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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2021

Düsterer Thriller

Drei Witwen
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Blake Nelson ist  Angehöriger der Heiligen der letzten Tage. Er lebt, gemeinsam mit seinen drei Ehefrauen, zurückgezogen auf einer Farm in der Wüste von Utah. Dort wird er offenbar ermordet und grausam ...

Blake Nelson ist  Angehöriger der Heiligen der letzten Tage. Er lebt, gemeinsam mit seinen drei Ehefrauen, zurückgezogen auf einer Farm in der Wüste von Utah. Dort wird er offenbar ermordet und grausam verstümmelt aufgefunden. Für die Polizei ist schnell klar, dass eine der Ehefrauen die Täterin sein muss. Doch welche könnte es sein? Denn ein Motiv scheint jede zu haben....

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und jeweils in der Ich-Form geschildert. Dabei kommen abwechselnd Rachel, als erste Frau, und Tina und Emily als Schwesterfrauen zu Wort. Da die Wechsel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt es allerdings leicht, sich zu orientieren. Durch die verwendete Erzählform taucht man in die Gedanken und Gefühle der jeweiligen Erzählerin ein und erfährt außerdem, was die Frauen voneinander denken. 

Obwohl man einen Einblick in die Gedanken der Frauen erhält, geben sie nicht zu viel preis. Sie alle scheinen ein Motiv zu haben. Doch man ahnt nicht, was wirklich passiert sein könnte. Deshalb begibt man sich gemeinsam mit den Witwen auf die Suche nach der Wahrheit. Die Grundstimmung ist düster. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und weiß schon bald nicht mehr, was man glauben und wem man vertrauen soll. Immer wenn man meint, dass man der Auflösung näher kommt, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Überlegungen überdenken muss. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch wenn die Handlung zunächst nicht hochspannend ist, kann man sich dem Ganzen kaum entziehen. Das Tempo zieht im Verlauf der Ereignisse stark an. Zum Ende hin kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis man die Wahrheit kennt. 

Ein düsterer Thriller, den man nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 28.11.2021

Unterhaltsamer Liebesroman

Lucy in the Sky
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Lucy hat einen tollen Job und lebt mit ihrem Freund James glücklich in einer schicken Wohnung in London. Ihre beste Freundin Molly heiratet in zwei Wochen in Australien und deshalb freut sich Lucy über ...


Lucy hat einen tollen Job und lebt mit ihrem Freund James glücklich in einer schicken Wohnung in London. Ihre beste Freundin Molly heiratet in zwei Wochen in Australien und deshalb freut sich Lucy über die Einladung und den damit verbundenen Urlaub. Im Flugzeug erhält ihre gute Laune allerdings einen abrupten Dämpfer. Denn kurz bevor das Flugzeug startet und Lucy ihr Smartphone ausstellen muss, wirft sie noch einen Blick aufs Display und entdeckt dort eine Nachricht von James, die ihr den Flug verleidet....

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Paige Toon versteht es hervorragend, die Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man gleich mitten im Geschehen ist. Man kann das Gedankenkarussell, das durch die Nachricht von James ausgelöst wird, nur allzu gut nachvollziehen. Gemeinsam mit Lucy fragt man sich, was die SMS zu bedeuten hat. 

Doch dann tritt in Australien der smarte Surfer Nathan in Lucys Leben und stellt es auf den Kopf. Man kann die Schmetterlinge, die plötzlich in Lucys Bauch fliegen, förmlich spüren. Der Zwiespalt, in dem Lucy sich nun befindet, wird glaubhaft vermittelt. Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man ganz in die Geschichte eintauchen kann. Allerdings wirkt Lucy im Verlauf der Handlung zuweilen recht naiv. Deshalb fällt es schwer, sich ganz mit ihr zu identifizieren. Manchmal möchte man sie einfach schütteln. Dennoch verfolgt man gespannt, wie Lucy sich entscheiden wird. 

Obwohl man Lucys Handlungen manchmal nur schwer nachvollziehen kann, versteht es Paige Toon, Lucys Gefühle so zu transportieren, dass man förmlich durch die Seiten fliegt und diesen Roman genießen kann. 

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Veröffentlicht am 24.11.2021

Spannende Ermittlungen

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
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Pias Exmann ist mittlerweile, neben seiner Arbeit in der Gerichtsmedizin, als Buchautor recht erfolgreich. Seine Agentin, Maria Hauschild, macht sich große Sorgen um ihre Freundin Heike Wersch. Die ehemalige ...

Pias Exmann ist mittlerweile, neben seiner Arbeit in der Gerichtsmedizin, als Buchautor recht erfolgreich. Seine Agentin, Maria Hauschild, macht sich große Sorgen um ihre Freundin Heike Wersch. Die ehemalige Programmleiterin des Winterscheid-Verlags geht seit Tagen nicht ans Telefon und ist auch sonst nicht zu erreichen. Pia trifft sich schließlich mit Maria Hauschild am Haus der Vermissten. Dort finden sie im Obergeschoss des Hauses einen alten Mann, der völlig verwirrt und angekettet ist. Pia ruft sofort die Kollegen. Die Suche nach Heike Wersch beginnt unter Hochdruck anzulaufen. Doch schließlich wird sie tot aufgefunden. Für Pia Sander und Oliver von Bodenstein beginnen Ermittlungen, die rätselhafter kaum sein könnten...

"In ewiger Freundschaft" ist bereits der zehnte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff). Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn  man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Hintergrundinformationen zu den bekannten Charakteren werden so in die Handlung eingeflochten, dass man sich auch ohne Vorkenntnisse orientieren kann. Um der Weiterentwicklung der bekannten Charaktere, und den beruflichen und privaten Nebenhandlungen zu folgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der ins Jahr 1983 zurückführt. Am Anfang ahnt man nicht, welche Bedeutung die damaligen Ereignisse haben werden. Die Neugier wird dadurch aber definitiv geweckt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Neben den aktuellen Ereignissen, gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. 

Der Fall stellt Pia Sander und Oliver von Bodenstein vor einige Rätsel und führt sie tief in die Welt des Winterscheid Verlags. Den beiden ist schnell klar, dass es ein Geheimnis zu ergründen gibt, das niemand preisgeben möchte. Es gelingt Nele Neuhaus wieder hervorragend, die Ermittlungen so interessant zu schildern, dass man mitfiebert und eigene Überlegungen anstellt. Doch bei diesem Fall ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Und deshalb muss man sich auf einige überraschende Wendungen gefasst machen. Dadurch bleibt die Spannung nicht nur durchgehend spürbar, sondern kann sich im Verlauf der Handlung stetig steigern. 

Im Privatleben von Oliver von Bodenstein ereignet sich ebenfalls einiges. Dieser Handlungsstrang ist interessant und fügt sich harmonisch in die Gesamthandlung ein. Denn er drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgt dafür, dass die Hauptcharaktere lebendig wirken. 

Das Warten auf den zehnten Fall dieser Reihe hat sich definitiv gelohnt. Denn dieser Krimi fesselt von der ersten Seite an und sorgt mit überraschenden Wendungen dafür, dass man ihn kaum aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Startet zunächst eher gemächlich, nimmt dann aber deutlich Fahrt auf

SØG. Dunkel liegt die See
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Mittlerweile arbeitet Nina Portland seit 10 Jahren bei der Polizei. Sie erinnert sich noch immer an einen mysteriösen Fall, in den sie ganz am Anfang ihrer Karriere eingebunden war. Damals tauchte der ...

Mittlerweile arbeitet Nina Portland seit 10 Jahren bei der Polizei. Sie erinnert sich noch immer an einen mysteriösen Fall, in den sie ganz am Anfang ihrer Karriere eingebunden war. Damals tauchte der Frachter "MS Ursula" führungslos an der dänischen Küste auf. Die Spuren an Bord ließen auf einen äußerst brutalen und blutigen Zwischenfall auf dem Schiff schließen. Der einzige Überlebende wurde später in einem Rettungsboot gefunden. Im anschließenden Prozess plädierte er auf Notwehr und wurde schließlich freigesprochen. Nina ist nahezu besessen von diesem Fall und als sie während einer Fortbildung ein Foto des einzigen Überlebenden sieht, macht sie ihn ausfindig und heftet sich an seine Fersen. Sie ahnt nicht, in welches Wespennest sie mit ihren Nachforschungen sticht und was sie damit auslösen wird...

"Søg - Dunkel liegt die See" ist der Auftakt zu einer Trilogie um die Ermittlerin Nina Portland. Der Einstieg in die Handlung verläuft zunächst sehr gemächlich, da man mit dem alten Fall und den agierenden Personen vertraut gemacht wird. Dies wird zuweilen etwas ausufernd geschildert, sorgt allerdings dafür, dass man mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt wird. 

Nina Portland wirkt zwar sehr sympathisch, doch manchmal hat man das Gefühl, dass sie etwas zu eigensinnig handelt und dabei zu wenig auf ihre eigene Sicherheit, und die ihrer nächsten Angehörigen, achtet. Allerdings führen ihre Handlungen dazu, dass die Dinge ins Rollen kommen und sich die zunächst vermisste Spannung endlich einstellt. Der Autor beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich ganz auf das Geschehen einlassen und gespannt beobachten, wie Nina unwissentlich zum Spielball der Geheimdienste wird. Man fiebert mit ihr mit und hofft, dass es einen Ausweg geben wird. Dabei weiß man nicht, wem Nina eigentlich vertrauen kann und diese Ungewissheit macht einen großen Reiz der Handlung aus. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, wodurch man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. 

Ein Thriller, der zunächst eher gemächlich startet, dann aber deutlich Fahrt aufnimmt. 

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Spannende Ermittlungen

Teufelsnetz
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Jessica Niemi und ihr Team haben es dieses Mal mit einem besonders rätselhaften Fall zu tun, von dem zunächst niemand weiß, ob es sich überhaupt um ein Verbrechen handelt. Denn zwei erfolgreiche Blogger ...

Jessica Niemi und ihr Team haben es dieses Mal mit einem besonders rätselhaften Fall zu tun, von dem zunächst niemand weiß, ob es sich überhaupt um ein Verbrechen handelt. Denn zwei erfolgreiche Blogger sind spurlos verschwunden. Auf ihren Social Media Accounts erscheinen merkwürdige Botschaften, die zur Annahme führen, dass mehr als ein harmloser PR-Gag hinter dem Verschwinden der beiden steckt. Als die Leiche einer jungen Frau, die wie ein Manga-Mädchen gekleidet ist, gefunden wird, vermuten Jessica Niemi und ihre Kollegen einen Zusammenhang...

"Teufelsnetz" ist nach "Hexenjäger" der zweite Band um Jessica Niemi und ihr Team. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat. Allerdings kann man die ganz besondere Beziehung, die das Team zu seinem mittlerweile verstorbenen Chef hatte, besser nachvollziehen, wenn man den Auftaktband gelesen hat. Außerdem gibt es in Jessica Niemis Vergangenheit einige Geheimnisse, die bereits im ersten Teil angeschnitten wurden. 

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn Max Seeck versteht es wieder hervorragend, sofort das Interesse zu wecken. Man befindet sich von Anfang an mitten im Geschehen und versucht die rätselhaften Vorgänge einzuordnen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn man tappt, genau wie Jessica Niemi, lange Zeit im Dunkeln und wird deshalb oft von unerwarteten Wendungen überrascht. Dadurch steigt die Spannung und außerdem wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Schon bald weiß man nicht mehr, wem man trauen kann. Das macht einen großen Reiz der Handlung aus. Und die hat es wirklich in sich, denn der Autor zeigt tiefste menschliche Abgründe auf. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen also nicht sein. 

Jessica Niemi muss sich nicht nur auf die Lösung des Falls konzentrieren, sondern sich außerdem mit ihrer neuen Chefin Hellu auseinandersetzen. Diese versucht, Jessicas dunkle Vergangenheit für ihre Zwecke zu nutzen. Dieser Handlungsstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund. Er sorgt eher dafür, dass die Charaktere lebendiger wirken. 

Ein spannender Fall für Jessica Niemi, der mir persönlich weitaus besser gefallen hat als der Auftaktband. Ich freue mich deshalb bereits jetzt auf eine Fortsetzung. 

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