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Katjuschka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2025

Stella tanzt

Sonnenaufgang Nr. 5
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Der 19-jährige Jonas hat mit beidem Probleme: Dem Leben und der Erinnerung.
Sein Germanistikstudium hat er gerade geschmissen, und der Konfrontation mit seiner schmerzhaften Vergangenheit weicht er aus.
Stattdessen ...

Der 19-jährige Jonas hat mit beidem Probleme: Dem Leben und der Erinnerung.
Sein Germanistikstudium hat er gerade geschmissen, und der Konfrontation mit seiner schmerzhaften Vergangenheit weicht er aus.
Stattdessen will er als Ghostwriter anderen helfen, ihre Lebensgeschichten festzuhalten. Seine erste Klientin ist die exzentrische alte Filmdiva Stella, die in ihrer Autobiografie ihr Leben glücklich und erfüllt darstellen will.
So als hätte sie nur richtige Entscheidungen getroffen.
Gemeinsam lernen die beiden, dass man jeden Tag so leben muss, als sei es der letzte.
Damit man ein Leben führt, das unvergesslich ist.

Jonas wollte schon immer schreiben. Nach einem zuerst nicht näher benannten Ereignis wird er, gegen den Willen seines Vaters, Ghostwriter.
Die Biografie der exzentrischen alternde Filmdiva Stella ist sein erster Auftrag.
Stella lebt in ihrer eigenen, längst vergessenen Welt und schnell wird klar - ihre Erinnerungen differieren mehr als einmal mit der Realität, bzw. den Erinnerungen anderer.
Und auch wenn sie tatsächlich ein recht divenhaftes Auftreten hat, mochte ich Stella sehr.
Stellenweise hat sie mich an Norma Desmond aus "Sunset Boulevard" erinnert.
Stella ist nicht allein. Oft in der Nähe sind der ehemalige, an Demenz leidende Hausmeister Paul und sein Hund "Guter Junge"; und der pensionierte Lehrer Gerardo, der nur Sonnenuntergänge malt und diese durchnummeriert.
Jonas trifft an der Bushaltestelle auf Bentje, eine Witwe, die dort täglich auf den Bus wartet, nur um die Ansage zu hören, die ihr verstorbener Mann einmal eingesprochen hatte.
Und auf die aus Thailand stammende Nessa, die sich nicht an ihre Kindheit erinnert.
All diese Personen, und noch ein paar mehr, werden in keinster Weise skurril, sondern ausgesprochen liebenswert und respektvoll dargestellt.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Jonas erzählt und seine wachsende Sympathie zu Stella wird sehr realistisch beschrieben.
Der Roman erzählt auf sehr emotionale Art wie unterschiedlich Erinnerungen sein können und verzichtet dabei komplett auf Kitsch oder Klischees.
Mit der Hilfe von Nessa und seinem Vater schafft Jonas es, sich der Vergangenheit zu stellen und Erinnerungen zuzulassen, auch wenn es zuerst schmerzt.
Beim Anschauen des Videos (kein weiterer Spoiler!) kamen nicht nur Jonas die Tränen. Auch ich musste mir an der Stelle ein Taschentuch holen.
Stella lernt - nicht zuletzt durch Jonas - Vergangenes loszulassen und sich auf Neues einzulassen.
Das bei sowohl Jonas, als auch Stella, halb-offene Ende ist stimmig, positiv und hoffnungsvoll.
Die ruhige Erzählstimme von Oliver Siebeck passt ganz hervorragend.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Hatte ich humorvoller erhofft

Der Tag, an dem Barbara starb
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Margaret ist 89 und eine Institution in dem kleinen nordenglischen Dorf, in dem sie fast ihr gesamtes Leben verbracht hat.
Einzig auf ihr ehemals gutes Gedächtnis ist in letzter Zeit wenig Verlass.
Als ...

Margaret ist 89 und eine Institution in dem kleinen nordenglischen Dorf, in dem sie fast ihr gesamtes Leben verbracht hat.
Einzig auf ihr ehemals gutes Gedächtnis ist in letzter Zeit wenig Verlass.
Als ihre Nachbarin Barbara ermordet wird und die Polizei nicht vorankommt, nimmt die resolute Margaret die Dinge selbst in die Hand.
An ihrer Seite: ihr cleverer Enkel James, 15, der ihrem Gedächtnis immer wieder auf die Sprünge hilft.
Denn Margaret weiß: Barbara hat ihr kurz vor ihrem Tod etwas sehr Wichtiges anvertraut.
Wenn sie sich nur erinnern könnte…

Ein Cosy-Krimi der etwas anderen Art, denn hier kämpft die ältere "Schnüfflerin" nicht wie Miss Marple oder Jessica Fletcher gegen Verbrecher, sondern gegen das Vergessen.
Recht schnell wird beim lesen klar, hinter einer vermeintlichen Tüteligkeit steckt wohl eine fortschreitende Demenz!
Margarets immer wieder auftretende Verwirrtheit wird aus ihrer eigenen Sicht beschrieben, was der Geschichte einen mifühlenden, aber auch leicht traurigen Touch verleiht.
Das ist leider auch die Schwäche innerhalb der Handlung, denn der Fokus liegt zu sehr auf diesem Aspekt und vernachlässigt etwas den kriminalistischen Teil.
Spannend wird es erst ganz zum Ende hin. Parallel zur Auflösung werden auf den letzten Seiten noch ein paar Geheimnisse aus der Vergangenheit aufgedeckt, was mir dann aber etwas zu schnell ging.
Alles in allem eine interessante Idee, bei deren Umsetzung wurden leider einige Möglichkeiten verschenkt.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Teil 2 der Dilogie

Elbnächte. Schatten über St. Pauli
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Hamburg, 1913: Louise hat sich mit ihrer kleinen Bar auf St. Pauli ein Stück Freiheit erkämpft. Doch ihr Glück ist bedroht, als ihr krimineller Ehemann aus dem Gefängnis ausbricht.
Zeitgleich verschwindet ...

Hamburg, 1913: Louise hat sich mit ihrer kleinen Bar auf St. Pauli ein Stück Freiheit erkämpft. Doch ihr Glück ist bedroht, als ihr krimineller Ehemann aus dem Gefängnis ausbricht.
Zeitgleich verschwindet ein junges Mädchen spurlos.
Louises Freundin Ella und der Ex-Polizist Paul nehmen die Suche auf, nicht ahnend, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begeben.
Denn Pauls Bruder, Hamburgs gefürchtetster Verbrecher, zieht im Hintergrund die Fäden.
In den Wirren von Liebe, Loyalität und Verrat müssen Louise, Ella und Paul zusammenhalten - ihr Leben und die Zukunft des Viertels stehen auf dem Spiel. Können sie dem skrupellosen Gegner die Stirn bieten?

Der zweite Teil der Dilogie schließt fast nahtlos an den Vorgänger an und legt gleich ordentlich an Tempo zu.
Auch nachdem Paul schmerzhaft klar geworden ist, dass sich sein vor Jahren verschwundener Bruder Michael hinter dem Verbrecherkönig Hinnerk Macke verbirgt, will er ihn gemeinsam mit Louise, Ella - und Kommissar Elmar Thönnies - zur Strecke bringen.
Zu groß ist der Verdacht, dass Michael/Macke den Brand im Haus von Joshuas Eltern gelegt und so deren Tod zu verantworden hat!
Hat er womöglich auch den Juwelier und Fotografen Mauss ermordet?
Was weiß Michael/Macke über desen Schmuddelfotos?
Die Kinderbande von Macke ist zerschlagen, aber eine einflussreiche Person verhindert polizeiliche Nachforschungen!
Kommissar Elmar Thönnies, der eine Auge auf Louise geworfen hat, ermittelt zeitgleich auch im Fall um deren Ex-Mann Viktor.
Will dieser dafür Rache nehmen, dass Louise ihm den Mord an seinem Partner untergeschoben hatte?
Neben diesen atemberaubenden Entwicklungen geht es auch privat hoch her.
Ella will ihre Vergangenheit als Prostituierte wider Willen hinter sich lassen und endlich lernen und einen Beruf ergreifen können.
Vielleicht an der Seite von Paul?
Kann sich Louise endlich von Viktor befreien und noch dazu mit ihrer Familie versöhnen?
In einem furiosen Finale laufen verschiedene Fäden zusammen und mit Unterstützung von ganz unterschiedlicher, teils unerwarteter Seite, sollen die Verbrecher geschnappt werden.
Die komplette Geschichte wird flott und spannend erzählt, es kommt keinerlei Leerlauf oder unnütze Verwirrung auf. Alle Vorkommnisse der Vergangenheit werden stimmig in die Handlung eingebaut und schlüssig erklärt.
Das Ende hat mir gefallen, lediglich das letzte Kapitel war mir etwas zu holterdipolter und ließ 2-3 Fragen offen.
Schade, dass es keinen dritten Teil geben wird.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Teil 5 der Reihe

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Für den Donnerstagsmordclub war es ein ruhiges Jahr.
Joyce ist mit der Erstellung von Tischplänen beschäftigt und damit, wer wen zum ersten Tanz aufzufordern hat. Elizabeth trauert. Ron hat mit familiären ...

Für den Donnerstagsmordclub war es ein ruhiges Jahr.
Joyce ist mit der Erstellung von Tischplänen beschäftigt und damit, wer wen zum ersten Tanz aufzufordern hat. Elizabeth trauert. Ron hat mit familiären Problemen zu kämpfen, und Ibrahim therapiert noch immer seine Lieblingsverbrecherin.
Doch als Elizabeth einen Hochzeitsgast trifft, der in Schwierigkeiten steckt, sind Entführung und Tod dem Donnerstagsmordclub wieder dicht auf den Fersen.
Ein Bösewicht will Zugang zu einem unknackbaren Code und schreckt vor nichts zurück, um ihn zu bekommen.
Und schon sind die vier Hobbydetektive zurück in ihrem Element: Mörder zu jagen und Rätsel zu lösen und dabei klüger als die Polizei zu sein!

Die vier Freunde aus Coopers Chase sind wieder in der Spur!
Nick Silva, ein Freund von Joyce' neuem Schwiegersohn Paul, sucht zuerst Hilfe bei Elisabeth - und verschwindet danach spurlos.
Kurz darauf kommt seine Partnerin Holly ums Leben!
Das ungewöhnliche Geschaftsmodell der beiden war äußerst lukrativ, aber nicht immer 100% legal.
Eine sehr große Summe der beiden, angelegt in Bitcoins, wird durch zwei Codes gesichert und hinter denen sind jetzt verschiedene Personen her.
Die Jagd ist eröffnet: Nach Codes und Mörder!
Geichzeitig gibt es Ärger in der Familie Richie.
Rons Tochter Susie hat ihren prügelnden Ehemann Danny vor die Tür gesetzt, ist aber zur Sicherheit untergetaucht. Ihr Bruder Jason hat seinen Neffen Kendrick bei Opa Ron im Seniorenheim untergebracht.
Aber Danny will blutige Rache, setzt einen Killer auf Jason und Susie an.
Ausgerechnet Rons Erzfeindin Conni, die eigentlich noch eine Rechnung mit Ron offen hat, bietet ihre Hilfe an.
Scheinen Ibrahims Therapiesitzungen etwas bewirkt zu haben?

Im nunmehr fünften Teil um die "Silverager"-Detektive kommen die Polizisten Chris und Donna nicht ganz so viel vor wie in den Vorgängern.
Dafür hat Joyce' Tochter Joana mehr Anteil, scheint doch ihr frisch angetrauter Ehemann in die Firma der Toten investiert zu haben.
Steckt er womöglich auch in Schwierigkeiten?
Neben den Tagebucheinträgen von Joyce kann man diesmal die amüsanten Gedanken des pfiffigen Kendrick lesen.
Neben einem weiteren spannenden Fall begeistert erneut auch der Schreibstil von Richard Osman seine Fans.
Wunderbar zum miträtseln und zum Finale eine überraschende Auflösung.
Ich hoffe sehr es folgen noch viele weitere Fälle aus Coopers Chase!

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Elvis lebt

Frau Glück und die Winterlichter
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Frankfurt am Main 2008: Gerda Glücks Waschsalon kennt im Frankfurter Nordend jeder.
Er ist ein kleines Idyll inmitten der hektischen Großstadt und vor allem zur Weihnachtszeit ein besonderer Ort, festlich ...

Frankfurt am Main 2008: Gerda Glücks Waschsalon kennt im Frankfurter Nordend jeder.
Er ist ein kleines Idyll inmitten der hektischen Großstadt und vor allem zur Weihnachtszeit ein besonderer Ort, festlich geschmückt und beleuchtet von Hunderten Lichtern.
Doch Gerda Glück ist eigentlich gar nicht glücklich. Denn sie träumt noch immer jeden Tag von der großen Liebe, die sie in einem eiskalten Winter verloren hat - damals, 1963, als sie noch jung war und mit dem Kopf voller Träume...

Nach "Das Winterkarussell" und "Die Schneeflockenmelodie" erweitert Frau Glück mit ihren Winterlichtern die gefühlvollen Geschichten aus Frankfurt zu einem weihnachtlichen Trio.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Mittsechzigerin Gerda, die den noch von ihrer Mutter gegründeten Waschsalon betreibt.
Von den ehemals 10 hochmodernen Waschmaschinen, denen die junge Gerda Namen gegeben hatte, funktioniert nur noch Elvis.
Auch sonst gehen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus: Die maroden Stromleitungen setzen das Haus regelmäßig ins Dunkel - und dann verabschiedet sich auch noch die Heizungsanlage.
Muss sie jetzt tatsächlich das Haus an den dränge(l)nden Makler verkaufen?
Aber wohin soll sie dann gehen?
Was wird mit ihren Stammkunden und Nachbarn aus dem Oeder Weg, die mittlerweile eher Freunde geworden sind?
Allen voran der sympathische Karl, der Gerda seit Jahren liebt, ihr dies aber nicht gestehen will, da Gerda noch immer an ihrer Jugendliebe, den jungen US-amerikanischen Studenten Jason denkt - und noch immer auf seine Rückkehr wartet.
In ganz verschiedenen Situationen erinnert sich Gerda an die kurze Zeit mit Jason und die Autorin verwandelt dies in Einschübe aus der Vergangenheit, in der Gerda irgendwann sogar von einer gemeinsamen Zukunft im Amerika geträumt hat.
Warum ist Jason nie zurückgekehrt, nachdem er Weihnachten 1963 zu seiner Familie gereist ist?
Warum hat er sich nie mehr gemeldet?
Karl beschließt Jason zu suchen, denn Gerda verdient diese Antworten.
Wird es für Gerda und Jason nach 45 Jahren ein Happy-End geben?

Eine sympathische vorweihnachtliche Geschichte mit Protagonist(inne)n Ü60, die mir gut gefallen hat, auch wenn ich die beiden Vorgänger mehr mochte.

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