtet sich an Erziehungsberechtigte und Fachkräfte - so ist die Lektüre vielseitig einsetzbar.

Einfache, großformatige Aquarellzeichnungen verzieren das Buch von vorne bis hinten.

Für mich erneut eine Publikation aus dem Mabuse Verlag, welche in die Welt hinausgetragen gehört.

»Vielleicht können wir selbst besser zuhören, wenn wir verstehen, dass wir nicht immer eine Antwort finden müssen, sondern einfach für sie da sind und Zeit haben. « (S. 46)

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 05.10.2023

✎ Anja Portin - Die Stadt der kleinen Wunder

Die Stadt der kleinen Wunder
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Bei diesem Buch war ich kein Cover-, sondern ein Titel-Opfer. Gepaart mit dem Genre habe ich mir den Klappentext gar nicht richtig durchgelesen, sondern das Hörbuch quasi blind angefragt. Da ich beim Hörbuch ...

Bei diesem Buch war ich kein Cover-, sondern ein Titel-Opfer. Gepaart mit dem Genre habe ich mir den Klappentext gar nicht richtig durchgelesen, sondern das Hörbuch quasi blind angefragt. Da ich beim Hörbuch nur selten mitschreiben kann, habe ich auch noch das eBook nebenbei gelesen.

Leider muss ich gestehen, dass ich nicht sooo gut in die Geschichte hinein gekommen bin. Das lag wahrscheinlich größtenteils am Sprecher. Timo Weisschnur ist kein schlechter Redner, doch irgendwie konnte ich ihn nicht richtig mit dem Protagonisten verknüpfen. Ich hatte mich irgendwann einfach an seine Stimme gewöhnt.

Die Erzählung von Anja Portin ist ein klein bisschen magisch und ganz viel Hoffnung gebend.
Wir lernen verschiedene Charaktere in unterschiedlichen Leben/Familien kennen.
Die Umstände sind oft traurig, doch die Atmosphäre bekommt einen heiteren Unterton, sodass man nicht vollends in Melancholie versinkt.

Kinder müssen (und werden hoffentlich) verstehen, dass es so einfach wie bei Alfred (und den anderen) nicht funktioniert. Die "Vergessenen" in unserer realen Welt benötigen ebenso Hoffnung und jemanden, der zeigt: "Ich bin hier und ich denke an dich!"
Daher ist das Buch in meinen Augen ebenso eine Hommage an Erwachsene: Schaut hin! Es gibt dort draußen Schutzbedürftige, die unsere Hilfe benötigen!

Interessant war, dass Alexander Stepanowitsch Popow, der in "Die Stadt der kleinen Wunder" eine tragende Rolle spielt - tatsächlich existierte. Am Schluss wird erwähnt, was der Fantasie der Autorin entspringt und was wahr ist.

Das eBook wird hin und wieder durch schwarz-weiß-Zeichnungen aufgelockert. Ich bin hin und her gerissen, wie ich es dieses Mal empfinden soll. Der Schreibstil der Autorin ist so beschreibend, dass ich die Illustrationen nicht gebraucht habe. Zumal sie mit meinen Bildern im Kopf nicht überein gestimmt haben ...

Als Highlight habe ich mir 2 Rezepte, die in der Geschichte erwähnt werden, abgespeichert und werde sie bald ausprobieren.

Ein Werk, welches in den Arm nimmt und Hoffnung schenkt, bei dem bei mir der Funke jedoch nicht vollends übergesprungen ist - was ich tatsächlich am Sprecher festmache.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.10.2023

✎ Birte Müller - Fritz Frosch pupst!

Fritz Frosch pupst!
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Meine 5-Jährige fand dieses Buch in der Schulbibliothek. Als ich ihr den Titel vorgelesen hatte und sie in Kichern ausbrach - in der Bücherei muss man ja leise sein -, war klar, dass es uns nach Hause ...

Meine 5-Jährige fand dieses Buch in der Schulbibliothek. Als ich ihr den Titel vorgelesen hatte und sie in Kichern ausbrach - in der Bücherei muss man ja leise sein -, war klar, dass es uns nach Hause begleiten würde.

Bei uns in der Familie ist Pupsen erlaubt. (Rülpsen übrigens ebenso)
Schon früh haben wir unserem Kind klar gemacht, dass jeder gesunde Mensch jeden Tag pupsen muss. Das ist ganz natürlich und nichts, wofür man sich schämen sollte.

Und doch ist es ein riesengroßes Tabuthema in unserer Gesellschaft.
Diese Geschichte spiegelt wunderbar unsere Gemeinschaft wider: Kinder empfinden Pupsen als normal, Erwachsenen ist das unangenehm und sie verbieten es.

Klar, ist es nicht angenehm, wenn einem Winde entfleuchen und es auf einmal unangenehm riecht. Auch ich sterbe regelmäßig, wenn mir beim Spielen urplötzlich ein unverkennbarer Geruch in die Nase steigt.
Dennoch sollte dieses natürliche Bedürfnis nicht verboten und schon gar nicht ständig unterdrückt werden. Was das nämlich zur Folge haben kann, veranschaulicht Birte Müller mit Fritz Frosch ganz wunderbar und kindgerecht.

Bei uns gibt es ebenso Situationen, in denen ich meine Tochter bitte, dies (ein bisschen) unauffälliger zu tun. Aber es sollte niemals ein generelles Verbot dessen ausgesprochen werden. Zumal Kinder dann auch beschämt werden, weil sie denken, sie machen etwas falsch.

Dass mittlerweile die 5. Auflage des Werkes erschienen ist, spricht, denke ich, absolut für es. In meinen Augen ist es ideal als Geschenk für Menschen mit Humor geeignet. Der Verlag vergibt eine Altersempfehlung ab 4 Jahren. Ich denke, dass es sogar bereits ab 3 Jahren ein Lacher ist.

Durch Zufall haben wir das eingesprochene Buch auf der Verlagshomepage gefunden. So können wir Fritz nun auch im Auto hören und kichernd in den Tag starten.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.09.2023

✎ Julie Clark - Der Tausch

Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
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Ich hatte mich auf ein paar spannende Hörstunden eingestellt, denn die Themen 'Tickettausch', 'Gewalt (an Frauen)' und 'Sterbehilfe' klangen sehr interessant.

Leider ist die Umsetzung des Ganzen dann ...

Ich hatte mich auf ein paar spannende Hörstunden eingestellt, denn die Themen 'Tickettausch', 'Gewalt (an Frauen)' und 'Sterbehilfe' klangen sehr interessant.

Leider ist die Umsetzung des Ganzen dann so unglaubwürdig und undramatisch gewesen, dass ich diese Geschichte weder als Thriller bezeichnen, noch jemandem empfehlen kann.

Spätestens seit dem 11. September 2001 ist es nicht (mehr) möglich, einfach so seine Tickets zu tauschen. Es wird alles so haarklein kontrolliert, dass man selbst ohne Ausweis nicht ins Flugzeug gelassen wird. (leider bereits in der Familie erlebt) Ich war also gespannt, wie die Autorin diesen Umstand bewältigt, wie sie daraus einen glaubwürdigen Thriller spinnt.

Bedauerlicherweise ist ihr dies nicht gelungen.

An einer anderen Stelle kommt die Polizei ins Spiel - dort, wo Eva gelogen hat. Doch auch dieser Faden ist alles andere als plausibel. Am Ende bleiben in diesem Punkt zudem so viele Fragen offen, dass ich mich frage, wozu das Ganze überhaupt angefangen wurde.

Julie Clark geht zwar auf das Thema 'Gewalt an Frauen' ein, doch es bleibt zu sehr im Hintergrund. Aber es spiegelt eben auch sehr gut unsere Wegschau-Gesellschaft. Diesen Aspekt hätte sie gerne noch intensiver herausarbeiten können.

So bleibt es unerfreulicherweise ein Roman, der das Potenzial zu einem hervorragendem Thriller hatte, der jedoch nichts Halbes und nichts Ganzes ist und daher in den Tiefen meines PCs verschwinden wird ...

©2023 Mademoiselle Cake