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Veröffentlicht am 23.11.2019

Fünfte Folge der Hochwaldsaga

Die Verstoßene
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Die Familiensaga der Grünings und Wedells geht weiter! Im fünften Teil der Hochwald-Saga führt uns Michael Meinert zu den Anfängen des Ersten Weltkriegs. Claus Ferdinand muss als Soldat an die Front, während ...

Die Familiensaga der Grünings und Wedells geht weiter! Im fünften Teil der Hochwald-Saga führt uns Michael Meinert zu den Anfängen des Ersten Weltkriegs. Claus Ferdinand muss als Soldat an die Front, während Franzi aus Ostafrika zurück in die Heimat kommt, um bei ihrer Tochter Viola zu sein. Als Franzi in Wölfelsgrund auf ihre alte Internatsfreundin Lydia trifft, ahnt sie nicht, dass diese ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt.


Als Lydia Franzi ihre Schuld gesteht, ist es für die Freundin keine Frage, dass sie ihr in ihrer Not hilft. Gemeinsam fassen sie den Entschluss, als Frontschwestern an die französisch-deutsche Grenze zu gehen. Dass sie dabei vielen Gefahren ausgesetzt sind, liegt auf der Hand. Sie sind ein tolles Team: Hoffnungsvoll, waghalsig und immer mit Gott an ihrer Seite, schlagen sie sich bis ins Lazarett durch, krabbeln durch Kriegsgräben und landen schließlich sogar in französischer Gefangenschaft.

Auch dieser Teil hat wieder alle meine Erwartungen an einen historischen Roman von Michael Meinert erfüllt. Er versteht es wirklich, die Spannung während des gesamten Buches aufrecht zu erhalten, so dass es schwerfällt, das Buch beiseite zu legen. Inzwischen fühle ich mich so eng mit den Charakteren verbunden, dass ich immer furchtbar mitfiebere, wenn jemand verletzt wird oder in Lebensgefahr gerät. Und ich freue mich so, dass es immer noch Rahel gibt - sie bleibt die gute Seele des Hauses.

Franzi hat mich in diesem Teil echt überrascht. Im letzten Buch hat sie mich noch öfters zur Weißglut getrieben, aber inzwischen ist aus ihr eine tolle Frau geworden. Es ist beeindruckend, wie selbstlos sie Lydia und ihrem Bruder Claudinand hilft. Sie hat ja auch in Afrika einiges mitgemacht, deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass sie sich schon wieder in solch große Gefahr begibt.

Doch auch, wenn man die Charaktere nicht kennt, lohnt es sich, einen Blick in den Hochwald zu werfen. Ich finde sogar, dass sich dieser fünfte Band besonders gut dazu eignet, neu in die Reihe einzusteigen. Die beiden Protagonisten sind für alle fast unbekannt, und Franzi schließt man bestimmt auch ohne Vorwissen ins Herz.

Sehr schön hat der Autor auch diesmal wieder Glaubensthemen in die Geschichte verwoben. Vergebung ist ein großes Thema, besonders, wenn Gott bereits vergeben hat, aber Christen es untereinander nicht können. Die Auseinandersetzung damit fand ich in diesem Buch wieder sehr gelungen. Beide Seiten werden beleuchtet und sind nachvollziehbar. Wie oft richten gläubige Menschen übereinander, obwohl das Gericht allein Gottes Sache ist. Besonders bewegt hat mich in diesem Zusammenhang auch das Nachwort. Es ist immer ein Highlight für mich, das Vorwort und Nachwort dieser Bücher zu lesen, weil es die Geschichte in einen wahren Kontext setzt. Ich schätze diese persönlichen Zeilen von Michael Meinert sehr.

Mir gefällt die Hochwaldsaga auch im fünften Band noch unheimlich gut und ich hoffe, dass es noch viele weitere Teile geben wird!

Veröffentlicht am 18.11.2019

Christlich orientiertes Lebenskonzept

TEA-TIME
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Auch, wenn man es dem Cover nicht ansieht, aber in diesem Buch geht es nicht um Tee. „TEA“ ist nämlich die Abkürzung für ein Konzept, mit dem man sein eigenes Potential entdecken und damit zu einem erfüllteren ...

Auch, wenn man es dem Cover nicht ansieht, aber in diesem Buch geht es nicht um Tee. „TEA“ ist nämlich die Abkürzung für ein Konzept, mit dem man sein eigenes Potential entdecken und damit zu einem erfüllteren Leben gelangen kann.


Und das ist auch gleich mein größter Kritikpunkt an diesem Buch: Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, um was es wirklich geht. Was der Titel „Tea-Time“ suggeriert, wird nämlich durch die Tasse Tee und die Pflanze auf der rechten Seite noch unterstützt. So könnte es tatsächlich passieren, dass dieses wertvolle Buch vielen Interessierten entgehen könnte.

Glücklicherweise mag ich Tee und habe deshalb auch genauer hingeschaut. Die Buchstaben „TEA“ stehen nämlich für „Talent“, „Ehre Gottes“ und „Andere“ und sind die drei Aspekte, die dabei helfen sollen, sein Talent zu entwickeln und für andere einzusetzen. Demzufolge ist das Buch auch in drei Teile unterteilt, die die einzelnen Aspekte mit vielen Beispielen und Übungen betrachten.

Man sollte sich viel Zeit nehmen, um das Buch durchzuarbeiten. Die Aufgaben gehen sehr in die Tiefe, so dass sie nicht mal eben durchgelesen und beantwortet sind. Das finde ich gut, denn wenn ich zu einem solchen Buch greife, dann will ich mich ja auch intensiv mit mir auseinandersetzen. Es hilft auf jeden Fall dabei, sich selbst besser kennenzulernen, wobei manche Elemente, wie z. B. das DISG-Modell, immer nur Momentaufnahmen sein können.

Ein weiterer Vorschlag, den die Autorin macht, ist ein Online-Persönlichkeitstest, für den man aber Englisch können und sich mit seiner Emailadresse anmelden muss. Sehr schön finde ich, dass sie die Eigenschaften, die im Test vorkommen, im Buch nochmal aufgreift und auf Deutsch erklärt. So ist man nicht unbedingt auf den Test angewiesen, wenn man bereits ein ganz gutes Bild von sich selbst hat.

Sehr hilfreich bei all der Theorie fand ich die geschilderten Lebenserfahrungen verschiedener Gesprächspartner. Sie erzählen davon, was für sie wichtig ist und wie sie trotz teilweise erheblicher Einschränkungen ein erfülltes Leben führen können. Sie haben alle ihren "Cup of Tea" gefunden, sozusagen "ihr Ding", das sie einzigartig macht. Von diesen Abschnitten kann man sich wunderbar inspirieren lassen und findet sich auch in der ein oder anderen Situation wieder und merkt: Hey, das Problem haben ja auch andere, ich bin gar nicht allein.

"Man kann auch Freude am Leben haben, wenn man nicht die ganze Welt rettet. Mehr noch, wir können die Welt gar nicht retten. Deswegen ist Jesus auf die Erde gekommen!"
(S. 95)

Mir gefällt "Tea-Time" von Joanneke Wiersma richtig gut. Es ist aber eine große Herausforderung und meiner Meinung nach nicht für jemanden geeignet, der sich zum ersten Mal mit dem Thema Selbstfindung, Berufung und Lebensgestaltung auseinandersetzt. Man darf nicht erwarten, dass man dieses Buch durcharbeitet und dann der Weg klar vor einem liegt (das ist sowieso in den seltensten Fällen so).

Deshalb würde ich das Buch auch erst ab dem Erwachsenenalter empfehlen, da man eine Portion Geduld und Selbstreflexion mitbringen sollte. Die Autorin gibt viele Anreize, wie man sich weiter mit dem Thema beschäftigen und sich selbst immer wieder neu hinterfragen kann. Das setzt eine selbständige Nacharbeit und Weiterentwicklung des Gelesenen voraus.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dieses Buch in einer kleinen Gruppe zu verwenden, die sich gegenseitig vertraut. Es werden immer wieder Aufgaben gestellt, zu denen man seine Freunde oder Familie befragen soll, um darüber mehr über sich selbst zu erfahren. Das finde ich eine spannende Reise, auf die man sich auch in einem Hauskreis oder einer Gruppe junger Erwachsener begeben kann.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Tolles Hilfsmittel

Das erste Buch Samuel (Edition C/AT/Band 11)
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Heute schlage ich euch mal eine etwas andere Lektüre vor: Einen Bibelkommentar zum 1. Buch Samuel. Samuel war ein Richter und Prophet im alten Israel. Dieser Kommentar von Michael Ponsford erklärt die ...

Heute schlage ich euch mal eine etwas andere Lektüre vor: Einen Bibelkommentar zum 1. Buch Samuel. Samuel war ein Richter und Prophet im alten Israel. Dieser Kommentar von Michael Ponsford erklärt die Zusammenhänge zwischen Samuel, Saul und David sowie die Auseinandersetzungen mit den Philistern.

Es lohnt sich, mal einen Blick ins Alte Testament zu werfen. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel ich aus diesen alten Schriften über Gott und die Geschichte mit seinem Volk lernen kann. Zur Unterstützung beim Studieren habe ich mir diesmal den Bibelkommentar aus der Reihe Edition C angeschaut. Diese Reihe zeichnet sich durch wissenschaftlich fundierte Erklärungen der biblischen Bücher aus.

Der erste Teil des Buches wird "Einleitung" genannt und ist schon eine Fundgrube für sich. Ponsford setzt seine Leser erstmal zeitlich ins rechte Bild und fasst den Übergang vom Richterbuch und die Kriege mit den Philistern zusammen. Das anschließende Stichwortverzeichnis über Land und Leute lädt nicht nur zum Stöbern ein, sondern ist auch ein hervorragendes Nachschlagewerk für zwischendurch. Dabei fand ich es besonders interessant, dass Ponsford bei den genannten Orten versucht, die heutige Lage und Bezeichnung anzugeben, soweit das möglich ist. So kann man auf aktuellen Karten nachschauen, wo welches Gebiet lag bzw. heute liegt.

Es folgen umfangreiche Erklärungen zur Theologie des Samuelbuchs sowie die Vorstellung der Hauptpersonen. Sehr interessant ist hier der Abschnitt, indem verstärkt auf die Beziehungen von Samuel, Eli, Saul, David und deren Söhne eingegangen wird. Zur Verdeutlichung setzt der Autor hier einfache Grafiken ein, die seine Erklärungen verdeutlichen. Das habe ich als sehr hilfreich und gelungen empfunden.

Der Hauptteil des Kommentars beschäftigt sich dann mit der Vers-für-Vers-Auslegung. In übersichtlichen Abschnitten findet man sofort zu jedem Vers den Kommentar des Autors. Dabei achtet er sehr genau auf eine exakte Übersetzung. Immer wieder weist er in seinem Text auf die Besonderheiten der hebräischen Sprache hin, gibt Übersetzungshinweise und bezieht sich auf unterschiedliche Ursprungstexte.

Die Auslegung selbst bleibt nah am Text und ist auch für den normalen Bibelleser verständlich. Für das persönliche Studium helfen vor allem auch die Vorschläge, die der Autor für Bibelarbeiten zwischen einzelnen Kapiteln gibt. Dabei greift er nochmals die Kernthemen auf und formuliert kurze Stichpunkte für Predigten oder die Hauskreisarbeit. Leider werden diese Bibelarbeiten aber nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt, so dass man immer wieder im Buch blättern und zwischen den Kapitelauslegungen suchen muss. Das ist sehr umständlich und sollte in einer der nächsten Auflagen geändert werden.

Insgesamt ist dieser Bibelkommentar ein sehr guter Helfer für Leser, die tiefer in das 1. Buch Samuel einsteigen möchten. Es ist sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet und ein sehr guter Helfer zum Verständnis des Bibeltextes.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Ein musikalischer Schatz

Ein Jahr voller Wunder
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Mit diesem Buch bin ich ein Wagnis eingegangen - und habe einen Schatz gefunden. Es handelt sich bei "Ein Jahr voller Wunder" nämlich um einen Musikkalender, der für jeden Tag des Jahres ein Stück aus ...

Mit diesem Buch bin ich ein Wagnis eingegangen - und habe einen Schatz gefunden. Es handelt sich bei "Ein Jahr voller Wunder" nämlich um einen Musikkalender, der für jeden Tag des Jahres ein Stück aus der klassischen Musikwelt vorstellt. Bisher hatte ich mit Klassik so gar nichts am Hut, aber ich war einfach neugierig, ob mich das Buch vom Gegenteil überzeugen könnte.

Schon die Einleitung von Clemency Burton-Hill konnte mich packen. Man merkt ihr die große Leidenschaft für klassische Musik in jedem Satz an. Diese Begeisterung überträgt sich sofort auf den Leser und man merkt, dass es hier nicht um einen exklusiven Klassik-Club geht, sondern um Musik, die für jedermann da ist. Damit hat die Autorin mir gleich Mut gemacht, mich nicht zu scheuen und auf das Experiment einzulassen.

In übersichtlichen Häppchen präsentiert Burton-Hill an jedem Tag des Jahres ein neues Musikstück aus der Klassik. Behutsam nimmt sie ihre Leser mit auf die Reise in diese neue Welt, indem sie aus dem Leben der Komponisten berichtet, erzählt, wie ein Stück entstanden ist oder warum es ihr besonders gut gefällt. Wenn man wie ich kaum Ahnung von der Materie hat, dann sind diese Anekdoten hochinteressant. Durch dieses Hintergrundwissen habe ich gleich einen Bezug zu der Musik gefunden, ohne mich mit fachlichen Details überladen zu fühlen. Die Autorin schreibt die Texte immer aus einer persönlichen Perspektive heraus, was sich sehr lebendig, authentisch und nicht trocken lesen lässt.

Das Buch kommt leider ohne CD, was aber angesichts der Fülle von 365 Musikstücken auch verständlich ist. Stattdessen wurden Playlists für die User von Apple Music erstellt. Wer wie ich damit auch nichts anfangen kann, findet aber im Internet genug Möglichkeiten, sich die Stücke anzuhören. Ich habe z. B. gute Erfahrungen mit Spotify gemacht. Dort kann man sich dann auch eigene Playlists anlegen, um die Musik immer wieder anhören zu können. Lest euch einfach mal die Leseprobe durch und hört euch das ein oder andere Stück online an. Es wird euch bestimmt überraschen, wie interessant und entspannend das ist.

Dieses Buch ist für mich ein echtes Aha-Erlebnis gewesen und es ist wundervoll, vom reichen Erfahrungsschatz der Autorin (selbst preisgekrönte Violinistin und BBC-Radiomoderatorin) profitieren zu dürfen. Besonders die Vielfalt der klassischen Musik hat mich beeindruckt. Dank der vielen unterschiedlichen Richtungen, die in diesem Buch angesprochen werden, findet bestimmt jeder seinen persönlichen Favoriten. Ich habe zum Beispiel herausgefunden, dass ich Instrumentalstücke meist mehr mag, als gesungene klassische Lieder. Manchmal ändern sich die Vorlieben aber auch, je nachdem, in welcher Stimmung man gerade ist: Man findet in diesem Buch fröhliche, traurige oder sogar unheimliche Musik quer durch alle Jahrhunderte bis in die heutige Zeit.
Und nebenbei gesagt, kommt das Buch auch noch in einer traumhaft schönen Ausstattung daher: Die Noten glitzern einem golden auf dem dunkelblauen Cover entgegen, so dass sich gleich eine festliche Stimmung einstellt. Das Hardcover ist im gleichen dunkelblau und aus Leinen, und die Innenseite ist wieder wunderschön golden-glitzernd. Ein richtiger Blickfang im Regal oder auf dem Nachttisch und auch sehr schön als Geschenk geeignet.

Diese interessante Reise ist eine Bereicherung für jeden, der Musik mag oder schon immer mal wissen wollte, was es mit der Begeisterung an der klassischen Musik auf sich hat. Ein Musikkalender, für den man sich jeden Tag nur ein paar entspannte Minuten gönnen muss, der aber jedes Jahr wieder neu verwendet werden kann. Der perfekte Ausklang für einen arbeitsreichen Tag und für die Erweiterung des musikalischen Horizonts.

Veröffentlicht am 21.09.2019

Fantastisch und doch real

Der weiße Löwe von Thabur
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Leandro hat keinen guten Start ins Leben: Erst wird er in der Schule wegen seines Glaubens gemobbt, dann wird er mit dem Tod konfrontiert und schließlich erscheint ihm sein Leben so hoffnungslos, dass ...

Leandro hat keinen guten Start ins Leben: Erst wird er in der Schule wegen seines Glaubens gemobbt, dann wird er mit dem Tod konfrontiert und schließlich erscheint ihm sein Leben so hoffnungslos, dass er sich auf einer Brücke wiederfindet. Er hat sich tief in Okkultismus und dunkle Magie verstrickt, als eines Tages eine Einladung nach Afrika sein Leben verändert.

Während einer Löwenjagd stürzt Leandro in eine Schlucht und findet sich schließlich in einer anderen Welt wieder: Dort wird das Volk vom bösen Herrscher Rhakan versklavt. Gemeinsam mit Tajana und ihren Freunden versucht Leandro, ihnen zu helfen und dem weißen Löwen das Leben zu retten. Währenddessen stellt sich heraus, dass Leandro selbst Teil einer uralten Prophezeiung ist.

Da es nicht viele christliche Fantasyromane gibt, habe ich mich wirklich sehr auf diesen Titel gefreut. Damaris Kofmehl ist eine bekannte Schriftstellerin, die auch schon andere fantastische Romane mit christlichem Hintergrund geschrieben hat. In ihrem neuesten Werk geht es teilweise recht brutal und düster zu, so dass es nichts für zarte Gemüter ist. Dennoch fasziniert mich die Story um Leandro, der viel durchmachen muss, um sein eigenes Heil wiederzufinden.

Es ist der Autorin gut gelungen, wichtige Glaubensgrundsätze in die Geschichte zu integrieren, ohne dass es zu konstruiert wirkt. Allerdings war mir bei der Charaktergestaltung die Entwicklung etwas zu plötzlich. Hier hätte Leandro meinem Empfinden nach etwas länger mit seinem Schicksal und dem Glauben hadern können, bevor er den Menschen und auch dem weißen Löwen so sehr vertraut.

Die Geschichte hat auf jeden Fall schöne Ideen und spannende Momente. Ich konnte jedoch nicht richtig mit den Charakteren warm werden, was dazu führte, dass ich auch emotional etwas außen vor geblieben bin. Auch der Weltenbau kam mir etwas zu kurz und ich hätte gerne mehr über die Länder und Völker in dieser anderen Welt erfahren.

Trotzdem freue ich mich, dass auch christliche Autoren immer mehr den Schritt ins Fantasy-Genre wagen. C.S. Lewis hat es mit Narnia vorgemacht, dass auch durch diese Art der Erzählung Wahrheiten vermittelt werden können. Das ist auch Damaris Kofmehl hier gut gelungen. Ich kann ihr Buch zur Löwenblut-Saga besonders Anfängern im Fantasy-Genre empfehlen, die nicht zu schreckhaft sind und einiges an Gewalt und unheimlichen Schilderungen ertragen können. Wem das nichts ausmacht, der findet hier gute Unterhaltung mit wichtigen Lebensfragen kombiniert, über die es sich nachzudenken lohnt.