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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2024

Ein spannender Ausstieg mit Folgen!

Das Baumhaus
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Wir befinden uns zwischen 3 Handlungsebenen, die am Kapitelanfang namentlich voneinander unterschieden werden. Zum einen haben wir Marla, die im Kindesalter von einem Mann entführt wurde und in einem Baumhaus ...

Wir befinden uns zwischen 3 Handlungsebenen, die am Kapitelanfang namentlich voneinander unterschieden werden. Zum einen haben wir Marla, die im Kindesalter von einem Mann entführt wurde und in einem Baumhaus festgehalten wird. Dann gibt es Rosa, die gerne Skelette ausgräbt und ihr Studium aufgrund des Unfalls ihres Bruders pausieren muss. Sie findet eine Kinderleiche und soll der Polizei helfen zu ermitteln. Und die letzte Handlungsebenen gibt uns eine kleine Familie, die in das idyllische „Bullerbü“ auswandert um Abstand vom deutschen Stress und vergangenen Ängsten zu bekommen. Wir wissen nicht in welcher Zeit die drei Ebenen spielen und dadurch, dass sie sich thematisch so voneinander unterscheiden, fällt es nicht schwer zu differenzieren. Auch im Hörbuch wird dies von verschiedenen Sprechern gesprochen und somit hat man ein deutlich klareres Bild.
Ich fand die Spannung durchweg vorhanden und eine düstere und bedrückende Stimmung herrscht vor. Die Autorin hat sich intensiv mit dem Land, überleben in den Wäldern und Entführungen beschäftigt, was einem eine Vielfalt an Informationen gibt. Und trotzdem wird auch, wie in ihren Vorgängern, nicht auf der emotionalen Ebene gespart und man leidet oft mit den Darstellern. Durch die verschiedenen Ansichten schwankt das Täterbild oft und man ist sich bis zum Schluss nicht sicher, wer, was getan hat und was Realität oder traumhafte Geschichten sind.
Ich habe gerne Zeit und Aufmerksamkeit für die Geschichte gegeben, weil ich sie bis zum Schluss rund und interessant fand. Gerade die Beschreibung der Landschaft und der Wälder haben schon ein bisschen Fernweh bei mir ausgelöst. Damit eine Empfehlung für alle Krimifans, die gerne in die Ruhe der Wälder flüchten.

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Veröffentlicht am 03.07.2024

Absolut brisant und sehr realitätsnah!

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Ein 16-jährige Lena Palmer wird vermisst und taucht in einem verstörenden Video als Opfer mutmaßlicher Flüchtlinge wieder auf. Die Empörungsmaschinerie läuft an und gewinnt immer mehr an Fahrt und Grausamkeit. ...

Ein 16-jährige Lena Palmer wird vermisst und taucht in einem verstörenden Video als Opfer mutmaßlicher Flüchtlinge wieder auf. Die Empörungsmaschinerie läuft an und gewinnt immer mehr an Fahrt und Grausamkeit. Und nicht nur das. Das Buch oder eher der Thriller scheint den Spiegel auf unsere Gesellschaft zu halten mit den wichtigen Themen künstliche Intelligenz, Ausländerfeindlichkeit und Rechtspopulismus umzugehen. Das alles ist so geschickt miteinander verwebt, dass einem nichts anderes übrigbleibt, als zum Nachdenken anzuregen und zu Staunen wie weit wir schon sind.
Kommissarin Yasira Saad ist von Anfang an unsere Bezugsperson und doch liest man weniger in einem überschwänglichen Roman, sondern eher eine True Crime Story, die mit Fakten und einem ganz grandiosen Zynismus an den richtigen Stellen glänzt. Die Geschichte hätte man vor 10 Jahren als eine Sci-Fi Story oder gar Dystopie betitelt, aber heute weit gefehlt. Die Thematik ist aktueller den je und läuft einem kalt den Rücken runter. Auch eine Trigger Warnung finde ich hier nicht nötig, da das ganze Cover eine darstellt. Wie oft ich bei der Verlagsvorschau auf das Cover geklickt habe, in den Hoffnung es öffnet sich ein Bild.
Inhaltlich gehen wir in dieselbe Richtung. Die Spannung ist durchgängig hoch und die Stimmung sehr beklemmend. Man rollt mit Schwung auf das Ende und den Abgrund zu und kann aber nicht aufhören weiter zu lesen. Die Hoffnung das die Dinge noch gut ausgehen, kann ich euch hier nicht versprechen, denn obwohl das Ende sehr offen ist, fand ich es passend und sehr gezielt eingesetzt.
Ich fand das Buch mehr als rund und bin begeistert von Umsetzung und Idee. Uneingeschränkt kann und darf man es nicht jedem empfehlen, aber wer True Crime Fan ist, macht hier absolut nichts falsch!

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Veröffentlicht am 02.07.2024

Perfide und sehr temporeich!

Krähentage (Gruppe 4 ermittelt 1)
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Das war schon ein schneller Rausch!
Ein sehr trickreicher und schlauer Serienkiller macht Jagd auf die Bewohner und ihr Leben und dabei sieht man keine Unterschiede welches Geschlecht, Alter oder Hobbies ...

Das war schon ein schneller Rausch!
Ein sehr trickreicher und schlauer Serienkiller macht Jagd auf die Bewohner und ihr Leben und dabei sieht man keine Unterschiede welches Geschlecht, Alter oder Hobbies die Opfer haben. Das Einzige was die Morde gemeinsam haben, sind die vielen Krähen, die sich am Tatort befinden und die Spuren peu a peu vernichten. Deshalb passt das Cover des Buches auch so gut. Auch die dunklen Farben und die triste Stimmung spiegeln genau den Inhalt wieder.

Die Morde werden sehr skrupellos und detailliert beschrieben, allerdings bleibt von dem Mörder eine Weile nichts zu sehen, sondern die Krähen stehen im Vordergrund. Durch die Perspektivwechsel zwischen dem Täter und dem Ermittlerteam wird gleich von Anfang an eine hohe Spannung aufgebaut.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Ermittlerpaar Mila und Jakob war schon spannend. Mila war mir jetzt nicht gleich so sympathisch und es gab Momente, wo ich das Verhalten beider nicht ganz verstanden hatte, aber auch hier konnte man eine hohe Dynamik spüren.

Normalerweise bin ich etwas müde von solchen Ermittler-ermittelt-Geschichten, aber Instabooks und Booktube lassen ja keine Luft an diesem Highlight und ich war neugierig. Leider konnte es mich nicht vom Hocker hauen. Ich muss sagen, am Ende war mir das stellenweise zu viel und immer ging es weiter und weiter. Das war für mich schon dezent übertrieben und hätte ich tatsächlich nicht gebraucht. Den letzten Plotttwist habe ich schon geahnt und dachte mir, das hier nicht nur Einer einen dezenten Treffer hatte. Sogar der Epilog setzt noch einen drauf und ich dachte oft: "Jetzt ist aber mal Gut!"

Zusammenfassend fand ich es schon sehr spannend, intelligent konstruiert und aufgebaut, aber für mich etwas zu viel des Guten!

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