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Veröffentlicht am 23.06.2023

Der Fremde im eigenen Haus

Die Verborgenen
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Inhalt:
Sven Hoffmann und seine Frau Franziska wohnen mit ihrer 17-jährigen Tochter Tabea in einem schönen Haus, fast direkt am Meer. Mit der Ehe der beiden steht es aber schon länger nicht mehr zum Guten. ...

Inhalt:
Sven Hoffmann und seine Frau Franziska wohnen mit ihrer 17-jährigen Tochter Tabea in einem schönen Haus, fast direkt am Meer. Mit der Ehe der beiden steht es aber schon länger nicht mehr zum Guten. Als jemand unbemerkt in ihr Haus eindringt, sie belauscht und ausspioniert und sich die merkwürdigen Vorkommnisse häufen, brechen sich die unter der Oberfläche brodelnden Konflikte Bahn. Und schon bald ist nicht mehr viel übrig von der ach so perfekten Familie...

Meine Meinung:
Linus Geschke gehört zu meinen Lieblingsautoren, daher war ich sehr gespannt auf diesen Stand-Alone-Thriller. Wie vom Autor nicht anders gewohnt, lässt sich das Buch angenehm lesen. Der Schreibstil ist tempo- und spannungsreich. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt - neben Sven und Franziska kommt unter anderem auch deren Tochter Tabea sowie der Eindringling zu Wort. Letztere Szenen sind im Gegensatz zu den restlichen Kapitel in Ich-Perspektive" aus der "Du-Perspektive" geschrieben, was ungewöhnlich und speziell ist, mir aber gut gefallen hat, da der Leser so direkt angesprochen und in die Geschichte hineingezogen wird.

Die Charaktere sind facettenreich und authentisch. Während mir Franziska mit ihrer überbehütenden, hausfräulichen Art nicht unbedingt sympathisch war, mochte ich Sven und Tabea sehr und habe entsprechend mehr mit ihnen mitgefühlt als mit Franziska, obwohl sie zwischenzeitlich beinahe mehr zu erdulden hatte.

Der Plot an sich ist spannend und fesselnd. Das Thema Phrogging (also heimlich im Haus eines Fremden zu wohnen, die eigentlichen Bewohner zu beobachten, ihre Vorräte zu essen, etc.) war mir bis dato völlig unbekannt. Dass es so etwas wirklich gibt, fand ich daher gleichermaßen interessant wie erschreckend. Nach und nach erfährt der Leser nicht nur mehr über die Hoffmanns und ihre Beziehung untereinander, sondern auch über den Eindringling sowie dessen Beweggründe. Die schlussendlich Auflösung ist stimmig wenn auch nicht total überraschend, ich hätte irgendwie mehr erwartet. Zudem bleiben für meinen Geschmack zu viele Fragen offen - insbesondere was Franziska betrifft. Auch wenn mir insgesamt das gewisse Etwas, das für Gänsehaut und Nervenkitzel sorgt, gefehlt hat, ist Linus Geschke auch mit "Die Verborgenen" wieder ein spannender Thriller gelungen, der mir tolle Lesestunden beschert hat.

Fazit:
Spannender Thriller über das Thema Phrogging und eine Familie, hinter deren Fassade so einige Abgründe lauern.

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Gelungene Mischung aus Fiktion und Historie

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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Inhalt:

Berlin 1929. Marlene ist inzwischen eine erfolgreiche Kinderärztin. Doch privat läuft es bei ihr nicht gerade rund. Ihr Ehemann Maximilian ist seit seiner Rückkehr aus dem Krieg nicht mehr derselbe, ...

Inhalt:

Berlin 1929. Marlene ist inzwischen eine erfolgreiche Kinderärztin. Doch privat läuft es bei ihr nicht gerade rund. Ihr Ehemann Maximilian ist seit seiner Rückkehr aus dem Krieg nicht mehr derselbe, zudem ist ihr Kinderwunsch noch immer unerfüllt. Deshalb plant Marlene, beruflich kürzer zu treten. Doch dann wird der Wirkstoff Penicillin entdeckt, der die Medizin zu revolutionieren vermag und Marlenes Forscherdrang weckt. Ihre Schwester Emma hingegen ist inzwischen Oberschwester in der Kinderklinik Weißensee. Doch ihr Sohn Theodor bzw. dessen Umgang macht ihr zunehmend Sorgen.

Meine Meinung:

„Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts“ ist der dritte Band der Romanreihe um die beiden Schwestern Marlene und Emma Lindow. Da die Entwicklung der beiden Frauen eine vorherrschende Rolle spielt und die Handlung der Bücher aufeinander aufbauen bzw. aneinander anschließen, empfiehlt es sich, die Bücher chronologisch zu lesen.

Die Protagonistinnen der Reihe, die intelligente Marlene, genannt Lene, und die warmherzige Emma, sind mir bereits in den beiden Vorgängerbänden ans Herz gewachsen. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter sind die beiden im Heim aufgewachsen und hatten es alles andere als leicht. Umso mehr freut es mich zu sehen, dass sie es geschafft haben, der Armut zu entfliehen und beruflich erfolgreich sind – Lene als Ärztin und Emma als Krankenschwester. Privat hingegen haben beide aktuell Sorgen, weswegen ich mit ihnen im Laufe des Buches mitgefühlt und –gehofft habe.

Der Plot des Buches ist gleichermaßen spannend wie interessant. Gefühlvoll erzählt Autorin Antonia Blum Lenes und Emmas Geschichte weiter. Gleichzeitig webt sie auch dieses Mal eine Vielzahl historischer Ereignisse und Daten mit ein, die nicht nur von der Recherche der Autorin zeugen, sondern auch von ihr Interesse an der damaligen Zeit und der Geschichte der Medizin sowie insbesondere der Klinik Weißensee. Diese ist nämlich keinesfalls erfunden, sondern wurde als erstes Kinderkrankenhaus Berlins bis 1997 betrieben. Nach dem Ende des Krieges und der Spanischen Grippe im vorherigen Band, spielt dieses Mal die Entdeckung und Erforschung des Antibiotikums Penicillin eine vorherrschende Rolle. Gleichzeitig passiert auch politisch Ende der 20er Jahre viel in Berlin, denn die NSDAP befindet sich im Aufschwung. Autorin Antonia Blum gelingt es, ein authentisches Bild dieser spannenden Zeit zu zeichnen und nicht zuletzt dadurch den Leser zu fesseln.

Fazit:

Gelungener dritter Teil der Reihe, in der dieses Mal die Erforschung des Penicillins sowie die turbulente politische Lage Ende der 20er Jahre eine große Rolle spielen. Einfach interessant und gleichzeitig spannend. Nicht zuletzt aufgrund der großartigen Charaktere. Ich freu mich schon auf Band 4!

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Veröffentlicht am 12.06.2023

Mord auf Station

Die Klinik
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Inhalt:

Nach einem schweren Fahrradunfall liegt der junge Familienvater Malte auf der Intensivstation. Sein Zustand scheint sich langsam zu stabilisieren und die Ärzte können ihn aus dem künstlichen Koma ...

Inhalt:

Nach einem schweren Fahrradunfall liegt der junge Familienvater Malte auf der Intensivstation. Sein Zustand scheint sich langsam zu stabilisieren und die Ärzte können ihn aus dem künstlichen Koma holen. Doch kurze Zeit später stirbt der junge Mann. Seine Frau Anna ist skeptisch und macht das Krankenhaus für Maltes Tod verantwortlich. Und tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass der Tote einen Betablocker im Blut hatte, den er nicht hätte verabreicht bekommen dürfen. Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihr Assistent Alpay Eloğlu übernehmen die Ermittlungen und finden heraus, dass in letzter Zeit weitere auffällige Todesfälle auf der Station gab. Treibt ein Todesengel in der Klinik sein Unwesen?

Meine Meinung:

„Die Klinik“ ist der zweite Teil der Thriller-Reihe um die Hamburger Ermittler Franka Erdmann und Alpay Eloğlu. Nachdem mich der Vorgängerband bereits begeistern konnte, war ich sehr gespannt, was die beiden in ihrem zweiten gemeinsamen Fall erwartet. Und wurde nicht enttäuscht.

Der temporeiche Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Die Handlung wird sowohl aus Sicht der beiden Ermittler erzählt, als auch aus der Sicht anderer, wichtiger Charaktere, wie beispielsweise Anna, die Ehefrau des Opfers, die mir persönlich sehr schnell sympathisch war, weswegen ich mit ihr auch besonders mitgefühlt habe. Dadurch bekommt der Leser einen umfassenden Einblick ins Geschehen und besitzt den Ermittlern gegenüber zudem einen leichten Wissensvorsprung.

Das ungleiche Ermittlerteam Erdmann/Eloğlu, das nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen immer besser miteinander auskommt, gefällt mir sehr. Franka Erdmann ist taff, etwas kratzbürstig, aber vorallem eine gute und erfahrene Ermittlerin. Der weitaus jüngere Alpay Eloğlu muss sich erst noch beweisen, aber er ist motiviert, wissbegierig und gescheit. Es macht Spaß, die beiden bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Zudem erfährt man dieses Mal einiges insbesondere aus Alpays Privatleben bzw. über sein familiäres Umfeld, was ihn authentisch macht und Farbe verleiht.

Der Plot an sich ist spannungsgeladen und nimmt im Laufe des Buches zunehmend Tempo auf. Dank einiger ungeahnten Wendungen bleibt es bis zum Schluss spannend und fesselnd. Die schlussendliche Auflösung ist ganz anders als zu Beginn vermutet und – auch wenn ich im Laufe des letzten Drittels damit gerechnet habe bzw. einen entsprechenden Verdacht hatte – sowohl überraschend als auch stimmig. Das dramatische Ende bildet einen gelungener Abschluss dieses wirklich tollen Thrillers, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Fazit:

Spannender zweiter Fall für das charismatische Ermittlerduo Erdmann/Eloğlu, der mich durchweg fesseln und begeistern konnte. Eine klare Leseempfehlung für alle Thrillerfans, ich hoffe sehr auf weitere Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Nach Hochzeit Mord

Akte Nordsee - Der Teufelshof
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Inhalt:
Noch am Abend haben Henning Fehnsen und seine Anna ihre Hochzeit gefeiert. Am nächsten Morgen stolpert die Nachbarin, die Hennings Eltern eigentlich nur um Hilfe bitten will, über den verletzt ...

Inhalt:
Noch am Abend haben Henning Fehnsen und seine Anna ihre Hochzeit gefeiert. Am nächsten Morgen stolpert die Nachbarin, die Hennings Eltern eigentlich nur um Hilfe bitten will, über den verletzt im Flur des elterlichen Hofs liegenden Bräutigam, seine Eltern liegen erschossen im Ehebett. Hennings frisch angeheiratete Frau Anna wird völlig verstört in der Scheune gefunden. Sie gibt an, dass sie in der Nacht aus dem Fenster geflohen ist, als ihr Mann Geräusche im Haus gehört hat und nachschauen gegangen ist. Doch die Polizei glaubt ihr nicht. Fentje Jacobsen, die Henning bereits seit Kindheitstagen kennt, steht ihm nicht nur als seine Anwältin zur Seite, sondern versucht auch, mehr über den Abend vor dem Mord herauszufinden. Auch Journalist Niklas John wird auf den Fall angesetzt und beginnt Nachforschungen anzustellen. Doch schneller als die beiden sich versehen, bringen sie sich damit selbst in tödliche Gefahr. Können sie gemeinsam die Wahrheit über den bestialischen Mord ans Licht bringen?

Meine Meinung:
"Akte Nordsee - Der Teufelshof" ist der zweite Teil der Reihe um Anwältin Fentje Jacobsen und Journalist Niklas John. Wie schon im ersten Band der Reihe versuchen sie durch eigene Nachforschungen, einen Mord aufzuklären. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, sodass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann, wenngleich man natürlich einen Wissensvorsprung zu den Charakteren besitzt, wenn man den Vorgängerband bereits kennt.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich wie gewohnt sehr angenehm lesen. Die Handlung wird abwechselnd aus Fentjes und Niklas Sicht geschildert. Dadurch lernt man beide Protagonisten gut kennen und erfährt auch allerhand über ihre familiäre Situation und Arbeit. Ich mag die beiden, insbesondere Fentje, sehr gerne, weswegen ich im Laufe des Buches mit Ihnen mitgefühlt und -gefiebert habe. Auch die bildhaften Beschreibungen der Landschaft und Leute, wie beispielsweise der Halbinsel Eiderstedt, wo ein Großteil der Handlung spielt, haben mir wieder sehr gut gefallen und sorgen für Küstenfeeling.

Der Krimiplot ist spannend und fesselnd. Schon der Prolog hat es in sich, sodass man unbedingt weiterlesen und erfahren möchte, was sich in der Hochzeitsnacht auf dem Hof der Fehnsens abgespielt hat. Auch, Fentje und Niklas sich erst gegen Ende des Buches zusammentun, macht es Spaß, ihnen bei ihren jeweiligen Nachforschungen über die Schultern zu schauen. Denn Verdächtige gibt es so einige und Dank einiger Wendungen und brenzligen Situationen bleibt es durchweg spannend. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn nicht ganz so früh mehr oder weniger offensichtlich gewesen wäre, was der Schlüssel zur Lösung ist bzw. insbesondere Fentje nicht so lange gezögert hätte, dieser Spur nachzugehen. Nichtsdestotrotz ist die schlussendliche Auflösung zugleich überraschend und stimmig.

Fazit:
Spannender Nordseekrimi mit tollem Setting und sympathischen Charakteren. Ich hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen und vergebe 4,5 Sterne!

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Spannender Reihenauftakt

Wild
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Inhalt:

Bei einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet plötzlich jemand das Feuer und schießt um sich. Wildtierbiologin Alex Carter, die als Expertin von Ort ist, kommt gerade noch mit dem Leben davon. ...

Inhalt:

Bei einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet plötzlich jemand das Feuer und schießt um sich. Wildtierbiologin Alex Carter, die als Expertin von Ort ist, kommt gerade noch mit dem Leben davon. Um das Erlebte zu verarbeiten, kommt ihr der Auftrag, in den Rocky Mountains eine Studie über Vielfraße durchzuführen, gerade recht. Doch in dem verlassenen Skiressort wird sie alles andere als freundlich empfangen. Spätestens als sie dann auch noch auf einer Wildtierkamera einen verletzten Mann im Wald entdeckt, ist sich Alex sicher, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt…

Meine Meinung:

„Wild“ ist der Auftakt der Thrillerreihe der amerikanischen Autorin Alice Henderson, in deren Zentrum die Wildtierbiologin Alex Carter steht. Ich mochte Alice auf Anhieb. Sie liebt die Natur, insbesondere natürlich wilde Tiere, und brennt für ihren Job. Gleichzeitig ist sie eine starke, bodenständige und empathische Frau, weswegen man als Leser sehr schnell mit ihr mitfühlt und -fiebert.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Besonders gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen von Natur, sei es der eindrucksvollen Berge oder der dort beheimateten Tiere. Hier zeigt sich schnell, dass die Autorin, selbst Rangerin in einem Naturreservat, weiß, wovon sie redet und eine aufmerksame Beobachterin ist.

Der Plot des Buches ist spannend und temporeich. Dank einer Vielzahl an Wendungen, überraschender Ereignisse und Action fliegt man als Leser förmlich durch das Buch und kann es kaum zur Seite legen. Nicht nur Alex, sondern auch der Leser fragt sich über weite Teile des Buches, wem man überhaupt trauen kann. Darüber hinaus streut die Autorin immer wieder auch Fakten und Wissen über Vielfraße ein, die ich sehr interessante fand und die das Buch zu etwas Besonderem machen. Der Showdown am Ende ist packend und bildet einen gelungenen Abschluss dieses spannenden Reihenauftakts, macht aber gleichzeitig schon jetzt neugierig auf den zweiten Band der Reihe.

Fazit:

Spannender und rasanter Thriller, der nicht nur mit viel Action, sondern auch mit fundiertem Wissen über Vielfraße punkten kann. Ein Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!

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