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Katjuschka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Start einer Reihe

Die weiße Nacht
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Nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Lou und Alfred König ist zu Beginn holprig.
Auch ich habe so meine Zeit gebraucht um in die Geschichte zu kommen, denn zuerst zieht es sich doch etwas.
Die Beschreibungen ...

Nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Lou und Alfred König ist zu Beginn holprig.
Auch ich habe so meine Zeit gebraucht um in die Geschichte zu kommen, denn zuerst zieht es sich doch etwas.
Die Beschreibungen des Alltages im Hungerwinter sind "leider" sehr realistisch und atmospärisch und diese Düsternis hat sich anscheinend auf mich übertragen.
Ich mag die Bücher von Anne Stern normalerweise sehr gern, hier war mir aber stellenweise zu viel Rahmenhandlung und zu wenig Krimi, wodurch ich in der ersten Hälfte öfter nicht so den Drang hatte dranzubleiben.
Auch konnte ich leider nicht wirklich eine Beziehung zu den Protagonist(inn)en aufbauen.
Natürlich geht es in der Geschichte vordergründig um die Mord-Ermittlungen im zerstörten Berlin (wo die Polizei nach Kriegsende einen sehr schlechten Ruf hat) - parallel dazu erfährt man dabei jedoch nach und nach ein klein wenig über Lou und König, die beide eine zuerst nicht näher benannte "Vergangenheit" haben. Vieles bleibt jedoch noch im Dunklen.
In einem zweiten, kleineren Erzählstrang geht es um Justus und Gerti, die versuchen sich mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser zu halten.
Und in kurzen Zwischenkapiteln erfährt man von dem Kriegsgefangenen Gregor, den ich nicht wirklich in die Handlung einsortieren konnte.
Die Hintergründe um die Morde deuten sich ab der Mitte der Handlung vorsichtig an und ab da wird die Geschichte etwas interessanter und zum Ende hin auch spannender.
Am Schluss gibt es ein paar unerwartete Cliffhanger!

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Magnolia in Neuseeland

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Mit Magnolia reist nun die vierte Enkelin von Cornwall aus in ein ihr bis dato unbekanntes Land.
Nach dem Auffinden eines mysteriösen Hinweises will Magnolia aber nicht nur nach ihren eigenen Wurzeln suchen, ...

Mit Magnolia reist nun die vierte Enkelin von Cornwall aus in ein ihr bis dato unbekanntes Land.
Nach dem Auffinden eines mysteriösen Hinweises will Magnolia aber nicht nur nach ihren eigenen Wurzeln suchen, auch hofft sie vielleicht den Grund zu finden, warum ihre Mutter Maia seit Jahren an Depressionen leidet.
Gibt es womöglich eine Art verschüttetes, unbekanntes Trauma?
Wie auch bei den Vorgängern der Blumentöchter-Reihe, sind auch diesmal die Beschreibung von Natur, Kultur und Bewohnern des Landes, in das die jeweilige Protagonistin reist, sehr interessant und lehrreich zu lesen.
Das Thema Ökologie und Umweltschutz wird global immer wichtiger (oder sollte es zumindest), hier war es mir allerdings stellenweise too much - selbst Magnolia sieht irgendwann ein, dass zu belehrendes Auftreten kontraproduktiv sein kann.
Der Verlauf der eingewobenen Liebesgeschichte ist auch diesmal sehr schnell absehbar und erneut ein ganz klein wenig unrealistisch, aber das gehört für die Leser(innen) der Reihe irgendwie dazu.
Der Handlungsteil aus der Vergangenheit um Amiri, einer jungen Maori, verläuft zuerst ziemlich ruhig, wird dann aber zum Ende dramatisch.
Mir hat Magnolias Geschichte gefallen, halte sie aber für die bisher schwächste.
Ich freue mich jetzt auf den Abschluss der Reihe und die damit verbundene literarische Reise nach Namibia.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Zum Hörbuch

Schönes Geld
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Der Start in eine Krimi-Reihe mit ganz neuer Erzählperspektive.
In Echtzeit und aus der Sicht von Neele, noch dazu im Präsens erzählt, ist die Identifikation mit ihr nahezu perfekt.
Man liest oder hört ...

Der Start in eine Krimi-Reihe mit ganz neuer Erzählperspektive.
In Echtzeit und aus der Sicht von Neele, noch dazu im Präsens erzählt, ist die Identifikation mit ihr nahezu perfekt.
Man liest oder hört nicht nur von Neele - man ist Neele!
Die komplette Handlung ist sehr spannend aufgebaut und bis zum Schluss haben das Ermittler-Team und ich um die Verdächtigen gekreist wie ein Bussard am Himmel über seiner Beute - bereit sich darauf zu stürzen!
Die Sprecherin liest großartig und beim plötzlichen Wechsel zum männlichen Sprecher, der natürlich auch aus der Ich-Perspektive erzählt, war ich fast erschrocken. Ist Neele womöglich etwas passiert?
Von der Autorin hatte ich bisher noch nie etwas gehört, aber jetzt werde ich mir direkt die Fortsetzung herunterladen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Diesmal ohne Mord

Advent im Grandhotel
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Nach nunmehr 9 Teilen der Reihe um Ernestine Kirsch und Anton Böck reisen die beiden für einen Winterurlaub zum Semmering.
Dort, wo sie ihren ersten gemeinsamen "Fall" gelöst hatten, hofft Anton auf ein ...

Nach nunmehr 9 Teilen der Reihe um Ernestine Kirsch und Anton Böck reisen die beiden für einen Winterurlaub zum Semmering.
Dort, wo sie ihren ersten gemeinsamen "Fall" gelöst hatten, hofft Anton auf ein paar ruhige Tage im Schnee.
Aber Ruhe und Ernestine passen einfach nicht zusammen und so geraten die beiden zwischen Kunstauktion und Punschgenuß wieder einmal in die Welt des Verbrechens - wenn auch diesmal ohne einen Mord!

Ein netter Cosy-Krimi für zwischendurch, nicht nur für Fans von Ernestine und Anton.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Das Leben ist schon da

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Gwen war bereits eine der Protagonistinnen in "Porträt auf grüner Wandfarbe", dem Debütroman der Autorin. Auch ihre Großmutter Ilsabé kommt (mittels Tonbandaufzeichnungen) nochmals zu Wort.
Vorkenntnisse ...

Gwen war bereits eine der Protagonistinnen in "Porträt auf grüner Wandfarbe", dem Debütroman der Autorin. Auch ihre Großmutter Ilsabé kommt (mittels Tonbandaufzeichnungen) nochmals zu Wort.
Vorkenntnisse daraus braucht man zum lesen oder hören dieses Nachfolgers allerdings nicht.
Gwen reist gemeinsam mit Freundin Laura, Tochter Ruth und Tante Lily nach Paris zur Recherchereise und trifft dort auf verschiedene Personen, die bereits zur Zeit der deutschen Besatzung dort gelebt haben.
Und so liest man abwechselnd in zwei Handlungssträngen von Gwen (1998) und den mutigen Agentinnen, der SOE (1942).
Pat wird während des 2. Weltkrieges eher "zufällig" zu einer Agentin, doch sie will endlich aus dem Schatten ihrer scheinbar übermächtigen Schwester Simone treten, die ja bereits für die SOE in Frankreich ist.
Dieser Aspekt der Eifersucht spiegelt sich in abgeschwächter Form auch im Verhältnis von Lily und ihrer Stiefmutter Ilsabé wieder.
Ilsabé hatte ihre Enkelin Gwen kurz vor ihrem Tod gebeten eine Lilou zu finden.
Tatsächlich kannten und trafen sich, wie nach und nach herauskommt, Ilsabé, Lilou, Pat (die sich in Paris Emma Fleury nennt), Simone und Pats Freundin Helen in Paris, doch die unterschiedlichen Verbindungen entwirren sich für Gwen und die Leser(innen) erst allmählich.
Das Pat und ihre Schwester Simone beide als Agentinnen tätig waren - ohne den Tätigkeitsbereich und den Aufenthaltsort der anderen zu kennen - führt zu Verwicklungen und einem Missverständnis, der noch 70 Jahre später tragisch nachhallt. Wird eine eigentlich unwichtige rote Strickjacke zum Auslöser einer Katastrophe?
Pat will nach so vielen Jahren endlich wissen, was damals genau geschehen ist. Von Schuldgefühlen geplagt willigt sie ein, mit der BBC - Journalistin Gwen zu sprechen.
Wieso kommt ihr deren Nachname eigentlich so bekannt vor? Was weiß - und verschweigt - Helen vor ihr?
Und vor allen: Wer hat Simone und Lilou verraten?

Es kommen recht viele verschiedene Personen im Handlungsstrang der Vergangenheit vor. In der Printversion gibt es ein Personenverzeichnis, Hörbuch-Hörer könnten sich ggf. entsprechende Notizen machen ;)
Mit Pat, die (wie ich finde) in der Gegenwart zuerst recht spröde herüberkommt, bin ich nur langsam warm geworden. Erst ihre Entwicklung zu Emma hat sie für mich greifbar und letztendlich sympathisch gemacht. Im Rückblick wird ihre ganze Verletzlichkeit deutlich.
Journalistin Gwen scheint recht strukturiert und eher kühl, um nicht zu sagen distanziert. Dafür bringen Ruth und Lily Leben und Farbe in den Gegenwartsteil.
Wer "Porträt auf grüner Wandfarbe" mochte, wird auch dieses Buch mögen - auch wenn ich es im Vergleich tendenziell für etwas schwächer halte.
Hervorzuheben ist in der Hörbuchversion erneut die großartige Sprecherin Elisabeth Günther.
Besonders Ilsabé (und ihr österreichisch gesprochenen "Schätzelchen") und Lily (und ihr englisches "Darling") werden von ihr unvergleichlich zum Leben erweckt.

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