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Veröffentlicht am 11.09.2024

Schön, dass diese Bücher wieder aufgelegt und in einem Sammelband zusammengeführt wurden

Tripods. Die dreibeinigen Herrscher
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"Die dreibeinigen Monster" ist ein Sammelband, der die drei Romane "Dreibeinige Monster auf Erdkurs / The White Mountains", "Das Geheimnis der dreibeinigen Monster / The City of Gold and Lead" und "Der ...

"Die dreibeinigen Monster" ist ein Sammelband, der die drei Romane "Dreibeinige Monster auf Erdkurs / The White Mountains", "Das Geheimnis der dreibeinigen Monster / The City of Gold and Lead" und "Der Untergang der dreibeinigen Monster / The Pool of Fire" und auch das Prequel "Die Ankunft der dreibeinigen Monster / When the Tripods came" in sich vereint.
Das Prequel zur Trilogie von den dreibeinigen Herrschern erzählt, wie sie die Erde übernahmen. Zwei Jungs auf einem Orientierungslauf übernachten in einer Scheune, als sie von Lärm geweckt werden. Vor dem Farmhaus steht ein dreibeiniges Ungetüm, groß 'wie King Kong', das Laurie und Andy zunächst für ein Filmrequisit eines Science Fiction-Films halten. Dann nimmt das Ding das Haus auseinander, 'verschluckt' den Bauern und tötet den Hund und vermutlich auch die Bäuerin. Es ist also von Anfang an klar, wie gefährlich die Tripods sind und glücklicherweise können sie zunächst besiegt werden. Doch dann beschreiten die Dreibeiner einen anderen Weg, um die Kontrolle zu übernehmen. Ich fand das Prequel recht gruselig. Die Gefahr liegt verborgen und wird unterschätzt. Dann baut sich die Dominanz der Tripods aber rasch auf und das Gewohnte und selbst die Familie werden zum Risiko. Es ist beeindruckend, wie schnell und glaubwürdig John Christopher die Sicherheit des vertrauten Alltags zerstört. Dabei malt er ein Bild davon, wie es wohl im Faschismus war, als jeder jeden beäugte, verdächtigte und man jederzeit damit rechnen mußte, in die Gewalt der Herrschenden zu geraten. Spannend wird die Flucht von Laurie und seiner Familie beschrieben, die immer noch eine Etappe weitergehen muss, denn die Gefahr breitet sich rasant aus und lauert nur darauf, dass man am nächsten, vermeintlich sicheren Ziel ankommt. Es passiert wirklich viel. Die Handlung hat viel Tempo und die Geschichte ergänzt die Trilogie der Tripods sehr gut. Obwohl sie aus der Sicht eines Jungen geschrieben wurde, wie die Trilogie auch, konnte ich als Erwachsene sehr gut mitgehen. Denn es werden Themen behandelt, die bedeutend und damit interessant auch höhere Altersgruppen sind.
Die Trilogie spielt einige Zeit, mindestens Jahrzehnte, später. Zu Beginn der Story ist Will Parker 13 Jahre alt und lebt in einem bäuerlichen, mittelalterlich anmutenden Dorf. Er verbringt viel Zeit mit seinem etwas älteren Cousin, bis dieser geweiht wird, danach schlagartig ein anderer ist und sich nicht mehr für Will interessiert. Zwar erhält man durch die Weihe die Privilegien eines Erwachsenen. Aber Will fragt sich, ob er sich wirklich verändern und das Risiko eingehen möchte, durch die Weihe den Verstand zu verlieren. Da trifft er auf Ozymandias, dem augenscheinlich eben dies passiert ist. Von ihm erfährt Will, dass Ozymandias ein freier Mensch ist, der Geisteskrankheit vortäuscht, um junge, ungeweihte Menschen wie Will für den Widerstand zu rekrutieren. Also bricht Will auf in die weissen Berge, in die die Tripoden angeblich nicht vordringen konnten. Von den Tripoden wissen die Menschen weder, was genau sie sind, noch wie sie zu den Menschen gekommen sind. Sie erscheinen einmal im Jahr zum Fest der Weihe, bei der sie Jugendliche in einem bestimmten Alter hochheben und in sich aufnehmen. Nach einigen Stunden werden die Jugendlichen zurückgebracht und tragen auf ihrem geschorenen Kopf eine metallene Kappe, die fest mit dem Fleisch verbunden ist und das Denken verändert. Während seiner Reise findet Will heraus, dass die Tripoden nicht nur solche furchterregende Dinge wie die Weihe tun. Er lernt auch, dass sie Menschen jagen und töten.
Weil es drei Teile gibt, ist klar, dass Will die weissen Berge erreicht. Tatsächlich findet er dort, wie es ihm Ozymandias versprochen hatte, eine Gruppe freier Menschen vor. Diese versuchen, die Tripoden zu erforschen und alte, verloren gegangene Wissenschaften zu beleben. Ihr Ziel ist es, die Menschheit von der Herrschaft der Dreibeiner zu befreien. Will und andere junge Männer werden dafür in eine Stadt der Dreibeinigen Herrscher eingeschleust. Der zweite Teil der Trilogie erzählt von den Anstrengungen, die dafür nötig sind, und wie Will in der Stadt als Sklave der Dreibeiner lebt. Im dritten Teil gelingt es, den Widertstand international zu bündeln. Man hat erfahren, dass die Tripoden nur die Vorhut waren und ein umfassendes Terraforming organisiert wird, um die Welt an die Bedürfnisse der Dreibeiner anzupassen. Das würde alles andere Leben abtöten. Der Widerstand will deshalb die drei Städte der Tripoden, die auf verschiedenen Kontinenten stehen, gleichzeitig zerstören. Übrigens wurden die beiden ersten Teile in den 80er Jahren von der BBC als Serie verfilmt. John Christopher hat eine einfache, beschreibende Sprache. Möglicherweise weil sich die Bücher eher an Kinder und Jugendliche richtet. Ich habe den ersten Teil der Trilogie zu Schulzeiten gelesen und finde die Geschichte als Erwachsene trotzdem noch spannend. Das mag daran liegen, dass Will nicht wirklich kindlich wirkt. Er ist zwar unvernünftig, aufbrausend und stolz. Aber seine Aufgaben sind kein Kinderkram und die Begegnungen mit den Dreibeinern sind gruselig. Ich mag den Stil von John Christopher. Denn einfache Sprache muss nicht langweilig sein. Die Geschichte hat, obwohl sie umfangreich ist, keine Längen. Auch wenn Will sich eine zeitlang in Sicherheit befindet, gibt es viele Dinge zu erfahren und kennenzulernen. Außerdem enthält die Story jede Menge Bedrohungen und Missgeschicke, die sie spannend halten. Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Ende der Serie - berührend und trotz des schweren Themas sehr unterhaltsam

Die Tagebücher des Adrian Mole: Die schweren Jahre nach 39
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Inhalt:
Das Buch beginnt im Juni 2007 und damit ca. 3 Jahre nach dem letzten Band der Adrian Mole-Reihe. Damals hatte Adrian nach großem Drama sein Happy End gefunden und war Vater einer kleinen Tochter ...

Inhalt:
Das Buch beginnt im Juni 2007 und damit ca. 3 Jahre nach dem letzten Band der Adrian Mole-Reihe. Damals hatte Adrian nach großem Drama sein Happy End gefunden und war Vater einer kleinen Tochter geworden. Heute jedoch ist er nicht mehr so froh darüber, dass ihn seine Eltern in ihrem abgelegenen, umgebauten Schweinestall aufgenommen hatten. Sein ältester Sohn kämpft in Afghanistan. In Adrians Ehe kriselt es. Der Buchladen, in dem er arbeitet, steht auf der Kippe. Und er muß sehr oft pinkeln.
Meine Bewertung:
Mir hat dieser Band ausgesprochen gut gefallen, auch wenn die Stimmung eine andere ist als in den vorausgehenden Teilen. Deswegen würde ich diesen Band auch nicht bei "Humor" einordnen. Es gibt sie zwar immer noch: die absurden Miseren, das skurrile Pech, die Hiobsbotschaften, welche die Familie Mole magnetisch anzuziehen scheint. Während Adrian bisher jedoch seine Sorgen ignoriert und es dadurch dem Leser erlaubt hat, über diese Vorfälle und Nöte zu lachen, passieren sie nun vor ernstem Hintergrund. Bald ist klar, dass Adrian Prostata-Krebs hat und ihn nicht einfach abschütteln wird. Auf mich wirkt Sue Townsend Beschreibung der Situation sehr authentisch und einfühlend. Adrian reagiert sehr menschlich und nachvollziehbar. Die Themen Trauer, Angst, Verfall und Abschied werden an verschiedenen Stellen der Handlung deutlich, jedoch hat es Sue Townsend geschafft, die Stimmung immer im Bereich des Erträglichen zu halten. Ich habe mich nie unwohl mit der Story gefühlt, sondern die Geschicke von Adrian, seiner Familie und den Freunden gern verfolgt. Sue Townsend hatte so eine Art, oftmals die prägende Emotion einer Szene geschickt kurz aufzubrechen z. B. durch den Trunkenbold Bernard, der in einer gefühlvollen Szene einen kernigen Satz fallen lässt. Die Handlung ist abwechslungsreich, lebhaft und flink. Es ist außerdem schön, dass viele "alte" Figuren aufgetauchen und man erfährt, wie es mit Adrians Schulfreunden oder Ex-Freundinnen weiterging im Leben (leider nichts von seinem Sohn William). Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es wendet sich nicht nur für Adrian zum Guten und man kann sich zum Schluß über einige sehr gute Ereignisse mitfreuen. Trotzdem ist das Ende offen und auch das habe ich gemocht. Denn wer die Reihe verfolgt hat, der würde sich bei einem Happy End mit einer neuen Liebe nur denken, dass Adrian das ein drittes Mal in den Sand setzt. Von mir bekommt dieser Band 5 Sterne und ich bedauere sehr, dass ich Adrians Leben nicht weiter begleiten kann.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Ich hab ihn lieb, den Adrian

Die verschollenen Tagebücher des Adrian Mole
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Inhalt:
Nachdem Adrians Haus im letzten Teil (Cappuccino Years) abgebrannt ist (wie gewonnen, so zerronnen), lebt er zunächst mit seinen beiden Söhnen Glenn (13) und William (7) gemeinsam in einem Raum ...

Inhalt:
Nachdem Adrians Haus im letzten Teil (Cappuccino Years) abgebrannt ist (wie gewonnen, so zerronnen), lebt er zunächst mit seinen beiden Söhnen Glenn (13) und William (7) gemeinsam in einem Raum im Haus der Mutter Pauline. Diese ist immer noch mit Ivan Braithwaite verheiratet, so dass Adrian und seine Angebetete, Pandora jetzt Stiefgeschwister sind. Und zwar zu 100%, denn auch Adrians Vater George und Pandoras Mutter Tania sind miteinander verheiratet. Allerdings haben beide Familien keine Lust auf Adrian und die Enkel. Also muss er in eine Sozialwohnung einziehen, gelegen in einem sozialen Brennpunkt. Man schlägt sich so durch in der Nachbarschaft, mit den Kindern, im Job und in der Liebe. Und Adrian schreibt alles nieder, was ihn bewegt, und behält dabei auch Politikgeschehen und Kultur im Auge.
Meine Bewertung:
Ich mag auch diesen Band der Adrian Mole-Serie ausgesprochen gern. Einziges Manko sind die vielen Bezüge zu britischen Promis und Ereignissen. Das war diesmal etwas viel und mir entgeht dort so mancher Witz. Aber an diesem Buch ist trotzdem noch genug, über das man lachen kann. Die Figuren sind so schrill und dramatisch und Sue Townsend gab ihnen ein Leben, das die Handlung des Buches unterhaltsam chaotisch macht. Allen voran Adrian, der sich schnell verliebt und aus unglücklichen Beziehungen schwer lösen kann. Andererseits kann Adrian einem (wenn man ihn quasi von kleinauf kennt) leidtun mit seiner anhaltenden Suche nach Bindung. Auch die beiden Kinder sind neben Wutanfällen und pubertären Dummheiten rührend dargestellt mit ihren Sorgen und Nöten und ihrer Zuneigung zu Adrian. Zudem übt Sue Townsend eine geschickt in die Handlung verflochtene und humorvoll verpackte Sozialkritik. "A satire of our times ... very funny indeed" hat die Sunday Times dazu geschrieben. Von mir erhält dieses Buch 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Rosaurus kam etwas zu kurz in dieser Geschichte

Leben & Schicksale des Katers Rosaurus
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Inhalt:
Die kleine Prinzessin ist 6 Jahre alt, als sie im Kamin ein Kätzchen findet. Wie das Kätzchen Rosaurus in den Kamin kam, wie es seinen Namen erhält, und sonstige Abenteuer erzählt dieser Text aus ...

Inhalt:
Die kleine Prinzessin ist 6 Jahre alt, als sie im Kamin ein Kätzchen findet. Wie das Kätzchen Rosaurus in den Kamin kam, wie es seinen Namen erhält, und sonstige Abenteuer erzählt dieser Text aus dem 19. Jahrhundert in 13 Kapiteln oder auf ca. 68 Seiten. Dabei erfährt die Leserschaft zunächst, wie man damals als Prinzessin lebte, bevor es um Rosaurus geht. Dann wird seine Herkunft berichtet, was die Abstammung, aber auch die Landung im Kamin betrifft. Rosaurus kommt danach viel herum und dies gestattet dem Leser Einblicke in das damalige Leben: Wie das Leben zu dieser Zeit so war für Reich und Arm; wie man mit Tieren und Menschen umging; wie man Dinge bewertet hat. Wie der Titel verrät, wird fast die gesamte Lebensspanne des Katers vom Text umfasst. Zum Schluß ist Rosaurus alt und genießt seinen Lebensabend.
Meine Bewertung:
Insgesamt habe ich diese Geschichte nicht gemocht. Einerseits gefiel mir die damalige Haltung nicht, die mit Bestrafung und Schmerz erzieht. Rosaurus wird geschlagen, um ihm etwas abzugewöhnen. Einem Jungen wird, weil er etwas stehlen wollte, der Arm gebrochen. Ein dreijähriges Kind wird vom Löwen gefressen und es ist irgendwie selbst schuld daran, weil es der Schwester ausgerissen ist und auch sonst ungehorsam war. Man wirft Katzen, nur weil sie auf dem Dach sind, etwas hinterher und verletzt sie schwer. Arme Leute würden nicht aus Not stehlen, sondern weil es ihnen Freude mache. Das war mir alles zuwider. Dafür kann die Autorin nichts. Das war eben damals so. Aber für die Erzählweise kann sie etwas. Diese hat mir nicht gefallen. Die Einleitung war etwas lang. Laut Titel soll es doch um Rosaurus gehen. Fast das erste Kapitel handelt jedoch von der Prinzessin, ihren Puppen und Freundinnen. Die Charaktere bleiben dabei arg flach und erregten wenig Interesse bei mir. Im Verlauf werden viele Szenen beschrieben, die gefährlich sind. Ich fand sie aber weniger spannend und mehr aversiv, weil es darin eben oft um Misshandlung geht. Gestört haben mich zudem etliche Einschübe, die recht unverbunden daherkamen. Als es um den Zirkus geht, darf der Menageriebesitzer von seinen Tieren erzählen. Das ergibt dann mehrere Passagen wie "Der Tiger" oder "Der Leopard", in der diese Tiere und ihre Lebensweise beschrieben werden. In damaligen Zeiten, ohne die heutigen Kenntnisse, mögen solche Ausflüge interessant gewesens ein. Allerdings fügen sich diese Einschübe kaum ein, wirken auf mich wie Fremdkörper und zudem etwas langatmig. Bewertungen wie, der Tiger habe nicht die Würde des Löwen, sind mir unverständlich und ich empfinde sie als Anmaßung. Ganz genauso ging es mir mit den Geschichten, die der Polizeipräsident dem jungen Dieb erzählt, dem er den Arm gebrochen hat. Auch diese sind fast gar nicht in den Text eingebunden. Teils fehlt jedliche Überleitung. Insgesamt kommt Rosaurus, der laut Titel die Hauptrolle haben sollte, etwas kurz davon. Zum Schluß darf er ein paar Worte sprechen, was mich, nicht im positiven Sinne, verblüfft hat. Nichts hat darauf zugeführt, denn er war eher ein Accessoire im vorausgehenden Text, auch wenn er gerade einmal das Geschehen dominierte. Positiv ist vielleicht, dass man über diese Erzählung viel diskutieren könnte und sich überlegen, wie sich die Einstellung der Menschen im Lauf der Zeit geändert hat. Ich gebe diesem Text zusammengefasst 2 Sterne. Der Text ist online im Projekt Gutenberg erhältlich.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Es fehlte mir der rote Faden und die Sprache war mir zu anstrengend

Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns
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​​Inhalt:​ Die Geschichte beginnt, als Gritta 7 Jahre alt ist. Sie lebt mit ihrem gräflichen Vater, der Maschinen erfindet, und einem alten Diener auf einer heruntergekommenen Burg. Das Geld ist knapp; ...

​​Inhalt:​ Die Geschichte beginnt, als Gritta 7 Jahre alt ist. Sie lebt mit ihrem gräflichen Vater, der Maschinen erfindet, und einem alten Diener auf einer heruntergekommenen Burg. Das Geld ist knapp; der Graf cholerisch und in seine Arbeit vertieft. Da begibt es sich, dass er ins Dorf gehen muss. Auf dem Weg trifft er ein edles Fräulein mit ihrem Gefolge. Sie verlieben sich und Gritta wird ins Kloster abgeschoben. Daraus ergeben sich zahlreiche Erlebnisse und Abenteuer für Gritta. Illustriert haben das Märchen Gisela von Arnim und Herman Grimm.
​Meine Bewertung: Die Autorinnen hatten durchaus viel Fantasie, beginnend bei Wortneuschöpfungen und erfundenen Namen hin zur Handlung mit vielen Ereignissen und Höhepunkten. Allerdings ist kein wirklich roter Faden in der Geschichte. Sie wird chronologisch erzählt, aber viele Dinge, die breit dargestellt werden, haben letztlich wenig bis keine Bedeutung im weiteren Verlauf.

Diese Passagen boten mir keine besondere Unterhaltung und ich fand sie nicht lesenswert. Zugegeben, habe ich das Buch nach etwa der Hälfte abgebrochen und nur noch überflogen. Sprachlich fand ich den Roman anstrengend. Wohl der Zeit entsprechend, finden sich ungewohnte Satzstellungen, Auslassungen und veränderte Wortbedeutungen, so dass ich öfter zweimal lesen musste, um zu verstehen. Ich fand zwar, dass die Autorinnen ein Talent für Ironie hatten. Allerdings wurde es nur selten eingesetzt. Zudem war der Text für meinen Geschmack mit Details überfrachtet. Mir hat außerdem nicht gefallen, dass Gritta nur langsam an Bedeutung gewann. Sie ist doch laut Titel die Hauptperson der Geschichte. Dann wird aber breit davon erzählt, wie sich der Graf in die Jungfer Nesselkrautia verliebt. Erst als Gritta ins Kloster gebracht wird, steht sie im Zentrum des Geschehens. Der Graf ist sowieso ein Unsympath. Ich konnte ihn von Anfang an nicht leiden.

Nesselkrautia ist ebenso unsympathisch mit den vielen Ohrfeigen, die sie an die Pagen verteilt. Als sie Gritta ins Kloster schickt, ist das keine große Überraschung. Im Kloster geht es dann weiter mit den bösen Menschen, was für mich auch anstrengend war. Ich fand die bösen Figuren an dieser Stelle recht klischeehaft. Am Ende allerdings löst sich das etwas auf. Die Illustrationen fand ich schwierig zu erfassen. Das mag am Format gelegen haben. Ich kann mir vorstellen, dass sie auf einer ganzen Buchseite abgedruckt deutlicher sind. Allerdings fiel mir auf, dass das Zentrale eines Bildes oft von sehr viel Rand umgeben war und damit in seiner Bedeutsamkeit geschmälert wurde. Andererseits hatte man sich mit ihnen viel Mühe gegeben, indem man ihnen Perspektive und zahlreiche Details verliehen hat. Weil ich das Märchen sehr wenig mochte, vergebe ich insgesamt 2 Sterne an den Roman.

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