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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2023

Wunderbare Zeitreise

Porträt auf grüner Wandfarbe
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Bereits das Cover von „Porträt auf grüner Wandfarbe“ von Elisabeth Sandmann hat mich unheimlich angesprochen.
Das Buch entführt den Leser auf sowohl eine Zeit- als auch eine Reise von England ausgehend ...

Bereits das Cover von „Porträt auf grüner Wandfarbe“ von Elisabeth Sandmann hat mich unheimlich angesprochen.
Das Buch entführt den Leser auf sowohl eine Zeit- als auch eine Reise von England ausgehend nach Deutschland, Polen und Italien.
Gwen, die nach einer gescheiterten Beziehung auch ihren Job kündigt, verspricht ihrer betagten, jedoch sehr agilen Tante mit ihr eine Reise zurück zu den Wurzeln der Familie zu unternehmen. Gwen entdeckt die Briefe von Ella Blau, einer Freundin ihrer Großmutter Ilsabe. Beim Lesen der Briefe kommen immer mehr Ungereimtheiten und Familiengeheimnisse ans Licht.
Durch die Briefe von Ella werden vor allem die Umstände zu der jeweiligen Zeit beleuchtet, der erste Weltkrieg, das Frauenwahlrecht und die beginnenden antisemitischen Gesinnungen wie auch deren Folgen.
Gwens Nachforschungen werden erst von ihrer Familie abgewehrt, nach und nach löst sich jedoch die Geschichte auf.
Wer sich auf dieses Buch einlässt, wird mit einem tollen Leseerlebnis, das über fast ein Jahrhundert reicht, belohnt – unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Tierisch kniffliger Fall

Miss Kat - Fall 1 - der entführte Kanari
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In ihrem ersten Fall stößt die Detektivin Miss Kat, eine sehr katzenhafte Ermittlerin, auf den scheinbar langweiligen Diebstahl eines Kanarienvogels.
Herr Titula kommt völlig aufgelöst in ihr Büro, weil ...

In ihrem ersten Fall stößt die Detektivin Miss Kat, eine sehr katzenhafte Ermittlerin, auf den scheinbar langweiligen Diebstahl eines Kanarienvogels.
Herr Titula kommt völlig aufgelöst in ihr Büro, weil ihm sein geliebter Kanarienvogel gestohlen wurde, der Einzige, der ihm den trostlosen Alltag erhellen konnte.
Im Zuge ihrer Recherchen wird Miss Kat klar, dass Herrn Titulas Schwiegertochter und deren sprechender Hund etwas verbergen. Wie gut, dass Miss Kats Freundin Griselda, die Leiterin des Archivs bei der größten Tageszeitung, in den Akten fündig wird. Doch auch diese Spur ist äußerst dubios und lässt erst einmal viele Fragen offen.
Miss Kat ist eine Meisterin im Tarnen und ermittelt beinahe unentdeckt.
Ob sie den dubiosen Fall lösen kann?
Toll ist die Aufteilung der Kapitel mit immer wieder kurzen erklärenden Texten, ansonsten finden sich Sprechblasen in diesem Comicroman, der genial aufgewertet wurde, durch die treffenden, mimikbetonten Illustrationen von Joëlle Jolivet.
Ich freue mich schon auf den 2. Fall von Miss Kat!

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Nicht nur ein Haus

Elternhaus
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Mich hat das Retrocover von „Elternhaus“ sehr angesprochen und auch das Buch „Wildtriebe“ von Ute Mank habe ich noch in guter Erinnerung.
In „Elternhaus“ wird die Geschichte dreier Schwestern, die aus ...

Mich hat das Retrocover von „Elternhaus“ sehr angesprochen und auch das Buch „Wildtriebe“ von Ute Mank habe ich noch in guter Erinnerung.
In „Elternhaus“ wird die Geschichte dreier Schwestern, die aus einer typischen Arbeiterfamilie stammen, erzählt.
Sanne, die älteste Schwester, die in der Nähe der Eltern wohnt, erlebt den immer mühsamer werdenden Alltag ihrer Eltern hautnah mit. Immer wieder muss sie die beiden unterstützen und sie beschließt, dass die Eltern in eine altersgerechte Wohnung ziehen sollen.
Petra, die mittlere Schwester ist Single, hat einen tollen Job und ist die Einzige in der Familie, die ein Studium abgeschlossen hat. Dies wird im Buch witzig thematisiert, sie kam sich vor, als ob sich ihre Eltern dafür schämen würden, weil sie aufs Gymnasium ginge.
Die jüngste Schwester Gitti ist eher umtriebig, ob in Partnerschaften oder bei der Berufswahl.
Nachdem Petra weiter entfernt wohnt und wenig Kontakt besteht, wird sie nicht darüber informiert, dass ihre Eltern umgesiedelt werden sollten und das Haus verkauft werden soll.
Besonders gut gefallen hat mir, wie die Gefühle und inneren Konflikte vor allem von Petra und Sanne behandelt wurden, ein Elternhaus ist nicht nur ein Haus, es hängen so viele Emotionen und Erinnerungen dran.
Ute Mank versteht es, gefühlvoll Erinnerungen aufleben zu lassen und ein Thema, das leider jeden einmal betreffen wird, behutsam aufzuarbeiten. Mir haben vor allem die Eltern leidgetan, die ihr mühsam selbst erbautes Haus und ihre gewohnte Umgebung verlassen mussten.
Kann dieses Buch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Vielschichtige Familiensaga

Schönwald
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In Philipp Oehmkes Roman Schönwald lässt der Autor sukzessive die heile Fassade der Familie Schönwald bröckeln.
Ruth und Harry Schönwald haben 3 Kinder. Bei der Eröffnung des queeren Buchladens ihrer Tochter ...

In Philipp Oehmkes Roman Schönwald lässt der Autor sukzessive die heile Fassade der Familie Schönwald bröckeln.
Ruth und Harry Schönwald haben 3 Kinder. Bei der Eröffnung des queeren Buchladens ihrer Tochter Karolin, wo alle Familienmitglieder zusammenkommen, wird der Laden von Internetaktivisten mit Farbbeuteln bombardiert. Sie protestieren gegen die angebliche Finanzierung des Ladens mit Nazigold der Familie.
Nach und nach werden die Geschichten der einzelnen Familienmitglieder aufgeblättert. Der älteste Sohn Chris, der nach einem Skandal seinen Job als Literaturprofessor verliert und sich plötzlich als Anhänger der MAGA Bewegung vorfindet.
Karolin, die eine gescheiterte Ehe hinter sich hat und sich nicht offen zu ihrer Homosexualität bekennen möchte.
Benni, der Nachzügler der Familie, ein begnadeter Mathematiker, der eine superreiche Frau – Emilia – geheiratet hat und in einem Häuschen in der Uckermark lebt.
Auch Ruths kurzer Ausbruch aus der Ehe, wo sie mit ihrer kleinen Tochter in Hamburg lebt wird beleuchtet.
Der Roman ist in Kapiteln verfasst, die jeweils den Familienmitgliedern zugeordnet werden und deren Geschichte erzählen. Prinzipiell war diese Aufteilung sehr gut und so kommen die gut gehüteten Geheimnisse der Familie bit by bit ans Licht.
Einzig die Erzählungen von Chris waren für mich sehr langatmig und zu politisch verstrickt, hier haben sich die Seiten teilweise sehr gezogen – dies ist auch der Grund für meinen Punkteabzug.
Ansonsten finde ich den Roman sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Tolles Pappbilderbuch

Anders super
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Anders Super von Kathrin Wessel ist ein Pappbilderbuch, das Kindern zeigen möchte, dass auch jemand der augenscheinlich anders ist und eigentlich nirgends ganz dazu passen will, tolle Dinge schaffen kann.
Das ...

Anders Super von Kathrin Wessel ist ein Pappbilderbuch, das Kindern zeigen möchte, dass auch jemand der augenscheinlich anders ist und eigentlich nirgends ganz dazu passen will, tolle Dinge schaffen kann.
Das Pferd Merle passt eigentlich nirgends dazu, erst als sie den in Not geratenen Küken hilft, unterstützen Merle auch die Tiere, die vorher lieber nichts mit ihr zu tun haben wollten.
Fazit des Buchs ist, dass man gemeinsam ganz Großes schaffen kann.
Die Illustrationen im Buch sind bunt und einfach gehalten, wobei der Fokus sehr auf die Mimik der Tiere gerichtet ist. Die kurzen Texte lassen dem Vorleser einiges an Spielraum für eigene Ausschmückungen oder Erklärungen für die kleinen Zuhörer.
Eltern, die ihre ganz kleinen Kinder an das Thema Toleranz und Inklusion heranführen möchten, haben mit diesem Büchlein ein tolles Werkzeug dazu in der Hand.

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