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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Großartiger Auftakt

Gelöscht
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Normalerweise bin ich kein besonders großer Fan von Dystopien und mache meistens einen großen Bogen um diese. Zuletzt hat sich dies jedoch ein bisschen geändert und somit habe ich u.a. auch „Gelöscht“ ...

Normalerweise bin ich kein besonders großer Fan von Dystopien und mache meistens einen großen Bogen um diese. Zuletzt hat sich dies jedoch ein bisschen geändert und somit habe ich u.a. auch „Gelöscht“ von Teri Terry eine Chance gegeben – und ich habe es nicht bereut. Ich muss zugeben, dass ich im Vorfeld keinerlei Erwartungen an das Buch hatte und diesem ein wenig skeptisch gegenüber stand, aber wie sich herausgestellt hat, war dies absolut nicht nötig, denn „Gelöscht“ ist ein phantastisches Buch, welches mich direkt in seinen Bann ziehen konnte.

Teri Terry benutzt hierbei eine sehr angenehme Sprache, die leicht und verständlich ist. Die Slater, die Terroristen, sowie die Regierung werden gut beschrieben, man kommt bei den Geschehnissen gut mit und man lernt ein vollkommen anderes London kennen, als man bislang kannte. Die Geschichte liest sich oftmals düster, sehr spannend und vor allem wahnsinnig interessant. Die Figuren werden ausführlich beschrieben, die Dialoge sind stimmig und flüssig und regen so manches Mal zum Nachdenken an und auch sonst mag bei „Gelöscht“ sehr vieles zusammenpassen. Man merkt der Autorin an, wie viele grandiose Ideen sie hierbei hatte und diese mehr als gut umgesetzt wurden.

Mit Kyla lernt man eine Protagonistin kennen, die sehr sympathisch ist, aber auch viele Geheimnisse in sich trägt. Sie wurde von der Regierung geslated, was bedeutet, dass sämtliche Erinnerungen an ihr Leben ausgelöscht wurden und sie ein vollkommen neues Leben beginnen muss. Sie bekommt neue Eltern, neue Geschwister, die sie nicht kennt und die auch in ihrem vorherigen Leben keine Bedeutung hatten. Geslated werden immer nur Jugendliche, die schwere Verbrechen begangen haben und durch das Slating eine zweite Chance im Leben erhalten. Dabei müssen sie ein sogenanntes Levo tragen, welches die Stimmung des jeweiligen Slaters aufzeichnet und diesen evtl. sogar ausschaltet, falls dieser nicht die Regeln einhält, die von der Regierung vorgeschrieben sind. Kyla merkt schnell, dass sie anders als die anderen geslateten Jugendlichen ist. Während andere immer lächeln und anscheinend stets glücklich sind, erinnert sich Kyla stellenweise an ihr altes Leben und muss dies vor allen Menschen verbergen. Aber ist Kyla tatsächlich eine Terroristin gewesen oder wurde bei ihr ein Fehler gemacht? Ihre neue Schwester Amy, die ebenfalls geslated wurde, ihre neuen Eltern, sowie ihre Freunde Ben und Jazz werden ebenfalls sehr gut beschrieben und man lernt sie gut kennen. Auffällig ist dabei, dass man nie genau weiß, welchen Personen man hier eigentlich trauen kann. Jeder für sich scheint seine ganz eigenen Geheimnisse zu haben, sodass man auch als Leser ständig überlegt, wer auf der „guten“ und auf der „bösen“ Seite steht.

Mir hat die Idee mit dem Slating sehr gut gefallen, was ich zunächst nicht erwartet hätte. Ich habe zwar im Vorfeld einiges darüber gelesen, jedoch war ich mir unsicher, ob die Geschichte in meinen Augen funktionieren kann. Mittlerweile bin ich jedoch sehr froh darüber, dass ich mich in der Hinsicht getäuscht habe, denn die Ideen wurden von der Autorin mehr als gut umgesetzt, sodass die Geschichte unvorhersehbar verläuft und man nie weiß, wem man trauen kann. Auch die Regierung und die sogenannten Terroristen, die für ein Leben ohne Slating und ohne Kontrolle kämpfen, haben mir sehr gut gefallen. Obwohl auf den ersten Blick zunächst klar ist, wer hier die Guten und wer die Bösen sind, merkt man im Laufe der Geschichte, dass doch nicht immer alles so ist, wie man zunächst gedacht hat. Von daher habe ich die vielen kleinen Überraschungsmomente sehr genossen und mit Spannung verfolgt.

Die Covergestaltung hat mir dagegen leider nicht gefallen und war u.a. auch ein Grund, weshalb ich dieses Buch so lange nicht lesen wollte. Ich hätte mir hier ein aussagekräftigeres Cover gewünscht. Die Abbildung von Kyla allein reicht mir hier nicht aus. Die Kurzbeschreibung ist dagegen sehr gelungen und fasst die wichtigsten Themen zusammen, ohne dabei zu viel zu verraten.

Insgesamt ist „Gelöscht“ ein sehr guter Auftakt der „Slated“-Trilogie, der mit vielen Ideen, einer brillanten Umsetzung und vielseitigen Figuren bestückt ist. Ein oftmals düsteres Szenario sorgt ebenfalls dafür, dass die Geschichte stets spannend ist, sodass ich dieses Buch nur empfehlen kann. Wer Dystopien mag, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Süße Geschichte

Girl Online
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„Girl Online“ lag leider schon viel zu lange ungelesen auf meinem SUB, sodass ich das Buch endlich aus meinem Regal befreien und dementsprechend auch lesen wollte. Da ich bereits sehr viele positive Rezensionen ...

„Girl Online“ lag leider schon viel zu lange ungelesen auf meinem SUB, sodass ich das Buch endlich aus meinem Regal befreien und dementsprechend auch lesen wollte. Da ich bereits sehr viele positive Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch und am Ende war ich von Zoe Suggs Debüt sehr begeistert.

Es gibt hierbei jedoch einen großen Punkt, der mich stört: Es heißt zwar immer, dass die Ideen alle von Zoe Sugg stammen, allerdings wurde das Buch nicht von ihr, sondern von einer doch recht bekannten Autorin, nämlich Siobhan Curham, geschrieben. Es ist von daher für mich recht schwer zu unterscheiden, wer nun tatsächlich welchen Anteil an der Geschichte hat. Ich hätte es von daher interessant gefunden, wenn Zoe Sugg die Geschichte auch tatsächlich selbst geschrieben hätte.

Ein weiterer Kritikpunkt: Ich mag die Geschichte zwar sehr, allerdings habe ich mir hier deutlich mehr Blogartikel von Penny gewünscht, denn leider veröffentlicht sie nur einmal pro Woche einen Artikel, was ich anhand der Kurzbeschreibung doch als sehr wenig empfand. Hier habe ich eher erwartet, dass das Buch mehr aus Blogartikeln, Kommentaren und Emails bestehen würde.

Dennoch: Auch wenn ich jetzt erst einmal gemeckert habe, muss man dieses Buch einfach nur mögen, denn die Geschichte wird nicht nur sehr lebhaft erzählt, sondern deckt auch nahezu alle typischen Teenie-Dramen ab, die einem nur so passieren können: Der erste Liebeskummer, zerbrochene Freundschaften, Ängste, wenig Selbstbewusstsein und die Suche nach sich selbst.

Penny hat mir in der Geschichte sehr gut gefallen, denn ich mochte sowohl ihr Pseudonym als auch sie selbst, denn sie ist alles andere als fehlerfrei, springt oftmals geradezu in die Fettnäpfchen hinein und ist dabei wahnsinnig sympathisch. Gleiches gilt auch für ihre Familie und dem „Brooklyn-Boy“ Noah, die ich ebenfalls interessant fand. Mein absoluter Favorit ist allerdings Pennys Nachbar und bester Freund Elliot, der mich immer wieder mit seiner doch eher flippigen Art zum Lachen brachte. Zwar wird sich besonders bei ihm an sehr vielen Klischees bedient, allerdings hat mich dies kaum gestört, da ich ihn einfach unglaublich sympathisch finde.

Die Idee, dass Penny auf ihrem Blog ganz sie selbst sein kann, fand ich sehr mutig, gleichzeitig aber auch traurig, denn normalerweise sollte sie immer sie selbst sein, zu sich stehen und das nötige Selbstvertrauen haben, denn sie ist eine so tolle Figur, die sich vor anderen nicht zu verstecken braucht. Durch falsche Freunde, die sie immer wieder klein reden, ist sie allerdings lieber unter ihrem Pseudonym „Girl Online“ unterwegs, was sich jedoch auch immer mehr ändert, nachdem sie gemeinsam mit ihrer Familie und Elliot nach New York fliegt, um dort eine Hochzeit im Stil der zwanziger Jahre auszurichten.

Natürlich darf in so einem Buch auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen und diese wurde hier sehr gut in die Geschichte hineingearbeitet, sodass sie nicht fehl am Platz wirkt. Zwar fand ich, dass es hier und da etwas zu schnell ging, aber auch dies scheint in der heutigen Zeit bei Teenagern ganz normal zu sein, sodass der Verlauf zwischen Noah und Penny wohl reine Geschmacksache ist. Da ich beide Figuren allerdings sehr gern habe, sei es ihnen gegönnt.

Das Cover ist ein wahrer Hingucker, denn die vielen kleinen Fotos passen perfekt zu Penny und ihrem Leben, gleiches gilt auch für die Farbe, die sehr mädchenhaft wirkt und dadurch gut zur Geschichte passt. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen, da sie sich gut und stimmig liest.

Abschließend kann man sagen, dass „Girl Online“ eine zuckersüße Geschichte ist, die sämtliche Teenager-Themen abdeckt und somit sicherlich auch zukünftig noch eine große Leserschaft finden wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Highlight

Love Letters to the Dead
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„Love Letters to the Dead“ gehört zu den Büchern, die ich in diesem Jahr unbedingt lesen wollte. Die Kurzbeschreibung und das wunderschöne Cover haben mich schon so lange angesprochen, sodass ich die Geschichte ...

„Love Letters to the Dead“ gehört zu den Büchern, die ich in diesem Jahr unbedingt lesen wollte. Die Kurzbeschreibung und das wunderschöne Cover haben mich schon so lange angesprochen, sodass ich die Geschichte kaum noch abwarten konnte. Zum Glück habe ich das Buch nun endlich gelesen und ich bin genauso begeistert, wie ich es zuvor gehofft habe – wenn nicht sogar noch mehr.

Meine Erwartungen an Ava Dellairas Debüt waren schon beinahe utopisch hoch, von daher standen die Chancen nicht schlecht, am Ende tatsächlich enttäuscht zu werden. Zum Glück ist dies nicht eingetroffen, denn die Autorin konnte mich mit einem wunderbaren Schreibstil, interessanten und vielseitigen Figuren, sowie wunderschönen Briefen zutiefst beeindrucken. Bücher, die lediglich aus Briefen bestehen, habe ich schon immer sehr gemocht, von daher war ich sehr gespannt, wie diese umgesetzt wurden und ich muss sagen, dass es mir sehr gefallen hat. Obwohl es Briefe sind, wird in diesen dennoch immer wieder die Geschichte weitererzählt, sodass es nie zu langatmigen Momenten kommt. Dabei werden die einzelnen Figuren so gut präsentiert, dass ich am Ende tatsächlich das Gefühl hatte, fast jede von ihnen zu kennen.

Laurel bekommt in der Schule die Aufgabe, einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit zu schreiben. Während viele andere an verstorbene Präsidenten schreiben, entscheidet sie sich für Kurt Cobain, seines Zeichens ehemaliger Frontman von Nirvana. In diesem Brief schüttet sie sich ihr Herz aus und berichtet über den Tod ihrer geliebten Schwester, ihrer Einsamkeit, seit ihre Mutter nach Kalifornien gezogen ist und ihre Sorgen, keine Freunde an der neuen High School finden zu können. Da ihr der Brief gut tat, entscheidet sie sich mit dem Schreiben weiter zu machen und schreibt weitere Briefe an verstorbene Menschen. Dabei werden dann u.a. auch die Musikerinnen Amy Winehouse, Janis Joplin, der Schauspieler River Phoenix und viele weitere Persönlichkeiten angeschrieben. Lediglich May, die sie so schmerzlich vermisst, schreibt sie dagegen nicht an, da sie dafür noch nicht bereit ist – auch wenn sie weiß, dass dieser Brief unumgänglich ist.

Im Laufe der Zeit macht Laurel erstaunliche Fortschritte: Sie freundet sich mit Natalie und Hannah an, verliebt sich in den geheimnisvollen Sky und findet in der Schule immer mehr Anschluss. Lediglich das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter bleibt weiterhin kritisch, da sie sich im Stich gelassen fühlt. Gleichzeit erlaubt sich Laurel aber auch immer wieder kleinere und größere Fehler, denn sie versucht ihre Schwester zu kopieren und verliert dabei immer wieder sich selbst, sodass sie damit auch fast alles zerstört, was sie sich so hart erarbeitet hat.

Während ich Laurel von Anfang an sehr sympathisch fand und mit ihr mitfiebern konnte, hat es eine ganze Zeit lang gedauert, bis ich mich auch mit den anderen Figuren anfreunden konnte. Natalie und Hannah werden zwar immer wieder detailliert beschrieben und sind hervorragend ausgearbeitet, jedoch hatte ich bis zum Schluss das Gefühl, dass ich Natalie nicht kennengelernt habe. Bei Hannah ist dies zwar anders, allerdings hat sie mich am Anfang mit ihrer Art doch sehr genervt. Sky fand ich dagegen sehr interessant, auch wenn ich seine ganz eigene Geschichte stellenweise als sehr vorhersehbar empfand. Auch mit May hatte ich stellenweise meine Probleme. Sie ist zwar von der ersten Seite an immer spürbar, jedoch fand ich ihr Handeln nicht immer sympathisch, sodass ich dabei schon manchmal mit dem Kopf schütteln musste und nicht verstanden habe, wieso Laurel ihrer großen Schwester so nacheifern möchte.

Wer bei diesem Buch erwartet, dass es sich lediglich um eine Geschichte zweier Schwestern handelt, der täuscht sich gewaltig, denn in „Love Letters to the Dead“ geht es praktisch um alles: Um den Glauben an sich selbst, Freundschaften, Religion, die erste große Liebe, dem Erwachsenwerden und Trauerbewältigung. Dabei nimmt die Autorin uns Leser auf eine schonungslose und melancholische Reise auf der Suche nach sich selbst mit.

Das Cover besticht mit wunderschönen Farben und einer tollen Schriftart, sodass man es einfach anschauen muss. Das abgebildete Model, das Laurel darstellen soll, passt gut zu der beschriebenen Figur, sodass das Cover nahezu perfekt ist. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich direkt überzeugen, sodass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Insgesamt konnte mich „Love Letters to the Dead“ mit einer wunderbar melancholischen Stimmung, sowie interessanten und vielseitigen Figuren berühren und gleichzeitig beeindrucken. Für mich ist dieses 400 Seiten starke Werk bereits jetzt schon ein heißer Kandidat für den Titel „Jahreshighlight“, sodass ich dieses Buch nur jedem Menschen ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gute Geschichte mit einigen Schwächen

Nacht ohne Namen
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Jenny-Mai Nuyen und ich hatte es in der Vergangenheit nicht unbedingt leicht miteinander, denn ich konnte mich nicht immer mit ihren Büchern anfreunden. Dementsprechend neugierig war ich auf ihr neuestes ...

Jenny-Mai Nuyen und ich hatte es in der Vergangenheit nicht unbedingt leicht miteinander, denn ich konnte mich nicht immer mit ihren Büchern anfreunden. Dementsprechend neugierig war ich auf ihr neuestes Werk „Nacht ohne Namen“, denn die Kurzbeschreibung klang richtig gut, sodass ich ihrem Buch eine Chance geben wollte. An sich hat mir die Geschichte gut gefallen, allerdings muss ich leider auch sagen, dass mich die Geschichte nicht vollends überzeugen konnte und auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt.

Die Autorin besitzt einen angenehmen Schreibstil, der dafür gesorgt hat, dass ich durch den recht dicken Schinken relativ schnell geflogen bin. Die Dialoge waren stimmig und flüssig, die Figuren gut ausgearbeitet und auch die Orte wurden detailliert und spannend erzählt. Dennoch hätte man aus der Geschichte noch deutlich mehr machen können, denn das Potential war massenhaft vorhanden. Ich hatte nur stellenweise das Gefühl, dass die Autorin fast schon zu viele Ideen hatte und diese leider nicht alle unterbringen konnte, sodass das Buch an einigen Stellen noch unfertig wirkte. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Mischung aus Realität und Fantasy-Welt sehr gut gefallen hat.

Nicki, Tallis und Canon sind zwar an sich recht nette und gut ausgearbeitete Figuren, allerdings nicht immer sympathisch und somit wurde ich mit ihnen auch leider nicht warm, was ich persönlich sehr schade finde, denn hier wäre mehr drin gewesen. Ich mag es zwar sehr, wenn Menschen und Dämonen aufeinander treffen, da sich dieses oftmals sehr gut miteinander ergänzen, allerdings wollte der Funke hierbei auf mich nicht übergehen. Außerdem finde ich es sehr schade, dass ich so wenig über Canon erfahren durfte, obwohl er für die Geschichte und besonders für Nicki eine sehr wichtige Rolle spielt.

Das Cover ist sehr schön anzusehen und von den Farben her sehr ansprechend. Allerdings wusste ich zunächst nicht, wohin die Geschichte allein durch das Cover hinaus wollte. Die Kurzbeschreibung hat dagegen schon mehr Aussagekraft und konnte mich direkt überzeugen.

Insgesamt ist „Nacht ohne Namen“ eine gute Geschichte, die viele interessante Ansätze hat, mich jedoch nicht immer überzeugen konnte. Das Buch besitzt jede Menge Potential, allerdings wurde dies auf weiten Strecken nicht genutzt, sodass ich mich mit den Figuren leider nicht anfreunden konnte und die Geschichte bei mir wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Sehr schade, hier war mehr drin!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Enttäuschung!

Log out!
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Als ich vor ein paar Wochen das wunderschöne Cover von „LOG OUT!“ entdeckt habe, war ich sehr angetan. Durch eine Gewinnmöglichkeit durfte ich das Buch dann sehr schnell lesen, was jedoch ein Fehler war, ...

Als ich vor ein paar Wochen das wunderschöne Cover von „LOG OUT!“ entdeckt habe, war ich sehr angetan. Durch eine Gewinnmöglichkeit durfte ich das Buch dann sehr schnell lesen, was jedoch ein Fehler war, denn das Buch hat sich leider als Enttäuschung herausgestellt.

Normalerweise mag ich Bücher von Oliver Uschmann sehr, da er bislang immer einen sehr angenehmen und intelligenten Schreibstil hatte, bei „LOG OUT!“ war davon jedoch nicht besonders viel zu sehen. Allerdings würde ich dies nicht unbedingt Sylvia Witt zuschreiben, schließlich gehören immer beide Autoren dazu. Die Geschichte liest sich zwar sehr schnell, allerdings nicht unbedingt flüssig. Dazu gibt es einige Logikfehler, die mich während der kompletten Geschichte gestört haben.

Das Thema Survival fand ich von Anfang an interessant, allerdings wurde es für meinen Geschmack nicht gut genug umgesetzt. Ich habe mir hier einen realitätsnahen Einblick erhofft, den ich jedoch nur bedingt erhalten habe. An einigen Stellen wurde so dermaßen übertrieben, sodass ich nur noch genervt mit dem Kopf schütteln konnte. Gleiches gilt leider auch für die Charaktere.

Am Anfang mochte ich Paul noch sehr, da er sehr orientierungslos wirkte und seine Gefühle, Gedanken und Zweifel gut zur Geltung kamen. Allerdings wurden seine Ideen und Gedanken irgendwann vollkommen absurd, genauso wie sein Lebensstil. Sein bester Freund meldet sich nicht mehr, seine Familienverhältnisse sind nicht unbedingt die Besten und so sucht er weiterhin nach dem Sinn des Lebens. Die Idee mit dem Blog und seinem sogenannten „LOG OUT!“ hat mir sehr gefallen, allerdings ging diese Idee so dermaßen in die Hose, dass man es als Leser kaum fassen kann. Ausgerechnet die wirklich interessanten Ideen, die Paul hatte, wurden wieder verworfen und kaum noch beachtet. Da frage ich mich, ob das Autoren-Duo von vornherein wusste, wohin man mit dieser Geschichte hin möchte.
Die Nebencharaktere sind leider auch nicht das Gelbe vom Ei. Sie werden alles andere als authentisch dargestellt, sodass ich mich nicht mit ihnen identifizieren konnte. Es gibt kaum ’normale‘ Menschen, sondern meistens nur welche, die besonders hip oder sonstiges sind. Das mag zwar auch mal interessant sein, allerdings fehlte mir ein Charakter, der weniger Träumer, dafür mehr Realist ist.

Man merkt schon, dass man sich bei der Geschichte Mühe gegeben hat, allerdings wirkt es stellenweise auch wahnsinnig lieblos, sodass es zum Großteil nicht gerade angenehm war, dieses Buch zu lesen. Hätte man den Protagonisten ein bisschen weniger ziellos und dafür selbstbewusster dargestellt, wäre die Geschichte eventuell sogar richtig gut geworden und so hätte ich auch über manchen Logikfehler hinweg gesehen.

Das Cover gefällt mir richtig gut. Es erinnert mich ein wenig an alte Konsolenspiele Ende der Achtziger. Die Farben harmonieren sehr gut miteinander und die gesamte Darstellung passt zum Inhalt des Buches. Die Kurzbeschreibung liest sich ebenfalls gut und enthält alles, was der Leser für den Anfang braucht.

Insgesamt ist „LOG OUT!“ eine kleine Enttäuschung. Zwar habe ich nicht besonders viel von dem Buch erwartet, aber dennoch haben mich einige Logikfehler so dermaßen gestört, dass es stellenweise nicht schön war, dieses Buch zu lesen. Oliver Uschmann kann es normalerweise besser. Man kann nur hoffen, dass es wieder bessere Bücher von ihm geben wird.