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Veröffentlicht am 14.11.2023

✎ Cleo Cordell - Juliets Begabung

Juliets Begabung
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Diese erotische Geschichte hat es lediglich auf meine to-read-Liste geschafft, weil eine Freundin es mir bei ihrer Aussortieraktion vermacht hat. Ansonsten ist dies nicht mein (bevorzugtes) Genre. Und ...

Diese erotische Geschichte hat es lediglich auf meine to-read-Liste geschafft, weil eine Freundin es mir bei ihrer Aussortieraktion vermacht hat. Ansonsten ist dies nicht mein (bevorzugtes) Genre. Und hätte ich gewusst, in welche Richtung es geht, hätte ich es (wahrscheinlich) ungelesen weitergegeben.

Cleo Cordell schreibt detailliert über BDSM-Praktiken. Das ist für Leute, die in diesem Metier nicht unterwegs sind, teilweise recht hartes Futter. Daher fände ich eine Triggerwarnung am Anfang der Geschichte super, damit man direkt entscheiden kann, ob man dafür bereit ist.

Zudem hätten der Erzählung einige Seiten mehr gut getan. Die Charaktere bleiben recht blass und die Entwicklung von Juliet vollzieht sich zu schnell und zu geradlinig.

Da ich mich in dieser Szene nicht auskenne, kann ich über die Vorgänge nicht sagen, ob sie realitätsnah oder -fern sind. Mein Geschmack ist es nicht und ich hätte gerne bereits vorher gewusst, worauf ich mich (ungefähr) einlasse.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 10.11.2023

✎ Udo Weigelt - Luna und der Katzenbär 1

Luna und der Katzenbär
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Ich bin verliebt in den Zeichenstil von Joëlle Tourlonias. Von ihr illustrierte Bücher kommen grundsätzlich erstmal mit zu uns nach Hause, wenn ich sie in der Schulbibliothek sehe. Auch dieses habe ich ...

Ich bin verliebt in den Zeichenstil von Joëlle Tourlonias. Von ihr illustrierte Bücher kommen grundsätzlich erstmal mit zu uns nach Hause, wenn ich sie in der Schulbibliothek sehe. Auch dieses habe ich bereits mehrfach durchgeblättert, ohne ein Wort zu lesen.

Der Klappentext von "Luna und der Katzenbär" klang vielversprechend. Freundschaft, Umzug, Distanziertheit, ... - Themen, mit denen Kinder immer mal wieder in Berührung kommen. Doch die Geschichte hielt nicht das, was sie versprach - oder unsere Erwartungen waren einfach ganz andere.

Karlo ist kein Sympathieträger. Er ist mürrisch, einnehmend, eingebildet. Aber er kann Geschichten erfinden. Er berichtet zum Beispiel, woher er kommt - angeblich. Das gab bei uns ein paar Schmunzeleinheiten.

Luna ist herzallerliebst. Sie hat sich mit ihrer offenen Art direkt in unser Herz geschlichen. Umso trauriger ist es, mit ansehen zu müssen, wie Karlo ihr begegnet. Außerdem verliert Luna etwas für sie sehr wichtiges. In der Erzählung ist dies nur ein nebensächlicher Gedanke, doch bei meiner 5-Jährigen gäbe es das nicht. Sie würde es NIEMALS beiseite schieben. (wir hatten da echt schon dramatische Szenen deswegen)

Und auf einmal ist die Geschichte zu Ende. Das haben wir beide nicht kommen sehen und waren auch eher enttäuscht bzw. irritiert. Wahrscheinlich war von Anfang an klar, dass es mehrere Bände geben wird, doch in dieser Altersklasse finde ich offene Enden nicht passend. Für uns ist es auf alle Fälle irgendwie unrund. Mein Tochter fragte auch nicht nach weiteren Teilen, weswegen für uns die Reise hier (wahrscheinlich) zu Ende ist.

Aufgrund der großen Schrift, der raumeinnehmenden Bilder und dem wenigen Text auf den Seiten ist die Altersempfehlung ab 5 Jahren passend. Wir haben es an einem Tag ausgelesen. Leseanfänger*innen werden ebenfalls Erfolge erzielen können.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.11.2023

✎ Karen Christine Angermayer - Silberflosse 5 Hilferuf der Delfine

Silberflosse - Hilferuf der Delfine
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Da ist er nun: Der Tag, an dem mein Kind sagt, dass Bilderbücher zu kurz sind. Ich muss sagen, dass hat mich unerwartet getroffen, denn es gab kein Anzeichen dafür. Im Gegenteil, bisher erschienen komplexere ...

Da ist er nun: Der Tag, an dem mein Kind sagt, dass Bilderbücher zu kurz sind. Ich muss sagen, dass hat mich unerwartet getroffen, denn es gab kein Anzeichen dafür. Im Gegenteil, bisher erschienen komplexere Vorlesegeschichten immer zu lang. Umso mehr freut es mich, nun auch im anderen Regal stöbern zu können.

Sofort fragte sie mich, ob ich aus der Lesestube eine Geschichte mit Orcas (alternativ Delfinen) mitbringen könnte. Da wir nichts mit Orcas haben und ich weiß, dass sie Glitzer mag, durfte dieser Band von Silberflosse mit nach Hause. (ohne den Klappentext gelesen zu haben)

Erst bei uns habe ich festgestellt, dass es bereits Band 5 ist. Und erst nach den ersten Zeilen wurde mir klar, dass es im Endeffekt eine große Story sein wird. Ich hatte also ein wenig Bedenken, ob wir "Hilferuf der Delfine" unabhängig von den anderen Teilen lesen können.

Doch diese stellten sich als völlig unbegründet heraus.

Meine 5-Jährige lauschte gespannt dem Geschehen. Die Bilder interessierten sie zwar, doch ihre Geduld, bis zum Ende einer Seite zuzuhören, verschwand nie. (das hatte ich anders in Erinnerung) Sie wollte stattdessen immer noch ein bisschen und "nur noch eine Seite". So kam es also, dass wir das Abenteuer um Marie und Silberflosse tatsächlich an einem Tag beendeten.

Ich als Erwachsene hatte nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Wichtige Begebenheiten aus den Vorgängerbänden wurden kurz erklärt und ansonsten ist dies eine Geschichte, die allein für sich stehen kann.

Die Sätze sind meist kurz und einfach gehalten, die Schrift ziemlich groß und wird von einigen Bildern begleitet, sodass auch Leseanfänger*innen ihren Spaß an der Erzählung haben werden.

Meine Tochter möchte auf alle Fälle die anderen Geschichten noch vorgelesen bekommen - "in der richtigen Reihenfolge, bitte, Mama" - und ich hoffe sehr, dass diese in unserer Schulbibliothek zu finden sind.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 07.11.2023

✎ Bettina Marie Schneider - Geschichten aus Lunas Sternengarten 1 Die Mission

Geschichten aus Lunas Sternengarten
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Dieses kleine Büchlein kam bereits Anfang des Jahres zu mir. Damals las ich es, doch irgendwie schien es der falsche Zeitpunkt gewesen zu sein, denn ich konnte so gar nichts damit anfangen. Vielleicht ...

Dieses kleine Büchlein kam bereits Anfang des Jahres zu mir. Damals las ich es, doch irgendwie schien es der falsche Zeitpunkt gewesen zu sein, denn ich konnte so gar nichts damit anfangen. Vielleicht waren meine Erwartungen zudem zu hoch, denn der Verlag und die Autorin sagten mir, dass es ab 6 Jahren empfohlen wird und "auch und besonders Kinder diese Geschichte" lieben. Ich erwartete also etwas, was ich meinem Kind vorlesen könnte, wenn wir wieder mal ein totes Tier auf der Straße sehen würden ...

Lunas Geschichte jedoch erreichte mich nicht. Und schon gar nicht wollte ich sie meiner Tochter vorlesen.

Heute, mit einigen Monaten Abstand und erneutem Eintauchen in die Erzählung, bin ich froh, dass ich "Geschichten aus Lunas Sternengarten" damals nicht direkt verschenkt habe.

Das Märchen ist so liebevoll niedergeschrieben wurden. Die Worte nehmen einen an die Hand und gehen mitten ins Herz. Wer bereits ein Haustier gehen lassen musste, weiß, wie tief der Schmerz manchmal sitzt. Die Autorin zeigt Lesenden einen Weg auf, den Tod nicht als etwas Endgültiges, Kaltes zu sehen.

Mir persönlich gefällt die Vorstellung, dass Haustiere einen Sternengarten haben, in dem es ihnen gut geht und sie von den (meisten) Leiden, die sie auf Erden hatten/erfahren mussten, befreit werden. Auch meine 5-Jährige denkt lieber an im Himmel tollende Haustiere, als daran, dass sie unter kalter Erde liegen. (was nicht ausschließt, dass wir ihr den Kreislauf des Lebens erklärt haben)

An einer Stelle soll mit Vorurteilen aufgeräumt werden: "Wie ich diese Vorurteile hasse!" Doch direkt danach werden Stereotype produziert: "Es gibt sanfte, schwarze Prinzessinnen und wilde, weiße Kriegerinnen; [...]" Das ist eine der wenigen Stellen, die mir so gar nicht zusagten. Vielleicht war auch das damals mein eigentliches Problem mit der Kurzgeschichte ...

Ob es eine Fortsetzung gibt? Meine Recherchen ergaben diesbezüglich nichts. Der Titel und das Ende lassen es vermuten, ebenso der Hinweis "Fortsetzung folgt", doch vielleicht soll es auch nur zum Nach- und Umdenken anregen. Beides funktioniert für mich.

Bettina Marie Schneider, die den Blog "Gutes Karma to go" betreibt und sich im Tierschutz engagiert, hat ein tröstendes Werk verfasst, welches Jung und Alt bewegen wird.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.11.2023

✎ Kathrin Schrocke - Weiße Tränen

Weiße Tränen
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"Weiße Tränen" - ein Begriff, den ich vor dieser Lektüre nicht kannte, obwohl ich mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema '(Alltags)Rassismus' auseinandersetze. Daran merke ich, dass es einfach noch ...

"Weiße Tränen" - ein Begriff, den ich vor dieser Lektüre nicht kannte, obwohl ich mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema '(Alltags)Rassismus' auseinandersetze. Daran merke ich, dass es einfach noch sooo viel zu lernen gibt ...

Kathrin Schrocke nimmt Jugendliche mit ihrem Buch ein Stück weit an die Hand. Sie zeigt ganz klar Missstände auf ohne mit dem Finger darauf zu zeigen. Sie hält der privilegierten Gesellschaft einen Spiegel vor, den man nicht einfach abwischen kann. Sie gibt diskriminierten Gruppen eine Stimme.

Obwohl wir die Geschichte aus der Perspektive des weißen Lenni erleben, kommen Schwarze und Menschen mit Kopftuch zu Wort - zwei Gruppen, die ständig mit (Alltags)Rassismus zu leben/kämpfen haben. Und doch ist der Jugendroman nicht für sie geschrieben wurden. Sondern eben für jene, die denken, sie würden sowas nicht tun. Die in einer Blase leben, die so nicht existiert - an einer "Schule ohne Rassismus".

Mir gefällt, wie hier aufgezeigt wird, wo überall Alltagsrassismus lauern kann. Privilegierte haben da einfach kein Auge für, wenn sie sich noch nie damit beschäftigt haben.
Und trotzdem kaut die Autorin nicht einfach alles vor, sondern gibt Denkanstöße zum Beispiel mit Fragen, die oft unbedacht gestellt werden. Das fand ich wichtig und richtig, weil ich auch immer wieder merke, dass Personen nur scheininteressiert sind. Wenn man ihnen nicht alles auf dem Silbertablett serviert, vergessen sie es einfach wieder. Aber ich denke, wenn man selbst recherchiert, sieht man erstmal, wie groß das Thema wirklich ist ...

Am liebsten würde ich dieses Werk direkt den Deutschlehrenden an unserer Schule in die Hand drücken, weil es ein Buch ist, welches wirklich in den Klassen besprochen gehört. Ich weiß, dass Schulen nicht alles abfangen können und dass auch Erziehende in der Pflicht sind. Doch es gibt eben auch Menschen die damit nie in Berührung kommen, wenn man sie nicht mit der Nase darauf stößt. Im Klassenverband würde man auf einen Schlag sehr viele SuS erreichen. Und die Kinder hätten direkt Leute um sich, um über den Inhalt reden zu können.
Mein Exemplar wird auf alle Fälle in die Schulbibliothek wandern.

Obwohl der Roman großartig ist, gibt es kleinere Begebenheiten, die etwas runder hätten sein können. Meiner Meinung nach hätte man da noch ein My (µm) mehr herausholen können. Vor allem bei der angepeilten Zielgruppe. Es gibt zum Beispiel eine weiße Person, die für mich zu sehr im Hintergrund gelassen wurde. Ihr hätte ich einen größeren Wirkungskreis gewünscht. Sie geht in der Masse einfach unter. Und ein Ereignis, lässt die Geschichte nun einfach im Raum schweben.
Wobei auch hier wieder positive Aspekte hervorstechen: Wer das Geschriebene wirklich verstanden hat, wird sich nun näher damit beschäftigen. (wer es nicht sowieso bereits tut)

Daher finde ich es eben als Schullektüre sehr gut geeignet. Es MUSS nachbesprochen werden. Es MUSS sich etwas ändern.

Ein großen Pluspunkt erhält "Weiße Tränen", weil man sich die Mühe gemacht hat, ein Sensitivity Reading in Anspruch zu nehmen. (warum werden die eigentlich nicht wie Übersetzer*innen gennant, sondern nur im Nachwort erwähnt?) Im Nachwort erklärt die Verfasserin zudem, warum man die Personen so handeln lässt, wie sie handeln.

Es gibt auch eine Liste mit Lektüre- und Podcast-Empfehlungen.

©2023 Mademoiselle Cake