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Langeweile

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2022

Das Gute liegt oft ganz nahe

Für immer, oder was?
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Laura hat einen florierenden Blumenladen, eine liebevoll dekorierte Wohnung, in welcher sie mit ihrer Katze und einem Goldfisch lebt. Der Mann fürs Leben hat sich leider immer noch nicht bei ihr gezeigt. ...

Laura hat einen florierenden Blumenladen, eine liebevoll dekorierte Wohnung, in welcher sie mit ihrer Katze und einem Goldfisch lebt. Der Mann fürs Leben hat sich leider immer noch nicht bei ihr gezeigt. Ihr guter Freund in allen Lebenslagen ist Skipper, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihre Freundinnen Mimi und Charlotte,sowie einige Familienmitglieder beschließen,dass Laura nun endlich in feste Hände gehört und entwickeln einige abenteuerliche Pläne.

Laura begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit zu ihren verflossenen Liebhabern, um festzustellen, woran die jeweilige Beziehung gescheitert ist.Welche Erkenntnisse wird sie aus dieser Aktion ziehen?

Bereits die ersten Seiten haben mich voll in die Geschichte eintauchen lassen. Mein Kopfkino sprang sofort an und so habe ich die Geschichte und alle Protagonisten, deutlich vor meinen Augen gesehen. Ich weiß gar nicht, was ich mehr loben soll, die vielen witzigen Sprüche, oder die teilweise haarsträubenden Szenen,alles in allem zauberte es mir ein Dauergrinsen ins Gesicht. Auch wenn man die Aktionen nicht unbedingt selbst erleben möchte, sorgten sie beim Lesen für unbegrenzte Heiterkeit.

Das Happyend am Schluss war sozusagen das Sahnehäubchen auf der Geschichte und so konnte ich das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zur Seite legen.

Ein besonderes Lob möchte ich noch für das schöne Cover, was sich nahtlos in die Reihe der anderen Bücher einfügt, aussprechen.

Veröffentlicht am 05.07.2022

Die dunkle Seite des Tessin

Mord in Montagnola
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Moira braucht etwas Abstand nach ihrer Scheidung,ihr Vater Unterstützung nach einem Schlaganfall. Sie lässt ihre Tochter Luna bei ihrer Mutter zurück und reist nach Montagnola ,im Tessin. Dort angekommen, ...

Moira braucht etwas Abstand nach ihrer Scheidung,ihr Vater Unterstützung nach einem Schlaganfall. Sie lässt ihre Tochter Luna bei ihrer Mutter zurück und reist nach Montagnola ,im Tessin. Dort angekommen, wird sie gleich mit einem Mord konfrontiert. Die Leiche eines jungen Mannes wurde in einem Eiskeller gefunden. Wer ist dafür verantwortlich?Moira arbeitet als Übersetzerin ,die Polizei braucht Hilfe bei diversen Vernehmungen und so ist sie bald mitten in den Ermittlungen. Dabei trifft sie auf ihre Jugendliebe Luca, der inzwischen als Rechtsmediziner tätig ist. Beide entdecken sofort ihre alten Gefühle wieder, aber Luca ist verheiratet und Vater einer Tochter.
Wer einen blutrünstigen Krimi erwartet, ist hier an der falschen Stelle. Wenn man jedoch Lokalkolorit, schöne Landschaftsbeschreibungen, Kulinarik und viele menschliche Hintergründe mag, der wird dieses Buch lieben.
Mir haben sowohl die Atmosphäre des kleinen Dorfes, inklusive Dorfklatsch,einige Verwicklungen rund um den Mord,falsche Fährten etc. und einem spannenden Showdown sehr gut gefallen.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich Moiras Vater, der mit seinem speziellen Humor und einer gewissen Schlitzohrigkeit, zur Auflockerung der Geschichte wesentlich beitrug.
Auch wenn manche Sachen etwas fernab der Realität verliefen, hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Da es sich um den ersten Band einer neuen Reihe handelt, sehe ich der Fortsetzung mit Spannung entgegen.

Veröffentlicht am 03.07.2022

Hundert Jahre intensives Leben

Violeta
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Die Bücher von Isabel Allende haben eins gemeinsam, einmal begonnen, kann man sie kaum mehr aus der Hand legen. Das ist auch in diesem Fall so, in dem es um das Leben von Violeta del Valle geht,von welchem ...

Die Bücher von Isabel Allende haben eins gemeinsam, einmal begonnen, kann man sie kaum mehr aus der Hand legen. Das ist auch in diesem Fall so, in dem es um das Leben von Violeta del Valle geht,von welchem die Protagonistin als IchErzählerin ihrem Enkel in Briefform berichtet.
Sie wird als fünftes Kind der Familie und einziges Mädchen, 1920 geboren mitten hinein in die Pandemie, welche damals spanische Grippe genannt wurde.
Von Anfang an mit einem starken Willen ausgezeichnet,versuchte sie immer und ohne Kompromisse ihre Wünsche durchzusetzen. Das änderte sich, als Josefine Taylor als Kindermädchen in die Familie kommt und sich vehement mit ihrer Erziehung beschäftigt. Von ihr erfährt sie alles, was für das Leben wichtig ist und schon bald entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den Beiden.
In vier Abschnitten, die jeweils einen Zeitraum von 20 Jahren umfassen, wird das Leben dieser außergewöhnlichen Frau ausgebreitet. Im Laufe ihres 100-jährigen Lebens hat sie mehrere Männer auf unterschiedliche Weise geliebt und sich dabei auch teilweise fremdbestimmen lassen. Ebenso muß sie mehrere Verluste von Menschen ,die ihr wichtig waren,hinnehmen.Wie Phoenix aus der Asche steht sie jedoch immer wieder auf und kämpft für ihre Wünsche und Ziele. Neben der Protagonistin haben die verschiedensten Menschen aus ihrer Familie und dem Freundeskreis einen wichtigen Anteil an der Geschichte.
Neben dem Leben der fiktiven Persönlichkeiten, geht es auch um die Ereignisse der Weltgeschichte, welche in unterschiedlich intensiver Weise in den Roman eingearbeitet wurden.
Ich habe das Buch in atemloser Spannung fast durchgehend gelesen und lege es mit einem Gefühl der Zufriedenheit zur Seite.

Fazit:
Von mir eine Leseempfehlung verbunden mit fünf Sternen.

Veröffentlicht am 02.07.2022

Die Suche nach den Wurzeln

Immer Ärger mit den Bambini
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Wie auch in den meisten anderen Romanen der Autorin, stehen starke Frauen mittleren Alters im Fokus der Geschichte. Hier ist es Heike, Witwe, Kioskbesitzerin und kurz vor der Rente stehend. Ihre Tochter ...

Wie auch in den meisten anderen Romanen der Autorin, stehen starke Frauen mittleren Alters im Fokus der Geschichte. Hier ist es Heike, Witwe, Kioskbesitzerin und kurz vor der Rente stehend. Ihre Tochter hat gerade eine Scheidung hinter sich und bemüht sich die Scherben,welche ihr Ex hinterlassen hat,wieder zu kitten,sprich ihren Weinhandel neu zu präsentieren.

Kurzerhand überredet ihre Mutter sie, zu einer Reise nach Apulien, die jedoch völlig anders verläuft, als ursprünglich geplant. An einer Autobahnraststätte treffen Sie auf Federico, einen jugendlichen Ausreißer, der auf der Suche nach seinem unbekannten Großvater ist. Kurzerhand setzen die drei ihre Reise gemeinsam fort. Am Ziel angekommen zeigen Sie verschiedenen Personen ein Foto, was Federico zusammen mit den Unterlagen seiner verstorbenen Mutter, besitzt. So lernen sie Alessio kennen,der jedoch vehement bestreitet,einen Enkel zu haben.Das lassen die beiden Frauen und Federico jedoch nicht gelten und so nimmt eine turbulente Geschichte ihren Lauf.

Die Autorin hat das italienische Lebensgefühl hervorragend eingefangen. Es bildet den Rahmen für mehrere Handlungen, die letztendlich wieder zusammenlaufen. Besonders das Dorffest, was den großen Zusammenhalt unter der Bevölkerung demonstriert, inklusive landestypischer Tänze, war so gut beschrieben, dass ich mich zeitweise als Teil der Handlung gesehen habe.

Wiederum ist es die Mischung zwischen Leichtigkeit und Tiefgang, welche diese Geschichte prägt. Verschiedene Themen werden behandelt, unter anderem wird auch der Umgang mit den sozialen Medien kritisch durchleuchtet, was mir sehr gut gefallen hat.

Ich habe mich für ein paar Stunden gut unterhalten und freue mich schon auf neue Lektüre der Autorin.

Veröffentlicht am 02.07.2022

Südstaatenepos

Mama Melba
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Auf dem Kopf der Schwarzwälderhut,am Gürtel ein Kochlöffel und ein Messer ,so macht sich die junge Köchin Melba auf den Weg über den großen Teich. Sie ist die Begleitung einer jungen Dame, die auf dem ...

Auf dem Kopf der Schwarzwälderhut,am Gürtel ein Kochlöffel und ein Messer ,so macht sich die junge Köchin Melba auf den Weg über den großen Teich. Sie ist die Begleitung einer jungen Dame, die auf dem Weg zu ihrem Verlobten ist. Als diese kurz darauf verstirbt, steht die junge Frau mutterseelenallein da. Es gelingt ihr auf der Plantage Belle Bleu eine Stellung als Köchin zu erhalten. Von den anderen Angestellten wird sie sehr nett aufgenommen und in die Besonderheiten der akadischen und kreolischen Küche eingeweiht. Das Verhältnis zu den Besitzern der Plantage ist jedoch sehr angespannt, die gesellschaftliche Kluft deutlich spürbar. Sie verliebt sich in den Sklaven Kwasi,der als Schmied tätig ist.Dann bricht der Krieg aus und die Hoffnung auf Freiheit erwacht.Hat diese Liebe unter den gegebenen Umständen eine Chance?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Bücher zu dem Thema Südstaaten, Sklaverei, Unterdrückung etc. gelesen. Diese Themen nehmen auch in diesem Roman einen größeren Platz ein. Daneben geht es um die Kulinarik dieses Landes, welche durch ein besonderes Rezept am Ende eines jeden Kapitels, belegt wird.Die Liebe der Protagonistin zu ihrem Beruf, den sie mit Leidenschaft betreibt, ist jederzeit deutlich spürbar.

Daneben entwickelt sie sich im Laufe der Geschichte zu einer sehr starken Frau, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten ,gegen das Unrecht und für ihre Liebe kämpft.

Beim Lesen machte sich bei mir zunehmend Fassungslosigkeit darüber breit, mit welcher Selbstverständlichkeit die so genannte „weiße Herrenrasse“ ihre vermeintlichen Rechte gegenüber der schwarzen Bevölkerung,durchzusetzen versuchte.Auch wenn die Sklaverei abgeschafft wurde, halten sich leider einige Relikte aus dieser Zeit bis heute.

Das Buch hat mich tief bewegt und lässt mich nachdenklich zurück.