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Veröffentlicht am 09.02.2018

Humorvolle Geschichte für Zwischendurch

Die Königin von Lankwitz
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Bea und Irene sind gerade aus dem Knast entlassen. Nun stellt sich die Frage, wie beide ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Irene war vor ihrem Knastaufenthalt im KaDeWe angestellt und hat dort äußerst ...

Bea und Irene sind gerade aus dem Knast entlassen. Nun stellt sich die Frage, wie beide ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Irene war vor ihrem Knastaufenthalt im KaDeWe angestellt und hat dort äußerst erfolgreich Dessous an den Mann, bzw. die Frau, gebracht. Nachdem sie aber ihren Ehemann im Rückwärtsgang mit dem Auto erledigt und dafür gesessen hat, ist an eine Rückkehr in das Berliner Kaufhaus sicher nicht zu denken. Deshalb kommt den beiden Frauen die Idee, Irenes Talent, im Umgang mit Fahrzeugen, dafür zu nutzen, anderen Frauen zu helfen. Kleinere oder größere Unfälle, die dafür sorgen, lästige Konkurrenten, unerträgliche Chefs oder verhasste Ehemänner aus dem Weg zu räumen, bzw. ihnen so einen Denkzettel zu verpassen, bilden das Angebot der Ich-AG, die Bea und Irene gründen. Zunächst läuft auch alles nach Plan, doch dann geraten die beiden ins Visier der Konkurrenz-Agentur "Revanche".....

Der Einstieg in diesen skurrilen Roman gelingt mühelos. Denn es macht einfach Spaß, die beiden Heldinnen beim Aufbau ihrer neuen Existenz zu beobachten. Auch wenn man es kaum glauben mag, wird schnell klar, dass die beiden Prinzipien haben. Das Geschäft läuft zunächst gut, sodass man sich entspannt zurücklehnen und den schwarzen Humor genießen kann.

Der Schreibstil ist kurz und knackig. Die Geschichte wird temporeich erzählt und da die beiden Heldinnen keine Heiligen sind, stört man sich auch nicht an der teilweise etwas derberen Wortwahl. Im Gegenteil, denn dadurch wirkt das Ganze noch authentischer. In dieser Erzählung trifft man auf ganz unterschiedliche Charaktere, die für Abwechslung sorgen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, denn es hat den Anschein, dass Bea und Irene auf ihrer Meisterinnen treffen. Doch mit Dirty-Irene aus Lankwitz sollte man sich lieber nicht anlegen.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Denn die Geschichte startet sehr humorvoll und deshalb habe ich mich oft dabei erwischt, dass ich spontan grinsen musste. Allerdings muss ich zugeben, dass es auch Szenen gab, bei denen ich mich ein wenig gelangweilt und auf mehr Humor gehofft habe. Das große Finale wirkte auf mich leider auch ein wenig zu gehetzt. Da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Der Schreibstil gefiel mir allerdings sehr gut. Denn er passte sehr gut zur skurrilen Geschichte und den beiden Hauptprotagonistinnen. Als humorvolle Lektüre für Zwischendurch ist dieses Buch auf jeden Fall geeignet, da man gut unterhalten wird uns so manches Mal unverhofft schmunzeln muss.

Veröffentlicht am 09.02.2018

Spannender Serienauftakt

Schlüssel 17
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Im Berliner Dom wird die grausam zugerichtete Leiche der Dompfarrerin gefunden. Sie hängt in der Kuppel und trägt einen Schlüssel um den Hals, in dem die Zahl 17 eingraviert ist. Tom Babylon vom LKA trifft ...

Im Berliner Dom wird die grausam zugerichtete Leiche der Dompfarrerin gefunden. Sie hängt in der Kuppel und trägt einen Schlüssel um den Hals, in dem die Zahl 17 eingraviert ist. Tom Babylon vom LKA trifft als einer der ersten Ermittler vor Ort ein. Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er den Schlüssel entdeckt. Denn mit so einem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola und wurde nie mehr gesehen. Tom Babylon will diesen Fall um jeden Preis. Doch ein unliebsamer Kollege leitet die Ermittlungen und Tom bekommt die Psychologin Sita Johanns an die Seite gestellt, die ihn, und seine Ermittlungen, genau im Auge behalten soll. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse, denn der Täter schlägt erneut zu und es hat den Anschein, dass er auf einem Rachefeldzug ist.....

"Schlüssel 17" ist der Auftaktband zu einer neuen Reihe um den Ermittler Tom Babylon. Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich, durch einen spannenden Prolog, sofort mitten im Geschehen. Das Interesse wird dadurch sofort geweckt, sodass man bereits früh in den Sog der Handlung gerät.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Handlung stehen natürlich die aktuellen Ermittlungen in der Gegenwart. Doch es gibt auch immer wieder Rückblicke in Tom Babylons Vergangenheit, sodass sich diese beiden Handlungsstränge nach und nach miteinander verknüpfen. Beide Stränge sind durchgehend interessant. Dem Autor gelingt es hervorragend, immer nur ein wenig preis zu geben, sodass man fast bis zum Schluss im Dunkeln tappt und bei den eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen anstellt, oft neu ansetzen und die erhaltenen Informationen nochmals sortieren muss. Wer hier zu den Guten oder den Bösen gehört, ist nämlich gar nicht so leicht zu durchschauen. Beim Lesen ist man deshalb hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll. Da man dem Ganzen aber auf den Grund gehen möchte, macht das den besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Man klebt förmlich an den Seiten und mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Besonders Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns wirken sehr sympathisch. Man kann sich gut mit den beiden identifizieren und verfolgt deshalb gespannt die Jagd nach dem Killer. Der Schreibstil ist außerdem sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb problemlos in das spannende Geschehen eintauchen. Hochspannung und Nervenkitzel sind bei diesem Thriller garantiert. Das Ende überzeugt mit einem rasanten Showdown und lässt auf ein baldiges Wiedersehen mit dem sympathischen Tom Babylon hoffen.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Bei diesem Exemplar habe ich mich besonders gut und spannend unterhalten gefühlt. Denn, einmal angefangen, geriet ich förmlich in den Sog der Handlung und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Spannung und Nervenkitzel waren für mich allgegenwärtig, sodass ich den Thriller beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb alle fünf Sternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Düster und geheimnisvoll

Böse Schwestern
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Nach ihrem Zusammenbruch fährt die Kriminalreporterin Ellen Tamm zu ihrer Mutter. Es ist das erste Mal, dass sie nach langer Zeit ihre alte Heimat besucht. Noch immer macht ihr der ungeklärte Tod ihrer ...

Nach ihrem Zusammenbruch fährt die Kriminalreporterin Ellen Tamm zu ihrer Mutter. Es ist das erste Mal, dass sie nach langer Zeit ihre alte Heimat besucht. Noch immer macht ihr der ungeklärte Tod ihrer Zwillingsschwester, die im Alter von 8 Jahren starb, zu schaffen. Die Dämonen ihrer Vergangenheit geben einfach keine Ruhe. Ein Therapeut soll ihr helfen, die damaligen Ereignisse zu verarbeiten. Doch schon auf der Heimfahrt stößt Ellen auf einen mysteriösen Mordfall. Die Leiche einer unbekannten Frau wird gefunden und Ellen setzt alles daran, die Identität der Frau und die Umstände ihres Todes zu klären....

Nach "Glücksmädchen" ist "Böse Schwestern" der zweite Band, in dem man die Kriminalreporterin Ellen Tamm bei ihrer Arbeit beobachtet. Da die Fälle, die im Mittelpunkt stehen, in sich abgeschlossen sind, kann man die Bände unabhängig voneinander lesen.

Auch in diesem Psychothriller verwendet Mikaela Bley unterschiedliche Perspektiven. Man beobachtet abwechselnd die Hauptprotagonistin Ellen Tamm, die Lehrerin Hanna, die Mutter von zwei Kindern ist und mit Stoffe zusammenlebt, und die Hausfrau Alexandra, die mit ihrem Mann Patrik, ihren beiden Kindern und der Schwiegermutter unter einem Dach lebt. Die Handlung ist in Kapitel unterteilt, die mit dem jeweiligen Tag, der Uhrzeit und dem Namen der Person gekennzeichnet sind, der man gerade über die Schulter schaut. Zunächst ist nicht klar, wie diese unterschiedlichen Stränge zusammenhängen könnten. Doch das Interesse am Fall wird dadurch sofort geweckt. Die wechselnden Perspektiven sorgen außerdem dafür, dass die Geschichte temporeich erzählt wird.

Der Einstieg in die Handlung gelingt relativ mühelos, da man unbedingt erfahren möchte, was es mit dem geheimnisvollen Mord auf sich hat. Außerdem schwebt zwischen den Zeilen eine angespannte Atmosphäre. Man hat sofort das Gefühl, dass in dem kleinen Ort, der auf den ersten Blick recht idyllisch wirkt, irgendetwas nicht stimmt. Denn die Kinder des Orts scheinen äußerst aggressiv zu sein. Deshalb stellt man sich die Frage, was da los ist und wie sich das in die Handlung einfügen mag. Die Autorin legt einige Spuren aus, denen man beim Lesen bereitwillig folgt, doch was wirklich geschah und wie alles zusammenhängt, ist nicht so leicht zu entschlüsseln. Man tappt also lange Zeit im Dunkeln und wird zum Schluss noch mit einer unerwarteten Wendung konfrontiert.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Die Charaktere sind nur schwer einzuschätzen. Das bezieht sich auch auf die Hautprotagonistin Ellen, denn auch sie betrachtet man zunächst distanziert. Ihre Vergangenheit belastet sie schwer und außerdem schaut sie, jedenfalls am Anfang des Buchs, ziemlich häufig zu tief ins Glas, so dass es nicht leicht fällt, sich mit ihr zu identifizieren. Das legt sich allerdings im Verlauf der Handlung.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Am Anfang hatte ich zwar meine Schwierigkeiten mit der Hauptprotagonistin, doch das hat sich dann zum Glück gelegt. Ich habe gespannt beobachtet, wie sich die Handlungsfäden miteinander verknüpfen und bis zur Auflösung gerätselt, wie wohl alles enden wird. Deshalb konnte ich das Buch zum Schluss gar nicht mehr aus der Hand legen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier von fünf möglichen Sternchen.

Veröffentlicht am 04.02.2018

Empfehlenswert!

Befreiungsschlag
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Der 17-jährige Maik hängt am liebsten mit seiner Clique ab und wenn ihm einer dumm kommt, dann schlägt Maik zu. Doch damit muss jetzt Schluss sein, denn nach einer besonders aggressiven Prügelei landet ...

Der 17-jährige Maik hängt am liebsten mit seiner Clique ab und wenn ihm einer dumm kommt, dann schlägt Maik zu. Doch damit muss jetzt Schluss sein, denn nach einer besonders aggressiven Prügelei landet er vor Gericht. Die Jugendstrafe wird zwar zur Bewährung ausgesetzt, um die Auflagen zu erfüllen, muss Maik allerdings Sozialstunden und ein Antigewalt-Training absolvieren. Auf dieses Psychogeschwätz, dass ihn, seiner Meinung nach, eh nicht weiterbringen wird, hat er allerdings überhaupt keine Lust. Als ihm dann aber bewusst wird, dass er dann in den Knast muss, entscheidet sich Maik dafür, dass das AGT wohl doch die bessere Alternative ist. Ohne große Motivation rafft er sich schließlich dazu auf und geht davon aus, dass die Trainer sich bestimmt schon ihre Meinung über ihn gebildet haben und dass das zu erwartende Psychogeschwätz ihm gewaltig auf die Nerven gehen wird. Doch dann kommt alles ganz anders....

Uwe Zissener ist Dipl.-Sozialarbeiter, Erlebnispädagoge, Mediator und AGT-Trainer. Er arbeitet seit Jahren in der Gewaltprävention und als Antigewalt-Trainer. Stefan Gemmel ist einer der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Er hat Uwe Zissener und seine Kollegen ein Jahr lang, mit dem Einverständnis der Teilnehmer, beim AGT-Training begleitet. Aus diesen Erfahrungen, bei denen er die Höhen und Tiefen und die Erfolge und Rückschläge, hautnah miterleben konnte, ist dieser Roman entstanden.

Da man beim Lesen merkt, wie viel Herzblut und Realität in Maiks Geschichte steckt, ist man von ersten Moment an mitten im Geschehen und verfolgt gespannt, welche Erfahrungen Maik sammelt und wie es überhaupt dazu kam, dass er zum aggressiven Schläger wurde, der seine Probleme nur auf diese Art lösen konnte. Obwohl Maik wahrlich kein Unschuldslamm ist, gelingt es dem Autoren hervorragend, ihn so zu beschreiben, dass er nicht unsympathisch wirkt. Man blickt hinter Maiks Fassade und bekommt dabei lebendige Einblicke in seine Gedanken und Gefühle. Obwohl man selbst seine Probleme wohl anders lösen würde, wird nachvollziehbar vermittelt, wie es bei Maik dazu kommen konnte.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und gerät schon bald in den Sog der Ereignisse. Man fiebert mit Maik mit und leidet mit seiner Mutter, die es alles andere als leicht hat, mit. Die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sich mit ihnen und all ihren Problemen identifizieren kann. Die Einblicke in das Antigewalt-Training und die Prozesse, die dadurch ausgelöst werden, sind so interessant, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag. Natürlich gibt es auch Rückschläge. Doch auch das wird realistisch vermittelt, sodass dieser Roman noch glaubhafter wirkt.

Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen und mochte es nach kurzer Zeit kaum noch aus der Hand legen. Ich habe selbst Kinder im Teenager-Alter und deshalb vieles, was so in den Schulen "abgeht", wiedererkannt. Deshalb konnte ich Maiks Werdegang glaubhaft nachvollziehen und habe wütend über das, was Mobbing auslösen kann, nachgedacht. Dieses Buch halte ich für sehr wichtig und würde mir deshalb wünschen, dass es als Schullektüre in den Klassen gelesen wird. Denn auch die Lehrer könnten daraus einige Denkanstöße für sich mitnehmen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb auch alle fünf Bewertungssterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Spannender Krimi

Stets sollst du schweigen
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Die Sozialarbeiterin Anna-Karin Ehn verschwindet spurlos. Ihr Mann ist verzweifelt und meldet seine Frau vermisst. Er hat große Angst, dass Anna-Karin etwas zugestoßen sein könnte, da sie bei ihrer Arbeit ...

Die Sozialarbeiterin Anna-Karin Ehn verschwindet spurlos. Ihr Mann ist verzweifelt und meldet seine Frau vermisst. Er hat große Angst, dass Anna-Karin etwas zugestoßen sein könnte, da sie bei ihrer Arbeit oft mit den Opfern häuslicher Gewalt zu tun hat und bereits bedroht wurde. Die Polizei hat Bedenken, dass Anna-Karin dem Vergewaltiger, der momentan sein Unwesen in der Gegend treibt, in die Hände gefallen sein könnte, obwohl das Verschwinden eigentlich nicht zu seinem bisherigen Vorgehen passt. Als Anna-Karins Mann das Auto seiner Frau an einer einsamen Stelle im Wald findet, gerät er selbst ins Visier der Ermittlungen. Von Anna-Karin selbst fehlt weiterhin jede Spur. Da in dem Wagen Blutspuren gefunden werden, drängt die Zeit......

"Stets sollst du schweigen" ist nach "Still ruht der Wald" der zweite Band der Värmland-Krimireihe um Petra Wilander und ihr Ermittlerteam. Die Journalistin Magdalena Hansson, die in den Kriminalromanen "Das Mädchen im Schnee" und "Feuerteufel" der Polizei von Hagfors mehr oder weniger unter die Arme greift, ist bei dieser Reihe ebenfalls dabei. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können die Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die privaten Nebenhandlungen zu beobachten, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt auch ohne Vorkenntnisse aus den anderen Bänden relativ mühelos. Es gibt unterschiedliche Handlungsstränge, die nach und nach eingeführt werden. Im Zentrum der Handlung steht natürlich die Suche nach der verschwundenen Anna-Karin. Man bekommt aber auch einen recht ausführlichen Einblick in das Privatleben der Ermittler. Außerdem beobachtet man die Journalistin Magdalena Hansson, die, ohne es eigentlich zu wollen, mitten in die Ermittlungen gerät. Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Familie, die die Sozialarbeiterin Anna-Karin vor ihrem Verschwinden aufsuchen wollte, da Magdalena Hansson dort häusliche Gewalt vermutet. Durch die wechselnden Handlungsstränge wirkt die Erzählung abwechslungsreich und durchgehend interessant.

Die Spannung wird früh geweckt, da die Geschichte, durch die wechselnden Stränge temporeich erzählt wird. Man gerät in den Sog der Ereignisse und möchte unbedingt erfahren, was hinter dem Verschwinden von Anna-Karin steckt. Man stellt beim Lesen eigene Vermutungen an, doch der Fall bleibt lange geheimnisvoll und punktet zum Schluss mit einer Überraschung. Als Krimileser kann man hier richtig mitfiebern und wird nicht so schnell auf die Lösung kommen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Ermittlungen eintauchen. Die Charaktere wirken sehr lebendig. Durch die privaten Nebenhandlungen flacht die aufgebaute Spannung zwar manchmal ab, allerdings wirken auch diese Szenen interessant und helfen dabei, die Protagonisten besser einzuschätzen.

Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis sehr gut unterhalten und mochte ihn kaum aus der Hand legen. Denn das Rätsel um Anna-Karins Verschwinden hat mich in den Bann der Geschichte gezogen und ich wollte unbedingt erfahren, was dahinter steckt. Die Nebenhandlungen wirkten auf mich ebenfalls sehr interessant. Obwohl ich zugeben muss, dass mir manches etwas zu konstruiert und übertrieben erschien. Dennoch habe ich diesen Krimi innerhalb kürzester Zeit verschlungen und werde diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala erhält "Stets sollst du schweigen" vier von fünf möglichen Sternchen und eine klare Leseempfehlung.