Manchmal müssen sich Wege trennen, um wieder zueinander zuführen...
Ein Sommer für zwei HerzenMit „Ein Sommer für zwei Herzen“ bekommt man zwei Liebesgeschichten in einer: Junggebliebene Senioren und ihre Enkel finden spätes und neues Glück zwischen Strande und Hamburg.
Es geht direkt in die Geschichte ...
Mit „Ein Sommer für zwei Herzen“ bekommt man zwei Liebesgeschichten in einer: Junggebliebene Senioren und ihre Enkel finden spätes und neues Glück zwischen Strande und Hamburg.
Es geht direkt in die Geschichte hinein zu Lena, die ihre Oma Renate in ihrem Seniorenstift besucht. Dort erzählt sie ihr von einem neuen Bewohner, der sie ignoriert, sie ihn aber von damals kennt. Das wurmt Renate mächtig. Dabei trifft Lena auf Felix, der seinen Opa ebenfalls dort besucht und kurz drauf stellt sich raus, das beide Großeltern eben zu Lena und Felix gehören. Die Enkel versuchen das Kriegsbeil zwischen den beiden Älteren zu schlichten, aber das ist leichter gesagt als getan. Dabei kommen sich Lena und Felix näher. Doch Lena ist ein Arbeitstier und fest mit ihrem eigenen Unternehmen verankert und muss sich freie Zeit wahrlich freischaufeln. Felix dagegen lebt eher in den Tag hinein und macht mehr worauf er Lust hat, als Verpflichtungen zu übernehmen. Zwei unterschiedlich Welten prallen aufeinander und auch bei den Großeltern wird es aufregend.
Die landschaftlichen Beschreibungen und Unternehmungen zwischen Strande an der Ostsee und Hamburg sind wunderschön, anschaulich und besonders der Bezug zu den Beatles rund um die Musik war mehr als interessant. Die Charaktere sind lebhaft, eigenwillig, temperamentvoll, ungewollt humorvoll und stehen im echten Leben. Die Haupthandlung ist von kurzer Dauer und ruht sich nicht lange auf Nebensächlichkeiten aus, schreitet stetig und zeigt auf, was man für verpasste Chancen im Leben erhalten kann oder andere für Wendungen verantwortlich sind. Und dritte manchmal ein besseres Auge dafür haben, was man vor seinen eigenen Auge nicht sehen oder wahrhaben möchte. Das Leben ist in all seinen Facetten schön, doch es möchte gelebt werden und nicht nur in seiner Pflichterfüllung da sein. Es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten sollte und genießen, was direkt vor der Nase ist. Die Gefühlswelt geht ihre eigenen Wege und überrumpelt neben ganz süßen Augenblicken. Leider hat mich dieses Gefühl nicht immer ganz erreicht. Dafür kann der Roman mit einem guten Humor, engstirnigen Charakteren und einer Lösungsfindung für alle punkten.
Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden, alle Beschreibungen und Handlungen hatte man direkt vor Augen. Die aktiven Charaktere der Story wurden gut verkörpert. Die Dialoge sind herrlich passend, mal direkter und gehen ebenso ernsthaft in ihre Tiefe. Die Kapitel sind durch kleine Überschriften dargestellt und haben eine gleichbleibende Leselänge. In der Ich-Perspektive wird wechselnd aus der Sicht von Lena und Felix durch die Geschichte geführt.
Das Buchcover ist wunderschön gestaltet mit Strandkorb und Leuchtturm direkt in Strande. Auch die Kapitelzierden in Form einer Möwe sind herzallerliebst.
Mein Fazit: Ein Wohlfühlroman, der sich nicht vor persönlichen Ecken und Kanten schert und mit den älteren Herrschaften zeigt, wie wichtig Kommunikation doch sein kann.