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Veröffentlicht am 04.11.2022

Welches Spiel wird hier wirklich gespielt?

Masquerade Killer
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„Ich bin dein Untergang“ ist der Beginn der „Masquerade Killer Dilogie“ von der Autorin Elaina Flow. Die Autorin schreibt unter einem Pseudonym und ist mir als Autorin nicht unbekannt. Vor einiger Zeit ...

„Ich bin dein Untergang“ ist der Beginn der „Masquerade Killer Dilogie“ von der Autorin Elaina Flow. Die Autorin schreibt unter einem Pseudonym und ist mir als Autorin nicht unbekannt. Vor einiger Zeit hab eich diesen 1. Part sogar testgelesen und er konnte mich wiederum fesselnd begeistern und mit seinen Wendungen überraschen.

Es beginnt mit einer ausdrücklichen Warnung, die keine geringere als Huntress dalässt, denn danach gibt es kein Zurück mehr und kein Entkommen. Im Prolog trifft man dann auf Lawrenzo, der Anführer des Lorentino-Clans. Bevor es in die Gegenwart geht, erlebt man einen kleinen Vergangenheitsflash, der einen nur näherbringt, wie es mal im Leben von Alenia ausgesehen hat, was sie prägte, was sie brach, aber nicht so sehr, dass sie nicht in voller Stärke ihrer Berufung nachginge. Und zwar Rache und Vergeltung an allen, die es gewiss verdient haben. Doch sie wird gejagt, denn nicht jedem gefällt was sie macht. Bis sie eines Tages in eine Falle tappt und die Identitäten als der Kippe stehen. Doch dabei kommt noch anderes ans Licht. Nicht nur Rivalität steht an oberster Front auch Gefühle behindern klares Denken. Wer steht auf welcher Seite?

Die Handlung ist sehr schnelllebig, fesselnd, spannend, wendig und vor allem auch mit spicy Szenen besetzt. Auf die Charaktere wird genügend eingegangen, auch wenn Alenia mehr im Vordergrund steht. Dabei entdeckt man auch ein paar interessante Nebencharaktere. Wer Freund und wer Feind ist, stellt sich nicht so schnell heraus. Ein Überraschungseffekt ist jederzeit vorhanden. Zwischen Alenia und Lawrenzo entsteht schnell ein magisches Band, es knistert gewaltig, wenn sie aufeinandertreffen sind sie in jeder Beziehung leidenschaftlich und auch explosiv. Die Gefühle kommen dabei nicht zu kurz, aber ob es immer der richtige Weg ist, word sich herausstellen.

Alenia hat eine sehr bewegende Vergangenheit hinter sich. Dennoch ist sie eine Kämpferin und lässt sich niemals unterkriegen. Sie wehrt sich bis zum bitteren Ende, dass es gleichgesinnten einmal besser ergeht, als ihr selbst. Wenn sie sich in ihren Aufträgen verliert, verändert sich auch ihr Wesen, aber nicht sosehr, dass man sie nicht mehr erkennen würde. Sie ist dann aber unbarmherzig, fokussiert, strotz vor Stärke und weiß sich zu wehren und zu Spielen.

Lawrenzo geboren um ein Anführer zu sein. Er hat keine Wahl und kann es sich nicht aussuchen, doch womit er sein Geld verdient, steht ihm frei. So hat er seine Prinzipien und steht auch dafür ein. Eine Frau an seiner Seite, dafür war die Zeit noch nicht reif oder keine da, die ihn länger als eine Nacht unter die Haut ging. Er ist ein Beschützer, Macho, charakterstark und entschlossen sich allem in den Weg zu stellen, auch Dinge zu tun, die andere schützen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker, leicht und vor allem sehr spannend und fesselnd. Die Geschichte wird aus beiden Sichtweisen von Alenia und Lawrenzo in der Ich-Perspektive wiedergegeben, kleine Passage erhalten auch andere. Die einzelnen Kapitel habe unterschiedliche Leselängen und der Text rauscht nur so davon. Man wird von der Handlung regelrecht gepackt, rätselt mit und der Epilog lässt tief Blicken und bleibt doch für die Fortsetzung verschlüsselt. Die Handlung spielt in Los Angeles und kurz in Panama.
Das Cover ist sehr dunkel und erhält farbliche Highlights, die inhaltlich sehr gut zum Roman passen.

Mein Fazit: Ein absolut faszinierender Beginn der Masquerade-Dilogie und gerade bin ich in der Fortsetzung vertieft.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Ein Zwilling kommt selten allein...

Frostklirrend schockverliebt
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Der zweite Zwilling hat seine eigene Geschichte bekommen. Nachdem „Vorübergehend verliebt“ noch ein sommerlicher, lebendiger und romantischer Liebesroman von Lisa Torberg mitten aus dem schönen Rom war, ...

Der zweite Zwilling hat seine eigene Geschichte bekommen. Nachdem „Vorübergehend verliebt“ noch ein sommerlicher, lebendiger und romantischer Liebesroman von Lisa Torberg mitten aus dem schönen Rom war, ist „Frostklirrend schockverliebt“ bedeutend seinem Namen eisig kalt, schneereich, aber nicht weniger romantisch und aus dem winterlichen New York. Neben Arbeitsdynamik, Ängste überwinden, seinen Träumen folgen und natürlich jede Menge italienischem Temperament sowie knisternder Luft, trifft man auch auf bekannte Gesichter wieder, vorausgesetzt man kennt schon den ersten Zwilling.

Ohne Umschweife geht es direkt in die Story. Direkt landet man mit Camilla in ihrem Beruf als Polizistin im aufregendem New York, in Little Italie. Ihr Spezialgebiet liegt in der Neighbourhood Coordination mit einem ausgeprägten Psychologieanteil. Wenn sie das was sie im Beruf anwendet auch im Privaten vollziehen würde, dann müsste sie sich nicht nach Chicago flüchten. Eine einzige Begegnung hat ihre Welt ins rütteln gebracht. Gefühle von denen sie lange nichts ahnte, sind plötzlich da, doch so schnell wie sie belebt heranwachsen , so schnell können sie auch wieder gefrieren. Ein Umstand mit dem Camilla nicht gerechnet hätte, scheint Wahrheit zu werden und sie sieht keine andere Lösung als unterzutauchen. Martino hat bei seiner Besuchstour eines neuen Restaurant ein ganz ähnliches einscheidendes Erlebnis. Jedoch wurde er gestört und der zarte Moment ist schnell vorbei. Die Augen in die er dabei geblickt hat, findet es so schnell nicht wieder. Es bringt ihm dazu, seine bisheriges Singledasein zu überdenken und die Harmonie seines Zwillingsbruders und seiner Zukünftigen machen es dabei nicht gerade besser. Eifersucht ist eine miese Bitch.

Obwohl sich die Handlung gut über 2 Jahre bewegt, ist sie rasant, kurzlebig und unheimlich lebendig sowie sprüht vor Leidenschaft. Die zentralen Themen wie Vertrauen, Liebe, Familie, das persönliche Glück, die Zukunft, der Beruf, Freunde, Ängste zu bekämpfen und sich nicht zu verstecken. Die Charaktere sind sehr stark, einzigartig, charismatisch und individuell. Während des Lesens erlebt man ganz genau, wie sich über sich selbst hinaus wachsen, man fühlt mit, träumt mit, schmunzelt mehrmals und erlebt unbeschreibliche, prickelnde und romantische sowie ehrliche Momente mit.

Camilla Deluca (fast 30, Kosename: Cammie), italienische Wurzeln, Polizistin mit Leib und Seele und in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Sie ist eine starke Persönlichkeit, selbstbewusst, weiß sich durchzusetzen, aber auch sehr verletzlich. Aus Schutz vor anderen, zieht sie sich zurück, verliert lieber ihr Seelenglück und lässt sich von ihren Ängsten leiten, als in dem zu Vertrauen, dessen sie sich bewusst sein kann. Doch sie gibt so schnell nicht auf, kämpft und besiegt ihren inneren Kampf. Ihre beste Freundin und Seelenschwester ist Simone.

Martino Falcone, 32, ein aufopfernder und engagierter Geschäftsmann, Genussmensch und ein Familienmensch, auch wenn es ihm erst so richtig durch seinen Bruder Tommaso bewusst wird. Martino macht zwar manchmal eine Show, aber er spielt nicht, täuscht keine Gefühle vor und lebt ehrlich aus wonach ihm ist. Auch er ergreift manchmal die Flucht, sucht dabei aber die Nähe zu anderen und fokussiert sich wieder neu.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, gewohnt stilsicher, gefühlvoll mit emotionaler und knisternder Dauerstimmung. Die bildlichen Beschreibungen sind wiedereinmal unbeschreiblich schön und erwecken Sehnsucht nach meiner Traumstadt. Daneben wird man mit den nötigen Informationen über Land und Leute gefüttert. Man liest sich sehr flüssig durch die ungefähr gleichbleibenden Kapitellängen. Es wird in der Ich-Perspektive zwischen Camilla und Martino sichtbar gewechselt, so kann man bestens in beide Gedankenwelten abtauchen. Das Cover ist wunderschön, seinem Titel alle Ehre machend und mit dem beeindruckender New Yorker Hintergrund.

Mein Fazit: Italienisches Temperament mitten in New York, starke und beeindruckende Charaktere auf Augenhöhe und mit etwas Vorsprung hat mir dieser Zwilling sogar noch etwas besser gefallen. Absolut lesenswert und zum einkuscheln frostig schön.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Ein Sommer der alles veränderte...

Dieser längst vergangene Sommer
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Das jähe Ende einer eigentlich unsterblich geglaubten Freundschaft nach einem wunderschönen Sommer – und das Wiederannähern nach vielen Jahren. „Dieser längst vergangene Sommer“ ist mein erster Roman der ...

Das jähe Ende einer eigentlich unsterblich geglaubten Freundschaft nach einem wunderschönen Sommer – und das Wiederannähern nach vielen Jahren. „Dieser längst vergangene Sommer“ ist mein erster Roman der Autorin Gina Greifenstein. Etwas in Nostalgie schwebend und mit einem stetigen Gefühl einer kleinen Gefahr und da ist doch noch etwas, taucht man in einem unbeschwerten Moment von 4 Freundinnen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, dessen einer Augenblick alles verändert.

Der eine oder andere kennt bestimmt das Gefühl, dass man mit seinen Gedanken in der Vergangenheit schwebt, sich denkt was wäre wenn gewesen und sie nach einer längst vergangenen Zeit zurücksehnt. Was ist aus den Freunden von damals geworden, wieso hat man sich aus den Augen verloren, was hätte man anders machen können? Fragen, die einem keiner beantworten kann und eine Zeit, die nie wieder kehren wird.
Und kommt da diese Einladung zum Klassentreffen. Nach 15 Jahren nach dem Abitur. Möchte man da hingehen, möchte man die anderen Wiedersehen oder lässt man die Vergangenheit doch ruhen? Genau so ergeht es auch den vier Frauen, die von dieser Einladung überrumpelt werden und dessen tragisches Ereignis sie wieder einholt. Vor 15 Jahren war alles noch so unbeschwert, so leicht, so ohne Sorgen, kurz nach dem Schulabschluss, vor dem Beginn der beruflichen Zukunft und dem eigentlichen beginnenden neuen Lebensabschnitt. Bevor sich die 4 Wege der Freundinnen aufgrund unterschiedlicher Studienwege trennen werden, wollen sie eine unvergesslichen Campingurlaub in Italien erleben. So war der Plan und sie machten das beste aus ihrer Unterkunft, dem auf sich allein gestellt sein und alles in der Ferne. Unbeschwerte Abende, unterschiedliche Charaktere und junge Liebe, bis es zu dem Tag kam, der von jetzt auf gleich alles veränderte und Trennung bedeutete.

Einige machten ihren Traum zum Beruf, andere kam das Leben dazwischen und mussten sich neu orientieren. Diese Geschichte schwangt zwischen Damals und Heute hin und her und langsam erfährt man, wie es den vieren unterschiedlich erging. Johanna, Iris , Sonja und Annabell kannten sich seit ihrem 3 Lebensjahr und wurden als 4-blättriges Kleeblatt bezeichnet. Keine verlor ein Wort darüber, was vor 15 Jahren geschehen war und jede hat daran unterschiedlich zu knabbern. Doch die Gegenwart holt sie ein und die Frage steht offen, geht man zu diesem Klassentreffen.
Die Freundinnen konnten unterschiedlicher nicht sein, jedoch stärkten sie sich mit ihren Gegensätzen und forderten sich heraus, genauso holten sie sich auch wieder auf den Tatsachen des Lebens zurück.

Diese Geschichte handelt von Entscheidungen und Wege die man einschlägt sowie plötzlichen Wendungen. Dabei liegt die Frage, was wäre wenn gewesen, immer mit in der Luft. Es geht um Veränderungen, das Erwachsenwerden, Kämpfe auszufechten, einen klaren Kopf zu bewahren und letztlich auch um Vertrauen und Vergebung sowie dem Eingestehen von Fehlern. Die Geschichte fühlt sich sehr authentisch und real an, den Gefühlen und unterschiedlichen Charakteren kann man sehr gut nachempfinden. Es gibt amüsante, nachdenkliche, ernsthafte und erschreckende Momente. Dennoch hätte ich an manchen Stellen etwas mehr von der jeweiligen Person und ihren persönlichen Gefühlen erfahren und noch etwas mehr zu der Gegenwart bevorzugt.

Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und auch der leichte kriminalistische Stil gefiel mir gut. So schwebte immer eine unausgesprochene Spannung zwischen der leichten jugendlichen Stimmung mit. So liest man sich sehr leicht, auch wenn die Thematik einen manchmal schlucken lässt, durch die einzelnen unterschiedlichen Leseabschnitte. Im sichtbaren Wechsel wird in der Erzählperspektive die Handlung durch die 4 Hauptcharaktere wiedergegeben. Das Buchcover zeigt vier junge unbeschwerte Frauen, die sich auf ihren ersten alleinigen Urlaub bei Sonne und Strand erfreuen.

Mein Fazit: Ein wirklich sehr schöner etwas schwermütigen Roman, der mich am Ende auch emotional ergriffen hat.

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Veröffentlicht am 29.10.2022

Roadtrip wider Willen

California Drive - Verreisen ohne Plan
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Unterhaltsamer Roadtrip-Roman quer durch Kalifornien auf der Suche nach dem betrügerischen Ex. „California Drive – Verreisen ohne Plan“ ist mein erster Roman der Autorin Sandra Schipper. Den Vorgängerroman ...

Unterhaltsamer Roadtrip-Roman quer durch Kalifornien auf der Suche nach dem betrügerischen Ex. „California Drive – Verreisen ohne Plan“ ist mein erster Roman der Autorin Sandra Schipper. Den Vorgängerroman „Verreisen mit Urne“ kenne ich zwar nicht, aber dieser Roman kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen und verstanden werden.

Direkt geht es in die Story hinein. Bevor es überhaupt spontan zu dem Roadtrip nach Los Angeles geht, landet man in London bei Louise und ihrem Freund Rick. Doch zuvor erhält man einen kleinen Rückblick aus der Vergangenheit von Louise und wie es ihr mit ihrem Ex-Freund Frank erging. Louise arbeitet für eine Redaktion und hat sich inzwischen einen Namen gemacht. Doch ein spezieller Artikel stellt sie vor einer Wahl und auch ihre derzeitige Beziehung bringt sie zum Nachdenken. Auf Grund eines Streites entscheidet sich sich kurzerhand mit ihrer Schwägerin in Spe Frank aufzusuchen und ihn zur Rede zu stellen. Während dieser Zeit entstehen lustige und witzige Momente, etwas Gefahr schwebt stetig mit und alles was sie aufdecken werden, bringt Louise erneut zum Nachdenken. Doch diese Reise treten die beiden Frauen nicht allein an, sie bekommen unerwartete Unterstützung oder werden es doch nur neue Hindernisse? Es endet in einem Epilog.

Es liest sich locker uns leicht weg, jedoch geschieht am Ende nicht so viel oder geht anders aus, wie man es vielleicht erwartet. Die Hindernisse die im Weg stehen, werden meistens ausgeräumt und bringen einen gewissen Humor hervor. Etwas anstrengend und auf Dauer dann auch zu viel waren mir die Streitereien von Lousie und Rick, die auch den anderen Charakteren deutlich die Tour vermiesten. Was mir zusätzlich gefehlt hat, war das Gefühl der leichten Romanze dabei. Neben in paar geschickten Wendungen, passiert leider nicht allzu viel aufregendes.

Der Schreibstil ist absolut leichtfüssig, angenehm und man liest sich schnell von Seite zur Seite. Es gab einige Momente zum schmunzeln, genügend Dramatik, besonders durch zwei Charaktere hervorrufend und ein Trip auf der Suche nach dem Ex. Die einzelnen Lesekapitel haben unterschiedliche Leselängen und werden aus der Erzählperspektive von Louise und auch Rick wiedergegeben.

Das Buchcover ist farbenfroh und passt sehr gut zum Roadtrip sowie zum Genre Humorvoller Chick-Lit-Roman.

Mein Fazit: Es war eine gute und interessante Geschichte, jedoch hat sie mich nicht dauerhaft und konstant beim Lesen gehalten und die Charaktere waren etwas anstrengend mit der Zeit.

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Veröffentlicht am 16.10.2022

Zu Hause ist ein Gefühl...

Küss mich, solange es schneit
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Mit „Küss mich solange es schneit“ habe ich nun meinen zweiten Roman von Svenja Lassen gelesen und es war wieder so erfrischend, humorvoll, romantisch und total emotional, dass sich am Ende Tränchen verdrückt ...

Mit „Küss mich solange es schneit“ habe ich nun meinen zweiten Roman von Svenja Lassen gelesen und es war wieder so erfrischend, humorvoll, romantisch und total emotional, dass sich am Ende Tränchen verdrückt habe.Es war unheimlich schön wieder nach Akenbüll zurückzukehren.

10 Tage vor Weihnachten beginnt der Kurzroman und die Handlung rund um Ines, die in ihrer Heimat Hamburg zum Weihnachtsbesuch kommt, aber irgendwie hat keiner so richtig Zeit für sie. Bis dahin war sie auch eine wahre Weltenbummlerin und hat sich so ihren Traum von Freiheit erfüllt, aber nun hat sie immer mehr das Gefühl, dass ihr etwas fehlt und sie ihr zu Hause sucht. Als sie plötzlich auf ihre Vergangenheit trifft, will sie am liebsten wieder reiß aus nehmen, aber da sind so viele Fragen offen geblieben.

Ines Wagner (28) ist eine junge Abenteurerin, sie scheut sich vor nichts kann anpacken und lebte bis vor kurzem ihren Traum. Sie hat viel von der Welt gesehen, aber irgendwie fehlt ihr da doch etwas oder jemand und ein Ort, wo sie quasi ihr Zelt dauerhaft aufschlagen kann. Als Jan plötzlich vor ihr steht, gerät ihre Welt ins Waken und plötzlich ist alles wieder da, was einmal war.

„Tanze jeden Tag im Schnee; wenn du nicht aufpasst, wachst du eines Tages auf und bist eine alte, einsame Frau.“

Jan Höfer, arbeitet auf dem Hof von Ines Schwager, was sie bis dahin nicht wusste, denn beide kennen sich aus Ecuador, bis Jan von heute auf morgen plötzlich verschwunden war. Jan ist hilfsbereit, zielstrebig, hält sein Wort, auf ihm ist Verlass und wenn er sich was in den Kopf setzt, versucht er auch nicht sich davon abbringen zu lassen. Er hat schon immer mehr in Ines gesehen, doch sie wollte es unverbindlich angehen.

Der Schreibstil ist wunderbar locker, spritzig und amüsant. Man liest sich fließend von einem zum nächsten Kapitel, die unterschiedlicher Länge sind. Die Geschichte wird alleinig aus der Sicht von Ines in der Ich-Perspektive erzählt. Ich mag die neckenden und teilweise patzigen Dialoge und die anderen wenigen lebendigen Nebencharaktere, die einfach dazugehören und man schnell merkt, dass alle füreinander einstehen. Es war einfach eine schöne Lesezeit mit Momenten zum schmunzeln, Kopf schütteln, Luft anhalten und auch so gefühlvoll emotional, dass einfach Tränchen floßen zum Abschluss.Ich mochte wieder dieses Wiedererkennungswert in seiner authentischen Art, so dass man es einfach abnimmt, das reale Verhalten der Charaktere und die Kurzweiligkeit. Auch die reellen Geschehnisse die es einmal gab einzubauen, passten sehr gut dazu.

„Das bedeutet, zu leben. Den perfekten Ort, das perfekte Leben gibt es nicht. Es ist die Summe der Momente, die wir erleben, nicht alle müssen perfekt sein, um ein schönes Gesamtbild abzugeben.“

Mein Fazit: Wieder ein wunderschöner und authentischer Roman aus Akenbüll, der wirklich Lust auf Schnee macht. Absolute Leseempfehlung!

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