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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2019

Geheimnisvoll und spannend

Die Frau, die verschwand
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Die Journalistin Kajsa erhält den Auftrag, sich mit dem Schicksal der bereits vor Jahren spurlos verschwundenen Julia zu befassen. Sie soll mit damaligen Zeugen sprechen, um so eventuell neue Erkenntnisse ...

Die Journalistin Kajsa erhält den Auftrag, sich mit dem Schicksal der bereits vor Jahren spurlos verschwundenen Julia zu befassen. Sie soll mit damaligen Zeugen sprechen, um so eventuell neue Erkenntnisse zu gewinnen. Da Kajsa den Fall bereits damals mit großem Interesse verfolgt hat, nimmt sie den Auftrag an und beginnt in der Vergangenheit zu graben. Doch plötzlich wird ihr Auftraggeber tot aus dem Meer geborgen. Offensichtlich wurde er ermordet. Was steckt dahinter? Kajsa lässt nicht locker und deckt nach und nach alte Geheimnisse auf. Sie ahnt nicht, dass sie dadurch selbst in Gefahr gerät...

Nach "Totensommer" und "Das Mädchen, das schwieg", ist "Die Frau, die verschwand" bereits der dritte Teil der Kajsa Coren-Reihe. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Band der Serie gelesen hat. Trude Teige verwendet unterschiedliche Perspektiven, um Kajsas Suche nach der Wahrheit zu schildern. Man beobachtet interessiert, welche Nachforschungen Kajsa im Fall der 2002 verschwundenen Julia anstellt. Kajsa wirkt dabei sehr sympathisch und man hat sofort das Gefühl, dass sie äußerst hartnäckig sein kann. Als dann noch der tote Auftraggeber aus dem Meer geborgen wird, gerät man vollends in den Sog der Handlung, da man unbedingt erfahren möchte, was hinter allem steckt. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann beinahe durchgehend gehalten werden.

Ein weiterer Handlungsstrang gewährt Rückblicke in die Vergangenheit eines Mannes, der sein Leben in einer Nervenheilanstalt verbringt, dabei aber gesünder wirkt, als mancher dort tätige Arzt. Wie diese Perspektive sich mit Kajsas Ermittlungen verbinden wird, ist zunächst nicht klar. Allerdings sorgt sie für eine bedrohliche Atmosphäre, die gekonnt zwischen den Zeilen schwebt. Nach und nach ergeben sich erste Zusammenhänge, die dafür sorgen, dass man kaum glauben mag, was man liest. Dadurch fliegt man regelrecht durch das Buch und mag es nur ungern aus der Hand legen.

Im Privatleben muss Kajsa sich mit einem schweren Schicksalsschlag auseinandersetzen. Dieser Strang drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sorgt aber dafür, dass die Hautprotagonistin noch lebendiger und sympathischer wirkt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Die bedrohliche Atmosphäre, die man zwischen den Zeilen spürt, verdichtet sich mit der Zeit, sodass man ungeduldig der Auflösung entgegenfiebert und mit einem spannenden Finale belohnt wird.

Obwohl ich vorher keinen Band der Reihe gelesen habe, ist mir der Einstieg in diesen Krimi mühelos gelungen. Kajsa wirkte sofort sympathisch auf mich und die unterschiedlichen Handlungsstränge sorgten bei mir dafür, dass ich früh in den Sog der Ereignisse geriet und das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mochte. Im Mittelteil hatte ich zwar kurz das Gefühl, dass die Spannung ein wenig nachlässt, doch das legte sich recht bald wieder. Die bedrohliche Atmosphäre und die Ungewissheit, wie sich alles verbinden wird und was damals tatsächlich passiert ist, haben mir einige spannende Lesestunden verschafft, die mich außerdem zum Nachdenken angeregt haben.

Veröffentlicht am 11.02.2019

Gefühlvolle Geschichte, die mitten ins Herz trifft

Die Antwort auf Vielleicht
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Adam arbeitet für ein Taxiunternehmen und wird vorwiegend dafür eingesetzt, Krebspatienten zu ihren Behandlungen zu fahren. Adam geht während der Fahrten auf die Sorgen und Nöte seiner Fahrgäste ein und ...

Adam arbeitet für ein Taxiunternehmen und wird vorwiegend dafür eingesetzt, Krebspatienten zu ihren Behandlungen zu fahren. Adam geht während der Fahrten auf die Sorgen und Nöte seiner Fahrgäste ein und nimmt Anteil an den unterschiedlichen Schicksalen. Sein eigenes Leben lässt er eher gemächlich angehen. Die Verwirklichung seines großen Traums nimmt er sich zwar vor, doch besondere Priorität räumt er dem Ganzen nicht ein. Denn irgendwann wird es ja vielleicht dazu kommen. Doch dann steigt eine neue Patientin in sein Taxi. Jessi, jung, faszinierend und unheilbar krank. Vom ersten Moment an, gerät Adam in den Bann der jungen Frau. Er setzt alles daran, die wenigen Wochen, die Jessi wahrscheinlich noch bleiben werden, so schön wie möglich für sie zu gestalten. Da sich die beiden langsam näher kommen, weiß Adam genau, welchen Traum er Jessi erfüllen könnte. Um diesen Wunsch umzusetzen, gibt er alles. Jessi sorgt auf ihre ganz besondere Art dafür, dass Adam anfängt über sein Leben nachzudenken und bemerkt, dass er seine eigenen Träume auch nicht auf unbestimmte Zeit aufschieben sollte....

"Zehn Jahre habe ich mich gefragt, ob ich diese Geschichte schreiben kann. Jetzt stelle ich diese Frage euch!", las ich auf der Seite des Instagram-Accounts, eines meiner Lieblingsautoren, der diese Geschichte unter einem Pseudonym erzählt. Da ich im Thriller-Bereich noch nie von ihm enttäuscht wurde, und es ihm auch dort gelingt, hervorragend mit meinen Gefühlen zu spielen, auch wenn diese dann zugegebenermaßen eher Angst oder Entsetzen bei mir auslösen, war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss.

Und auch hier ist es ihm wieder gelungen, mich sofort in den Bann der Geschichte zu ziehen. Trotz des ernsten und traurigen Themas, schwebt eine gewisse Leichtigkeit zwischen den Zeilen, durch die eine ganz besondere Atmosphäre entsteht. Hauptprotagonist Adam wirkt vom ersten Moment an sympathisch. Obwohl er in seinem Job mit unterschiedlichen Schicksalen konfrontiert wird, die ihm nah gehen, blockiert er diese Gefühle nicht, sondern versucht die Fahrten für seine Fahrgäste so angenehm wie möglich zu machen und auf sie einzugehen. Adam wirkt sehr authentisch und deshalb fällt es äußerst leicht, sich auf die Geschichte einzulassen.

Hendrik Winter gelingt es mit Leichtigkeit, die Beziehung, die zwischen Adam und der totkranken Jessi entsteht, zum Leben zu erwecken. Man kann sich nicht nur die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen, sondern auch die Gefühle nachvollziehen. Obwohl das Thema ernst und traurig ist, kommt selbst der Humor nicht zu kurz. Denn Jessi sorgt dafür, dass Adam nach vorne sieht und dazu gezwungen wird, sein eigenes Leben ebenfalls zu überdenken. Die junge Frau versteht es auf einzigartige Weise, Gefühle in Worte zu verpacken, die tief berühren und zum Nachdenken anregen. In diesem Buch kann man eine wahre Achterbahnfahrt durch die Gefühlswelt erleben und wird früh in den Sog der Handlung gerissen, da alle Charaktere authentisch wirken. Man kann sich ganz auf die Geschichte einlassen und in ihr versinken.

Die Frage des Autors, ob er diese Geschichte schreiben kann, kann ich nur mit einem ganz klaren "Ja" beantworten. Selten hat mich ein Buch vom ersten Moment an so sehr berührt, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte und dabei mit den Charakteren gelacht, geweint und nachgedacht habe. Die berührende Geschichte von Jessi und Adam, die übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht, und deshalb noch intensiver ins Herz trifft, ist ein absolutes Highlight für mich, das noch lange nachwirken wird.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Ich hatte mir etwas mehr erhofft

Allee unserer Träume
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Berlin in der Nachkriegszeit: Die Stadt liegt in Trümmern und die Regierung der DDR hat den Bau einer Prachtstraße beschlossen. Deshalb sind unterschiedliche Architekten dazu aufgefordert worden, sich ...

Berlin in der Nachkriegszeit: Die Stadt liegt in Trümmern und die Regierung der DDR hat den Bau einer Prachtstraße beschlossen. Deshalb sind unterschiedliche Architekten dazu aufgefordert worden, sich mit ihren Entwürfen an der Planung zu beteiligen. Der jungen Architektin Ilse Schellhaas gelingt es ebenfalls, ihre Pläne vorzustellen. Am Bau dieser Straße mitzuwirken, ist Ilses großer Traum. Denn sie möchte Wohnungen für die einfachen Leute bauen und ihnen damit das Leben leichter und ein wenig komfortabler machen. Zu Ilses großer Überraschung findet die Regierung Gefallen an ihren Plänen. Doch die anderen Mitbewerber, die ausschließlich männlich sind, zweifeln Ilses Ideen und ihr Können an. Und als dann noch ein Architekt den Raum betritt, den Ilse aus ihrem früheren Leben kennt, droht ihr Traum zu platzen, bevor er überhaupt begonnen hat. Denn dieser Mann kennt ein Geheimnis aus Ilses Vergangenheit, das sie um jeden Preis wahren möchte.

Im Zentrum dieser fiktiven Geschichte, in die allerdings historische Begebenheiten in die Handlung eingeflochten werden, steht die junge Architektin Ilse Schellhaas. Das Buch startet 1932. Im Prolog erlebt man einige Szenen aus Ilses Kindheit. Die eigentliche Handlung startet dann allerdings 1950, wobei es immer wieder Rückblicke in Ilses Vergangenheit gibt. Die Erzählung ist in einzelne Kapitel unterteilt, die mit dem entsprechenden Handlungsort und der Jahreszahl gekennzeichnet sind. Dadurch fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Außerdem gibt es am Anfang des jeweiligen Kapitels immer eine knappe Zusammenfassung von den Ereignissen, die nun erzählt werden. Diese kurze Vorschau soll sicher neugierig machen, wirkt allerdings manchmal auch recht störend, da sie nicht nur den Lesefluss hemmt, sondern bereits einiges verrät, das man lieber selbst, ohne diese Vorkenntnisse, entdeckt hätte.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch erwacht die Vergangenheit zum Leben. Manchmal meint man sogar fast, den Staub, der auf den Trümmern liegt oder auf der Baustelle verursacht wird, zu spüren und kann deshalb gut in diese Geschichte eintauchen.

Ilse ist eine sympathische Protagonistin, die ihren Weg geht und für ihre Träume und Ideale einsteht. Das macht sie allerdings nicht überall beliebt, wie sie schon bald feststellen muss. Die Handlung ist durchgehend interessant und deshalb verfolgt man gerne, was das Schicksal für Ilse vorgesehen hat. Durch die kleine Vorschau am Anfang der Kapitel und einige ziemlich detaillierte Ausführungen, wirkt die interessante Erzählung allerdings stellenweise etwas langatmig, aber durchaus lesenswert.

Im Großen und Ganzen habe ich mich beim Lesen dieser fiktiven Geschichte gut unterhalten. Nicht weniger - aber leider auch nicht mehr! Die kurzen Zusammenfassungen vor den einzelnen Kapiteln haben meinen Lesefluss gehemmt und mir ein wenig die Vorfreude auf den kommenden Abschnitt genommen, da man dann schon grob wusste, was nun passieren wird. Obwohl mir Ilse sehr sympathisch war, blieben die anderen Charaktere für mich eher blass, sodass ich sie eher distanziert betrachtet habe. Dennoch fand ich die Erzählung durchaus interessant und lesenswert. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb drei von fünf möglichen Sternchen.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Spannendes Katz- und Mausspiel

Im Kopf des Mörders - Toter Schrei
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Nach dem letzten spektakulären Fall hätte Kommissar Max Bischoff dringend Erholung nötig. Doch dazu kommt es nicht. Denn seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich: Seine Schwester Kirsten, die ...

Nach dem letzten spektakulären Fall hätte Kommissar Max Bischoff dringend Erholung nötig. Doch dazu kommt es nicht. Denn seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich: Seine Schwester Kirsten, die zuvor schon über längere Zeit von einem Stalker bedroht wurde, ist spurlos verschwunden. Der Entführer nimmt Kontakt zu Max auf. Er droht ihm damit, seine Schwester zu verstümmeln und qualvoll sterben zu lassen, falls Max seinen Anweisungen nicht folgt. Max hat die Wahl, entweder er wird zum Mörder oder seine Schwester stirbt! Plötzlich findet sich der Kommissar auf der anderen Seite des Gesetzes wieder. Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt....
"Im Kopf des Mörders - Toter Schrei" ist der letzte Band der Thriller-Trilogie um Kommissar Max Bischoff. Obwohl man dem aktuellen Geschehen sicher auch dann folgen kann, wenn man noch keinen Teil der Trilogie gelesen hat, empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge. Denn dann kann man den privaten und beruflichen Nebenhandlungen leichter folgen und das Verhältnis zu seinem Partner Böhmer, das in diesem Fall von entscheidender Bedeutung ist, besser einschätzen.

Dieser Band schließt nahtlos an den Vorgänger an. Und genau wie bei den anderen Teilen, hält Arno Strobel sich nicht mit langatmigem Vorgeplänkel auf, sondern wirft den Leser sofort mitten ins Geschehen. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass Kirsten sich in großer Gefahr befindet und dem skrupellosen Killer schutzlos ausgeliefert ist. Kommissar Max Bischoff wird ebenfalls sofort mit dieser Tatsache konfrontiert und befindet sich damit in seiner persönlichen Hölle. Der Täter scheint alles bedacht zu haben, damit Max Bischoff in seine Falle tappt, um vom Jäger zum Gejagten zu werden.

Die Spannung ist von Anfang an spürbar und kann durchgehend gehalten werden. Relativ kurze Kapitel, die oft an entscheidenden Stellen stoppen und zur nächsten Perspektive wechseln, sorgen dafür, dass man früh in den Sog der Ereignisse gerät und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in das nervenaufreibende Katz- und Mausspiel eintauchen. Max Bischoffs Verzweiflung ist so deutlich spürbar, dass man hautnah mit ihm mitfiebert und hofft, dass er einen Ausweg aus der scheinbar aussichtslosen Situation findet. Man weiß nicht, wem man vertrauen kann und wer auf welcher Seite steht. Arno Strobel versteht es wieder hervorragend, Spuren auszulegen denen man nur allzu bereitwillig folgt, um dann festzustellen, dass es doch ganz anders sein könnte. Deshalb gelingt es ihm auch, ein wichtiges Detail, das er in die Handlung einfließen lässt und das man als erfahrener Thriller-Leser auch wahrnimmt, so in die spannenden Szenen zu integrieren, dass man es nur am Rande bemerkt und vor lauter Anspannung ignoriert.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und die von Arno Strobel haben mich eigentlich noch nie enttäuscht. Auch dieser Band hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch erst aus der Hand legen konnte, als ich am Ende angekommen war. Deshalb gibt es von mir auch eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Durchgehend spannend

Final Game - Blutige Abrechnung
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Vincent Busch hat hart trainiert, um seinen Traum von einer Profikarriere im American Football zu verwirklichen. Doch als der Traum in greifbare Nähe rückt, ist Vince bereits Berufssoldat. Schwer verwundet ...

Vincent Busch hat hart trainiert, um seinen Traum von einer Profikarriere im American Football zu verwirklichen. Doch als der Traum in greifbare Nähe rückt, ist Vince bereits Berufssoldat. Schwer verwundet und traumatisiert kehrt er schließlich aus Afghanistan zurück und steht vor den Trümmern seines Lebens. Obwohl sein Bekannter Arthur Weiss sich dafür einsetzt, dass Vince eine Chance im Polizeidienst erhält, erfüllt sich auch dieser Traum nicht. Denn zu groß sind die Probleme, die Vince mit sich herumträgt. Nichts und niemand scheint sich für ihn zu interessieren. Doch dann tritt Nadeschda Metzmacher auf ihn zu und macht ihm das Angebot, in ihrer Personenschutz-Agentur zu arbeiten. Der Fleischfabrikant Brunckhorst hat Morddrohungen erhalten und Vince soll als sein Leibwächter fungieren. Doch der neue Job führt Vince schon bald an seine Grenzen. Seine Chefin verlangt ihm einiges ab und außerdem hat er das untrügliche Gefühl in eine ganz üble Sache verwickelt zu werden.....

Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich sofort mitten im Geschehen und lernt dabei Vincent und seine Vorgeschichte kennen. Vince ist ein sympathischer Hauptprotagonist, für den es alles andere als gut läuft. Er wirkt authentisch und seine Handlungen nachvollziehbar. Einmal angefangen, mag man sich kaum noch von der Geschichte lösen. Denn sie ist in relativ kurze Kapitel unterteilt, bei denen die Szenen meist an entscheidenden Stellen stoppen und zur nächsten Perspektive wechseln. Dadurch wirkt die Handlung so rasant, dass man früh in den Sog des Ganzen gerät.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Guido M. Breuer gelingt es mühelos, die Szenen so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen vor Augen hat. Schon bald schleicht sich eine bedrohliche Atmosphäre zwischen den Zeilen ein, denn Vincents Befürchtungen, durch seinen neuen Job in Schwierigkeiten zu geraten, scheinen alles andere als abwegig. Man ahnt nicht, wohin alles führen wird und wie die unterschiedlichen Verbrechen, die man beobachtet, miteinander in Verbindung gebracht werden könnten. Der Autor greift außerdem Themen auf, die zum Nachdenken anregen. Die Spannung ist durchgehend spürbar und gipfelt in einem rasanten Finale.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und da sich bei diesem Exemplar beide Elemente mischen, kam ich hier voll und ganz auf meine Kosten. Die rasanten Szenenwechsel haben mich förmlich durch das Buch getrieben, sodass ich einige spannende Lesestunden damit verbringen konnte und ganz nebenbei noch zum Nachdenken angeregt wurde.