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Veröffentlicht am 09.12.2019

Der Titel ist hier Programm

Das tödliche Wort
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Jahrhundertelange Feindschaften sollen in einem Friedensvertrag begraben werden, welchen Drachen, Elfen und Menschen schließen wollen. Alles unter der Federführung der Bibliothekare in einem unbekannten ...

Jahrhundertelange Feindschaften sollen in einem Friedensvertrag begraben werden, welchen Drachen, Elfen und Menschen schließen wollen. Alles unter der Federführung der Bibliothekare in einem unbekannten Paris. Kurz vor der Unterzeichnung, wird dieses Vorhaben jäh durch einen Mord an dem Drachenvertreter zerrüttet und eine gütliche Einigung, gerade zwischen Elfen und Drachen scheint wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Nun müssen unsere Freunde, welche uns aus den vorherigen Bänden der Reihe bekannt sind, allen voran die Bibliothekarin Irene Winters, für die Aufklärung des Mordes und die Abkühlung beider Gemüter sorgen. Zur Hilfe kommen Irene dabei ihre Freunde Silver, als Vertreter der Elfen, Kai als Vertreter der Drachen und Vale als Vertreter der Menschen sowie das fremde Paris. Doch gelingt es ihnen den Mord in dem fremden Paris aufzuklären und die Einigung der Parteien doch wieder hervorzubringen, ohne ihre gesellschaftlichen Pflichten zu vernachlässigen oder gar zu verletzen? Und wer hilft ihnen noch dabei?

Der fünfte Band der Bibliothekare-Reihe lässt durch sein Cover und seinen Klappentext wieder viel Hoffnung auf ein spannendes Abenteuer der bereits bekannten Protagonisten rund um die Bibliothekarin Irene Winters aufglimmen. Auch die einleitenden Kapitel haben mich sehr gut in die Geschichte hineingetragen. Das Zusammentreffen von Vale, Irene und Kai und der Bericht der weiteren Bibliothekarin von dem Mord an dem Drachenvertreter ließen den Spannungsbogen für mich ansteigen. Die typischen humorvollen Sticheleien zwischen den einzelnen Charakteren und das Hervorheben des politischen Problems, welches der Mord an dem Drachenvertreter mit sich bringt, haben eine gewisse Neugierde in mir geweckt, welche gestillt werden wollte. Wer hat den Drachen umgebracht? Waren es die Elfen, die ihren Streit mit den Drachen immer noch nicht beilegen könne? Oder waren es die Bibliothekare auf der Suche nach einem seltenen Buch? Oder waren es gar die Drachen selbst, um den Friedensvertag sabotieren zu können? Ist Vale in der Lage mit Hilfe der anderen, den Mord aufzuklären? All diese Fragen blieben jedoch im 2. Teil des Buches unbeantwortet und wurden unnötigerweise immer weiter in den Hintergrund geschoben. Aufgrund umschweifender Beschreibungen von politischen Problemen, Handlungsorten und Personenbefragungen fiel die anfangs so gut aufgebaute Spannung rapide ab. Und das Interesse konnte bei mir auch nicht durch die typischen Witzeleien zwischen den Charakteren, welche schon aus den vorherigen Bänden bekannt sind, oder durch die angedeutete Liebesgeschichte, welche ab und zu mal mit eingearbeitet wurde, zurückgeholt werden. Der beschreibende Teil wurde zäh und langatmig. Allerdings wieder von einem furiosen Finale abgelöst, welches jedoch aufgrund der vorher so langatmigen Beschreibungen eher nur noch als Gehetze von mir empfunden wurde und nicht als erneutes Spannungshoch, wie es wahrscheinlich gedacht war. Die Zuneigung zu den Charakteren bleibt auch in diesem Buch bestehen, wird jedoch durch das Breittreten vieler Gedanken und politischer Probleme in mir gestört.

Alles in allem würde ich diesem Buch 2 von 5 Sternen geben, da der Witz der Charaktere und die Spannung der Szenen durch den Berg an Beschreibungen untergegangen ist. Die grandiose Reise in eine weitere fremde Welt der Bibliothekare wurde durch die trockene Informationsflut grau und langweilig. Der Titelname ist hier quasi Programm, die Vielzahl an Wörtern hat die Spannung der Geschichte ermordet.

  • Cover
  • Geschichte
  • Originalität
  • Fantasie
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2019

Eine gute Mischung

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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I.
Eine Gruppe von ausgewählten Sherlock Holmes Fans, Sherlockianer genannt, trifft sich aus einem wichtigen Anlass. Dass einer von Ihnen dann in die Rolle von Sherlock Holmes schlüpft um einen unerwarteten ...

I.
Eine Gruppe von ausgewählten Sherlock Holmes Fans, Sherlockianer genannt, trifft sich aus einem wichtigen Anlass. Dass einer von Ihnen dann in die Rolle von Sherlock Holmes schlüpft um einen unerwarteten Mord aufzuklären, hätte keiner vermutet. Harold, der es sich zum Ziel gesetzt hat diesen Mord aufzuklären wird von einer unerwarteten Begleitung namens Sarah unterstützt und trifft des Weiteren auf die unterschiedlichsten und merkwürdigsten Leute, die ihm nicht immer gut gesandt sind. Diese Schnitzeljagd nach dem Mörder des Sherlockianer-Mitglieds und damit weiter verbundenen Geheimnissen findet im 21. Jahrhundert statt.

Wohingegen ein paar Jahrhunderte vorher (Anfang des 19. Jahrhunderts) sich Sir Arthur Conan Doyle höchst persönlich ebenfalls auf die Suche nach einem Mörder begibt. Außerdem werden sein Ruhm und Erfolg, welcher er mit Sherlock Holmes erlangt hat, in eine etwas andere Darstellung transportiert. Begleiter und seht guter Freund während dieser schwierigen Zeit von Sir Arthur Conan Doyle ist niemand geringeres als der Graf des Dracula‘, Bram Stoker.

II.
Das Buch hat mir richtig gut gefallen.
Es gab nie ein Kapitel oder einen Abschnitt in der Geschichte, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es mir zu langweilig wird.

Mit den Figuren bin ich zwar nie richtig warm geworden, aber das hat dem Spannungsbogen der Geschichte keinen Abbruch getan.
Harold ist mir irgendwie unsympathisch, weil er so der typische Junggeselle ist, der bemitleidet werden will, weil sein Leben ohne diese Aufklärung des Mordes so langweilig ist und er ja ach so einsam ist. Von der Beschreibung her hatte ich aber eher so das Bild von einem Mann mittleren Alters im Kopf. Der sich jetzt aber wie ein kleiner Junge benimmt, den man nicht im Sandkasten mitspielen lässt. Durch den Schreibstil von Graham Moore saß ich aber bei jedem Kapitel mit Harold vor dem Buch und wollte unbedingt wissen, wie sein Handlungsstrang weitergeht. Das hat für mich eine Art von Magie. Man empfindet keine Sympathie mit einem Charakter aber möchte seinen Handlungsstrang trotzdem unbedingt weiterverfolgen. Woran es lag? Findet es selbst heraus.

Mehr Freude habe ich bei dem Handlungsstrang von Arthur Conan Doyle empfunden, was aber auch nicht unbedingt dem Erfinder und quasi Urvater des Sherlock Holmes zu verdienen ist, sondern eher seinem Begleiter und Freund Bram Stoker. Ich finde er ist so der Ruhepol in der Geschichte, der die Situationen, in den Arthur schwarzsieht bzw. zu Übertreibungen neigt, neutralisiert und durch produktive Ideen vorantreibt. Interessant fand ich die Beschreibung, welchen Balast die Figur „Sherlock Holmes“ angeblich für Conan Doyle darstellte und ihn sogar soweit brachte, dass er Holmes in einem Roman tötete.

Ich konnte die Geschichte um Sir Arthur Conan Doyle sogar sehr Ernst nehmen und als fast real ansehen, dadurch das über ihn und seine Freunde viele „tatsächliche“ Informationen, wie sie jedem aus der „realen“ Geschichte bekannt sind, aufgegriffen wurden und von Moore in die Fiktion verwoben wurden.
Ich habe die Reihe „Sherlock Holmes“ gesehen, wo es 4 Staffeln von gibt, deren Folgen jeweils in Spielfilmlänge sind. Viele Informationen aus dieser Serie konnte ich mit dem Buch vergleichen und habe mich deswegen immer sehr nah dabei gefühlt.

Ich glaube das ist der Hauptgrund, warum ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Ich wollte immer mehr Punkte in dem Buch finden, die ich mit den „realen“ Informationen und dem realen Wissen über Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle und Bram Stoker vergleichen konnte. Am witzigsten finde ich den Aspekt, dass Conan Doyle Sherlock getötet hat, weil er ihm zu populär geworden ist und parallel dazu in dem Buch über eine Gruppe von intensiven Fans des Sherlock Holmes über 100 Jahre später berichtet wird, für die sogar extra Treffen arrangiert werden. Außerdem ist es auch hier wieder sehr gut mit der realen Welt zu vergleichen.

Die Welt wird weiterhin beherrscht von Büchern, Serien und Filmen über Sherlock Holmes - den Meisterdetektiv!


  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 21.09.2018

4 Völker – 1 gemeinsamer Kampf

The Lost Prophecy - Vom Sturm erweckt
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Nach der Zeit der Kriege in Andurion leben die 4 Völker, Wasser, Erde, Feuer und Luft in völliger Abgeschiedenheit voneinander. Im Laufe der Zeit ist es soweit gekommen, dass die junge Bevölkerung teilweise ...

Nach der Zeit der Kriege in Andurion leben die 4 Völker, Wasser, Erde, Feuer und Luft in völliger Abgeschiedenheit voneinander. Im Laufe der Zeit ist es soweit gekommen, dass die junge Bevölkerung teilweise gar keine Ahnung von der Existenz der anderen Völker hat.

Bis das Luftvolk, aufgrund einer drohenden Epidemie, kurz vor der Zerstörung und Ausrottung steht und die anderen Völker mittels eines Hilferufes zum gemeinsame Kampf aufruft. Also machen sich die auserwählten Botschafter des Wasservolkes, Erdvolkes und Feuervolkes auf den Weg um das Luftvolk bei seinem Kampf zu unterstützen.

Wird der gemeinsame Kampf das Luftvolk retten? Und eventuell eine neue Einigung und einen neuen Zusammenhalt der Völker schaffen? Wird der erste Teil dieser Reihe schon Licht ins Dunkel der Geschichte bringen können?


Das Buch ist in einem sehr flüssigen Schreibstil geschrieben und macht es dem Leser somit einfach der Geschichte von Anfang an gut folgen zu können. Die wenig verschachtelten Sätze und die Kürze des Buches waren ideal für die Durchführung einer Schnellleserunde.

Die Unterteilung der Kapitel auf die einzelnen Personen hat mir die Möglichkeit gegeben eine Beziehung zu jedem einzelnen Charakter aufbauen zu können. Außerdem hat es zur Aufrechthaltung des Spannungsbogens beigetragen. Da man dann unbedingt wissen wollte, die es bei den einzelnen Personen, wie z. b. Lorena weitergeht. Mich hat Lorenas Schicksal auch am meisten gefesselt. Was glaube ich auch allein der Tatsache geschuldet ist, dass sie der erste Charakter war, über den man was in der Geschichte erfahren hat.

Mich hat dieses Buch, schon beim Lesen des Klappentextes, sehr an die Serie Avatar – Herr der Elemente erinnert. Allerdings musste ich dann im Laufe der Story doch feststellen, dass es ganz anders ist. Also die ursprüngliche Idee der Geschichte, vielleicht auch inspiriert durch diese Serie, wurde sehr gut auf ihren eigenen Weg gebracht und hat mir sehr gut gefallen.

Bei manchen Szenen, bei denen es spannend wurde, war ich allerdings sehr traurig, dass sie doch etwas kurz gehalten wurden und damit schneller vorbei waren, als man gehofft hatte. Als Beispiel: Man wartet „lange“ auf das Zusammentreffen aller Botschafter der 4 Elemente und dann wurde das, für meinen Geschmack, sehr unspektakulär geregelt, dass Tero als Erdbotschafter den anderen nachläuft und dann aber auch gleich ohne große Worte in die Gruppe integriert wird, als er ankommt. Das fand ich sehr schade. Kann allerdings auch der Kürze des 1. Bandes zum „Opfer“ gefallen sein.

Was auch der Grund ist, warum man zwar oberflächlich einen Eindruck von den Hauptdarstellern bekommen hat, aber nichts Genaues weiß. Was aber auch nicht ganz so schlimm ist, denn dann ist die Vorfreude auf den 2. Band umso größer.
Das Cover hat mich nicht ganz so überzeugt, weil es doch sehr schlicht gehalten ist, aber in Bezug auf den Inhalt und die Ausgestaltung des 1. Bandes finde ich es doch wieder sehr passend gewählt.

Der Unterhaltungswert des Buches war trotz alledem sehr hoch und entsprach meinen Erwartungen, die ich beim Lesen des Klappentextes hatte.

Fazit: Diese Geschichte ist packend mit ganz viel Potential nach oben. Meine Neugierde ist geweckt und da ich doch mit einigen Figuren gut mitfühlen konnte, bin ich gespannt, wie diese sich in den nächsten Teilen entwickeln und was in Andurion noch so alles passiert. Alle Fans der Avatar-Reihe sollten sich diese Umsetzung der Unterteilung der Welt in die 4 Elemente nicht entgehen lassen.

  • Cover
  • Figuren
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.01.2018

Magische Wesen in einer bekannten Welt voller unbekannter Mysterien

Die maskierte Stadt
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Inhalt: Irene, eine Bibliothekarin, jedoch nicht im klassischen Sinne, und ihr Lehrling Kai erstehen ein anscheinend mystisches und geheimnisumwobenes Buch auf einer Auktion. Kurz darauf wird ihr Lehrling ...

Inhalt: Irene, eine Bibliothekarin, jedoch nicht im klassischen Sinne, und ihr Lehrling Kai erstehen ein anscheinend mystisches und geheimnisumwobenes Buch auf einer Auktion. Kurz darauf wird ihr Lehrling Kai entführt und in eine gefährliche und gleichzeitig bekannte Welt der Masken und mystischen Wesen entführt. Nun ist es an Irene die Probleme der andersartigen Welt zu bekämpfen und ihren Lehrling Kai zu befreien. Dabei hat sie Hilfe, jedoch nicht immer von Freunden mit guten Absichten. Wie wird sich ihre Reise durch die fremde Welt gestalten?

Meinung: Ich habe noch keinen Teil dieser Reihe gelesen. Bin also mehr oder weniger ins kalte Wasser gesprungen um diese andersartige Welt um die Bibliothekarin Irene kennenzulernen. Der erste Eindruck von Irene war bei mir nicht immer positiv. Dadurch, dass die Geschichte anfangs mit wenig Beschreibung der Gefühle und Absichten von Irene ist, ist es schwer einen direkten Draht zu dieser Figur zu finden. Sie schafft es sich jedoch einen sehr positiven und beeindruckenden Stand bei mir zu erarbeiten, aufgrund ihrer Handlungen. Wie sie sich für die Leute einsetzt, die ihr wichtig sind, auch ohne großartige Beschreibung ihrer Gefühlswelt baut das Band zwischen Figur und mir dem Leser auf und lässt es immer stabiler werden.

Hingegeben gibt es andere Figuren, wie z. B. Vale oder Silver, mit denen ich von Anfang an Probleme hatte, deren Position im Buch zu erkennen. Gehören sie zu den vermeintlich Guten oder zu den Bösen? Dieser Eindruck hat sich auch bis zum Ende des Buches durchgesetzt, sodass ich diese Figuren nicht als Lieblingsfiguren mit aus dem Roman "nach Hause" nehmen kann.

Was jedoch überhaupt nicht schlimm ist. Die Fantasy-Welt, wie sie in diesem Buch dargestellt wird, ist eine völlig andere, als die, die man als Fantasy-Genre-Leser kennt. Sodass diese "bizarren" Personen, von denen man nicht die Absicht durchschaut perfekt in diese Welt integriert sind. Wenn man das Wort Drache oder Elf im Fantasy-Genre liest, dann hat man schon sehr konkrete Vorstellungen, wie diese sich verhalten. Die Drachen sind die starken und übermächtigen Wesen und Elfen eher die feinen grazilen und in Frieden lebeden Wesen. Genevieve Cogman hat diese Figuren jedoch geschnappt und sie in ihre eigene Welt gesetzt. Und ihnen individuelle und völlig andere Rollen gegeben, als man es erwarten könnte. Auch die Rolle der Bibliothekarin Irene ist sehr indiviuell und außergewöhnlich gestaltet.

Am Anfang ist es mir trotz des einfachen Schreibstils der Autorin sehr schwer gefallen, mich in dieser Welt zurechtzufinden. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es vielleicht normal sei, weil ich die anderen Teile der Reihe nicht kenne, bin ich trotzdem immer mehr in die Welt eingetaucht, welche Genevieve Cogman erfunden hat und ich kann einfach nur sagen, dass es sich gelohnt hat, den Gewohnheiten des Fantasy-Genre zu trotzen und den Gedanken andersartiger Figuren anzunehmen.

Fazit: Wer Lust auf spannende und außergewöhnliche Fantasy hat ist hier genau richtig. Die Auswahl uns bekannter Fantasy-Figuren und die Auswahl uns bekannter Orte (Venedig, die Stadt der Masken) zutreffen und diese in einer völlig neuen Welt zu vereinen ist der Autorin hier zu 100 % gelungen. Reinlesen, gefesselt sein und mit einem Grinsen aus dem Bann dieses Buches zu entsteigen war mein Leseerlebnis für "Die maskierte Stadt" von Genevieve Cogman.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Fantasie
  • Geschichte