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Veröffentlicht am 05.11.2023

Ein Familienbild vergangener Zeit

Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit
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Klappentext:

Münsterland 1895:

Als älteste Tochter der Grafen Familie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johann van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen ...

Klappentext:

Münsterland 1895:

Als älteste Tochter der Grafen Familie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johann van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen der Gesellschaft verbringen. Doch die temperamentvolle. Luise will ihre Zukunft selbst gestalten.Sie will Tiermedizin studieren und auf dem Gestüt ihrer Familie anpacken.

Als sie heimlich an einer Veranstaltung der Frauenbewegung teilnimmt, lernt sie Max Brugge kennen. Der junge Sozialdemokrat hat für Luises Probleme nur Spott übrig. Johan wiederum entpuppt sich bei seiner Ankunft nicht nur als standesgemäß, sondern auch als weltoffen. Ein passender Ehemann scheint endlich gefunden – doch warum geht Max Luise einfach nicht aus dem Kopf?

Meine Meinung:
Durch den tollen Schreibstil,der mir bisher unbekannten Autorin,wurde ich sofort in die Geschichte hineingezogen.Nach dem zu Beginn etwas rätselhaften Prolog (er erklärt sich an späterer Stelle)wurden die einzelnen Familienmitglieder vorgestellt,dadurch hatte ich sofort klare Bilder im Kopf.Das damalige Zeitgeschehen wurde sehr schön mit den familiären Gegebenheiten verknüpft.Im ersten Band der Trilogie steht die älteste Tochter Luise im Mittelpunkt,in den folgenden Bänden werden wohl andere Personen den Fokus beherrschen.

Während Luise eine sehr kämpferische Frau ist,liegen die Qualitäten ihrer jüngeren Schwester auf anderen Gebieten,was gut herausgestellt wurde.Ihr Bruder Wilhelm sucht noch seinen Platz im Leben und der Möglichkeit sein Leben nach seinen Vorstellungen führen zu können.

Daß die Autorin einen starken Bezug zur Natur und den Tieren hat,merkt man dem Buch deutlich an, was mir sehr gefiel.

Neben der Familiengeschichte mit einigen Geheimnissen und einer schönen Liebesgeschichte geht es auch um Arbeitsbedingungen im Wandel der Zeit und Frauenrechte.Es war ein buntes Kaleidoskop an Ereignissen und führte dazu ,dass ich das Buch ,trotz seines großen Umfangs in relativ kurzer Zeit gelesen habe,weil es mich so gefesselt hat.

Dem nächsten Band und einer erneuten Zeitreise sehe ich mit großer Vorfreude entgegen. Von mir eine absolute Leseempfehlung verbunden mit fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Auszeit an der Nordsee ist

Winterstrandtage
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Klappentext:
Eine vergessene Kerze auf dem Adventskranz bedeutet für Leni die Katastrophe: Keine 24 Stunden später steht sie ohne Bleibe da und wird von ihrem Partner verlassen. Dabei hatte Leni sich für ...

Klappentext:
Eine vergessene Kerze auf dem Adventskranz bedeutet für Leni die Katastrophe: Keine 24 Stunden später steht sie ohne Bleibe da und wird von ihrem Partner verlassen. Dabei hatte Leni sich für das kommende Jahr den nächsten Schritt in ihrer Beziehung gewünscht. Um sich zu sammeln, reist sie zu Oma Elga nach St. Peter-Ording und zieht in ihr hübsches Friesenhäuschen. In der Stille zwischen den Jahren lässt sie die winterliche Landschaft auf sich wirken und genießt Oma Elgas warmen Apfelstrudel. Tag für Tag schöpft Leni allmählich wieder Hoffnung. Es scheint, dass die Rauhnächte an der friesischen Küste ihr den Weg in eine Zukunft weisen – mit einem neuen Beruf und einem Mann an ihrer Seite, den sie schon fast vergessen hatte.

Der Autorin ist es gelungen,mich sofort in die Geschichte zu ziehen,alle Personen waren ziemlich schnell in meinem Kopf präsent und so sprang das Kopfkino gleich an.Als großer Nordseefan gefiel mir natürlich die Beschreibung der winterlichen Landschaft besonders gut.Eine schöne Liebesgeschichte,die durchaus ein paar ernste Seiten hatte,wurde in einem flüssigen Schreibstil präsentiert.Eine weitere Rolle spielte auch die Geschichte der Raunächte.Obwohl ich eigentlich mit großer Skepsis an solche Mythen herangehe,gelang es der Autorin, dass ich mich auch mit dem Thema einzufangen.Von mir eine Leseempfehlung und vier Sterne.

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Veröffentlicht am 02.11.2023

Auf dem Land

Über Menschen
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Die Protagonistin Dora flieht während der Pandemie aus Berlin in einen kleinen Ort in Brandenburg. ein herunter gewirtschaftetes Haus wird zu ihrem Domizil, wo sie fast ohne Möbel ihre Tage verbringt.Ihr ...

Die Protagonistin Dora flieht während der Pandemie aus Berlin in einen kleinen Ort in Brandenburg. ein herunter gewirtschaftetes Haus wird zu ihrem Domizil, wo sie fast ohne Möbel ihre Tage verbringt.Ihr wortkarger Nachbar ist ein Außenseiter im Dorf,über ihn kursieren einigermaßen schockierende Gerüchte, außerdem ist er mit dem Nazi Gedankengut infiziert, was er auch bei Feiern mit seinen Kumpels lautstark kundtut.Seine Tochter Franziska,die vorübergehend bei ihm wohnt,sucht den Kontakt zu Dora,was in erster Linie ihrem Hund,der auf den Namen „Jochen der Rochen “hört,zu verdanken ist .Dadurch entsteht nach und nach auch zu Gote ,ihrem Nachbarn,ein Kontakt,der sich immer mehr intensiviert.

Meine Meinung:

Schon in dem Buch“Unter Leuten“ hat mir der Schreibstil von Juli Zeh sehr gefallen,so ging ich voller Vorfreude an dieses Buch. Sie kratzt mit ihrer Beschreibung nicht an der Oberfläche, sondern legt den Finger ganz tief in die Wunde und hält einem den Spiegel vor. Die Atmosphäre in den kleinen, brandenburgischen Dorf, der Kontakt der Nachbarn untereinander. (Hilfsbereitschaft hält sich die Waage mit Klatsch und Tratsch)wurde punktgenau dargestellt.Doras Gedanken nehmen einen breiten Raum ein und man kann sich gut damit identifizieren.Das Buch spielt zu Zeiten der Corona Pandemie und so nimmt diese auch einen angemessenen Teil der Geschichte ein. Beim Lesen merkte ich, wie weit ich mich davon schon entfernt habe, obwohl es noch gar nicht so lange zurückliegt. viele wichtige Themen wurden scheinbar mühelos in die Geschichte integriert, die mich immer mehr gefangen genommen hat. Das sehr bewegende Ende hat mich dann restlos geflasht, das Buch wird noch eine längere Zeit in mir nachhallen.

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Frida schwimmt sich frei

Ich bin Frida
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Frida Kahlo stand jahrelang im Schatten ihres berühmten Mannes ,dem Maler Diego Rivera.Ihre Ehe ist außergewöhnlich,einerseits lieben sie sich ,andererseits betrügen sie sich gegenseitig.

Frida möchte ...

Frida Kahlo stand jahrelang im Schatten ihres berühmten Mannes ,dem Maler Diego Rivera.Ihre Ehe ist außergewöhnlich,einerseits lieben sie sich ,andererseits betrügen sie sich gegenseitig.

Frida möchte endlich ihre Kunst einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und erhält Unterstützung und eine Einladung nach New York.Als sie bei ihrer ersten Ausstellung großen Erfolg hat ,ist sie wie beflügelt und schwebt auf Wolken.Sie verliebt sich in den Fotografen Nick Muray und ist zwischen der Liebe zu ihm und Diego hin und hergerissen. Frida ist eine starke Frau und begnadete Künstlerin,die trotz immer wiederkehrender Krankheitsschübe sich nicht unterkriegen läßt.

Mir hat der Schreibstil aufgrund seiner Bildhaftigkeit sehr gut gefallen.Die Autorin zeigt die verschiedenen Facetten der außergewöhnlichen Frau und ihrer Weggefährten,aus verschiedenen Perspektiven,wodurch man ihr sehr nahe kommt.Ihre Bilder waren nicht unumstritten,weil sie auf schonungslose Weise Stationen ihres eigenen Lebens auf die Leinwand bringt,die manchen Kunstliebhaber verstörten.

Das Buch hat mir viel neues Wissen über die Welt der Kunstermittelt und mich gut unterhalten.Der Anhang mit Erläuterungen über das weitere Leben von Frida Kahlo rundete die Geschichte ab.
Gerne vergebe ich vier Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 27.10.2023

Gelungene Fortsetzung

Ein kleines Stück von Afrika - Hoffnung
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Klappentext:
Nach dem Ersten Weltkrieg muss sich die jung verwitwete Ivory in Kenia großen Herausforderungen stellen. Denn ihre Entscheidung für einen neuen Mann an ihrer Seite sorgt für Aufruhr in der ...

Klappentext:
Nach dem Ersten Weltkrieg muss sich die jung verwitwete Ivory in Kenia großen Herausforderungen stellen. Denn ihre Entscheidung für einen neuen Mann an ihrer Seite sorgt für Aufruhr in der Gesellschaft und Ablehnung seitens ihrer Familie. Dennoch ist Ivy mit ihrem Mann und ihren kleinen Töchtern auf Edgecumbe Farm glücklich. Bis eines Tages ein Fremder anreist und Anspruch auf das Anwesen erhebt. Völlig mittellos und begleitet von der tiefen Sorge um ihre älteste Tochter muss Ivy mit ihrer Familie nach Nairobi übersiedeln. Dort verknüpft sich ihr Schicksal mit einer einst einflussreichen Adligen, die aus Indien nach Afrika floh ...

Meine Meinung:

Während im ersten Teil Ivy im Mittelpunkt der Geschichte stand,tritt sie im zweiten Teil phasenweise in den Hintergrund.Das Schicksal von Ranjana,einer reichen Adligen,die aus Indien nach Afrika fliehen musste, nimmt einen größeren Raum ein.Während Ivy durch die Intrigen ihrer Verwandten die Farm verlassen muss und von ihrem Ehemann Sanele getrennt wird ,verknüpfen sich die Schicksale der beiden Frauen auf magische Weise.Das Wiedersehen mit vielen liebgewordenen Personen aus Band 1 fand ich sehr schön.Erneut nimmt sich die Autorin viel Zeit, die einzelnen Personen in Szene zu setzen. Was mir, im Gegensatz zum ersten Teil, ein bisschen gefehlt hat, war die Beschreibung von Afrika, welche nach meinem Geschmack etwas zu kurz kam.Durch viele brisante Situationen blieb das Buch durchgehend spannend ,ich habe es gerne gelesen.Mit kleinen Abstrichen,ein gelungener Abschluss der Reihe.

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