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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Roman voller Herz, Hoffnung und sommerlicher Reiterhof-Romantik

Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück
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Inhalt:
Mia hat ihre Mutter bei einem Reitunfall verloren – ein Schicksalsschlag, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Ihr Vater verkauft daraufhin nicht nur das geliebte Pferd Tiago, sondern verbietet Mia ...

Inhalt:
Mia hat ihre Mutter bei einem Reitunfall verloren – ein Schicksalsschlag, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Ihr Vater verkauft daraufhin nicht nur das geliebte Pferd Tiago, sondern verbietet Mia auch jeglichen Kontakt zur Pferdewelt. Doch zwei Jahre später erfährt Mia, dass Tiago ganz in ihrer Nähe auf einem Gestüt untergebracht ist. Entgegen aller Verbote macht sie sich auf den Weg und trifft dort nicht nur auf ihr verändertes Pferd, sondern auch auf Arvid, einen Jungen mit überraschendem Hintergrund. Zwischen Pferdeäpfeln, Heimlichkeiten und Herzklopfen beginnt ein Sommer voller Mut, Gefühle und der Hoffnung auf ein kleines bisschen Glück.

Meinung:
Was dieses Buch auszeichnet, ist seine atmosphärische Dichte: Man spürt förmlich den Nordseewind, riecht den Stall und hört das leise Schnauben der Pferde. Sabrina Qunaj schafft es mit ihrem angenehm flüssigen und emotionalen Schreibstil, direkt ins Herz der jungen – und auch älteren – Lesenden zu treffen. Protagonistin Mia wirkt authentisch, verletzlich, aber auch entschlossen. Ihr Schmerz über den Verlust der Mutter und die Sehnsucht nach ihrem Pferd Tiago sind nachvollziehbar und berühren. Besonders gelungen finde ich den Umgang mit emotionalen Themen wie Trauer, Kontrolle, Vertrauen und Selbstbestimmung. Die Geschichte vermittelt leise, aber wirkungsvolle Botschaften: Dass man nicht über andere hinweg entscheiden sollte, was gut für sie ist. Dass Verlust nicht das Ende von Liebe bedeutet. Und dass Jugendliche oft mehr Klarheit und Kraft in sich tragen, als Erwachsene ihnen zutrauen. Die Dynamik zwischen Mia und Arvid ist zart, glaubwürdig und niemals kitschig. Arvid bringt einen frischen Twist in die Geschichte. Als Popstar auf der Suche nach Normalität hat er seine eigenen Konflikte, die die Beziehung der beiden auf spannende Weise beeinflussen. Seine Nähe zu Tiago lässt Mia zunächst eifersüchtig, dann neugierig, schließlich ehrlich und offen werden. Dass sie sich mit einer Lüge auf den Hof schmuggelt, sorgt für zusätzliche Spannung, aber auch für nachvollziehbare innere Konflikte. Hier zeigt sich auch, dass Mia nicht nur ein pferdeverliebtes Mädchen, sondern ein Mensch mit Ecken, Kanten und Lernprozessen ist. Obwohl sich die Geschichte in ihrer Zielgruppe klar an Mädchen ab 10 Jahren richtet, hat sie durch ihre emotionale Tiefe und die reflektierte Erzählweise durchaus Potenzial, auch Erwachsene oder ältere Jugendliche zu berühren – sofern sie eine gewisse Nähe zum Thema Pferde oder Coming-of-Age-Romane mitbringen. Kritisch anzumerken ist lediglich, dass der Rockstar-Aspekt von Arvid für mein Empfinden eine Spur zu idealisiert dargestellt wird. Für das Alter der Figuren wirkt manches fast schon zu erwachsen – hier hätte eine etwas ältere Protagonistin die Geschichte noch glaubwürdiger machen können. Dennoch fügt sich der „Glamour“-Aspekt erstaunlich gut in die ansonsten sehr bodenständige, stimmige Pferdehof-Kulisse ein.

Fazit:
Mit „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ gelingt Sabrina Qunaj ein gefühlvoller Auftakt in eine jugendliche Pferdewelt, die mehr als nur Stallgeruch und Reitstunden bietet. Zwischen Verlust, Mut und dem ersten Verliebtsein entfaltet sich eine Geschichte, die junge Lesende mitreißt und berührt. Ein Roman voller Herz, Hoffnung und sommerlicher Reiterhof-Romantik, der auch nach dem letzten Kapitel noch lange nachklingt – von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Wie behältst du deinen Traum-Mann, wenn ihn auch alle anderen wollen?

Und plötzlich ist es wunderbar
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Inhalt:
Edie lebt in Nottingham, fernab vom Glamour der Filmwelt, während Elliot, ein berühmter Schauspieler, in Hollywood Karriere macht. Einst verband sie eine intensive Liebe, doch der Druck von Öffentlichkeit, ...

Inhalt:
Edie lebt in Nottingham, fernab vom Glamour der Filmwelt, während Elliot, ein berühmter Schauspieler, in Hollywood Karriere macht. Einst verband sie eine intensive Liebe, doch der Druck von Öffentlichkeit, Zeitverschiebung und grundverschiedenen Lebenswelten ließ ihre Beziehung zerbrechen. Nun, an Weihnachten, steht Elliot plötzlich wieder vor Edies Tür – mit einem Geständnis: Er will es noch einmal versuchen. Die alten Gefühle flammen auf, doch schon bald werden Edie und Elliot erneut von Problemen eingeholt – zwischen Medienrummel, räumlicher Trennung und Zweifeln am Fundament ihrer Beziehung. Als auch noch Edies neuer Kollege Declan ins Spiel kommt, stellt sich die Frage, ob Liebe allein wirklich reicht.

Meinung:
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn Mhairi McFarlane steht für scharfsinnige Dialoge, unaufgeregten Humor und echte Emotionen. Doch diesmal fiel mir der Einstieg ungewöhnlich schwer. Vielleicht, weil ich den Vorgängerroman vor Jahren gelesen hatte und mir kaum etwas aus der damaligen Geschichte präsent war. Es wurde zwar behauptet, man könne beide Bände unabhängig voneinander lesen, doch davon hatte ich beim Lesen wenig gemerkt. Viele Figurenbeziehungen wirkten zunächst unklar, manche Nebenfiguren fast schon überflüssig oder blass. Die Ausgangsidee – Was passiert nach dem Happy End? – finde ich grundsätzlich spannend und realitätsnah. Nur leider fühlte sich genau dieses „Danach“ über weite Strecken erstaunlich spannungsarm an. Edie und Elliot führen eine Fernbeziehung, aber statt Fernweh und Herzklopfen spürt man vor allem Unsicherheit, Misstrauen und emotionale Distanz. Es fehlt die Chemie. Es fehlt das Prickeln. Die wenigen gemeinsamen Szenen der beiden wirken eher bemüht als berührend. Zwar wird mit dem Einfluss der Medien ein reales Thema angesprochen, doch auch diese Spannungsebene verliert mit der Zeit an Zugkraft, weil sich vieles wiederholt und die Handlung oft auf der Stelle tritt. Declan, die neue Figur, hätte frischen Wind bringen können – potenzieller Love Interest oder wenigstens ein Katalysator für Edies Entwicklung. Aber auch er bleibt farblos und wird letztlich kaum relevant für die Handlung. Statt überraschender Wendungen gibt es vorhersehbare Konflikte, statt Aufbruch eher ein Kreisen um alte Unsicherheiten. Der Sprachstil bleibt zwar typisch McFarlane – pointiert, stellenweise witzig –, aber ohne die gewohnte emotionale Tiefe. Nur einige Dialoge und Nebenfiguren wie Edies schräge Schwester oder Elliots Bruder konnten mich aufhorchen lassen. Ich habe das Buch nicht abgebrochen – es war nett, streckenweise unterhaltsam, stellenweise sogar klug – aber es hat mich nicht gepackt. Das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen, stellte sich einfach nicht ein.

Fazit:
„Und plötzlich ist es wunderbar“ von Mhairi McFarlane setzt die Geschichte von Edie und Elliot fort, bleibt dabei aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Roman ist nett geschrieben, mit gelungenen Dialogen und einer interessanten Grundidee – doch mangelt es an emotionaler Tiefe und erzählerischem Drive. Die Liebesgeschichte wirkt oft distanziert, die Figurenentwicklung bleibt flach, und auch potenzielle Spannungsmomente verlaufen im Sande. Wer den ersten Band mochte, mag sich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen – für alle anderen könnte es schwer sein, in diese Geschichte wirklich hineinzufinden. Von mir gibt es dieses Mal leider nur 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 30.06.2025

Kleine Wahl – Große Wirkung: Wie Sofia und die Forscherbande Demokratie erleben

Die Forscherbande - Sofia Valdez und die Wahl des Klassentiers
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Inhalt:
In der zweiten Klasse der Grundschule Bad Blaubach herrscht große Aufregung: Ein Klassentier soll her – aber welches? Zur Auswahl stehen eine Schildkröte und ein Vogel. Um eine faire Entscheidung ...

Inhalt:
In der zweiten Klasse der Grundschule Bad Blaubach herrscht große Aufregung: Ein Klassentier soll her – aber welches? Zur Auswahl stehen eine Schildkröte und ein Vogel. Um eine faire Entscheidung zu treffen, organisieren die Kinder eine Wahl, bei der Sofia Valdez zur Wahlbeauftragten ernannt wird. Es beginnt ein spannender Wahlkampf mit Plakaten, Artikeln und Reden – doch dann fehlt plötzlich eine entscheidende Stimme. Zusammen mit ihrer Forscherbande macht sich Sofia daran, die Situation zu lösen und demokratische Prinzipien zu bewahren. Ergänzt wird die Geschichte durch einen Wissensteil über Wahlen, Fake News, Mitbestimmung und Journalismus.

Meinung:
Dieses Buch ist ein kleines Kraftpaket: politisch, verspielt und dabei keineswegs belehrend. Was mir sofort positiv aufgefallen ist, ist die kluge Verbindung zwischen kindlicher Lebenswelt und einem sehr ernsten Thema: Demokratie. Es wird nicht abstrakt über politische Systeme geredet, sondern Mitbestimmung wird konkret erlebbar gemacht – durch ein Klassentier, über das abgestimmt wird. Das ist schlau gewählt, weil es für Kinder greifbar ist, ohne ins Banale abzurutschen. Besonders gelungen finde ich die Rolle von Sofia, denn sie ist nicht einfach nur Heldin der Geschichte, sondern eine Art Vorbild für Selbstwirksamkeit. Das Buch zeigt Kindern, dass auch sie Einfluss nehmen können – sei es durch Nachfragen, sich Einmischen oder einfach durch Zuhören. Die Illustrationen sind wie immer bei David Roberts ein Fest. Lebendig, detailverliebt und mit viel Charme. Es macht Spaß, die Seiten gemeinsam zu entdecken – auch beim zweiten oder dritten Durchblättern. Der Wissensteil am Ende ist eine starke Ergänzung. Dort wird erklärt, wie Wahlen funktionieren oder wie man Fake News erkennt. Allerdings empfinde ich den Text an einigen Stellen sprachlich doch recht anspruchsvoll. Längere Satzkonstruktionen und ungewöhnliche Namen könnten Erstlesende überfordern. Mein Eindruck war, dass das Buch eher zum Vorlesen geeignet ist – was natürlich auch schöne gemeinsame Momente schafft, aber den Anspruch, es sei schon ab 7 Jahren selbstständig lesbar, etwas relativiert. Auch hätte ich mir gewünscht, dass der Wissensteil optisch etwas einladender gestaltet ist – so wirkt er eher wie ein Anhang als ein integrierter Teil des Buchs.

Fazit:
„Die Forscherbande: Sofia Valdez und die Wahl des Klassentiers“ von Andrea Beaty und David Roberts ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Freundschaftsgeschichte und politischer Bildung. Es vermittelt auf kindgerechte Weise, wie Demokratie funktioniert, warum Wahlen wichtig sind und dass Mitmachen zählt – ohne dabei trocken oder belehrend zu wirken. Trotz kleiner sprachlicher Hürden ist das Buch ein wertvolles Werkzeug für Eltern, Lehrkräfte und alle, die Kindern Lust auf Beteiligung machen wollen. Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 22.06.2025

Alte Liebe, neue Hoffnung

The One I Left Behind
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Inhalt:
Ben Noughton, ein ehemaliger Footballstar, kehrt nach dem Ende seiner Profikarriere zurück in die Heimat – eine Ranch in Nebraska, die er mit seiner Familie teilt. Dort trifft er auf Gillian, die ...

Inhalt:
Ben Noughton, ein ehemaliger Footballstar, kehrt nach dem Ende seiner Profikarriere zurück in die Heimat – eine Ranch in Nebraska, die er mit seiner Familie teilt. Dort trifft er auf Gillian, die er einst zurückließ, seine erste große Liebe, die inzwischen alleinerziehende Mutter ist. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen, ebenso wie ihr Sohn, der ihn bewundert hat – bis er die Wahrheit erfährt. Doch mit seiner Rückkehr beginnt auch ein vorsichtiger Neuanfang – sowohl beruflich als auch emotional. Eine zweite Chance scheint möglich, wenn beide bereit sind, alte Wunden heilen zu lassen.

Meinung:
Ich habe eine Schwäche für Second-Chance-Romances in Kleinstadt-Settings – und genau das liefert dieser Reihenauftakt. Die Geschichte von Ben und Gillian hat mich von der ersten Seite an abgeholt, denn manchmal braucht es gar nicht viel mehr als eine gute Portion Herz, ein glaubwürdiges Paar und eine authentische Umgebung, damit man sich in einem Buch zu Hause fühlt. Ben war für mich ein absoluter Pluspunkt: verletzlich, aber nicht schwach, verantwortungsvoll, ohne perfekt zu sein. Seine Entwicklung vom gefeierten NFL-Star zum Coach mit Heimatsehnsucht ist nachvollziehbar und hat Tiefe. Besonders gelungen fand ich seine Bemühungen, nicht nur Gillians Herz zurückzugewinnen, sondern sich auch das Vertrauen ihres Sohnes Clayton zu erarbeiten. Diese Vaterfigur-Dynamik war rührend und emotional gut platziert. Gillian ist ebenfalls stark gezeichnet. Sie ist keine Frau, die gerettet werden muss, sondern eine, die gelernt hat, alleine durchs Leben zu gehen. Ihr innerer Konflikt, zwischen Selbstschutz und aufkeimender Hoffnung, ist glaubwürdig und hat mir gut gefallen. Sie trägt emotionale Narben mit sich, ist aber nicht bitter. Besonders ihre Entwicklung im Hinblick auf ihre Zukunftspläne und die Offenheit gegenüber einem neuen Kapitel im Leben wirkte reif und stimmig. Was das Buch besonders macht, ist weniger die Originalität der Handlung, sondern vielmehr die Art, wie Piper Rayne die Atmosphäre in Willowbrook einfängt: Das Kleinstadtleben, die Ranch mit all ihren Brüdern, die Verbundenheit der Familie – das alles wirkt wie eine warme Decke. Die Nebenfiguren sind nicht bloß Staffage, sondern geben der Geschichte Tiefe und Potenzial für kommende Bände. Dennoch hätte die Story an einigen Stellen mutiger sein dürfen. Es fehlte mir ein bisschen der Konflikt, der Schmerz, das Drama – gerade bei einer Second-Chance-Geschichte. Alles verläuft ein wenig zu glatt. Auch die Cowboy-Vibes, die ich mir erhofft hatte, waren dezent statt präsent. Der „Spice“-Anteil ist da, aber bleibt angenehm eingebettet, nie überladen. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr Knisterspannung oder Überraschungen gewünscht, um dem Buch mehr Eigenständigkeit zu verleihen.

Fazit:
„The One I Left Behind“ von Piper Rayne ist eine gefühlvolle, leicht zugängliche und sehr charmante Small-Town-Romance mit einem sympathischen Cast, einem herzerwärmenden Setting und zwei Hauptfiguren, denen man ihre zweite Chance gerne gönnt. Auch wenn die Handlung keine großen Überraschungen bietet, ist der emotionale Kern authentisch und liebevoll erzählt. Wer ruhige, romantische Wohlfühllektüre mit Kleinstadtflair und etwas Spice sucht, wird hier fündig. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 22.06.2025

Wenn aus einem Fluch Liebe wird – eine Sommerromanze mit Tiefgang

Just for the Summer
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Inhalt:
Ein viraler Reddit-Post bringt zwei Fremde zusammen: Justin und Emma. Beide glauben an einen eigenartigen Fluch – jedes Mal, wenn sie eine Beziehung beenden, finden ihre Ex-Partner sofort ihre ...

Inhalt:
Ein viraler Reddit-Post bringt zwei Fremde zusammen: Justin und Emma. Beide glauben an einen eigenartigen Fluch – jedes Mal, wenn sie eine Beziehung beenden, finden ihre Ex-Partner sofort ihre große Liebe. Um diesen Fluch zu brechen, beschließen sie, sich gegenseitig zu daten – mit der klaren Absicht, sich wieder zu trennen. Emma, die als reisende Krankenschwester durchs Land zieht, nimmt einen Sommerjob in Minnesota an, wo Justin lebt. Doch was als kalkuliertes Spiel beginnt, entwickelt sich zu etwas viel Tieferem – trotz traumatischer Vergangenheit, familiärer Verpflichtungen und der Erkenntnis, dass der Sommer vielleicht zu kurz ist für eine Zukunft.

Meinung:
Der Roman hat mich mehr berührt, als ich erwartet hatte. Der Einstieg mit dem augenzwinkernden „Dating-Fluch“-Konzept war herrlich originell und versprach eine leichte RomCom – aber was ich bekommen habe, war ein Roman mit erstaunlicher Tiefe, sensibel erzählten Schicksalen und emotionaler Wucht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Abby Jimenez komplexe Themen wie Kindheitstrauma, Bindungsängste, mentale Gesundheit und familiäre Verantwortung mit Leichtigkeit und Respekt integriert. Emma und Justin sind keine klassischen Hochglanz-RomCom-Charaktere, sondern verletzliche, vielschichtige Menschen, die sich in ihrer Zerrissenheit begegnen. Während Emma als rastlose Krankenschwester mit tief verwurzelten Ängsten kämpft, steht Justin kurz davor, Verantwortung für seine drei jüngeren Geschwister zu übernehmen – ein Gegensatz zu Emmas Ungebundenheit, der für echte Spannung sorgt. Die Chemie zwischen ihnen? Knisternd. Die Dialoge? Mal süß, mal frech, oft tiefgründig. Besonders Justin hat mein Herz im Sturm erobert – mit seiner Geduld, seinem Humor und seiner Offenheit. Er ist kein Klischeeheld, sondern jemand, der sich nicht zu schade ist, Verantwortung zu übernehmen, Liebe zu zeigen, und sich verletzlich zu machen. Seine Geduld mit Emma, sein Umgang mit seinen Geschwistern und selbst mit seinem Hund Chad (!) – das alles machte ihn zu einem der charmantesten männlichen Hauptfiguren, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Emma hingegen war für mich zwiespältiger. Ihre emotionale Mauer und ihre Fluchtreflexe waren zwar nachvollziehbar, haben mich aber zwischendurch frustriert – gerade, weil sie gleichzeitig so klug und einfühlsam ist. Aber gerade das macht sie glaubwürdig: Sie ist nicht perfekt, sie ist menschlich. Was das Buch für mich so besonders gemacht hat, war diese seltene Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Ich habe laut gelacht, geschmunzelt, aber auch mit einem Kloß im Hals gelesen. Abby Jimenez hat eine Art zu schreiben, bei der man sich mitten im Geschehen fühlt – so nah an den Charakteren, dass man glaubt, sie persönlich zu kennen. Es war, als würde ich nicht einfach ein Buch lesen, sondern einen Sommer lang Teil von Justins und Emmas Leben sein. Das Wiedersehen mit Figuren aus den ersten beiden Bänden war ein besonderes Highlight – nicht zwingend notwendig, aber für Fans der Reihe definitiv ein Wohlfühlmoment.

Fazit:
Mit „Just for the Summer“ beweist Abby Jimenez einmal mehr, wie klug, witzig und emotional tief Liebesromane sein können. Die Geschichte von Emma und Justin beginnt mit einem humorvollen Ausgangspunkt und entwickelt sich zu einer berührenden Reise über Heilung, Vertrauen und die Frage, ob man ankommen kann, selbst wenn man gelernt hat, ständig weiterzuziehen. Die Autorin trifft den perfekten Ton zwischen Romantik, Humor und echtem Leben. Von mir gibt es deshalb 4,5 von 5 Sternchen.