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Veröffentlicht am 28.09.2022

Emotionaler Reihenauftakt

We Are Like the Sea
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Die wunderbarsten Sommer ihrer Kindheit, hat Lavender bei ihrem Onkel auf Malcolm Island verbracht. Doch nach einem Unfall, bei dem ihr Cousin Brad starb, hat Lavender die Insel nie wieder betreten. Selbst ...

Die wunderbarsten Sommer ihrer Kindheit, hat Lavender bei ihrem Onkel auf Malcolm Island verbracht. Doch nach einem Unfall, bei dem ihr Cousin Brad starb, hat Lavender die Insel nie wieder betreten. Selbst zur Beerdigung ihres Onkels ist sie nicht zurückgekehrt. Dennoch hat er ihr sein Haus vermacht. Momentan ist Lavenders Leben alles andere als einfach, denn ihr Studium ist gescheitert und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Deshalb kehrt sie auf die Insel zurück und versucht, im Haus ihres Onkels ihre Gedanken zu ordnen und eine neue Perspektive zu finden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn Lavenders Schuldgefühle lassen sich in der vertrauten Umgebung nicht verdrängen und kehren mit aller Macht zurück. Ihre Begegnung mit dem attraktiven Jonne ist ihr einziger Lichtblick. Doch als er erfährt, wer Lavender ist, wendet er sich wütend von ihr ab...

"We are like the Sea" ist der erste Band der Like-Us-Reihe, die sich auf der kanadischen Insel Malcolm Island zuträgt. Der Autorin gelingt es hervorragend, die Handlungsorte auf der Insel so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und sich das Inselleben und die unterschiedlichen Bewohner vorstellen kann. Alles wirkt so lebendig, dass man gerne selbst Teil der Gemeinschaft sein würde. 

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Lavender und Jonne geschildert. Dadurch kann man nicht nur ganz in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern außerdem miterleben, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken. Man spürt sofort, dass etwas zwischen ihnen steht, denn Jonne reagiert äußerst wütend, als er erfährt, wer Lavender ist. Sie deutet selbst an, dass sie sich schuldig fühlt und Jonnes Verhalten verstehen kann. Doch was genau zu Lavenders Schuldgefühlen geführt hat, erfährt man zunächst nicht. Dadurch wird das Interesse an der Geschichte von Jonne und Lavender sofort geweckt. 

Beide Charaktere wirken sehr sympathisch und die Gefühle, die sich zwischen den beiden entwickeln, knistern förmlich zwischen den Zeilen. Die Beschreibungen wirken so authentisch, dass man von Anfang an mit den beiden mitfiebert und dringend mehr erfahren möchte. Diese Lovestory hat mehr zu bieten als ein normaler Liebesroman, denn es werden ernste Themen angeschnitten, die zu Herzen gehen. Dennoch kommt auch der Humor nicht zu kurz, wodurch man bereits früh von der Geschichte gefesselt ist und das Buch deshalb nur ungern aus der Hand legen mag. 

Ein emotionaler Liebesroman, mit sympathischen Charakteren und einem Handlungsort, den man am liebsten nicht mehr verlassen würde. Gut, dass bald ein weiterer Band der Reihe erscheint. 

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Gelungene Fortsetzung

Zwischen heute und morgen
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"Zwischen heute und morgen" ist nach "Und die Welt war jung" der zweite Band der Drei-Städte-Saga von Carmen Korn. Auch in diesem Roman beobachtet man die drei Familien, die miteinander befreundet oder ...


"Zwischen heute und morgen" ist nach "Und die Welt war jung" der zweite Band der Drei-Städte-Saga von Carmen Korn. Auch in diesem Roman beobachtet man die drei Familien, die miteinander befreundet oder verwandt sind, in den Städten Köln, Hamburg und San Remo. Dieses Mal trägt sich die Handlung in den 1960er Jahren zu. 

Der erneute Einstieg in die Saga gelingt mühelos, da sich am Anfang eine Übersicht befindet, in der die handelnden Personen, ihre Verbindungen untereinander und die jeweiligen Wohnorte, aufgeführt sind. Auch in diesem Band vermittelt die Autorin den damaligen Zeitgeist wieder so authentisch, dass man ganz in die vergangene Zeit eintauchen kann. 

Da es sich bei den drei Familien um Personen handelt, mit denen man sich mühelos identifizieren kann, verfolgt man ihre Probleme und Sorgen, aber auch die freudigen Ereignisse, aufmerksam und ist vom ersten Moment an, gefesselt von der Handlung. Diese trägt sich abwechselnd in den jeweiligen Heimatstädten der Charaktere zu. Da die Wechsel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Auch in diesem Jahrzehnt kommt auf die befreundeten Familien einiges zu. Die Probleme und Sorgen wirken allerdings durchgehend glaubhaft und nicht zu übertrieben. Deshalb beobachtet man gespannt, was das Schicksal für die einzelnen Mitglieder bereithält. Historische Ereignisse fließen dabei mühelos ins Geschehen ein und tragen somit dazu bei, dass die Saga noch authentischer wirkt. 

Der Schreibstil ist angenehm und äußerst flüssig lesbar. Handlungsorte und Charaktere werden so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten und mag sich am Ende dieser Saga nur ungern von den liebgewonnenen Akteuren trennen. 

Eine gelungene Fortsetzung, die durch lebendige Charaktere, die einem beim Lesen ans Herz wachsen, überzeugt. 

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Ein Krimi, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint

Was ich euch verschweige
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Detective Chief Inspector Jonah Sheens genießt mit seiner Tochter gerade den sonnigen Tag, als er auf eine blutüberströmte Jugendliche aufmerksam wird. Er bietet ihr besorgt seine Hilfe an. Doch das Mädchen ...


Detective Chief Inspector Jonah Sheens genießt mit seiner Tochter gerade den sonnigen Tag, als er auf eine blutüberströmte Jugendliche aufmerksam wird. Er bietet ihr besorgt seine Hilfe an. Doch das Mädchen gibt an, dass mit ihr alles in Ordnung ist. Doch ihre verschwundene Schwester Nina würde Hilfe brauchen. Sheens erfährt, dass Keely und Nina Lennox vermisst gemeldet wurden. Nun ist Keely zurück. Sie weigert sich allerdings, den Aufenthaltsort von Nina sofort zu verraten. Sie besteht darauf, Sheens ihre Geschichte zu erzählen und stellt ihm in Aussicht, dass er, wenn er gut zuhört, alle Hinweise erhält, die ihn zu Nina führen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Sheens hat das ungute Gefühl, dass Nina in ernsthafter Gefahr schwebt. 

"Was ich euch verschweige" ist bereits der vierte Fall für DCI Jonah Sheens und sein Team. Da die Bände in sich abgeschlossen sind und nicht zu viel aus den vorherigen Teilen verraten wird, kann man diesem Fall auch dann problemlos folgen, wenn man die Vorgänger nicht gelesen hat. Um die private und berufliche Weiterentwicklung der Hauptprotagonisten zu verfolgen, empfiehlt es sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Reihenfolge einzuhalten. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet die verzweifelten Ermittlungen des Teams, das unbedingt herausfinden will, was mit Nina geschehen ist und wo sie sich aufhält. Die Anspannung, dass die Ermittlungen schnell voranschreiten müssen, da man nicht einschätzen kann, in welcher Gefahr Nina gerade schwebt, ist dabei durchgehend spürbar. In einem weiteren Handlungsstrang erzählt Keely ihre Geschichte. Sie wirkt dabei zuweilen so kalt und abgebrüht, dass man nicht weiß, ob man ihr glauben und vertrauen kann. Denn das was sie erzählt, geht weit in die Vergangenheit zurück. Zu Anschuldigungen, die bereits entkräftet wurden. Kann man Keely glauben? Diese Frage treibt auch das Team an, das akribische Nachforschungen anstellt. 

Keely fordert das Team dazu auf, genau hinzuhören, denn nur so lassen sich ihre eingestreuten Hinweise entdecken. Deshalb treten die Ermittlungen zunächst etwas auf der Stelle. Dennoch wird die Spannung früh aufgebaut, kann durchgehend gehalten werden und sich zum Ende hin sogar noch steigern. Man rätselt mit dem Team mit und versucht, hinter Keelys Fassade zu schauen. Sie scheint eine Meisterin der Manipulation zu sein und lässt sich deshalb nur schwer in die Karten schauen. Diese Ungewissheit und die winzigen Puzzleteilchen, die nach und nach zur Wahrheit führen, machen einen großen Reiz der Handlung aus. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und wenn man schließlich meint, dass man das Ganze nun durchschaut, kommt es zu einer Wendung, mit der kaum zu rechnen ist. 

Ein durchgehend spannender Fall, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Spannender Finalband

SØG. Land ohne Licht
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Nur widerwillig übernimmt Nina Portland die Untersuchung, die nach dem Absturz einer kleinen Propellermaschine durchgeführt werden muss. Nina fühlt sich aufs Abstellgleis geschoben, da momentan ein Bandenkrieg, ...

Nur widerwillig übernimmt Nina Portland die Untersuchung, die nach dem Absturz einer kleinen Propellermaschine durchgeführt werden muss. Nina fühlt sich aufs Abstellgleis geschoben, da momentan ein Bandenkrieg, der bereits Tote gefordert hat, tobt. Sie ahnt nicht, dass die CIA einen Gefangenen in der abgestürzten Maschine transportiert hat und dass dieser nun auf der Flucht ist....

"Søg - Land ohne Licht" ist der Finalband der Nina-Portland-Trilogie. Da die eigentlichen Fälle, die Nina Portland in dieser Trilogie untersucht, in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend notwendig, die ersten beiden Teile zu kennen. Denn der aktuellen Handlung kann man auch dann problemlos folgen, wenn man erst mit dem dritten Band startet. Allerdings verpasst man dadurch die private und berufliche Weiterentwicklung der Hauptprotagonistin. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Zunächst scheint es zwischen den Erzählsträngen keine Verbindung zu geben. Doch dem Autor gelingt es im Verlauf der Ereignisse, alles miteinander zu verknüpfen. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Denn auf die Polizei kommt in diesem Band einiges zu. Der Bandenkrieg scheint völlig außer Kontrolle zu geraten und die Presse fordert schnelle Erfolge. Das abgestürzte Flugzeug ist zunächst nur ein unwichtiger Nebenschauplatz für die Ermittler, doch das wird sich schnell ändern. 

Durch die unterschiedlichen Perspektiven weiß man mehr als die Ermittler. Dennoch gelingt es Jens Henrik Jensen, nicht zu viel zu verraten. Die Spannung baut sich  dadurch nicht nur früh auf, sondern kann außerdem durchgehend gehalten werden. Es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen. Dieses Mal muss sich Nina Portland außerdem mit einem privaten Problem befassen, das dringend gelöst werden muss. Auch dieser Handlungsstrang fügt sich harmonisch ins Gesamtgeschehen ein und vermittelt den Zwiespalt, in dem sich die alleinerziehende Mutter befindet, glaubhaft. Dieser Finalband bietet einige actionreiche Szenen, obwohl das die Spannung steigert, hat man manchmal das Gefühl, dass das schon fast zu viel des Guten ist, da die Handlung dadurch arg konstruiert wirkt. 

Nichtsdestotrotz überzeugt auch dieser Band durch eine spannende Handlung und überraschende Wendungen. 

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Spannender Reihenauftakt

Stille blutet
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Nadine Just ist Nachrichtensprecherin, sehr karriereorientiert und nicht unbedingt das, was man unter einem netten Menschen versteht. Als sie kurz vor der Sendung ins Studio hetzt, fehlt ihr die Zeit, ...

Nadine Just ist Nachrichtensprecherin, sehr karriereorientiert und nicht unbedingt das, was man unter einem netten Menschen versteht. Als sie kurz vor der Sendung ins Studio hetzt, fehlt ihr die Zeit, sich mit den Nachrichten, die sie gleich vom Teleprompter ablesen soll, vertraut zu machen. Und dann passiert etwas Unglaubliches, denn Nadine liest die Ankündigung, dass sie demnächst ermordet wird, unkonzentriert vor und ist anschließend fassungslos. Sie schäumt vor Wut - doch die Ankündigung bewahrheitet sich, denn wenig später wird Nadines Leiche von ihrem Ex-Freund Tibor aufgefunden. Blogger Gunther Marzik  verkündet ebenfalls seinen baldigen Tod und auch das bestätigt sich. Die Medienwelt ist außer sich! Wie sollen die Wiener Ermittler unterscheiden, ob es weitere echte Ankündigungen gibt oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt? 

"Stille blutet" ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe, in der die Wiener Mordgruppe ermittelt. Fina Plank ist nicht nur neu im Team, sondern auch die einzige Frau. Obwohl es Kollegen gibt, mit denen sich Fina gut versteht, macht ausgerechnet ihr neuer Partner ihr das Leben schwer. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wodurch man einen guten Überblick über die Gesamthandlung erhält. Das Besondere an dieser Reihe ist, dass es Einschübe gibt, in denen man von einer geheimnisvollen Person direkt angesprochen wird. Man stellt sich die Frage, um wen es sich handelt und wodurch diese Person angetrieben wird. Das gibt dieser Serie einen besonderen Reiz. 

Die Autorin versteht es hervorragend, sofort das Interesse am aktuellen Fall zu wecken und Spannung aufzubauen. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Handlungsorte und Protagonisten werden lebendig beschrieben. Es gibt Akteure für die man sofort Sympathien entwickelt, aber auch welche, die man am liebsten erwürgen würde. Deshalb kann man sich mühelos auf die Ermittlungen einlassen, eigene Überlegungen anstellen und fliegt förmlich durch das Buch. 

Ein spannender Auftakt, der die Neugier auf den weiteren Verlauf der Reihe weckt. 

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