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Veröffentlicht am 27.02.2024

Hinter der Fassade

Eine Vorzeigefamilie
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Da mich Familienromane im allgemeinen sehr interessieren, bin ich mit großen Erwartungen gestartet.
Der Autor erzählt seine Familiengeschichte, in der er, ebenso wie seine Brüder, viel Gewalt psychischer ...

Da mich Familienromane im allgemeinen sehr interessieren, bin ich mit großen Erwartungen gestartet.
Der Autor erzählt seine Familiengeschichte, in der er, ebenso wie seine Brüder, viel Gewalt psychischer und vor allen Dingen physischer Art erlebt haben.Sein Vater, von dem der größte Teil des Buches handelt, hatte seine eigene Vorstellung von Erziehung, die hauptsächlich aus Druck und Schlägen bestand,Anerkennung gab es nur selten.Erschwerend dazu spielte der Alkohol eine große Rolle.
Seine Mutter hatte sich auf ihre eigene Art mit ihrem Leben arrangiert,wobei der Glaube eine übergroße Rolle spielte.
Von Anfang an konnte ich mich nicht in die Geschichte hineinfühlen, weil mir jegliche Emotion fehlte. Es wurde alles, teilweise in einer Aufzählung, vermittelt, die mehr den Charakter eines Sachbuchs als eines Romans hatte.
Bei einem Familienroman erwarte ich, dass alle Mitglieder eine mehr oder weniger große Rolle spielen und natürlich auch die Emotionen positiver und negativer Art thematisiert werden.Hier war es so, dass es hauptsächlich um das Leben des Autors, seine schulischen Erfolge und Misserfolge, seinen beruflichen Werdegang und die Gründung seiner eigenen Familie ging,sowie das wechselnde Verhältnis zu seinem Vater ging.Während er seiner Mutter wenigstens einen kleineren Teil in der Geschichte einräumte,kamen seine Brüder so gut wie gar nicht vor.
Es tut mir sehr leid,aber dieses Buch konnte mich nicht erreichen.

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Veröffentlicht am 24.02.2024

Ein liebenswerter Hochstapler

König von Albanien
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Klappentext:

Salzburg, März 1913.

Der Schausteller Otto Witte wird in eine Irrenanstalt eingewiesen, weil er steif und fest behauptet, König von Albanien gewesen zu sein. Der junge Doktorand Alois Schilchegger ...

Klappentext:

Salzburg, März 1913.

Der Schausteller Otto Witte wird in eine Irrenanstalt eingewiesen, weil er steif und fest behauptet, König von Albanien gewesen zu sein. Der junge Doktorand Alois Schilchegger ist von diesem Mann fasziniert und nimmt sich seiner an. Ottos Version der Weltgeschichte beginnt im Oktober 1912 in Konstantinopel. Das osmanische Reich droht auseinanderzubrechen. Albanien nutzt die Gunst der Stunde, erklärt sich unabhängig und sucht ein König. Otto und seinen Kumpanen, der Schwertschlucker, Max Hofmann, riskieren einen waghalsigen Coup: Albanien sucht einen König? Albanien bekommt einen König! Doch der Schwindel bleibt freilich nicht unbemerkt….

Meine Meinung:

Ich kenne schon mehrere Bücher des Autors und bin immer wieder von seiner Art des Schreibens sehr begeistert.Geschickt vermischt er hier Fiktion und Wirklichkeit,läßt jeder seiner Figuren genügend Raum und untermauert alles mit geschichtlichen Fakten.Die bildhafte Beschreibung, sowohl der Menschen ,als auch der verschiedenen Orte,ließ mein Kopfkino sofort anspringen und durchgehend auf Hochtouren laufen. Der Wechsel der Schauplätze machte einen besonderen Reiz aus und erhöhte die Spannung. Was mir außerdem immer gut gefällt, ist der Humor, mal offensichtlich und dann wieder feinsinnig im Hintergrund versteckt.

Ich habe mich gut unterhalten vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 20.02.2024

Zeitübergreifende Liebesgeschichten zweier starker Frauen

Zur Schokoladen-Symphonie
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Hannah hat einen Traum: Ein besonderes Café in der Nähe des Bayreuther Festspielhauses,in dem es neben erlesenen Leckereien,auch wechselnde kulturelle Angebote gibt.Ihr Ehemann Christian unterstützt sie ...

Hannah hat einen Traum: Ein besonderes Café in der Nähe des Bayreuther Festspielhauses,in dem es neben erlesenen Leckereien,auch wechselnde kulturelle Angebote gibt.Ihr Ehemann Christian unterstützt sie finanziell, versucht aber immer mehr Einfluss zu nehmen, wogegen sie sich nur schlecht wehren kann.Beim Stöbern auf dem Dachboden des Hauses, findet sie ein mit verschlungenen Initialen verziertes Holzkästchen, was ein Tagebuch aus den 1920 er Jahren und eine Mappe mit Klaviernoten enthält.Es ist das Eigentum von Rosa ,deren Familie das Haus früher gehörte und die dort eine Buchhandlung betrieb.

Rosa hat diesem Tagebuch alles über ihre große Liebe zu David, einem begnadeten Pianisten anvertraut. Eine Liebe, die nicht sein durfte, weil David Jude war.Stattdessen wollten ihre Eltern sie zu einer Ehe mit einem begüterten ,gefühlskalten Mann zwingen.

In wechselnden Abschnitten erfährt man nun vieles aus dem Leben der unterschiedlichen Frauen, die dennoch viele Gemeinsamkeiten haben.Durch den zeitlichen Unterschied wird sehr deutlich, wie sich das Frauenbild und die damit verbundenen Möglichkeiten verändert haben.

Wie ein roter Faden zieht sich in der Vergangenheit das Thema Antisemitismus durch das Buch, wodurch es bedrückend aktuell wirkt. Gerade in der jetzigen Zeit ist dieses Thema leider wieder ganz stark im Fokus.

Der sehr bildhafte Schreibstil der Autorin führte dazu, dass ich von Beginn an klare Bilder vor Augen hatte und mein Kopfkino auf Hochtouren lief.

Das Buch hat mich sehr begeistert und mir einige schöne Lesestunden bereitet, ich empfehle es gerne weiter und vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 17.02.2024

Wünsche werden wahr

Die Phantasie der Schildkröte
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Klappentext:

Was passiert, wenn ein Kind das Leben einer Erwachsenen in die Hand nimmt?
Edith ist Mitte vierzig und wohnt allein in einer kleinen Wohnung in Köln. Ihr Leben verläuft in sehr engen Bahnen. ...

Klappentext:

Was passiert, wenn ein Kind das Leben einer Erwachsenen in die Hand nimmt?
Edith ist Mitte vierzig und wohnt allein in einer kleinen Wohnung in Köln. Ihr Leben verläuft in sehr engen Bahnen. Tagsüber arbeitet sie bei einer Versicherung, abends schaut sie Fernsehen. Außer zu ihrer Mutter, mit der sie sich pflichtschuldig einmal im Monat trifft, um sich von ihr kritisieren zu lassen, hat sie kaum Kontakte. Das ändert sich, als sie mit einer Zehnjährigen im Aufzug stecken bleibt. Die Kleine beginnt ein raffiniertes Spiel mit ihr, der Beginn einer sehr ungewöhnlichen Freundschaft. Jeden Tag muss Edith eine neue Aufgabe erledigen, und ihr Leben verändert sich dabei mehr als sie es je für möglich gehalten hätte.
Eine poetische Geschichte über die Kraft des Wünschens.

Meine Meinung:

Von Anfang an habe ich mich in der Geschichte, welche man in keine Schublade stecken kann, sehr wohl gefühlt.Sehr gerne habe ich die Protagonistin dabei begleitet,ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und einige andere Menschen mit einzubeziehen.Wie mit einem Zauberstab wirbelt das geheimnisvolle „ Schneewittchen „ihr Leben durcheinander,was sehr gefühlvoll und poetisch transportiert wurde.Eine wunderschöne Geschichte,die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Spannung und Humor verknüpft

Faule Fische fängt man nicht
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Klappentext:

Frühling in Neuharlingersiel. Bei einem Malkurs auf dem Steffens - Hof stellen die Teilnehmer zur Begrüßung ihr Lieblingsbild vor. Karin Müller hat ein Ölgemälde aus der Küche ihre Oma dabei, ...

Klappentext:

Frühling in Neuharlingersiel. Bei einem Malkurs auf dem Steffens - Hof stellen die Teilnehmer zur Begrüßung ihr Lieblingsbild vor. Karin Müller hat ein Ölgemälde aus der Küche ihre Oma dabei, das verdächtig an Van Gogh erinnert. Eine Kopie? Karins Oma ist schließlich keine Kunstsammlerin und vermögend schon mal gar nicht. Kursleiter Conrad ist sich trotzdem sicher, dass es echt ist. Zum Entsetzen aller ist Karin am nächsten Tag tot. Ermordet. Als kurz drauf auch Conrad stirbt, glauben Rosa, Rudi und Henner nicht an einen Zufall und beginnen, der Sache auf den Grund zu gehen….

Meine Meinung:

Das Buch beginnt mit einem scheinbar nichtssagenden Prolog, dessen Wichtigkeit erst später zu erkennen ist.Dann der Malkurs ,auf dem relativ neu als Feriendomizil gestalteten Steffens - Hof,bei dem man einige der Protagonisten kennenlernt und in die Atmosphäre von Neuharlingersiel eintauchen kann.Dann der erste Mord,dem weitere folgen sollen und das bewährte Ermittlungstrio tritt auf den Plan.

Nun wechseln sich Spannung und humorvolle Elemente ab,durch immer wieder auftauchende falsche Spuren, stößt der Ermittlerinstinkt beim Lesen ständig an seine Grenzen. Natürlich gibt es dazwischen kulinarische Genüsse,bei denen man sich wünscht,auch an Mudders Tisch Platz nehmen zu dürfen.

Zum Schluss präsentieren die Autorinnen eine Lösung,auf die ich nicht gekommen wäre.

Die Rezepte am Ende des Buches runden die Geschichte auf angenehme Weise ab.

Ich warte gespannt auf den nächsten Band.

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