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Veröffentlicht am 30.04.2017

Ein Weinberg zum Verlieben

Ein Weinberg zum Verlieben
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Kurzrezension zu Ein Weinberg zum Verlieben von Kayte Nunn

Titel: Ein Weinberg zum Verlieben
Autor: Kayte Nunn
Übersetzer: Ursula C. Sturm
Verlag: Piper
Genre: Liebesroman
Preis: Taschenbuch 9,99 € / ...

Kurzrezension zu Ein Weinberg zum Verlieben von Kayte Nunn

Titel: Ein Weinberg zum Verlieben
Autor: Kayte Nunn
Übersetzer: Ursula C. Sturm
Verlag: Piper
Genre: Liebesroman
Preis: Taschenbuch 9,99 € / ebook 8,99 €
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Isbn: 978-3492309691

Klappentext:

Das Schicksal meint es nicht gut mit Rose Bennett. Ihre Karriere als Spitzenköchin endete abrupt, nun wendet sie Burger im Sekundentakt. Als sie dann auch noch von ihrem Freund sitzen gelassen wird, reicht es ihr. Kurz entschlossen bucht sie einen Flug. Ihr nächster Halt: eine australische Weinfarm im ländlichen Shingle Valley. Ihr nächster Job: die Verköstigung der dreiköpfigen Winzersfamilie. Und mit einem Mal scheint sich der Wind in ihrem Leben zu drehen. Denn Rose kocht sich nicht nur in die Herzen der Kinder, auch der junge Winzer ist für ihre Rezepte und Reize durchaus empfänglich.

Meinung:

Der Titel hatte mich bereits in den Frühjahresvorschauen angesprochen und durfte dann am Welttag des Buchs bei mir einziehen. Es handelt sich bei „Ein Weinberg zum Verlieben“ um einen netten Sommerroman, dem es insgesamt an Tiefgang gefehlt hat.

Nunns Schreibstil ist zwar recht schlicht, bringt die Geschichte trotzdem schnell voran. Die landschaftlichen Beschreibungen des Guts und seiner Umgebung konnten mir auch recht gut gefallen. Leider blieben der Gefühle der Charaktere auf der Strecke. Mit Rose konnte ich noch am meisten anfangen, alle anderen blieben leider relativ blass. Die eigentliche Story ist nicht neu und aufgrund seiner Thematik folgt sie einem gewissen Script, nach welchem schon unzählige Bücher der Art verfasst worden sind. Jemand gibt vor etwas zu sein, was er nicht ist, das Geheimnis wird gelüftet, es gibt Ärger im Paradise, der Ärger wird beseitigt. Wenn wenigstens die Figuren liebevoll ausgearbeitet und nette Nebenhandlungen eingeführt werden, kann ich gerne darüber hinwegsehen. Die Hauptgeschichte plätschert jedoch ohne große Spannungen vor sich hin und wirklich interessante Nebensächlichkeiten, wie ein Kuchenbackwettbewerb, werden viel zu schnell abgehandelt. Im Ganzen mochte ich den Roman, in seine Einzelheiten aufgeteilt gab es allerdings zu viele Kleinigkeiten, die mich gestört haben.

Fazit:

„Ein Weinberg zum Verlieben“ ist ein solides Erstlingswerk, bei dem sich der Wohlfühlcharakter, den solche Bücher ausstrahlen sollen, leider nicht einstellen konnte. Als Strandlektüre beschert er aber sicher einige unterhaltsame Stunden.

Veröffentlicht am 28.04.2017

Royal Me 1

Royal Me
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Rezension zu Royal Me 1 von Tina Köpke

Titel: Royal Me: The Masquerade
Autor: Tina Köpke
Verlag: Selbstverlag
Seiten: 156
Genre: New Adult
Preis: TB 5,92 € / ebook 1,49 €
Erscheinungsdatum: 03.12.2016
Isbn: ...

Rezension zu Royal Me 1 von Tina Köpke

Titel: Royal Me: The Masquerade
Autor: Tina Köpke
Verlag: Selbstverlag
Seiten: 156
Genre: New Adult
Preis: TB 5,92 € / ebook 1,49 €
Erscheinungsdatum: 03.12.2016
Isbn: 978-1540715098

Klappentext:

Als in einer Liveübertragung die Erbin des russischen Throns enthauptet wird, geraten die Säulen der Monarchie ins Wanken. Bedroht durch eine terroristische Rebellengruppe, die kein höheres Ziel hat, als den Sturz der weltweiten Kronen, sehen sich die Könige und Königinnen gezwungen, die Thronfolger nach Schottland auf die Isle of Mull zu schicken. Hier glaubt man sie sicher, eingeschlossen von Gewässern, Klippen, Schafen und alten Ruinen. Dass die jungen Erwachsenen durch ihre Gefühle und Abenteuer jedoch selbst zunehmend eine Gefahr darstellen würden, hatte man nicht eingeplant.

Meinung:

Über Twitter bin ich auf die Autorin und ihre Werke aufmerksam geworden. Das Grundkonzept ähnelt sehr der „Selection“ Reihe von Kiera Cass, die ich doch sehr schwach fand. Und auch „Royal Me“ leidet unter ähnlichen Schwächen, aufgrund derer mir die Geschichte nicht gefallen konnte. Der Aufhänger der Story hatte mein Interesse geweckt, doch leider weiß er sich nicht über den romantischen Teil hinwegsetzen zu können.

Die Ermordung der russischen Prinzessin und der dadurch entstandene Aufruhr führt dazu, dass sämtliche adlige Sprößlinge auf einen kleinen Flecken Erde in Schottland verfrachtet werden. Warum in sämtlichen Ländern ein monarchistisches System herrscht, oder wer genau die Rebellen sind, wird nicht erörtert. Ob hierauf in den weiteren Bänden genauer eingegangen wird kann ich nicht sagen, freue mich aber über Kommentare dazu.

Leider hatte die komplette Geschichte, die in diesem ersten Teil über 156 Seiten abgehandelt wird, auf mich einen Jugendlandheimeffekt. Die Bedrohung war nicht wirklich zu spüren. Die Verbindungen der Charaktere stand zu sehr im Fokus. Long story short: Ohne den Adelsaspekt hätte die Story genau so gut funktionieren können. Ich hatte zu viele Fragen und Zweifel. Warum werden alle Nachkommen der Adelshäuser zusammen an einen Ort gebracht, wenn doch so eine große Gefahr droht? Ein gezielter Angriff und das Ziel der Rebellen ist erreicht. Warum lässt man sie zu einem Ball gehen, obwohl man davon ausgehen kann, dass es dort Zwischenfälle gibt? Gleiches Ergebnis wie bei der Unterbringung.

Mit den Figuren konnte ich auch nicht warm werden, da es mir auf die geringe Anzahl von Seiten zu viele Charaktere waren, die auch noch alle ihren Teil der Geschichte aus der ersten Person erzählt haben. Gerade dann, wenn man alle auseinander halten kann, ist das Buch auch schon vorüber. Dies kann natürlich auch ein Anreiz sein, sich die weiteren Teile zu kaufen. Dieser Funke konnte bei mir jedoch nicht zünden. Und auch die Verbindungen untereinander waren schnell durchschaubar. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mich hier in den weitere Teilen noch etwas überraschendes erwarten könnte.

Für meinen persönlichen Geschmack war es zu viel von allem in zu kurzer Zeit. Ich bin mir bewusst, dass New Adult in der Regel komplett an den Haaren herbeigezogen ist. Daher greife ich mit meiner Buchauswahl auch häufig daneben. Aber ich weiß, dass es auch Ausnahmen dazwischen gibt und werde auch nicht die Hoffnung aufgeben, New Adult Romane mit einigermaßen plausibler Story zu finden. „Royal Me“ ist ein nettes Buch, dass man gut lesen kann, wenn es einem nichts ausmacht, dass viel von dem, was passiert, total unrealistisch ist. Wenn man genau auf der Suche nach Instant love, Intrigen und gut aussehenden Royals ist, kann man hier sicher nichts falsch machen. Aufgrund seiner Kürze eignet sich der Roman auch bestens, in einem Rutsch gelesen zu werden.

Am positivsten ist mir der Schreibstil von Tina Köpke in Erinnerung geblieben. Durch ihre lockere Art und den gradlinigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Deswegen werde ich auch gerne einen zweiten Versuch wagen, sollte sie etwas fernab der „Royal Me“ Reihe schreiben.

Fazit:

Ich bin leider mit völlig falschen Erwartungen an das Buch gegangen. Ich hatte gehofft, eine etwas tiefergehende Liebesgeschichte unter dramatischen Voraussetzungen vorzufinden, da mir die Grundidee zusagen konnte. Die Umsetzung war allerdings nicht nach meinen Geschmack und aus diesem Grund werde ich die Reihe nicht weiter fortsetzen. Fans von Selection oder Gossip Girl wird es aber wahrscheinlich besser als mir gefallen.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Überall bist du

Überall bist du
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Rezension zu Überall bist du…
… oder auch: wie mir die Klebezettel ausgingen

Titel: Überall bist du
Autor: Gerhild Stoltenberg
Verlag: Atlantik (Hoffmann und Campe)
Seiten: 272
Genre: Gegenwartsliteratur
Preis: ...

Rezension zu Überall bist du…
… oder auch: wie mir die Klebezettel ausgingen

Titel: Überall bist du
Autor: Gerhild Stoltenberg
Verlag: Atlantik (Hoffmann und Campe)
Seiten: 272
Genre: Gegenwartsliteratur
Preis: Hardcover 20,00 € / ebook 15,99 €
Erscheinungsdatum: 11.04.2017
Isbn: 978-3455600599

Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Klappentext:

Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.


Meinung:

Als ich die Anfrage zum rezensieren erhalten hatte, war mir von der Verlagsvorschau noch ungefähr der Klappentext in Erinnerung und ich wusste sofort: ja, dieses Buch willst du lesen. Nachdem es dann angekommen war, mussten erst einmal ein Haufen Bilder geschossen werden, da es wirklich ein sehr tolles Cover hat. Und dann begann ich zu lesen und lernte Martha kennen. Und war mir auf einmal nicht mehr so sicher, ob dieses Buch wirklich meins sein würde. Las trotzdem weiter… und verliebte mich in den Roman.

Gerhild Stoltenberg hat mit Martha eine Figur geschaffen, die wie aus dem Leben gegriffen scheint. Wahnsinnig liebenswert und gleichzeitig so fehlerhaft, dass ich sie - besonders zu Beginn des Romans - am liebsten angebrüllt hätte, sie solle endlich aufhören, die Augen vor der Realität zu verschließen.

„Warum will man mit jemanden zusammen sein, der das nicht will?“ - Seite 137

Auch wenn kein Städtename gefallen ist, erschließt sich schnell unsere Hauptstadt als Schauplatz des Geschehens. Überspitzte Erzählungen aus dem Alltagsleben der typischen Großstadtfamilien wirken gekonnt dem dramtatischen Trennungsschmerz entgegen. Genauso herrlich überzogen ist der Charakter des fünfjährigen Oskars, der schnell einen Platz in meinem Herzen fand. Jede Figur ist durchdacht und hervorragend in Szene gesetzt.

„Heutzutage stirbt ja kaum noch einer am Tod.“ - Seite 143

Bestimmte Elemente des Romans wirken gewollt inszeniert: Der Exfreund, den man bereits während der Rückblenden zu hassen beginnt und für all das Übel, welches Martha widerfährt, verantwortlich gemacht wird. Oder eben auch der altkluge fünfjährige, der einen Mix aus Gewissen und Wegweiser des Lebens fungiert.

Dann und wann ist die Rede davon, ein Buch genau zur richtigen Zeit lesen zu müssen, damit es einem für immer im Gedächtnis haften bleibt. Bei „Überall bist du“ ist dies der Fall. Als Mutter von zwei Kleinen Kinder konnte ich die Botschaft, die Stoltenberg vermitteln will, zwischen den Zeilen entdecken und diese wiederum haben einen Nerv bei mir getroffen.

„Meine Freundin Carla sagt immer: >Resignieren ist das neue Erwachsenwerden<.“ - Seite 53

Ursprünglich wollte ich nur die Stellen, die mir als besonders zitierfähig erschienen, markieren und dann in meine Rezension einfügen. So kam dann rasch ein Post It zum nächsten, denn dieser Roman ist so reich an Lieblingsstellen, dass ich sie euch am liebsten alle vorlesen würde. Da dies natürlich nicht geht - und ich eine furchtbare Vorlesestimme habe - müsst ihr euch wohl den Roman selbst besorgen um herauszufinden, was ihn so besonders macht.

Tom wollte ein geordnetes, überschaubares Hier und Jetzt und sicher keine unkalkulierbaren Erinnerungen an die Kindheit, die voller Sieg, aber eben auch voller Niederlagen waren. - Seite 87

Fazit:

„Überall bist du“ wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben denn er ist ein Roman, den ich aufgrund seiner Charaktere gleichzeitig geliebt und auch teilweise gehasst habe. Genau wie Martha habe ich mit ihm Höhen und Tiefen durchlebt. Auch wenn ich mir vielleicht ein anderes Ende gewünscht hätte, kann doch gut mit dem gewählten leben. Ich wünsche mir mehr Bücher, die so vielschichtige Gefühle in mir auslösen können und würde es definitiv zu meinen Highlights des Jahres zählen.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Manche Tage muss man einfach zuckern

Manche Tage muss man einfach zuckern
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Rezension zu Manche Tage muss man einfach zuckern

Titel: Manche Tage muss man einfach zuckern
Autor: Tamara Mataya
Übersetzer: Evelin Sudakowa-Blasberg
Verlag: Heyne
Genre: Liebesroman/ChicLit
Preis: ...

Rezension zu Manche Tage muss man einfach zuckern

Titel: Manche Tage muss man einfach zuckern
Autor: Tamara Mataya
Übersetzer: Evelin Sudakowa-Blasberg
Verlag: Heyne
Genre: Liebesroman/ChicLit
Preis: TB 9,99 € / ebook 8,99 €
Erscheinungsdatum: 10.04.2017
Isbn: 978-3453421691

Vielen Dank an Random House, Heyne und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Klappentext:

Dauersingle Sarah hat die fixe Idee, dass die große Liebe auf der Internetseite »Missed Connections« auf sie wartet. Die Plattform richtet sich an all diejenigen, die ihren Traumpartner schon auf den Straßen von New York gesehen haben, aber nicht mutig genug waren, ihn anzusprechen. Doch Sarahs Mr. Right hat sie wohl noch nicht entdeckt, und so fängt sie eine Affäre mit Jack an, dem attraktiven Bruder ihres Mitbewohners. Er schafft es, ein wenig unverbindlichen Spaß in ihr Leben zu bringen. Doch dann taucht ein anonymer Verehrer auf »Missed Connections« auf.

Meinung:

Der Umgangston im Roman ist sehr locker, weswegen man gut in die Geschichte hineinkommt. Leider ist das Buch ein Sammelsorium an Klischees, weswegen ich es selbst auch in den Bereich des ChicLits einordnen würde. Vom schwulen besten Freund bis zur biestigen Konkurentin auf der Arbeit ist alles vertreten. Wenn man darüber hinweg sehen kann ist es jedoch recht amüsant, da Sarah einen witzigen, liebenswerten und offenen Charakter hat. Und es zeigt mir mal wieder, warum ich ChicLit immer vor New Adult präferiert habe. Im Gegensatz zu letzterem, wo es einzig um die Anziehung - die beide Protagonisten für einander empfinden - geht, begleiten wird Sarah durch ihr Leben: Bei der Suche nach einem neuem Job und den Hinternissen, die dieser mit sich bringt, der Frage, wie es - nicht nur beziehungstechnisch - weiter gehen soll und eben auch auf der Suche nach Mr. Right.

Besonders hervorheben möchte ich das Cover der deutschen Taschenbuchausgabe, welches deutlich schöner gestaltet wurde, als das Cover der Originalausgabe. Das Originalcover impliziert einen typischen „Nackenbeißer“, was der Roman aber eindeutig nicht ist. Sowohl der Originaltitel „Missed Connections“, als auch der deutsche passen beide gut zum Roman. Was genau der vom deutschen Verlag gewählte mit der Geschichte zu tun hat, ist ein Insider des Buchs, den ich natürlich nicht verraten werde.

Der Schreibstil ist wie bereits oben angemerkt sehr locker. Der Humor fügt sich gut ein und passt zu den Charakteren und besonders Sarah.

>Seine Daumen streichen über meinen Nacken. „Wow. So einen verspannten levator scapulae habe ich noch nie erlebt.“ Seine Hände fühlen sich großartig an. „Ich wette, das sagst du zu allen Frauen.“ - Seite 114<

Die Idee der „Missed Connections“ finde ich generell sehr süß, ist jedoch keine Erfindung der Autorin, sondern gibt es tatsächlich so auf craiglist.com. Dies in einen Roman einzuarbeiten finde ich dennoch sehr originell und hat endlich mal einen frischen Wind in die Welt der Romance/New Adult/ChicLit Bücher gebracht.

Wer keine Erotik in Liebesromanen mag, sollte lieber zu einem Buch greifen. Hier hat natürlich jeder einen anderen Geschmack. Für mich schließt das eine das andere nicht aus und ich lese auch gerne darüber, es darf nur nicht der Bezug zur Realitität verloren werden. Was hier leider der Fall war, aber das bin ich aus den Büchern des Genres leider mittlerweile gewohnt und warte immer noch auf Bücher, die mit „echtem“ Sex aufwarten können.

Die negativsten Punkte sind die Klischeeelemente des Genres, die unbedingt eingefügt werden mussten: Ein Verwirrspiel, das leider von Anfang an durchschaubar war und eben genau so aufgelöst wurde, wie ich es erwartet habe sowie der typische (schwule) beste freund der nur dafür zu existieren zu scheint, um sich der Probleme der Protagonistin anzunehmen. Dazu zählen kann man noch die überspitze Darstellung der New Age Hippies und ihre Art der Unternehmensführung. Ich muss der Autorin allerdings zu Gute halten, dass ihre Protagonistin lernbereit ist und sich diesbezüglich selbst das ein oder andere Mal gescholten hat.

Noch eine Anmerkung meinerseits: Den Beruf „Anwaltsgehilfin“ gibt es schon sehr lange nicht mehr. Unsere Jobbezeichnung ist „Rechtsanwaltsfachangestellte“ und ich bekomme wirklich jedes Mal die Krise, wenn ich irgendwo Anwaltsgehilfin lesen muss. Die Bezeichnung ist total veraltet, denn seit 1996 steht „Rechtsanwaltsfachangestellte“ auf der Prüfungsurkunde. Das Umbenennen und zeitgemäße Anpassen von Berufsbezeichnungen mag für den ein oder die andere vielleicht lächerlich sein. Für den oder die es betrifft ist es aber jedes Mal ein Schlag ins Gesicht, da sie sich mit der veralteten bzw. falschen Bezeichnung in ihrer Kompetenz beraubt fühlen. Nicht, dass die Kolleginnen damals weniger gelernt haben, sondern die Wertschätzung war eine noch geringere. Ohne uns würden die meisten Kanzleien wahrscheinlich untergehen, auch wenn viele Rechtsanwälte das leider nicht zu schätzen wissen. Bevor das jetzt an dieser Stelle ausartet möchte ich einfach nur noch einmal darum bitten, dass Autoren und Verlage darauf achten, die Anwaltsgehilfen, Kindergärtner und Frisösen aus ihren Büchern zu nehmen.

Fazit:

Insgesamt bin ich gut unterhalten worden. Die Charaktere sind entweder liebenswert und sympathisch - trotz ihrer Macken und Vorbehalte - oder eben furchtbar überzeichnet, in ihrer Denkweise grotesk und sorgen so dafür, dass man sie - wie die Protagonistin auch - zum Feindbild erklärt. Die Liebesgeschichte ist trotz ihrer Vorhersehbarkeit niedlich und kratzt nicht nur an der Oberfläche. „Manche Tage muss man einfach zuckern“ ist ein solider ChicLit Roman, der sich bestens zum Entspannen in der Badewanne eignet.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Der Knochensammler

Der Knochensammler - Die Ernte
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Rezension zu Der Knochensammler von Fiona Cummins

Titel: Der Knochensammler - Die Ernte
Autor: Fiona Cummins
Übersetzer: Birgit Schmitz
Verlag: Fischer Scherz
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 14,99 € ...

Rezension zu Der Knochensammler von Fiona Cummins

Titel: Der Knochensammler - Die Ernte
Autor: Fiona Cummins
Übersetzer: Birgit Schmitz
Verlag: Fischer Scherz
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 14,99 € / ebook 12,99 €
Erscheinungsdatum: 23.03.2017
Isbn: 978-3651024991


Klappentext:

Er sammelt aus Leidenschaft. Knochen. Menschliche Knochen. Doch das Herzstück fehlt ihm noch in seiner Sammlung. Die Knochen von Jakey. Einem sechsjährigen Jungen, der am Münchmeyer-Syndrom leidet, einer seltenen Knochenkrankheit, die Jakeys Körper langsam verknöchern lässt ...

Meinung:

„Dann hoffen wir mal, dass alles heil bleibt“, sagte der Knochensammler. - Seite 137

„Der Knochensammler“ ist viel mehr als nur ein Thriller. Der Spannungsroman erzählt gekonnt von gescheiterten Persönlichkeiten und zersprungenen Beziehungen, ohne das es überladen wirkt - obwohl davon doch einiges zusammen kommt. Was bei anderen Büchern des Genres zu klischeehaften Figuren führt, bringt hier eine zusätzliche Schwere mit, die eine noch düstere Stimmung heraufbeschwört. Dabei ist der Aspekt, dass es sich beiden Opfern um Kinder handelt, schon erschlagend genug. Als Mutter von zwei kleinen Kindern blieb mir zeitweise vor Anspannung fast das Herz stehen. Ich kann zusammenfassend sagen, dass mich der Thriller sehr mitgenommen und fertig gemacht hat. Mein Sympathien waren hier auf jeden Fall bei einem der beiden Elternpaare. Ihre Trauer, Wut, Verzweiflung aber auch Hoffnung haben sich so auf mich übertragen, dass ich teilweise Pausen einlegen musste. Die Gefühle dieser Figuren werden glaubhaft und auf eine brutale Art und Weise rübergebracht. Dadurch, dass so viel Raum für die Gefühle der beiden geschaffen wurde, blieben jedoch andere Charaktere auf der Strecke. Besonders die leitende Ermittlerin bleibt, trotz der persönlichen Einflüsse aus ihrem Privatleben, bis zum Schluss sehr schemenhaft gezeichnet. Ich hoffe, in (anscheinend?) nachfolgenden Teilen eine bessere Bindung zu ihr aufbauen zu können.

„Muss ich sterben Daddy?“ - Seite 138

Geheimnisse werden im Verlauf eingestreut und erst nach und nach gelüftet, was Raum für eigene Spekulationen lässt und die Spannung noch einmal erhöht. Das Ende wartet mit einer Überraschung auf, mit der ich nicht gerechnet hätte und lässt auf weitere Bücher hoffen.

Negativ muss ich auf jeden Fall anmerken, dass der Buchrücken sehr instabil ist. Ich achte immer sehr darauf, keine Leserillen entstehen zu lassen, hier konnte ich es aufgrund des dünnen Rückens jedoch leider nicht vermeiden.

Fazit:

„Der Knochensammler - Die Ernte“ ist ein rasanter, brutaler und schockierender Thriller, dessen Stärke und gleichzeitig Schwäche die Figuren sind. Es ist kein perfekter Thriller aber durch seinen konstant aufrecht gehaltenen Spannungsbogen und den erschreckend echten Gefühlen der Eltern gibt es eine eindeutige Leseempfehlung meinerseits.