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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2019

Abgebrochen

White Bodies
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Da ich mal wieder große Lust auf einen Thriller hatte, fiel meine Wahl spontan auf "White Bodies" von Jane Robins. Das Thema "ungesunde Geschwisterliebe" fand ich auf den ersten Blick interessant und abwechslungsreich, ...

Da ich mal wieder große Lust auf einen Thriller hatte, fiel meine Wahl spontan auf "White Bodies" von Jane Robins. Das Thema "ungesunde Geschwisterliebe" fand ich auf den ersten Blick interessant und abwechslungsreich, sodass ich mir hier spannende Lesestunden erhofft habe. Leider ist dies jedoch nicht eingetroffen, denn dieser Thriller ist leider unfassbar zäh, sodass ich das Buch nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen habe.

An sich ist es interessant, wenn eine Geschichte in der Gegenart spielt, aber auch gleichzeitig immer wieder Schnipsel aus der Vergangenheit mit sich bringt, allerdings hat die Autorin hierbei verpasst, das Ganze etwas spannender zu gestalten. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Calli, die ihre Zwillingsschwester Tilda geradezu vergöttert, was oftmals sehr ungesund wirkt. Als Tilda dann auch noch an einen scheinbar brutalen Mann gerät und sowohl physisch als auch beruflich immer mehr abbaut, schrillen bei Calli sämtliche Alarmglocken und sie tauscht sich mit anderen Frauen im Internet über gewalttätige Männer aus. Nachdem dieser dann plötzlich verstirbt und gleichzeitig jemand aus besagter Frauengruppe stirbt, hat Calli einen schlimmen Verdacht.

Normalerweise hat die Autorin hiermit einen doch recht spannenden Stoff geschaffen, doch leider mangelte es oftmals an der Umsetzung, denn die Geschichte zieht sich leider wie Kaugummi, liest sich holprig und auch die Figuren konnten mich leider nicht überzeugen. So blieben diese für mich durchgehend blass und unnahbar und ich verlor immer mehr das Interesse an der Geschichte.

Sehr schade, aber manchmal soll es wohl einfach nicht sein.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Immer diese Klischees

Sorry Not Sorry (Liebesroman)
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Zugegeben: Bei "Sorry Not Sorry" von Ella Amato war ich am Anfang ein wenig skeptisch, da ich bereits einige Bücher über Stiefgeschwister gelesen habe und somit befürchtete, dass hier nichts Neues geboten ...

Zugegeben: Bei "Sorry Not Sorry" von Ella Amato war ich am Anfang ein wenig skeptisch, da ich bereits einige Bücher über Stiefgeschwister gelesen habe und somit befürchtete, dass hier nichts Neues geboten wird. Leider hat sich hierbei mein Gefühl bestätigt, denn ich konnte leider weder überrascht, noch großartig überzeugt werden.

Dabei besitzt die Autorin an sich einen netten Schreibstil, der sich leicht und schnell lesen lässt. Das Problem ist jedoch, dass ich einfach bereits zu viele Bücher mit der Thematik gelesen habe und auch die Figuren leider für mich nicht funktioniert haben. Diese sind zwar einigermaßen gut gezeichnet, allerdings fand ich besonders Tilda so dermaßen unsympathisch, sodass mir schnell der Spaß an der Geschichte verloren ging.

Tilda wird von ihrem Vater zu ihrer Mutter in die Vereinigten Staaten geschickt, die sich dort mit einer neuen Familie ein neues Leben aufgebaut hat. Da Tilda und ihre Mutter bislang nie das beste Verhältnis miteinander hatten und Tilda mit der Trennung ihrer Eltern nie wirklich klar gekommen ist, fällt ihr der neue Lebensabschnitt sehr schwer.
Dies liegt aber nicht nur an ihrer Mutter, sondern auch an ihren Stiefgeschwistern, allen voran Tristan, von dem sie sich schnell angezogen fühlt, mit dem sie aber auch mindestens genauso schnell aneinander gerät.

Natürlich kommt die Geschichte leider auch nicht ohne die üblichen Klischees aus. So ist Tristan nicht nur am Anfang der ganz böse Junge, dessen Fassade langsam bröckelt, sondern er ist auch eine absolute Sahneschnitte - natürlich (!). Und natürlich springt Tilda auf jede von Tristans Gemeinheiten an, sodass Zickereien garantiert sind. Dies ist mir ehrlich gesagt zu wenig und ich hätte mir hier deutlich weniger Klischees und dafür mehr eigene Ideen gewünscht.

Das Cover ist dagegen echt hübsch anzusehen und ist mir positiv aufgefallen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls in Ordnung, ließ aber bereits erahnen, dass die Geschichte nicht mehr wirklich überraschen kann.

Kurz gesagt: Obwohl sich die Autorin hier wirklich bemüht hat, kann ich "Sorry Not Sorry" leider lediglich als nett bezeichnen. Schuld daran sind leider viel zu viele Klischees. Die Grundidee ist zwar in Ordnung, allerdings bietet diese Lektüre leider nicht viel Neues. Schade.

Veröffentlicht am 24.05.2019

Berührende Geschichte

Der Wald
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Nachdem ich bereits im vergangenen Jahr "Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon gelesen habe und sehr beeindruckt war, war ich schon sehr auf das neueste Werk "Der Wald" gespannt und hatte sehr hohe Erwartungen. ...

Nachdem ich bereits im vergangenen Jahr "Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon gelesen habe und sehr beeindruckt war, war ich schon sehr auf das neueste Werk "Der Wald" gespannt und hatte sehr hohe Erwartungen. Enttäuscht wurde ich hierbei zum Glück nicht, denn "Der Wald" ist eine spannende und berührende Geschichte, die mich voll und ganz überzeugen konnte.

Nell Leyshon hat hierbei einen Roman geschrieben, der sich trotz seiner gewissen Schwere flüssig lesen lässt, aber auch zum Nachdenken anregt, berührt und für so manches Kopfschütteln, aber auch Lächeln sorgt. Die Figuren, allen voran Pawel, sind gut gezeichnet, man lernt diese ausreichend kennen und auch die Dialoge lesen sich gut, ohne holprig zu wirken.

In "Der Wald" wird eine berührende Mutter-Sohn-Geschichte erzählt, die so manche Höhen und Tiefen mit sich bringt. Der kleine Pawel und seine Mutter Zofia fliehen während des Zweiten Weltkriegs in den Wald, nachdem sich sein Vater im Widerstand gegen den Nationalsozialismus befindet. Für ihn und seine Mutter, die bislang immer ein eher zurückhaltendes Verhältnis zueinander hatten, ist der Wald Fluch und Segen zugleich, denn während sie sich wieder annähern, wächst auch die Angst von Tag zu Tag mehr.

Jahre später leben die beiden in London, wo sie sich neue Namen gegeben und fortan Paul und Sofia heißen. Während Paul mittlerweile als Künstler arbeitet und mit beiden Beinen im Leben steht, leidet das Mutter-Sohn-Verhältnis immer mal wieder, sodass er und Sofia oft ihre ganz eigenen Probleme miteinander haben. Dabei werden die Probleme und die Gedanken und Gefühle der beiden perfekt beschrieben, sodass man als Leser gut mit den beiden Figuren mitfühlen kann.

Das Cover ist hübsch anzusehen und besticht mit tollen Ästen, Blüten und Blättern sowie mit Vögeln, die das Cover abrunden. Die Kurzbeschreibung liest sich gut und stimmig und machte direkt Lust auf mehr, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Der Wald" ist insgesamt eine schonungslose, mitfühlende und rundum gelungene Geschichte, die mit starken Protagonisten und einem starken Schreibstil überzeugen kann. Ich kann die Geschichte somit nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 10.05.2019

Schönes Kinderbuch mit wichtiger Botschaft

Pupsi und Stinki
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Zugegeben: Würde "Pupsi & Stinki" nicht aus der Feder von Sebastian Fitzek stammen, hätte ich der Geschichte möglicherweise wohl nie eine Chance gegeben, da ich zunächst sehr skeptisch. Hierbei wurde ich ...

Zugegeben: Würde "Pupsi & Stinki" nicht aus der Feder von Sebastian Fitzek stammen, hätte ich der Geschichte möglicherweise wohl nie eine Chance gegeben, da ich zunächst sehr skeptisch. Hierbei wurde ich jedoch sehr positiv überrascht, denn der Thriller-Autor konnte mich mit seinem ersten Kinderbuch direkt überzeugen.

Mit einer Laufzeit von sechsundzwanzig Minuten handelt es sich hierbei um die ungekürzte Hörbuchfassung. Gelesen wird das Hörbuch vom wunderbaren Simon Jäger, der bereits zahlreiche andere Werke von Fitzek eingesprochen hat. Die Geschichte dabei unterhaltsam und mit viel Herzblut vorgelesen, sodass es an der Hörbuchfassung nichts auszusetzen gibt.

Erzählt wird dabei die Geschichte von Paul, einem kleinen Jungen, der im Kindergarten keinen Anschluss findet, weil er immer pupst. Pupsi wird von den Kindern aufgrund dessen gemieden und geärgert und somit ist er immer alleine und sehnt die Zeit herbei, in der er von seinen Eltern wieder abgeholt wird. Dabei ist den anderen Kindern nicht bewusst, dass Paul lediglich aus Angst und Sicherheit pupst, da er sehr oft unruhig und überfordert vom Leben ist.

Bei einem Waldpicknick mit mit den anderen Kindern sitzt er wieder einmal alleine und trifft plötzlich auf den kleinen Stinki - einem Stinktier, dass ein großes Problem hat und selbst nicht stinken kann, sodass er oft ungeschützt vor anderen Tieren ist. Die beiden Freunden sich an, ergänzen sich und schon bald darf auch Paul unter Beweis stellen, dass seine größte Schwäche seine beste Stärke sein kann.

Interessant ist hierbei besonders, wie behutsam Sebastian Fitzek das Thema angeht und dabei auch eine schöne Botschaft hinterlässt. Hier wird nicht nur Mobbing in frühesten Jahren angesprochen, sondern auch, was Einsamkeit in einem Kind auslösen kann und wie es mit Schwächen umzugehen hat.

Das Cover das von Jörn "Stolli" Stollmann illustriert wurde, ist nicht nur sehr niedlich anzusehen, sondern passt auch hervorragend zur Geschichte. Die Kurzbeschreibung verrät dagegen etwas zu viel für meinen Geschmack.

Kurz gesagt: "Pupsi & Stinki" ist insgesamt ein tolles Kinderbuch, das nicht nur eine sehr schöne Botschaft besitzt, sondern auch auf unterhaltsame Weise von Simon Jäger vorgelesen wird. Wer mal wieder Lust auf ein Kinderbuch hat, ist hier gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 25.04.2019

Interessant, aber zu kurz

Tausend Meilen Sehnsucht
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass "Tausend Meilen Sehnsucht" tatsächlich das erste Werk ist, das ich von Rowan Coleman gelesen habe. Da die Autorin oftmals sehr hochgelobt wurde, waren meine Erwartungen ...

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass "Tausend Meilen Sehnsucht" tatsächlich das erste Werk ist, das ich von Rowan Coleman gelesen habe. Da die Autorin oftmals sehr hochgelobt wurde, waren meine Erwartungen dadurch letztendlich enorm hoch, allerdings muss ich leider sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin.

Die Autorin besitzt zwar insgesamt einen tollen Schreibstil, der sich leicht und locker lesen lässt, allerdings ist die Geschichte auch leider sehr oberflächlich gehalten, sodass der große Lesespaß bei mir nicht aufkommen wollte. Die Idee, dass hier vier Fremde Menschen einen Roadtrip unternehmen, um das Set ihrer Lieblingsserie "Poldark" zu erkunden, ist zwar an sich toll ausgewählt, allerdings ist die Geschichte insgesamt zu kurz, um wirklich mit den Figuren mitfiebern zu können.

Lisa ist eigentlich eine sehr ruhige und in sich gekehrte Person, die unter diversen Ängsten und Panikattacken leidet und somit jeden Tag vollständig durchplanen muss. Kontakt hat sie meistens nur zu Menschen im Internet, genauer gesagt, zu Menschen aus einem Foren, in der ihre Lieblingsserie "Poldark" diskutiert wird. Mit drei komplett fremden Menschen, die sie allesamt auf den Weg nach Cornwall abholt, erlebt sie dabei einen außergewöhnlichen Roadtrip, der sie an ihre Grenzen bringt, ihr aber auch zeigt, dass das Leben nicht nur aus Angst besteht. Interessant ist dabei auch, dass die anderen Figuren allesamt ihre eigenen Probleme und Sorgen haben, was immer wieder angesprochen wird.

So gut das an sich eigentlich klingt, so sehr hat es mir hier auch an Tiefe gefehlt. Zwar werden hier diverse Ängste und Störungen und sogar auch Missbrauch angesprochen, allerdings ist dies alles insgesamt zu viel Stoff für zu wenig Seiten, denn die Novelle besitzt gerade einmal knapp achtzig Seiten. Hätte man der Geschichte noch gut und gerne einhundert Seiten mehr gegeben, hätte die Geschichte wohl deutlich besser funktioniert.

Das Cover ist auf den ersten Blick nicht der allergrößte Hingucker, bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es sich hierbei um Straßenkarten handelt, was bestens zu dem Roadtrip passt. Auch die Kurzbeschreibung hat mein Interesse wecken können, sodass ich dieser Geschichte gerne eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: "Tausend Meilen Sehnsucht" ist zwar an sich eine nette Kurzgeschichte mit interessantem Setting, allerdings ist diese auch deutlich zu kurz ausgefallen, sodass vieles nur oberflächlich behandelt wird. Somit ist die Geschichte zwar in Ordnung, allerdings hätten ihr auch ein paar Seiten mehr nicht geschadet.