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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Zauberhafte Lovestory mit Hindernissen

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Auf dem liebenswerten Cover radeln Eleanore und Dex unbeschwert in die gleiche Richtung, sie hat nur Augen für ihn, denn schon vor acht langen Jahren ist sie ihm begegnet und war sofort schockverliebt. ...

Auf dem liebenswerten Cover radeln Eleanore und Dex unbeschwert in die gleiche Richtung, sie hat nur Augen für ihn, denn schon vor acht langen Jahren ist sie ihm begegnet und war sofort schockverliebt. Dieser Moment von damals lässt sie nicht mehr los, und plötzlich steht er wieder vor ihr. Dex weiß nichts von ihrer heimlichen Liebe, fühlt sich aber schon bald zu ihr hingezogen.
Kyra Groh versteht es blendend, zwischen zwei Menschen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, zarte Bande zu knüpfen. Eleanore, die liebe, ja schüchterne junge Frau, zuverlässig und verantwortungsvoll, trifft auf Dex, der bereits mit siebenundzwanzig am Ende seiner Musiker-Karriere angelangt und völlig orientierungslos ist. Was keiner ahnt, wird langsam wahr und die von Selbstzweifeln geplagte Nore kommt ihrem Traum immer näher, während Dex wieder Bodenhaftung findet. Die Geschichte ist sehr lebendig und detailreich erzählt, sie fesselt, bringt zum Lachen und berührt. Ich kenne den ersten Teil nicht, bin aber problemlos in die Story hineingekommen und konnte mich auch gut einfühlen. Für ihr Alter fand ich Nore zwar wirklich reichlich naiv, aber doch sehr realistisch dargestellt und insgesamt überzeugend. Die Autorin überrascht mit einigen unerwarteten Wendungen und bringt so auch Spannung und etwas Tiefgang ins Spiel.
Das Hörbuch wird in Perfektion von Sandra Voss und Jesse Grimm gelesen, die das Zusammenspiel der beiden Protagonisten ungemein einfühlsam und richtig echt rüberbringen und für unterhaltsame Stunden sorgen!

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Robert Seethaler schlägt ungewohnte Töne an

Die Straße
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Der Titel benennt es, Robert Seethaler beleuchtet in seinem neuesten Buch das Leben in einer Straße, fernab vom Zentrum, aber auch nicht am Stadtrand. Es ist typisch für ihn, tief in die menschlichen Seelen ...

Der Titel benennt es, Robert Seethaler beleuchtet in seinem neuesten Buch das Leben in einer Straße, fernab vom Zentrum, aber auch nicht am Stadtrand. Es ist typisch für ihn, tief in die menschlichen Seelen einzutauchen und seine bisherigen Bücher haben mich deshalb sehr bewegt und sind mir auch noch in bester Erinnerung geblieben.
Sein neues Werk allerdings ist gefühlt ganz anders, es geht um eine Vielfalt an unterschiedlichen Menschen und deren Emotionen, Sorgen, Nöte, Vorurteile, Klassen- und Altersunterschiede, Tratsch, eben alles, was sich in einer Strasse so abspielt. Ja, es ist realistisch und wird in dem von Robert Seethaler so geschätzten Stil erzählt, aber mir hat ein Mittelpunkt gefehlt. Zu viele Meinungen wechseln sich ab, ich hatte anfangs sogar etwas Mühe, dem übergangslosen Vortrag zu folgen. Allerdings liest Matthias Brandt das Hörbuch sensationell gut ein, so dass ich mich relativ schnell orientieren konnte.
„Die Strasse“ ist anders, als die wunderbaren Geschichten, die ich bis dato vom Autor kenne und liebe, ich kann es gar nicht richtig beschreiben, bin aber irgendwie enttäuscht. Zwar steckt wieder sehr viel Empathie und Herz in den Protagonisten (mit dem verzweifelt kämpfenden Antiquariatsbesitzer konnte ich wahrlich mitfühlen), aber insgesamt ist die Geschichte quirlig, ungewohnt und für mich anders als erwartet. Trotzdem meiner persönlichen Empfindung gebe ich vier Sterne und empfehle das Hörbuch, denn es wird wirklich fesselnd gelesen!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Tradition trifft auf vielfältige Raffinesse

Das Schlutzkrapfen-Buch
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Das Cover mit den wunderbar in Szene gesetzten Schlutzkrapfen erinnert lebhaft an den letzten Urlaub in Südtirol, und ich war absolut neugierig auf ein Kochbuch, dass sich ausschließlich mit Teigtaschen ...

Das Cover mit den wunderbar in Szene gesetzten Schlutzkrapfen erinnert lebhaft an den letzten Urlaub in Südtirol, und ich war absolut neugierig auf ein Kochbuch, dass sich ausschließlich mit Teigtaschen aus den Alpen befasst.
Und tatsächlich war ich wirklich beeindruckt, was für eine Vielfalt sich hier auftut. Irene Hager hat mit Liebe und Know-How jede Menge Rezepte zusammengetragen, die einen regelrecht durch das Jahr begleiten. Meine Favoriten sind derzeit die Bärlauch- und Spargelteigtaschen, aber man lernt schnell, dass die Auswahl an Füllungen fast grenzenlos ist!
Das Buch ist sehr geschickt konzipiert und wunderschön gestaltet. Nach einer ausführlichen und gut recherchierten Einführung darf man gleich die Rezepte bestaunen, von schlicht bis raffiniert, und kann anhand der Detailfotos auch relativ leicht die diversen Falt- und Verschlusstechniken erlernen. Am besten gefällt mir die Zusammenfassung der verschiedenen Teige, die ausgezeichnet erklärt sind und mit Tipps und Tricks auch für Anfänger verständlich nachzuarbeiten sind. Auch vegane und glutenfreie Varianten bzw. Alternativen sind berücksichtigt.
Mir gefällt das Buch richtig gut, die Rezepte sind so vielfältig und bunt, die Teigtaschen so eindrucksvoll und unterschiedlich, dass man sofort zum Ausprobieren animiert wird! Hier trifft Tradition auf Gaumenfreude und Raffinesse!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein verzwickter Fall, warmherzige Ermittler und viel Atmosphäre – ein kleines Meisterwerk!

Mord nach Schnittmuster
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Die überaus erfolgreiche und durch soziale Medien bekannte Stoffladenbesitzerin und Nähexpertin Hanna liegt tödlich verletzt am Ende ihrer steilen Kellertreppe. War es ein Unfall oder hat da jemand nachgeholfen? ...

Die überaus erfolgreiche und durch soziale Medien bekannte Stoffladenbesitzerin und Nähexpertin Hanna liegt tödlich verletzt am Ende ihrer steilen Kellertreppe. War es ein Unfall oder hat da jemand nachgeholfen? Während der Pathologe noch die letzten Spuren auswertet, machen sich Kommissar Martin Leitner und sein langjähriger Kollege Salvatore Travazzi schon an die Entwirrung der Fäden.

Das Cover ist niedlich und passt zum Inhalt, der allerdings gar nicht so niedlich ist! Denn Birgit Körner überrascht mit einem reichlich verzwickten und undurchsichtigen Fall, absolut liebenswerten und warmherzigen Ermittlern und einem wunderbaren Esslinger Flair.
Alles gemeinsam bedeutet Spannung gepaart mit Wohlgefühl und bester Unterhaltung, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen! Es ist herrlich, die Protagonisten durch ihren Fall zu begleiten, mit ihnen über Näh-Hacks zu staunen und auch an ihrem Privatleben teilzuhaben. Die Autorin verbindet sehr gekonnt die Suche nach Puzzle-Teilchen mit humorvollen, aber auch gefühlvollen Momenten, ihr Stil ist lebendig und detailreich, das große Kopfkino ist bei mir sofort angesprungen und ich bin absolut begeistert von diesem Krimi, der mir ausgezeichnet gefallen hat! Es ist ein kleines Meisterwerk, das fesselt und ausgesprochen gut unterhält und ich hoffe unbedingt auf einen Folgeband!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ein spannender Krimi, bezaubernd ungewöhnlich und sehr unterhaltsam

Mord in der Pension Möwennest
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Man schreibt das Jahr 1954, als Schwester Agnes nach langen Klosterjahren ihren Konvent verlässt und sich auf die Suche nach der jungen Novizin Frieda macht, die dem Kloster entsagte und sich plötzlich, ...

Man schreibt das Jahr 1954, als Schwester Agnes nach langen Klosterjahren ihren Konvent verlässt und sich auf die Suche nach der jungen Novizin Frieda macht, die dem Kloster entsagte und sich plötzlich, entgegen aller Absprachen, nicht mehr meldet. So wird aus Schwester Agnes wieder Nora, die sich wacker durch das ihr unbekannte „echte“ Leben schlägt und mit Klugheit und Wachsamkeit trotz aller Hindernisse langsam auf Friedas Spur kommt.

Der wunderschöne Einband erinnert ein bisschen an naive Malere, die Tasse Tee gibt den Hinweis auf England. Und ich finde, das Buch passt auch sehr gut in die Reihe der klassischen britischen Krimis. Jess Kidds‘ Stil ist ungewöhnlich schlicht, fast etwas nüchtern, blumige Details sind ihr fremd und ich hatte sehr schnell das Gefühl, die Welt mit Noras Augen zu sehen. Die ehemalige Nonne ist anspruchslos und ruhig, agiert klug und durchdacht, und überrascht mit allerlei mutigen und waghalsigen Aktionen, die mich sehr oft zum Schmunzeln brachten. Selbst der nach einem mysteriösen Todesfall hinzugezogene Inspector Rideout respektiert Noras Beobachtungen und so entsteht ein ungemein sympathisches Ermittler-Duo, von dem ich auf jeden Fall mehr lesen möchte! Noras Aufenthalt in der Pension Möwenblick wirkt etwas skurril, die Bewohner sind mehr als schräg, aber das Setting ist absolut überzeugend und ungemein unterhaltsam.
Ein spannender, etwas ungewöhnlicher Krimi, der mir bestens gefallen hat!

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