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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2025

Und ab und zu ein weißer Elefant

Sonnenaufgang Nr. 5
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Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an ...

Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an der Nordsee lebt. Ihr Haus ist gefüllt mit Biografien und jedes Buch enthält Zettel, die ihre Gedanken bergen.Gemeinsam tauchen sie in Erinnerungen ein,denn auch Jonas hat eine problematische Vergangenheit.
Neben den beiden Hauptcharakteren sind es die unterschiedlichen Menschen in Stellas Umgebung, welche denm Roman das gewisse Etwas geben. Der Maler Geraldo, der in Stella verliebt ist und ihr zu Ehren immer wieder Sonnenaufgänge malt. Paul und sein Hund „Guter Junge“,Nessa ,die in Jonas verliebt ist,Bentje ,die jeden Tag an der Bushaltestelle auf ihren lange verstorbenen Mann wartet und einige mehr.
In vielen Gesprächen,die oft sehr temperamentvoll sind ,aufgrund des exzentrischem Wesens der Diva,lernen alle aus ihren Erinnerungen,um zu einem zufriedenen Leben zu finden
Der Autor ist ein Meister der leisen Töne,die tief ins Herz gehen.
Auch wenn der Roman nicht ganz die Qualität des „ Buchspazierers“ erreichen konnte,habe ich es mir mit Begeisterung vorlesen lassen und vergebe vier Sterne.Die

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Narben auf der Seele

Was man nicht sieht, ist doch da
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Hans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer ...

Hans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer noch ehemalige Nazis, das Sagen. Sein Alltag ist fortan von Strenge und unglaublichen Schikanen seitens der so genannten „Erzieher“ und einem Kind bestimmt.Auch durch einen Geistlichen werden körperliche Züchtigungen durchgeführt.Der einzige Lichtblick ist der Gärtner,welchem er bei der Arbeit zur Hand geht.Er gibt ihm Herzenswärme und hilft in manchen verzweifelten Situationen.

Meine Meinung:

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt. Der Schreibstil ist knapp und wirkt teilweise emotionslos, was zu Anfang gewöhnungsbedürftig war,im Nachhinein betrachtet aber gut zu dieser Geschichte passte. Meine Gefühle beim Lesen wechselten zwischen Traurigkeit, Mitleid mit einer geschundenen Kinderseele und Fassungslosigkeit über die Methoden, welche in diesem Erziehungsheim herrschen.

Die Liebe ,welche ihm der Gärtner zuteil werden ließ,gab ihm einen gewissen Halt,konnte aber die vielen anderen Defizite nicht ausgleichen.

Nach seinem vierjährigen Heimaufenthalt wird er,völlig verändert ,wieder ins Leben entlassen.Danach gibt es einen großen Zeitsprung und man erlebt den Protagonisten als alten,einsamen Mann .Demzufolge bleiben etliche lose Fäden,verbunden mit vielen Fragen zurück.Auch wenn dadurch Raum für eigene Gedanken bleibt, hätte ich gerne etwas über den dazwischen liegenden Zeitraum erfahren.

Die Geschichte läßt mich sehr nachdenklich zurück und wird noch etwas nachhallen.Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Mit Musik geht vieles leichter

Der Plattenspieler unter der Dachschräge
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Der Protagonist Sigi räumt das Haus seiner verstorbenen Mutter aus und erinnert sich beim Betrachten der Diasammlung an seine Jugend zurück.Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung,die ...

Der Protagonist Sigi räumt das Haus seiner verstorbenen Mutter aus und erinnert sich beim Betrachten der Diasammlung an seine Jugend zurück.Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung,die dann ausführlich erläutert wird.

Gemeinsam mit dem inzwischen 16 jährigen Protagonisten erlebt man eine Zeitreise in die siebziger Jahre. Damals war vieles anders, besser oder schlechter? das liegt im Auge des Betrachters.Auf eine humorvolle Weise beschreibt der Autor Sigis Alltag,der von vielen Problemen ,sowohl im schulischen – als auch im privaten Bereich belastet wird. Die Ehe seiner Eltern, in welcher ist schon lange kriselte, zerbricht, nachdem der Vater in betrunkenem Zustand ,mit fremder Begleitung,das Familienauto zu Schrott gefahren hat.Seine Mutter zieht aus, und Sigi befindet sich nun alleine mit seinem Vater und der zunehmend dement werdenden Oma im Haus. Sein Rückzugsort ist die Dachschräge, wo sich seit kurzem ein Plattenspieler, den er sich vom Geld des Ferienjobs gekauft hat, befindet. Die Musik hilft ihm dabei, seine Probleme vorübergehend auszublenden.

Auch in der Schule läuft nicht alles rund, trotzdem kämpft er mit großem Selbstbewusstsein für seine Rechte. Sigi beschäftigt er sich auch immer mehr mit dem anderen Geschlecht. Er möchte die Mädchen beeindrucken und eine Freundin haben. Deshalb will er auch unbedingt abnehmen, was ihm nach mehreren Anläufen gelingt.Natürlich geht es auch um das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Erfahrungen in der Tanzschule, Kinofilme, Musik und einiges mehr,eine Rolle.Was mich in dem Zusammenhang sehr nachdenklich stimmt, ist der all zu großzügige Umgang mit Alkohol und Nikotin.

Ich würde gerne Sigis Weg weiter begleiten und hoffe, es gibt demnächst ein neues Buch.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Humorvoll,aber nur mäßig spannend

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ,ein 28 jähriger Mann ist Trauerrednerer, lebt zusammen mit seinem Vater Fridtjof und seinem kleinen Hund Bobby,ein eher beschauliches Leben.Das Ändert sich schlagartig, als er eines Tages ...

Mads Madsen ,ein 28 jähriger Mann ist Trauerrednerer, lebt zusammen mit seinem Vater Fridtjof und seinem kleinen Hund Bobby,ein eher beschauliches Leben.Das Ändert sich schlagartig, als er eines Tages einen geheimnisvollen Brief auf seiner Fußmatte findet, mit einer geheimnisvollen Botschaft von seinem Freund Patrick, der bei einem Autounfall ums Leben kam.Sein Wunsch ist ,Mads soll seine Trauerrede halten.Weil er schon lange keinen Kontakt mehr zu Patrick hatte, beginnt er mit Nachforschungen in seinem Leben und ist plötzlich überzeugt davon, dass sein Freund nicht der nette Junge aus der Vergangenheit war,aber warum musste er sterben?Bei seinen Nachforschungen stößt er auf ein Netz von Lügen, Verrat und Gewalt.Bald sind nicht nur er ,sondern auch sein verschrobener Vater in großer Gefahr.Wer kann ihm helfen?

Seit dem Buch „ Kein guter Mann “bin ich Fan des Autors und sehr gespannt auf sein neuestes Werk.
Eigentlich hatte ich einen Krimi erwartet, jedoch hielt sich der Spannungsanteil über weite Strecken, ziemlich in Grenzen. Das wurde aber durch die äußerst gut gewählten Protagonisten (am besten gefiel mir der skurille Vater Fridtjof)und die vielen humorvollen Einlagen sehr gut ausgeglichen.Ich habe sehr oft geschmunzelt,oft laut gelacht.Meine Lieblingsszene war der vergebliche Versuch Fridtjofs mit seiner ausgeklügelten Idee ein Bingoturnier zu gewinnen.Geschickt verpackte der Autor außerdem einige sinnvolle Lebensweisheiten in der Geschichte,um dann zum Schluss die Spannungsschraube etwas fester zu drehen.
Das Buch wurde mir von Uve Teschner vorgelesen,der mir mit seiner enormen Stimmenvielfalt ,zu einem Hörgenuss verhalf.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein absolutes Lesehighlight

Zwei Leben: Das Versprechen
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Im Jahre 2014 leidet die Protagonistin Juna Fischer an einem Burn -out und nimmt eine berufliche Auszeit. Sie beschließt, sich während dieser Zeit ehrenamtlich zu betätigen, und übernimmt die Stelle ...

Im Jahre 2014 leidet die Protagonistin Juna Fischer an einem Burn -out und nimmt eine berufliche Auszeit. Sie beschließt, sich während dieser Zeit ehrenamtlich zu betätigen, und übernimmt die Stelle als Buddy bei dem 93 jährigen Vincent Molen.Bei gemeinsamen Spaziergängen und Besuchen und so mancher Tasse Tee,taut der wortkarge und anfangs mürrische Mann auf und beginnt,ihr seine Lebensgeschichte zu erzählen,in welcher seine große Liebe Esther im Mittelpunkt steht.Was Juna erfährt,läßt sie nicht mehr los und gemeinsam mit Vincent begibt sie sich auf Spurensuche in seine Vergangenheit.



Die Geschichte wird nun im ständigen Wechsel in den Jahre 1942-1944 und 2014 aus der Sicht von Juna und Esther,einer jungen jüdischen Frau,erzählt, wodurch man den Menschen ganz nah kommt und völlig in ihre Geschichte versinkt. Mit viel Herzenswärme und Emotionalität,hat die Autorin über Liebe und Leid der Protagonisten berichtet. Neben den Protagonisten sind es auch die unterschiedlichen Menschen in ihrem Umfeld,die auf vielfältige Weise geholfen haben,obwohl sie sich dabei teilweise selbst in Gefahr brachten.Sie waren echte Lichtblicke in der allzu grausamen Zeit.

Ich habe schon viele Romane gelesen, die sich mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs und dem Holocaust beschäftigen und immer wieder bin ich völlig fassungslos, zu welchen Grausamkeiten die Menschen fähig sind.

Dieser Roman ist die Familiengeschichte der Autorin,wodurch er ein ganz besonderes Kleinod ist.

Ich habe das Buch fast ohne Pause gelesen,wobei es mich an meine emotionalen Grenzen und darüber hinaus brachte.

Für mich ein Lesehighlight in diesem Jahr ,was fünf verdiente Sterne erhält.

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