Ich wollte es wirklich lieben, aber…
Daughter of No Worlds (War of Lost Hearts 1)Ich bin mit ziemlich großen Erwartungen an Daughter of No Worlds von Carissa Broadbent herangegangen. Der Klappentext klang so gut und gefühlt wurde das Buch überall als Sensation angepriesen. Spätestens ...
Ich bin mit ziemlich großen Erwartungen an Daughter of No Worlds von Carissa Broadbent herangegangen. Der Klappentext klang so gut und gefühlt wurde das Buch überall als Sensation angepriesen. Spätestens nach der Leseprobe und diesem wirklich starken Prolog war für mich klar, dass ich es lesen muss.
Leider kam dann relativ schnell die Ernüchterung. Gerade am Anfang bin ich überhaupt nicht gut in die Story reingekommen. Einige Handlungsstränge wurden für mein Empfinden viel zu schnell und teilweise auch etwas wirr abgehandelt, während andere sich unnötig in die Länge gezogen haben. Das hat meinen Lesefluss ziemlich gestört und dafür gesorgt, dass ich mich stellenweise gelangweilt habe.
Auch mit der Protagonistin Tisaanah bin ich nicht richtig warm geworden. Sie blieb für mich irgendwie flach und unausgereift. Auch Einerseits wird sie als extrem stark und nahezu „perfekt“ dargestellt, gleichzeitig handelt sie aber naiv und gerade zu Beginn teilweise fast kindlich. Ich konnte zu ihr einfach keine richtige Verbindung aufbauen.
Deutlich besser ging es mir da mit Max. Durch die Perspektivwechsel ab der zweiten Hälfte und die Einblicke in seine Vergangenheit wurde er für mich interessanter und auch sympathischer. Besonders gut fand ich, dass er kein klassischer, übercharismatischer Held ist, sondern eher ruhig und zurückhaltend.
Die Beziehung zwischen den beiden fand ich grundsätzlich angenehm anders. Es ist keine typische Enemies-to-Lovers-Dynamik, sondern entwickelt sich eher aus Gleichgültigkeit über eine Freundschaft hin zu mehr. Es fehlte dadurch aber auch ein bisschen die Spannung und das typische „Knistern“.
Das Worldbuilding und das Magiesystem fand ich an sich spannend, allerdings hätte ich mir an einigen Stellen mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Man bekommt zwar interessante Ansätze, aber nicht immer genug Tiefe, um wirklich komplett einzutauchen.
Ab der zweiten Hälfte wurde das Buch zum Glück besser/spannender (sonst hätte ich wahrscheinlich abgebrochen). Trotzdem hatte ich auch hier immer wieder Momente, in denen Ereignisse etwas unklar oder verwirrend beschrieben waren.
Insgesamt bin ich echt hin- und hergerissen: Ich wollte dieses Buch unbedingt lieben und es ist auch keinesfalls schlecht, aber es hat für mich einfach nicht das Level erreicht, das ich erhofft hatte.
Ich denke aber, dass ich die Reihe weiterlesen werde. Bin doch schon neugierig, wie es weitergeht und hoffe sehr, dass die Fortsetzung stärker ist und das Potenzial der Geschichte besser ausschöpft.