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Veröffentlicht am 05.10.2021

Zwischen zwei Männern

Wenn wir heimkehren
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Inhalt übernommen:

Köln 1952: Der Krieg ist noch nicht lange vorüber, als Wilhelm im Zimmer einer Wohnung steht, in das er eine Wand einziehen soll. Ein Auftrag, auf den der Handwerker sich keinen Reim ...

Inhalt übernommen:

Köln 1952: Der Krieg ist noch nicht lange vorüber, als Wilhelm im Zimmer einer Wohnung steht, in das er eine Wand einziehen soll. Ein Auftrag, auf den der Handwerker sich keinen Reim machen kann, wo die Wand doch Licht wegnehmen wird. Die Bewohner aber, Margot und ihr Sohn Fred, gehen ihm danach nicht mehr aus dem Kopf. Margot ist Luxemburgerin und stammt aus großbürgerlichem Milieu, doch als sie mit siebzehn ein uneheliches Kind erwartet, steht sie vor den Trümmern ihrer Existenz. Sie muss ihre Heimat verlassen und ist mitten im Krieg auf sich allein gestellt. Als sie Jahre später nach Köln kommt, hat Margot Schuld auf sich geladen, und auch Wilhelm hat der Krieg traumatisiert. Wilhelm, Margot und Fred sind Verlorene – auf der Suche nach einem Zuhause, wie kein Ort es einem bieten kann. Also suchen sie das Zuhause beieinander, ohne zu wissen, ob dieses fragile Gebilde namens Familie halten wird.
In ihrem autobiografisch grundierten, generationenübergreifenden Roman erzählt Andrea Heuser von Schuld und Verdrängung, dem Wunsch nach Verwurzelung und einem Leben im Modus der Suche und des Weitermachens. ›Wenn wir heimkehren‹ ist gleichermaßen Gesellschaftsepos, psychologisch nuancierte Familien- und bewegende Liebesgeschichte. Ein großer, poetischer, ebenso tiefgründiger wie anrührender Roman.

Meine Meinung:

Ich lese sehr gerne Familienromane,vor allem ,wenn sie in dieser Zeit spielen,so begann ich dieses Buch mit sehr viel Vorfreude. Diese währte jedoch nur kurz, da mir der Schreibstil überhaupt nicht zusagte. Ich habe das Buch in mehreren Etappen,mit größeren Pausen, gelesen, immer in der Hoffnung, dass ich mich daran gewöhnen würde. Leider konnte ich mich nicht damit anfreunden ,ebenso blieben mir die meisten Protagonisten fremd,lediglich mit Willi kam ich einigermaßen klar.Zuerst gefielen mir die eingestreuten Liedtexte ganz gut,danach traten sie jedoch zu gehäuft auf.

Fazit:

Es ist bisher relativ selten passiert, dass ich mich durch ein Buch so durchquälen musste. Leider vermag ich deshalb nur zwei Sterne zu geben.

Veröffentlicht am 05.10.2021

Altersheim - nein danke

Mutti steigt aus
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Maria, Elke und Sigrun sehen sich nicht auf der Warteliste für ein Altersheim. Die drei eingeschworenen Freundinnen haben ganz andere Pläne: Gran Canaria, das Rentnerparadies, wartet ...

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Maria, Elke und Sigrun sehen sich nicht auf der Warteliste für ein Altersheim. Die drei eingeschworenen Freundinnen haben ganz andere Pläne: Gran Canaria, das Rentnerparadies, wartet auf sie. Ausgerüstet mit ihrer Rente und dem Traum vom eigenen Haus setzen sie sich ins Flugzeug. Eines haben sich die drei dabei fest vorgenommen: Männerfreie Zone! Kein Wunder, denn Maria will ihrem verstorbenen Gatten für immer treu bleiben. Elke hat vom anderen Geschlecht die Nase voll. Und für Sigrun sind die Herren der Schöpfung die schlechteren Frauen. Doch dann hält die Insel nicht nur in Sachen Männer so manche Überraschung für sie bereit…

Meine Meinung:

Ich hatte die drei Damen sofort in mein Herz geschlossen und konnte mich sofort in ihrem Leben zurechtfinden.Wer nur eine oberflächliche Geschichte erwartet, wird sich wundern.

Die Autorin beschreibt in einem angenehmen, leichten Schreibstil die Gegebenheiten dreier Damen im fortgeschrittenen Alter. Ein angespanntes Mutter – Sohn Verhältnis,die Trauer um den verstorbenen Ehemann,eine von den Männern enttäuschte Frau und einiges mehr werden gekonnt skizziert.Natürlich kam auch der Humor nicht zu kurz.

Dass auch der geplante Hauskauf, der als Altersruhesitz gedacht war, nicht ohne Schwierigkeiten verläuft, versteht sich von selbst. Nebenbei werden auch die Vorzüge der Ferieninsel beschrieben, hier hätte es für meinen Geschmack ein bisschen mehr sein können.

Gegen Ende des Buches, war es für meinen Geschmack, ein bisschen zu sehr auf heile Welt getrimmt. Trotz dieses kleinen Kritikpunktes wurde ich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 04.10.2021

Liebe in vergangener Zeit

Atelier Rosen
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Kassel, 1830. Die 20-jährige Elise Hosen betreibt zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ein kleines Putzmacher Atelier in der Marktgasse. Ihre Hutkreationen sind weithin gefragt ...

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Kassel, 1830. Die 20-jährige Elise Hosen betreibt zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ein kleines Putzmacher Atelier in der Marktgasse. Ihre Hutkreationen sind weithin gefragt und öffnen Ihnen Türen in höchste gesellschaftliche Kreise. So macht Elise eines Tages die Bekanntschaft der jungen Sybilla von Schönhoff, mit der sie schon bald eine innige Freundschaft verbindet. Als sich deren Verlobter unsterblich in Elise verliebt, gerät diese in einen schweren Konflikt, der sie auf die Spur eines lang gehüteten Geheimnisses führt- mit ungeahnten Folgen für Elise und die Zukunft des Ateliers Rosen….

Meine Meinung:

Der Autorin ist es gelungen,mich vom ersten Moment für die Geschichte zu begeistern. Die einzelnen Personen waren so gut gezeichnet, ich hatte sie sofort vor Augen.
Die Großmutter ,welche für das leibliche Wohl sorgt und Elise mit manchem klugen Ratschlag zur Seite steht,die Mutter,welche für ihre Tochter eine bessere Zukunft erhofft und im Atelier ein strenges Regiment führt ,waren sehr authentisch.Therese,die mit ihrem Sohn Moritz, einem Luftikus mit ständig neuen Ideen und Babette mit großem Mundwerk und großem Herz ,rundeten den Personenkreis ab.
Das Atelier, in dem sich die feine Gesellschaft Kassels traf, um nicht nur nach neuen Kreationen Ausschau zu halten, sondern auch den jeweils aktuellen Klatsch und Tratsch ausgiebig zu beleuchten ,war ebenfalls gut dargestellt.
Durch die Freundschaft zuSybilla von Schönhoff und die Liebe zu Johann Georg von Haynau
wird das Leben von Elise völlig auf den Kopf gestellt und die Ereignisse überschlagen sich.
Ab hier verläuft die Geschichte nicht mehr zu meiner völligen Zufriedenheit. Es werden viele Ereignisse sehr breitgewalzt, andere hingegen, besonders zum Ende hin, nur kurz abgehandelt,hier hätte ich mir mehr Ausführlichkeit erwartet.
So bleibt es mir nur, auf die Fortsetzung im nächsten Jahr zu warten.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
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Veröffentlicht am 03.10.2021

Liebe überwindet Grenzen

Das Bauwerk der Sehnsucht
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Inhalt übernommen:

1978. Als Rosalba beschließt, in die Schweiz auszuwandern, bricht sie ihrer Mutter Aurora das Herz. Doch die Neunzehnjährige sehnt sich nach Freiheit und Fortschritt, während in Italien ...

Inhalt übernommen:

1978. Als Rosalba beschließt, in die Schweiz auszuwandern, bricht sie ihrer Mutter Aurora das Herz. Doch die Neunzehnjährige sehnt sich nach Freiheit und Fortschritt, während in Italien die Arbeitslosigkeit regiert und das Bauunternehmen der Familie um jeden Auftrag kämpfen muss. Sie lässt sich zur Maurerin ausbilden. Nur wenige Jahre später übernimmt Rosalba das Bauunternehmen eines Cousins in den Schweizer Alpen – und lernt Remo kennen, einen Architekten, der ihre Träume versteht und ihrer Sehnsucht ein Zuhause gibt. Doch Rosalba stößt auf ungeahnten Widerstand. Einer Frau an der Spitze eines Bauunternehmens traut man nicht, ihre Firma wird boykottiert. Schon bald steht das Familienunternehmen kurz vor dem Ruin. Und Rosalba erwartet Zwillinge ...

Ich kenne den ersten Band dieser Reihe bis jetzt nicht, werde es jedoch gelegentlich nachholen. Da immer wieder kleine Erklärungen und Rückblicke in die Geschichte eingefügt werden, hatte ich keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen.

Während im ersten Teil Aurora im Mittelpunkt stand,istes nun ihre Tochter Rosalba.Sie hat von ihrer Mutter das handwerkliche Talent und von der Großmutter den Dickkopf geerbt,eine Tatsache,die meistens nützlich,manchmal aber auch hinderlich ist.

Es gibt einige Parallelen zum Leben ihrer Mutter, die es genauso schwer hatte, in einem von Männern dominierten Beruf Fuß zu fassen und sich zu behaupten. Bei Rosalba kommt erschwerend dazu, dass die Schweiz sehr von alten Traditionen geprägt ist und außerdem Ausländern gegenüber mit vielen Vorurteilen behaftet ist.

Mit eisernem Willen und der Unterstützung durch ihren Freund und späteren Ehemann Remo, sowie einiger wohlmeinenden Menschen, gelingt es ihr, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Der angenehme, leichte Schreibstil ermöglichte es mir, das Buch in relativ kurzer Zeit zu lesen. Dabei wuchsen mir die meisten Personen, welche detailgenau gezeichnet waren, mehr und mehr ans Herz.Natürlich gab es im Gegensatz dazu auch die unangenehmen Zeitgenossen, an welchen man sich reiben konnte.

Man merkt es dem Buch an, dass die Autorin sowohl die beschriebene Landschaft, den Menschenschlag dort, als auch die Branche äußerst gut kennt, dadurch hat die Geschichte sehr viel Authenzität.

Man merkt es dem Buch an, dass die Autorin sowohl die beschriebene Landschaft, den Menschenschlag dort, als auch die beschriebene Branche äußerst gut kennt, dadurch hat die Geschichte sehr viel Authenzität.

Was außerdem wichtig war,ist die italienische Lebensart,inklusive gutem Essen und Trinken,mir lief mehr als einmal das Wasser im Mund zusammen.

Fazit:

Ein leichter, lockerer Roman mit etwas Tiefgang, der mich neugierig auf den dritten Teil zurücklässt.

Veröffentlicht am 03.10.2021

Düster und beklemmend

Die Dornen der Stille
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Inhalt übernommen:

Alles begann, als David Wood zu uns kam, auch der Beginn eines neuen Lebens. Ich war stolz, dass er da war, bis zu dem Vorfall mit Aileen ..." Der dreiundsechzigjährige Drehbuchautor ...

Inhalt übernommen:

Alles begann, als David Wood zu uns kam, auch der Beginn eines neuen Lebens. Ich war stolz, dass er da war, bis zu dem Vorfall mit Aileen ..." Der dreiundsechzigjährige Drehbuchautor Alexander Martin wendet sich an die West Vancouver Police Division, weil er ein Verbrechen verhindern will. Im Befragungszimmer trifft er auf Inspector Constable Abbott, der eine Vergewaltigungsserie und einen Mord aufklären muss. Alex überlässt dem Ermittler sein Tagebuch. Nachdem Abbott die Aufzeichnungen gesichtet hat, häutet er Alex wie eine Zwiebel. Fast ohne dass sie es merken, verbinden sich die Grübeleien der beiden Männer und das Tasten nach dem Sinn einer Tat mit einer geheimnisvollen, rätselhaften Geschichte um ein Geheimnis, das zwischen Alex und seinem Pflegebruder David steht ... Die Dornen der Stille ist ein zutiefst bewegender Psychothriller und ein leidenschaftlicher, tief empfundener Widerstand gegen Gleichgültigkeit, Verachtung und Ignoranz.

Meine Meinung:

Ich kenne schon mehrere Bücher diese Autorin und bin immer wieder begeistert davon, wie sie es schafft, von Beginn an eine hohe Spannung zu erzeugen, diese aufrecht zu erhalten und mit einem überraschenden Ende aufzuwarten.

Die Geschichte besteht überwiegend aus den Tagebucheinträgen des Protagonisten, die er der Polizei zur Verfügung stellt und welche die Beamten vor viele schwierige Probleme stellt. Außerdem gibt es mehrere Geschichten seines Ziehbruders David,die mir richtige Gänsehautmomente bescherte.

Es herrschte eine durchgehend düstere Atmosphäre, viele falsche Fährten wurden eingestreut,was zu immer neuer Verwirrung führte.

Das Seelenleben der Protagonisten wurde gekonnt offengelegt,was mich sehr nachdenklich machte.Natürlich gab es zum Schluss wieder eine völlig überraschende Wendung,mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Fazit:

Ich empfehle das Buch sehr gerne allen Lesern*innen, die Thriller lieben, jedoch ist ein starkes Nervenkostüm Voraussetzung.