Interessante, aber düstere Geschichte(n) langatmig erzählt
Die Herren der Grünen InselIch habe bereits einige der von der Autorin als Julia Kröhn veröffentlichten Romane gelesen, die mir alle gut bis sehr gut gefallen haben. Von diesem Buch war ich allerdings eher enttäuscht.
Dabei wäre ...
Ich habe bereits einige der von der Autorin als Julia Kröhn veröffentlichten Romane gelesen, die mir alle gut bis sehr gut gefallen haben. Von diesem Buch war ich allerdings eher enttäuscht.
Dabei wäre die Grundidee ganz vielversprechend: Das Irland des ausgehenden 12. Jahrhunderts wird von zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Mächtigen überschattet. Eine Reihe von Personen versucht, unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensweg zu meistern: Caitlin sieht sich gezwungen, den als grausamen Krieger verschrienen Ascall zu heiraten. Doch mit der Zeit entdeckt sie an ihm wie auch an seinem Bruder Ailillan manch unerwartete Seiten. Der gerissene Händler Pol weiß inzwischen seinen Nutzen aus den ständigen Kriegen zu ziehen, und ist geschickt darin, die Parteien zu manipulieren. Seine Tochter Roisin sowie seine eigenen Gefühle ihr gegenüber kann er dagegen nicht so leicht kontrollieren. Währenddessen träumt Aoife davon, Königin zu werden, und ist dafür zu vielen Opfern bereit.
Diese Geschichten werden aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, was für einige Abwechslung sorgt. Die Handlungsstränge überschneiden einander gelegentlich, laufen oft aber auch nebeneinander her. Ihr Zusammenspiel ist an sich gut und durchdacht konstruiert. Die Schilderungen sind jedoch sehr langatmig, man hätte denselben Inhalt auch auf der Hälfte der Seiten unterbringen können.
Weiters ist die Atmosphäre dieses Buches großteils bedrückend, das Geschehen wird von Kriegen und Gewalttaten bestimmt. Dennoch konnte ich kein richtiges Mitgefühl für die Protagonisten aufbringen. Obwohl ihr Innenleben ausführlich beschrieben wird, bleiben sie doch abstrakt und haben oft von Kapitel zu Kapitel immer wieder dieselben Gedankengänge. Ihre Vergangenheit sowie die Faktoren, die ihre Persönlichkeit prägten, werden relativ genau ausgeleuchtet, trotzdem konnte ich viele ihrer Aktionen nicht wirklich nachvollziehen.
Manche Handlungsstränge weisen ein paar überraschende Wendungen auf, vieles ist aber auch vorhersehbar.
Das Ende lässt einige Fragen offen, die dann vermutlich im nächsten Teil der „Irland-Saga“ beantwortet werden.
Fazit: Der Roman enthält interessante Informationen zur irischen Geschichte. In punkto Lesevergnügen ist er allerdings weniger empfehlenswert.