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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2024

Super spannend, aber auch etwas skurril und außergewöhnlich abgefahren

Grazer Hexenjagd
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Armin Trost, Ermittler mit besonderem Status, steht einer Reihe grausamer Morde gegenüber. Details sickern durch, eine wahre Hexenjagd beginnt. Für Trost kein einfacher Fall, denn zur gleichen Zeit erkennt ...

Armin Trost, Ermittler mit besonderem Status, steht einer Reihe grausamer Morde gegenüber. Details sickern durch, eine wahre Hexenjagd beginnt. Für Trost kein einfacher Fall, denn zur gleichen Zeit erkennt er, dass er lieber Zeit mit seinem plötzlich so erwachsenem Sohn verbracht hätte. Kann er den Moment nutzen und gleichzeitig den Mörder finden?

Das beeindruckende Cover mit Blick auf Graz lässt nicht erahnen, was für eine Gänsehaut-Story sich Robert Preis hat einfallen lassen. Auch ohne Vorkenntnisse wird man schnell ins Bild gesetzt und fasst Zuneigung zu diesem wirklich ganz besonderen Ermittler. Sehr menschlich, voller Intuition, ja geradezu hellsichtig erscheint Trost, und man muss sich schon darauf einlassen, auf welche Weise er seine Recherchen betreibt. Dass er sich dabei selbst zum Ziel des Mörders macht, sorgt für reichlich Gänsehaut, temporeiche Verfolgung bis zur Selbstaufgabe und atemloses Grauen.
Ich habe das Buch genossen, musste aber auch häufig über den trockenen, ja schwarzen Humor des Autor schmunzeln und ehrlich: entspannend war diese Lektüre nicht! Ein krasser Krimi, der zeitweise zum Thriller mutierte, aber auch etwas skurril und ungewöhnlich abgefahren ist!

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Veröffentlicht am 12.06.2024

Grausam und brutal, Leon Ritters erschütternster Fall

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
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Spätsommer in Lavandou, provenzalische Idylle pur, doch ein gruseliger Fund sorgt für Entsetzen im Ort. Eine junge Frau wird brutal ermordet und entstellt, von einem Täter gibt es keine Spur. Doch dieser ...

Spätsommer in Lavandou, provenzalische Idylle pur, doch ein gruseliger Fund sorgt für Entsetzen im Ort. Eine junge Frau wird brutal ermordet und entstellt, von einem Täter gibt es keine Spur. Doch dieser tötet bald erneut und der Polizei läuft die Zeit davon.

Das romantische Cover lässt nicht vermuten, was in Le Lavandou passiert. Die beiden Leichen, die Rechtsmediziner Leon Ritter begutachten muss, rauben einem den Atem. Der Plot ist ausgesprochen gruselig, die Ermittlungen gestalten sich spannend und akribisch bis nervend, man kann mit den Protagonisten mitfühlen, den Stress und Druck mitempfinden.
Remy Eyssen hat mit Leon Ritter und Isabelle Morell ein unglaublich liebenswertes und sympathisches Ermittlerteam erschaffen, an dessen Leben man teilhaben darf. Auch der zehnte Fall liest sich ungemein flüssig, eindrucksvoll und lebendig, kann ohne Vorkenntnisse genossen werden und zieht sofort in den Bann.
Ich schätze neben diesem wirklich erschreckenden Gänsehaut-Fall besonders die kleinen Details, das provenzalische Flair (nicht selten möchte man zu einem kleinen Glas Rosé und ein paar Oliven greifen) und auch Leons und Isabelles Privatleben, dazu Lilous Erlebnisse in der Bäckerei und insgesamt das Dorfleben, das auch für reichlich Abwechslung und zwischenzeitliches Aufatmen sorgt. Trotz dem wahrlich grauenhaften Setting versteht es der Autor, eine wunderbare Ausgewogenheit zu schaffen und dem Leser am Ende einen atemberaubenden, temporeichen Showdown zu servieren. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 08.06.2024

Götter in Weiß, Herrscher über Leben und Tod

Grado in Angst
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Maddalena Degrassis Freundin Bibiane ist dem Tod geweiht. Ihre fortgeschrittene Erkrankung ist nicht mehr heilbar und Maddalena, Commissaria in Grado, muss mit ansehen, wie Freund Fabrizio und seine kleine ...

Maddalena Degrassis Freundin Bibiane ist dem Tod geweiht. Ihre fortgeschrittene Erkrankung ist nicht mehr heilbar und Maddalena, Commissaria in Grado, muss mit ansehen, wie Freund Fabrizio und seine kleine Tochter Simone Frau und Mutter verlieren. Selbst völlig unter Schock, beginnt sie, mit ihrem Team nach den Ursachen zu forschen.

Das wunderschöne Cover lässt nicht erahnen, welche Abgründe sich in Grado auftun. Andrea Nagele verwöhnt ihre Leser seit langem mit spannender Unterhaltung, die sich so wundervoll lebendig mit sympathischen Protagonisten gestaltet. Die Autorin schreibt flüssig, detailreich und fesselnd, Szenen erstehen vor dem inneren Auge.
Mit Grado in Angst ist ihr wieder ein ausgesprochen eindrucksvoller und sehr bewegender Krimi gelungen, der bis ins Innerste berührt und wieder einmal beweist, wie abhängig Menschen von anderen sein können. Vertrauen wird missbraucht, ja ausgenutzt! Der Plot ist sehr gut erdacht, die Ermittlungen gestalten sich abwechslungsreich und der Einsatz der Freunde zeigt tiefe Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, die für Wärme sorgt.
Ein Krimi, den man auch ohne Vorkenntnisse genießen kann, spannend, temporeich, unvorhersehbar und für mich bis auf ein kleines Detail absolut überzeugend!

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Veröffentlicht am 07.06.2024

Spannend, mystisch, mit einem Ausflug in die Vergangenheit und sehr viel Flair!

Provenzalisches Feuer
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Sainte-Valérie ist im Feiermodus, der Sommeranfang wird mit einem großen Fest und jeder Menge Attraktion begrüßt. Doch mitten im Auftritt einer Rockband findet ein Journalist gewaltsam den Tod. Erstochen! ...

Sainte-Valérie ist im Feiermodus, der Sommeranfang wird mit einem großen Fest und jeder Menge Attraktion begrüßt. Doch mitten im Auftritt einer Rockband findet ein Journalist gewaltsam den Tod. Erstochen! Der Täter entkommt spurlos und Pierre Durand beginnt umgehend mit den Ermittlungen, die ihm auch einen Blick in die Geschichte seiner Region eröffnen.

Die malerischen, wunderschön gestalteten Cover der Pierre-Durand-Reihe laden unbedingt zum Lesen ein. Und weil ich mich gerade bestens vom zehnten Fall unterhalten fühlte, wollte ich unbedingt die mir noch fehlenden Fälle ergänzen.
Sophie Bonnet ist eine Meisterin des Erzählens, sehr flüssig und leicht, lebendig und beeindruckend beschreibt sie Szenen, führt Dialoge und lässt den Leser auch am geschichtlichen Erbe der Provence teilhaben. Sie schafft es spielend, dass man sofort mit ihren sympathischen Protagonisten mitfühlt und miträtselt. Auch dieser Fall hat es in sich, besticht mit mysteriösen Details und scheinbar unlösbaren, undurchsichtigen Verbindungen.
Provenzalisches Feuer hat mir sehr gut gefallen, der Täter blieb mir bis zum Ende verborgen, aber der Ausflug in die geschichtliche Vergangenheit war mir stellenweise etwas zu lang. Ich verstehe, dass sie die Grundlagen zum Fall untermauern, fand es aber etwas langatmig.
Die Hörbuchversion wird hervorragend gelesen von Götz Otto, der eindringlich, charmant und ungewöhnlich fesselnd lesen kann!

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Ein absolut brillanter Krimi in allerbester britischer Manier

Mord stand nicht im Drehbuch
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Das Cover erscheint romantisch, der Blick weist ins Licht, wäre da nicht das Blut! Ich kenne und liebe Band eins und drei der Hawthorne-Reihe, finde sie ausgesprochen genial, ungewöhnlich und tricky und ...

Das Cover erscheint romantisch, der Blick weist ins Licht, wäre da nicht das Blut! Ich kenne und liebe Band eins und drei der Hawthorne-Reihe, finde sie ausgesprochen genial, ungewöhnlich und tricky und bin der Meinung, mit Mord stand nicht im Drehbuch ist Anthony Horowitz wirklich ein Geniestreich gelungen.
Der Autor erzählt die Geschichte seiner Verdächtigung, Verhaftung und der daraufhin folgenden, akribischen Spurensuche durch seinen, tja, Co-Autor, Detektiv oder gar Freund? So genau weiß man es nicht, auf jeden Fall verbindet die beiden das überaus effektive und erfolgreiche Konzept der Zusammenarbeit eines Autors mit einem Detektiv, deren echte Erlebnisse zu spannenden und erfolgreichen Krimis verarbeitet werden.
Anthony Horowitz nimmt den Leser mit in seine Welt, teils real, teils fiktiv, unglaublich geschickt geschrieben, sehr menschlich, ungemein fesselnd, absolut spannend. Und begibt sich, als Sportsfreund, in die Hände von Ermittler Daniel Hawthorne, dessen Spürsinn und Einfallsreichtum wieder einmal alle Erwartungen übertreffen.
Der Autor versteht es wie kein anderer, eine Szenerie zu erschaffen, die fasziniert, aber für so reichlich Verwirrung und Wendungen sorgt, dass mir bis zum Schluss eine Auflösung beinahe unwahrscheinlich erschien. Für mich wieder ein ausgezeichneter, brillanter Krimi, das absolute Highlight in meinem bisherigen Jahr!

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