Dank Bridgerton sind Regency Romane wieder ganz hoch im Kurs. "Die Ladys von Somerset" ist ein würdiger Vertreter seiner Gattung - mit einer sympathischen Heldin, einem Helden, der Anfangs eher Schurke ...
Dank Bridgerton sind Regency Romane wieder ganz hoch im Kurs. "Die Ladys von Somerset" ist ein würdiger Vertreter seiner Gattung - mit einer sympathischen Heldin, einem Helden, der Anfangs eher Schurke ist und jeder Menge Verwicklungen. Tolle Charaktere und ein dynamischer Schreibstil runden das Lesevergnügen ab. Das obligatorische Happy End ist auch nicht zu kitschig.
Franziska flüchtete aus der Enge ihrer Vergangenheit in die Großstadt und hat nicht einmal zurückgesehen, sogar ihren Zweitnamen setzte sie als Vornamen ein - Heike ist ihr zu provinziell. Nun ist ihr ...
Franziska flüchtete aus der Enge ihrer Vergangenheit in die Großstadt und hat nicht einmal zurückgesehen, sogar ihren Zweitnamen setzte sie als Vornamen ein - Heike ist ihr zu provinziell. Nun ist ihr Vater gestorben und hat ihr seinen Campingplatz vermacht. Allerdings entpuppt der sich als unglaublich renovierungsbedürftig und liegt zudem nahe eines Naturschutzgebietes. Außerdem gibt es da noch die Bewohner, teilweise Dauercamper. Aus dem schnellen Verkauf wird also nichts. Dadurch beginnt aber eine Entwicklung, die herzerwärmend ist.... findet Franziska schlussendlich zu sich selbst und auch ihr Glück. Kristina Günaks Schreibstil ist großartig, der Humor an den richtigen Stellen lockert auch schwere Stellen auf. Die Campingplatzbewohner habe ich gleich ins Herz geschlossen, so warm und liebevoll, wie sie dargestellt sind. Franziskas Entwicklung ist authentisch und großartig, wurde ich am Anfang nicht warm mit ihr, fühlte man doch mit jeder Seite mehr mit ihr mit. Zudem fand ich ihren Willen und ihr Durchhaltevermögen beeindruckend! Absolute Wohlfühllektüre, die viel zu schnell vorbei ist.
Das Cover ähnelt, wie so oft, dem ersten Band ungemein (so sehr, dass man schauen muss, ob man den richtigen Teil erwischt hat). Mit der jungen Frau im Profil und der Speicherstadt im Hintergrund, gefällt ...
Das Cover ähnelt, wie so oft, dem ersten Band ungemein (so sehr, dass man schauen muss, ob man den richtigen Teil erwischt hat). Mit der jungen Frau im Profil und der Speicherstadt im Hintergrund, gefällt mir das Cover auch diesmal sehr gut. Hatte ich am ersten Band noch ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, hat mich der zweite vollends überzeugt! Vor allem, dass die Protagonisten, die man schon kennt, galant und in die Handlung eingebunden noch einmal vorgestellt werden, macht den Einstieg sehr einfach und zudem ist der Titel dadurch auch unabhängig vom ersten Band lesbar (klar gibt es Hinweise auf die Ereignisse des Vorgängers, aber die sind eher neugierig machend als das Vorkenntnisse nötig sind). Anne Fitzpatrick hat zu ihrer Praxis noch eine Vertretung in den Auswandererhallen angenommen und kommt dort einer Reihe von Vergiftungen auf die Spur. Auch Helene Curtius, inzwischen angehende Lehrerin, macht dort ihr Abschlusspraktikum. Als Anne weitergehend ermittelt, kreuzen ihre Wege auch wieder die von Kommissar Rheydt. Eine sehr spannende Handlung, die von verschiedenen Seiten zusammenläuft, bringt verschiedene Facetten der Hauptfiguren zu Tage und auch Licht in Annes Vergangenheit. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, der Schreibstil ist wieder sehr dynamisch und lebendig.
Gabriella Engelmann hat in einer geradezu verzauberten Sprache (Es hat etwas von Bullerbü) die bezaubernde Kleinstadt Lütteby geschaffen. Hier lebt Lina Hansen zusammen mit ihrer Großmutter Henrikje. Was ...
Gabriella Engelmann hat in einer geradezu verzauberten Sprache (Es hat etwas von Bullerbü) die bezaubernde Kleinstadt Lütteby geschaffen. Hier lebt Lina Hansen zusammen mit ihrer Großmutter Henrikje. Was vor sechs Jahren als Übergang gedacht war, hat sich als Routine festgefahren. Aber eine schöne, sehr geborgene! Zusammen mit ihrer besten Freundin als Kindertagen, Stine, die als Pastorin in Lütteby arbeitet, und den Händlern des kleinen Ortes fiebert man mit, wenn der Bürgermeister des Nachbarortes Intrigen spinnt. Auch kommt Lina einem Familiengeheimnis auf die Spur. Sehr authentisch und für mich realistisch werden die Nöte und Sorgen eines kleinen Ortes, der vom Tourismus lebt, erzählt. Auch die Familiengeschichte und Liebesverwicklungen sind wunderbar erzählt und so kann man dieses wunderbare Stück Alltagsflucht nicht aus der Hand legen - bis zum Cliffhanger, der einen zur Verzweiflung bringt.
In einer traumhaft schönen Sprache, geradezu melodiös, beschreibt die Autorin die Entwicklungsgeschichte des Buches, aber auch der Literatur an sich. Sie beginnt bei der Bibliothek in Alexandria, springt ...
In einer traumhaft schönen Sprache, geradezu melodiös, beschreibt die Autorin die Entwicklungsgeschichte des Buches, aber auch der Literatur an sich. Sie beginnt bei der Bibliothek in Alexandria, springt zu den Ursprüngen der mündlichen Überlieferungen, geht über zu den Anfängen des Buchhandels und der Zensur. Immer wieder gespickt mit eigenen Erinnerungen. Das Buch ist hervorragend recherchiert, auch die Liebe zu Literatur und dem geschriebenen Wort ist in jeder Seite spürbar. Die Sprünge zwischen den einzelnen Abschnitten sind mitunter genau das und haben meinen Lesefluss etwas gestört, was aber dem Lesevergnügen nicht geschadet hat. Dafür waren die einzelnen Episoden einfach zu fesselnd dargestellt und wunderschön geschrieben (großes Kompliment an den Übersetzer). Ein tolles Buch und für Buchliebhaber ein Muss!