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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Fesselnd und berührend

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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Dieser Fall von Pia Sander und ihren KollegInnen der K11 hat mich diesmal ganz besonders berührt, weil ich mir gar nicht vorstellen mochte was die Eltern der anfangs vermissten und dann rasch nur noch ...

Dieser Fall von Pia Sander und ihren KollegInnen der K11 hat mich diesmal ganz besonders berührt, weil ich mir gar nicht vorstellen mochte was die Eltern der anfangs vermissten und dann rasch nur noch tot aufgefundenen Larissa wohl nun durchmachen müssen. Nele Neuhaus lässt die LeserInnen in diesen Anfängen auch ganz nah dabei sein. Wo ist mein Kind? Warum meldet sie sich nicht? Was ist da wohl passiert? Bis hin zu der schlimmsten Nachricht für Eltern.

Nun gilt es, diesen Fall aufzuklären. Und das erweist sich ohne viele Anhaltspunkte und mit Eltern, die nichts wissen und Freundinnen, die schweigen und potentiellen Zeugen, die spurlos verschwinden als nicht sehr einfach.

Dazwischen gibt es auch schon seit Beginn immer wieder Kapitel, die mit dem aktuellen Fall der K11 gar nichts zu tun haben. Später ist dann aber doch alles miteinander verwoben und es kommt ein Haufen Arbeit auf die Polizeibeamten zu.

Für mich war das diesmal wieder ein ganz klarer 5-Sterne-Fall von Nele Neuhaus. Ihre Art zu Schreiben mag ich sowieso, und auch der Fall hat mich komplett in ihren Bann gezogen. Teile davon scheinen auch sehr authentisch zu sein, wenn man in den letzten Jahren mitbekommen hat, wie oft Kinder und Jugendliche Opfer eines Gewaltverbrechens werden, oder manchmal auch spurlos verschwinden. Das macht einem als Mutter schon ein bisschen Angst.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Geistreicher Beziehungs-Talk

In einem Zug
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Ich habe diesen neuesten Roman von Daniel Glattauer auch tatsächlich "in einem Zug" gelesen, wenn auch nicht in einem Zug durch. Dazu waren es doch zu viele Seiten und ich bin nur in Wien hin und her gegondelt ...

Ich habe diesen neuesten Roman von Daniel Glattauer auch tatsächlich "in einem Zug" gelesen, wenn auch nicht in einem Zug durch. Dazu waren es doch zu viele Seiten und ich bin nur in Wien hin und her gegondelt auf meinem Weg zur Arbeit.

Dadurch, dass die beiden Protagonisten ihre Reise ebenfalls in Wien beginnen, fühlte ich mich ihnen gleich noch etwas mehr verbunden. Umso mehr überraschte mich dann schon bald, wie intensiv und auch privat sich die beiden unterhalten, die sich vor ein paar Minuten noch so fremd waren. Bei einer Fahrt saß ich zum Beispiel ebenfalls in so einem offenen 4er, mir schräg gegenüber ein Herr - und ich würde sicher nie auf die Idee kommen, ihn in ein Gespräch zu entwickeln. Zumal ich bei der Zugfahrt meine Zeit ja mit Lesen verbringen will.

Unsere beiden Reisenden aber praktizieren etwas, das derzeit gerade bei langen Flügen als "raw-dogging" bezeichnet wird. Keine Ablenkung durch Bücher, Musik oder Handyspiele, sondern einfach nur mit seinen Gedanken allein sein und die Zeit vertrödeln bis man angekommen ist. Da fällt es wohl auch leichter, jemanden mal anzusprechen. Und die kleinen Piccolo-Fläschchen aus dem Bordrestaurant leisten wohl auch ihren Beitrag, um die Zunge bei Eduard zu lockern. Hinzu kommt noch die Frage-Technik und Hartnäckigkeit der Paartherapeutin.

Was dann nämlich über die nächsten Stunden folgt, ist Daniel Glattauer wie ich ihn kenne und liebe. Ein Dialog über das Leben und die Liebe, geistreich, schlagfertig, mit Wortwitz und einem Hauch von trockenen Humor. Nur die Flirterei fehlt hier, sonst wäre es durchaus mit Leo und Emmi aus "Gut gegen Nordwind" zu vergleichen. Ab und an schweift der Erzähler auch mal ab und erzählt uns Lesern etwas, was er nicht mit seinem Gegenüber teilt. Dadurch lernen wir Eduard auch ziemlich gut kennen, währenddessen Catrin Meyr deutlich geheimnisvoller bleibt. Trotzdem finde ich es gut, dass Glattauer diese Geschichte nur aus einer Perspektive heraus erzählt. In den letzten Jahren habe ich viel zu oft Bücher gelesen, in denen es verschiedene Erzähler und/oder Perspektiven gab, und nicht immer fand ich das zum Vorteil der Geschichte.

Hier aber stimmte für mich wieder alles! Nur ein bisschen länger hätte es ruhig sein dürfen.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Rom-Com mit ernsten Themen

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Nachdem ich das erste Kapitel gelesen hatte, hatte ich eine genaue Vorstellung auf wen sich der Titel bezieht und worum es im Buch so gehen wird. Meiner Meinung nach um Nina und ihren Ex Phil. Dann entwickelte ...

Nachdem ich das erste Kapitel gelesen hatte, hatte ich eine genaue Vorstellung auf wen sich der Titel bezieht und worum es im Buch so gehen wird. Meiner Meinung nach um Nina und ihren Ex Phil. Dann entwickelte es sich aber sehr schnell in eine ganz andere Richtung, nämlich um die Liebe mit knapp 50, um Liebe auf den fast ersten Blick, um eine komplizierte Liebe, um Liebe mit einem großen Altersunterschied. Diese Thematik gefiel mir auch deutlich besser, und für mein Geschmack hätte es auch gar nicht viel mehr gebraucht.

Doch wer Anika Decker kennt weiß, dass ihre Geschichten gern vielschichtiger sind. Und so bekam auch #metoo Thema eine Hauptrolle, hier im Umfeld einer Fernsehproduktion. Dazu kam dann auch noch die Beziehung von Nina zu ihren Familienmitgliedern, besonders zur Mutter und Schwester Lena.

Lena bekam auch recht schnell schon "eigene" Kapitel. Das wurde mir dann ehrlich gesagt zu viel schon, das hätte ich nicht gebraucht. Mir hätte ein Buch, das nur von Nina erzählt wird und nicht noch von diversen anderen Charakteren, vollkommen gereicht. Vielleicht aber auch weil mir Lena recht unsympathisch war, was sich erst ganz am Schluss änderte. Es kamen dann ja auch noch Kapitel von/über Flori und David hinzu, aber alles in allem hielten sich diese Abschweifungen zum Glück auch in Grenzen. Doch insgesamt waren es für mich doch zu viele Themen und zu viele Blickwinkel.

Denn ich hab am liebsten Nina begleitet, war glücklich mit ihr und David, war erstaunt und vor allem unglaublich wütend wenn sie auf auf ihrer Arbeit krasse Geschichten gehört hab, war gut gelaunt wenn sie mir Zeynep unterwegs war, war mit ihr traurig wenn sie an ihre Kindheit dachte, war mit ihr besorgt wenn es um ihre Mutter ging. Ich wünsche mir für sie, dass sie am Ende des Buches nun wirklich angekommen ist.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Schöne, neue Geschichten (hätten ruhig noch mehr sein können)

Disney Vorlesebuch: Die schönsten Jahreszeiten-Geschichten
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Ich liebe Disney-Filme und auch die Bücher dazu, wir haben unzählige Bilderbücher zu diversen Filmen. Nachdem wir zu Weihnachten gerade erst wieder in Disneyland waren, hab ich mir und meinen Söhnen dann ...

Ich liebe Disney-Filme und auch die Bücher dazu, wir haben unzählige Bilderbücher zu diversen Filmen. Nachdem wir zu Weihnachten gerade erst wieder in Disneyland waren, hab ich mir und meinen Söhnen dann auch dieses neue Vorlesebuch spendiert.
Wir haben bereits ähnliche Bücher mit kleinen Geschichten diverser Disney-Figuren. Diese hier sind gar nicht so klein, also keineswegs 5-Minuten-Geschichten (solche Disney-Geschichtenbücher haben wir auch) sondern um einiges länger. Dafür passen leider nur 9 Geschichten in dieses Buch. Wir hätten uns über mehr Seiten und ein paar mehr Geschichten gefreut.

Zu den Geschichten selbst kann ich nichts schlechtes sagen. Alle sind gewohnt hervorragend illustriert, bieten eine gute Mischung aus alt (Susi & Strolch, Bambi) bis neu (Vaiana) und sind sowohl für Buben als auch Mädels interessant. Vor allem aber scheinen sie neu zu sein, d.h. es sind keine Ausschnitte aus den ursprünglichen (Film-)Büchern sondern neue Geschichten. Zumindest waren sie für uns neu. Ich kann ich mich nicht erinnern, vorher schon mal von einer Ballonfahrt von Belle gelesen zu haben, oder dass bei einem der vielen Cars-Bücher die wir haben schon mal Weihnachten vorkam.
Daher bietet dieses Buch neue Inhalte selbst für Disney-Kenner. Und die Zusammenstellung zum Thema Jahreszeiten ist auch mal was Neues.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Comeback meiner liebsten von-Kürthy-Figuren

Eine halbe Ewigkeit
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Ich habe einige Bücher von Ildiko von Kürthy gelesen, vollends begeistert hatten mich dabei nur ihr Debüt "Mondscheintarif" und ihr bisher letztes Buch "Morgen kann kommen". Und nun gibt es einen Nachfolger ...

Ich habe einige Bücher von Ildiko von Kürthy gelesen, vollends begeistert hatten mich dabei nur ihr Debüt "Mondscheintarif" und ihr bisher letztes Buch "Morgen kann kommen". Und nun gibt es einen Nachfolger zum Mondscheintarif, in dem unsere alte Bekannte Cora Hübsch auf die Truppe aus "Morgen kann kommen" trifft! Herz, was willst du mehr...

Das war ja schon fast ein Selbstläufer für mich, denn ich fand zum einen die Figuren alle sympathisch, interessant, unterhaltsam und herzlich. Ihre Geschichten, allen voran die von Cora (die auch unbestritten im Mittelpunkt steht), haben mich sehr berührt und ich habe mich mehr als einmal in Coras Gedanken wiedergefunden. Auch den Tipp, den ihr Wanda gibt, fand ich sehr nachdenkenswert: nicht immer den verpassten Chancen und dem dadurch nicht gelebten Leben nachtrauern - wer sagt dir denn überhaupt, dass das besser gewesen wäre als das was du nun hast.
Einige Zitate musste ich mir abfotografieren, damit ich sie nicht vergesse, zB (weil es jetzt zu Neujahr so gut passt) "Mach dir keine guten Vorsätze, und wenn, dann welche, die du noch nicht kennst."

Ich bin sehr sehr froh, dass wir eine Fortsetzung zu Coras Geschichte erhalten haben. Ich habe das Buch damals sehr geliebt, auch den Film mit Gruschenka Stevens geschaut (die hab ich danach nie wieder in einem Film gesehen...) und vor ein paar Jahren fiel mir das Buch beim Umsortieren meiner Bücherwand wieder in die Hände und ich las es noch einmal. Sie war die deutsche Antwort auf Bridget Jones, in ihrer frischen Art, einerseits eine gestandene Frau und gleichzeitig dennoch total unsicher was zB ihr Gewicht oder ihr Verhalten gegenüber Männern angeht. Und ich finde, sie hat nichts an ihrer Spritzigkeit und Authentizität verloren.

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