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Veröffentlicht am 14.06.2020

Wenn Autoren wütend machen...

Du wolltest es doch
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"Du wolltest es doch" ist ein von der Thematik her eher schwieriges Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt, als auch aufwühlt und wütend macht. Da ich bislang fast nur positive Bewertungen zu dem Buch ...

"Du wolltest es doch" ist ein von der Thematik her eher schwieriges Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt, als auch aufwühlt und wütend macht. Da ich bislang fast nur positive Bewertungen zu dem Buch gelesen habe, wollte ich es unbedingt lesen und muss sagen, dass ich trotz aller Lobeshymnen doch recht enttäuscht bin.

Schuld daran ist nicht nur der oftmals sehr langatmige Schreibstil, sondern auch die Botschaft, die hier im Buch vermittelt wird, denn hier wird das Vergewaltigungsopfer wie eine Täterin behandelt. Jeder sagt, sie ist selbst schuld. Jeder sagt, dass sie es aufgrund ihres bisherigen Verhaltens verdient hat. Dadurch vermittelt die Autorin dem Leserin, dass man eine solche Tat selbst zu verantworten hat, was dazu führen kann, dass ein Opfer erst gar nicht erst zur Polizei geht und eine solche Tat zur Anzeige bringt. Eine Autorin, die ein solch brisantes Thema anspricht, steht meiner Meinung nach in der Verantwortung, um besonders jüngere Leserinnen aufzuklären, was hier jedoch kaum passiert ist.

Dazu kommt, dass fast alle Figuren, insbesondere das Opfer, sehr unsympathisch dargestellt werden. Emma ist (natürlich!) wunderschön und sich dessen auch bewusst, denn sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und bei den Jungs gut anzukommen. Sie wirkt sehr arrogant und aufdringlich und wird bei einer Party das Opfer einer Vergewaltigung. Während sie sich an kaum etwas erinnern kann, existieren sogar Fotos davon, was dazu führt, dass Emma keinerlei Mitleid oder Hilfe angeboten bekommt, sondern von allen nur als Schlampe abgestempelt wird.

So erschreckend dies auch ist und so wütend mich das Ganze gemacht hat, so muss ich auch sagen, dass die Geschichte damit leider auch sehr authentisch ist, da es leider viele junge Mädchen und auch Frauen gibt, die sich für das, was ihnen passiert ist schämen und es somit nicht zur Anzeige bringen.

Kurz gesagt: "Du wolltest es doch" ist alles andere als eine leichte Lektüre: Sie macht fassungslos, wütend, lässt einen mit dem Kopf schütteln und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. An sich könnte das Buch nahezu perfekt sein, da die Autorin jedoch meiner Meinung nach oftmals daneben gegriffen hat und auch die Figuren sehr unsympathisch sind, bin ich letztendlich doch enttäuscht.

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Schöne Survivalgeschichte

Mitten im Dschungel
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Auf "Mitten im Dschungel" war ich schon sehr gespannt, da ich Survivalszenarien schon immer sehr gern gemocht habe. Hier habe ich mir eine Geschichte voller Abenteuer gewünscht und diese auch bekommen, ...

Auf "Mitten im Dschungel" war ich schon sehr gespannt, da ich Survivalszenarien schon immer sehr gern gemocht habe. Hier habe ich mir eine Geschichte voller Abenteuer gewünscht und diese auch bekommen, sodass mir das Buch gut gefallen hat.

Katherine Rundell erzählt die Geschichte sehr lebhaft und wortgewandt, gleichzeitig ist ihre Sprache auch altersentsprechend, sodass diese nicht nur gut zu den Figuren gepasst hat. Wunderschön sind auch ihre Beschreibungen zum Dschungel, denn hier konnte ich mir die Natur, den Amazonas und auch die Tiere sehr gut vorstellen.

In "Mitten im Dschungel" kommt es zum Flugzeugabsturz, denn eine kleine Propellermaschine stürzt mitten im Dschungel ab, sodass Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max allein und komplett auf sich gestellt sind, da der Pilot den Absturz nicht überlebt hat. Trotz ihrer Lage behalten sie einen relativ kühlen Kopf und machen sich schnell ihre Gedanken, wie es weitergehen soll. Dabei spielt nicht nur der Zusammenhalt eine große Rolle, sondern auch ihr Überlebenswille, es wieder heil aus dem Dschungel zu schaffen.

Dabei wird der Zusammenhalt der Kinder sehr gut beschrieben und man lernt auch die Kinder und ihre Zeit vor dem Dschungel kurz kennen, sodass man durchaus eine Entwicklung bei ihnen ausmachen kann. Zwar hat es mir hier und da ein wenig die nötige Tiefe bei ihnen gefehlt, allerdings ist dies zu verschmerzen, da die Thematik hier überzeugen kann.

Kurz gesagt: "Mitten im Dschungel" ist ingesamt eine schöne Geschichte, die mit einer tollen Sprache und interessanten Figuren Abenteuerlust weckt und dafür sorgt, dass man selbst zum Amazonas reisen möchte. Ich kann das Buch somit nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Sehr schöne Geschichte

Das letzte Schaf
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Da "Das letzte Schaf" nach einer süßen Geschichte für zwischendurch klang, war ich schon sehr gespannt darauf, wie Ulrich Hub das Leben der Schafe beschreibt und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht ...

Da "Das letzte Schaf" nach einer süßen Geschichte für zwischendurch klang, war ich schon sehr gespannt darauf, wie Ulrich Hub das Leben der Schafe beschreibt und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde, denn hier bekommt man ein kleines Meisterwerk, das gut zu unterhalten weiß.

Ulrich Hub hat hier eine Geschichte geschaffen, die zwar weihnachtslastig ist, aber dennoch auch das ganze Jahr über gelesen werden kann. Die Geschichte wird sehr unterhaltsam und witzig erzählt, die Schafe sind sehr liebeswert und ihre Gespräche untereinander sind manchmal so zynisch und skurril, dass man ständig grinsen muss.

In "Das letzte Schaf" wird eine Schafherde mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, als ein Licht den Nachthimmel erhellt. Die Schafe wundern sich nicht nur über das Licht, sondern fragen sich auch, wo ihre Hirten geblieben sind, die sie nirgendwo mehr entdecken können. Um sich selbst ein Bild von allem zu machen, beschließt die Herde, dass sie dem Licht folgt. Diese Nachtwanderung bleibt jedoch nicht ohne Folgen, denn während ihrer Reise haben sie eines ihrer Schafe verloren.

Auf den insgesamt knapp achtzig finden findet man zusätzlich zur Geschichte jede Menge Illustrationen von Jörg Mühle vor, die immer bestens zur Situation passen und auf denen man viel entdecken kann.

Kurz gesagt: "Das letzte Schaf" ist eine unterhaltsame und vor allem witzige Geschichte, die für jung und alt bestens geeignet ist und dazu auch noch mit schönen Illustrationen daher kommt, sodass ich das kleine, aber feine Buch nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Muss man nicht gelesen haben

Love Coach
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"Love Coach" gehört zu den Büchern, die sich zunächst wahnsinnig gut anhören und bei denen man hinterher nicht nur genervt den Kopf schüttelt, sondern sich fragt, warum man die Geschichte überhaupt gelesen ...

"Love Coach" gehört zu den Büchern, die sich zunächst wahnsinnig gut anhören und bei denen man hinterher nicht nur genervt den Kopf schüttelt, sondern sich fragt, warum man die Geschichte überhaupt gelesen hat.

Dies liegt vor allem daran, dass die Autorin hier sehr tief in die Klischeeschublade gegriffen hat, aber auch an den unsympathischen Figuren, mit denen ich rein gar nichts anfangen konnte. Zwar liest sich die Geschichte durchaus sehr flüssig und besitzt auch den ein oder anderen witzigen Moment, allerdings gehört "Love Coach" auch zu den Büchern, die man sehr schnell wieder vergessen hat.

Die 25-jährige Belle wurde vor einem Jahr von ihrem Freund verlassen und zelebriert seitdem geradezu ihren Liebeskummer, denn es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Ihre Freundinnen wollen dies nicht mehr mit ansehen und schenken ihr zum Geburtstag einen Onlinekurs, bei dem ihr ein sogenannter Love Coach nicht nur helfen soll, die Trennung zu verarbeiten, sondern auch gleichzeitig, wie man mehr Selbstvertrauen aufbaut und flirtet. Dabei gibt es grundsätzlich nur eine Regel: Lass dich nie auf einen ernsten Flirt an. Dass dies nicht so einfach ist, stellt sich heraus, als sie auf den smarten Jamie trifft, der ihr direkt den Kopf verdreht.

So gut dies auch klingen mag, so vorhersehbar, klischeehaft und kitschig verläuft die gesamte Geschichte. Belle und ihre Freundinnen sind für mich nicht greifbar und wirken allesamt unsympathisch und ohne Tiefe, was doch sehr schade ist, denn wären diese besser ausgearbeitet und hätte man sich besser in sie hineinversetzen können, hätte ich wohl auch mehr Gefallen an der Geschichte gefunden.

Somit ist "Love Couch" für mich leider ein kleiner Flop, der ohne Tiefe daherkommt, was sehr schade ist, denn hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Manchmal soll es aber wohl einfach nicht sein.

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Solide Geschichte mit kleinen Schwächen

Clean
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"Clean" von Juno Dawson gehört zu den Büchern, die definitiv Eindruck hinterlassen. Dieses Buch behandelt nicht nur sehr wichtige Themen wie Alkohol- und Drogensucht, sondern auch Essstörungen und die ...

"Clean" von Juno Dawson gehört zu den Büchern, die definitiv Eindruck hinterlassen. Dieses Buch behandelt nicht nur sehr wichtige Themen wie Alkohol- und Drogensucht, sondern auch Essstörungen und die Suche nach sich selbst. Hier hatte ich hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht, denn obwohl die Themen hier sehr schwierig sind, hat die Autorin meistens genau die richtigen Worte gefunden.

Die Geschichte liest sich schonungslos, ist wortgewaltig, weiß durchaus zu schockieren und regt zum Nachdenken an. Die Figuren sind gut gezeichnet, teilweise sympathisch, man lernt sie ausreichend kennen ich konnte mich teilweise in ihre Situation hineinversetzen. Einziger Negativpunkt ist hier, dass die Autorin nicht ohne Klischees auskommt, was meiner Meinung nach vollkommen unnötig ist.

In "Clean" geht es um die 17-jährige Lexi, die nicht nur reich und schön ist, sondern auch nicht sonderlich viel mit ihrem Leben anzufangen weiß, sodass sie fast ihre gesamte Zeit mit Alkohol, Drogen und Partys verbringt. Nachdem sie erneut eine Überdosis Heroin genommen hat, greift ihr Bruder endlich ins Geschehen ein und bringt sie gegen ihren Willen in die Clarity-Klinik, wo sie einen Entzug machen soll. Für Lexi ist der Entzug nicht nur eine enorme körperliche Belastung, sondern auch psychisch, denn sie ist von den Gruppentherapien sehr gestresst, was vor allem an den doch sehr unterschiedlichen Menschen liegt.

Kendall ist ein Trans-Mädchen, Ruby hat eine Essstörung, Saif ist süchtig nach Aufpuschmitteln und Guy leidet unter Zwangsneurosen. Und dann ist da auch noch Brady, ein ehemaliger Kinderstar, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Was wie ein wild zusammengewürfelter Haufen wirkt, entpuppt sich später als eine Einheit, die sich gegenseitig unterstützt und besonders Brady scheint Lexi unter die Haut zu gehen. Dies führt auch dazu, dass sie sich und ihren bisherigen Lebensstil nicht nur hinterfragt, sondern auch einiges besser machen möchte, aber die Angst zu scheitern, ist groß.

Juno Dawson hat die jeweiligen Erkrankungen und Zweifel der Figuren gut recherchiert, was auch sehr auffällt, denn sie hält sich sehr an alles, was man bereits aus anderen Büchern, aber auch Berichten kennt, was doch ein wenig schade ist, da man - wenn man bereits einige Bücher zu den Themen gelesen hat - kaum neue Informationen erfährt. Dadurch fehlt es dem Buch auch trotz aller positiver Kritik ein wenig an Tiefe.

Kurz gesagt: "Clean" ist insgesamt ein gutes Jugendbuch mit schwierigen Themen, die unter die Haut gehen und unter die Haut gehen, aber nicht ganz ohne Klischees auskommt, was besonders bei den Figuren mehr als auffällig ist. Dennoch sollte jeder, der sich für die Themen Alkoholmissbrauch, Drogen, Transsexualität und Co. interessant, mit dem Buch beschäftigen, da diese gut behandelt werden.

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