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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Ein bewegendes Jahreshighlight voller Herz und Humor

Pina fällt aus
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Hinter dem unscheinbaren Titel „Pina fällt aus“, dem zweiten Roman von Vera Zische mit dem eindrucksvollen Cover, das eine erschöpfte Frau zeigt, verbirgt sich ein wahres literarisches Juwel.
Pina ist ...

Hinter dem unscheinbaren Titel „Pina fällt aus“, dem zweiten Roman von Vera Zische mit dem eindrucksvollen Cover, das eine erschöpfte Frau zeigt, verbirgt sich ein wahres literarisches Juwel.
Pina ist alleinerziehende Mutter ihres zwanzigjährigen Sohnes Leo. Was zunächst alltäglich klingt, entpuppt sich schnell als große Herausforderung: Leo lebt mit einer schweren Form von Autismus und ist stark in seiner eigenen Welt verankert. Jede Abweichung von gewohnten Abläufen bringt ihn aus dem Gleichgewicht und stellt ihn vor enorme Schwierigkeiten.
Als Pina plötzlich auf der Straße zusammenbricht und nach einer schweren Operation für längere Zeit auf der Intensivstation liegt, gerät Leos Leben völlig aus den Fugen. Ohne soziales Umfeld ist er auf die Hilfe seiner Nachbarin Inge angewiesen. Die 86-Jährige hat zwar schon gelegentlich auf ihn aufgepasst, doch die Verantwortung kann sie nicht allein tragen. Im Haus leben außerdem noch Zola, eine sechzehnjährige Jugendliche, die von ihren Eltern in eine eigene Wohnung geschickt wurde, um Selbstständigkeit zu lernen, und Wojtek, ein zurückgezogener Einzelgänger, der soziale Kontakte meidet.
Da niemand weiß, wie lange Pina ausfallen wird, beginnen diese drei so unterschiedlichen Menschen, die sich selbst augenzwinkernd als „drei Vögel“ bezeichnen, sich vorsichtig an die gemeinsame Aufgabe heranzutasten, die Betreuung von Leo, mit all ihren Herausforderungen, aber auch besonderen Momenten.
Vera Zisches Erzählweise hat mich tief berührt. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas gelingt es ihr, immer wieder humorvolle Szenen einzubauen, die zum Schmunzeln und Lachen einladen. Mit viel Herz, Feingefühl und Empathie erschafft sie Figuren, die über sich hinauswachsen und gestärkt aus dieser außergewöhnlichen Situation hervorgehen.
Ein hoffnungsvolles, berührendes Buch über Inklusion, das noch lange nachwirkt – und für mich bisher das absolute Jahreshighlight ist. Unbedingt lesenswert!

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  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2026

Schaf gesucht - Chaos garantiert!

Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung
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Das zauberhaft witzige Buch „Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung“ von Carola Becker überzeugt mit einer tierisch liebevollen Geschichte und ganz besonders gelungenen Illustrationen von Ina Krabbe, ...

Das zauberhaft witzige Buch „Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung“ von Carola Becker überzeugt mit einer tierisch liebevollen Geschichte und ganz besonders gelungenen Illustrationen von Ina Krabbe, die die Mimik der menschlichen und tierischen Figuren wunderbar lebendig und charakteristisch einfangen.
Mäc Mief lebt gemeinsam mit seinem Lieblingsmenschen Finn und seiner besten Freundin, dem Hütehund Bonnie, auf einer schottischen Farm. Als auf der Nachbarsfarm die bezaubernde Schafsdame Malvina zu Besuch kommt, ist es für Mäc Mief Liebe auf den ersten Blick. Natürlich möchte er sie auch Bonnie vorstellen, doch plötzlich ist Malvina spurlos verschwunden.
Gemeinsam machen sich Bonnie und Mäc Mief auf eine abenteuerliche Suche nach der hübschen Schafdame. Da sie nicht beim Hundefriseur ist, wächst die Sorge, dass Malvina auf dem Schafsmarkt gelandet sein könnte. Die Zeit drängt, und Miefi muss all seinen Mut zusammennehmen, um sich seinen Ängsten zu stellen und Malvina zu retten.
Die Geschichte ist warmherzig, liebevoll und humorvoll erzählt. Man fiebert mit den beiden Detektiven mit und hofft bis zum Schluss, dass sie Malvina rechtzeitig finden.
Dank der kurzen Kapitel eignet sich das Buch sowohl hervorragend zum Selberlesen als auch zum Vorlesen.
Eine charmante und turbulente Detektivgeschichte, die ich nur wärmstens empfehlen kann, für Lacher ist auf jeden Fall gesorgt!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Dunkle Machenschaften am Gardasee

Die geheime Grotte von Garda
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In „Die geheime Grotte von Garda“ von Isabella Archan ermittelt die sympathische Wiener Chefinspektorin Edwina Teufel in ihrem zweiten Fall, obwohl sie eigentlich eine Auszeit am Gardasee genießen wollte. ...

In „Die geheime Grotte von Garda“ von Isabella Archan ermittelt die sympathische Wiener Chefinspektorin Edwina Teufel in ihrem zweiten Fall, obwohl sie eigentlich eine Auszeit am Gardasee genießen wollte. Doch das Verbrechen scheint sie auch im Urlaub nicht loszulassen.
Was als entspannter Tag in Garda beginnt, nimmt eine dramatische Wendung, als Edwina Zeugin eines seltsamen Vorfalls wird. Ein Junge wird von einem hünenhaften Mann verfolgt. Im letzten Moment gelingt es ihr, den Jungen zu retten. Er stellt sich als Peppe Rocco vor, wirkt verängstigt und offenbar in großer Gefahr, weigert sich jedoch, den Aufenthaltsort seiner Mutter preiszugeben.
Während Edwina sich um Peppe kümmert, erfährt sie von Commissario Alceste, dass eine Society-Reporterin angeschossen wurde. Peppe wird schließlich bei Luigi untergebracht, einem Freund des Commissario, der mit solchen Fällen Erfahrung hat. Für Edwina liegt der Verdacht nahe, dass beide Fälle miteinander verknüpft sind, und ihre Ermittlungen führen sie schließlich zum Weingut Cà della Ginevra.
Doch folgt sie hier tatsächlich der richtigen Spur?
Der Roman bietet spannende Unterhaltung mit viel italienischem Lokalkolorit und überraschenden Wendungen. Edwina überzeugt als zielstrebige und sympathische Ermittlerin, die trotz ihrer Auszeit ihrem Instinkt vertraut, auch wenn sie sich dabei gelegentlich in gefährliche Situationen begibt.
Besonders gelungen sind die kurzen Kapitel, die Einblicke in die Gedankenwelt des Täters geben, ohne dessen Identität zu früh preiszugeben.
Ein fesselnder Krimi, der Spannung mit einem Hauch von Urlaubsflair verbindet, von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein humorvoller Roman über Abschied und Neuanfang

Mirabellentage
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Das Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin ...

Das Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der völlig überraschend im Alter von 57 Jahren verstirbt. Anna kennt ihn seit ihrer Kindheit, und die beiden verband eine tiefe Freundschaft. Daher steht für sie außer Frage, seinen ungewöhnlichen letzten Wunsch zu erfüllen.
Mit Josefs Tod gerät Annas Leben gehörig durcheinander. Nur wenige Tage später tritt Fridtjof auf den Plan, 28 Jahre alt, frisch zum Priester geweiht und als Nachfolger für die Pfarrstelle im bayerischen Dorf vorgesehen. Auch das Requiem für Josef soll er halten, doch es gibt ein Problem. Fridtjof spricht Plattdeutsch, das in Bayern kaum jemand versteht. Auch hier weiß sich Anna zu helfen.
Überhaupt ist Anna die gute Seele des Ortes. Sie hält nicht nur den Pfarrhaushalt, sondern auch das Dorfleben am Laufen, kennt jeden und hat unzählige Anekdoten parat. Diese oft humorvollen, mitunter leicht überzeichneten Geschichten werden geschickt in Form von Rückblicken und Erinnerungen in die Handlung eingeflochten.
Der Roman sorgt immer wieder für ein Schmunzeln, wobei man den Blick auf die katholische Kirche nicht allzu ernst nehmen sollte. So wird etwa angedeutet, dass Josef mit seiner Berufung gehadert hat, und auch eine Messe, die angeblich auf Latein gehalten wird, tatsächlich aber aus italienischen Kochrezepten besteht, könnte für manche Leserinnen und Leser irritierend sein.
Die Figuren sind lebendig und liebevoll gezeichnet, insbesondere die Hauptcharaktere wachsen einem schnell ans Herz. Auch der junge Pfarrer Fridtjof überzeugt durch seine einfühlsame Art.
Insgesamt erzählt der Roman auf charmant-humorvolle Weise vom Mut zum Neuanfang und davon, vertraute Wege zu verlassen. Eine klare Empfehlung für eine Geschichte, die nachhallt und in Erinnerung bleibt.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Vom Urknall bis zu uns – ein Bilderbuch voller Wunder

Was wir über Leben auf der Erde wissen
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Das Bilderbuch „Was wir über Leben auf der Erde wissen“ mit dem Untertitel „Urknall, Weltall und wir alle“ von Ziggy Hanaor ist Teil der Reihe künstlerischer Kinderbücher aus dem Hatje Cantz Verlag.
Mit ...

Das Bilderbuch „Was wir über Leben auf der Erde wissen“ mit dem Untertitel „Urknall, Weltall und wir alle“ von Ziggy Hanaor ist Teil der Reihe künstlerischer Kinderbücher aus dem Hatje Cantz Verlag.
Mit eindrucksvoll gestalteten, teils bewusst einfach gehaltenen Illustrationen wird die Entstehung der Erde – beginnend beim Urknall – anschaulich erzählt. Das Buch nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch die Evolution und wagt sogar einen Blick in mögliche Zukunftsszenarien.
Das komplexe Thema rund um die Entstehung unseres Universums wird dabei kindgerecht aufbereitet. Kurze, leicht verständliche Texte begleiten die Bilder und machen die Geschichte des Lebens greifbar.
Besonders hervorzuheben sind einzelne Illustrationen, wie etwa die Darstellung des Asteroideneinschlags auf der Erde, die zu meinen absoluten Highlights zählen.
Dieses Wissensbuch ist ein echter Schatz, sowohl für die ganze Familie als auch zum Selbstlesen ab der zweiten Schulstufe.
Auch als Geschenk eignet sich das liebevoll gestaltete Sachbuch hervorragend und sorgt garantiert für leuchtende Kinderaugen.

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