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Veröffentlicht am 10.06.2020

Kurzweilige Lektüre einer Paartherapie

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
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»Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst« von Nick Hornby hat zwar nur schlanke 160 Seiten, hat mich aber im Großen und Ganzen gut unterhalten können. Und da ich aus Zeitgründen gerade wenig zum Lesen ...

»Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst« von Nick Hornby hat zwar nur schlanke 160 Seiten, hat mich aber im Großen und Ganzen gut unterhalten können. Und da ich aus Zeitgründen gerade wenig zum Lesen komme, kam das gerade richtig. Der Autor und auch seine Bücher werden den meisten bekannt sein, für mich ist Nick Hornby Premiere.

Nach vielen gemeinsamen Ehejahren ist die Beziehung von Louise, die als Ärztin arbeitet und Tom, einem Musikjournalisten ins Stocken geraten. Louise hatte eine Affäre und Tom ist dadurch tief verletzt. Eine Paartherapie soll beiden helfen, ihre Probleme wieder in den Griff zu bekommen. Im Laufe ihrer Gespräche, die immer in einem Pub gegenüber der Praxis stattfinden, öffnet sich das Paar mehr und mehr und gibt so einen Einblick in ihre Ehekrise.

Mich hat die Thematik Paartherapie sehr neugierig gemacht und da ich familiäre Beziehungen in Büchern immer spannend finde und ich dünne Bücher derzeit favorisiere, kam diese Ehe in zehn Sitzungen für mich genau zur rechten Zeit. Gefunden habe ich »Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst« bei der lieben Ina von Schonhalbelf, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte. Besonders gefallen hat mir die Erzählform von Hornby und die sehr menschlichen Dialoge der beiden Protagonisten. Das Buch liest sich schnell weg, ich fand es aber durchaus unterhaltsam. Mir gefällt die Dialogform und dass man sich in Tom und Louise gut hineinversetzen und sich mit ihnen identifizieren kann.

Die Gespräche der beiden sind geprägt von amüsanten Dialogen, zeigen aber auch die verletzlichen Seiten des Paares. Hornby schafft sehr menschliche Charaktere, mit denen der Leser schnell warm wird und eine Handlung, die ohne viel Tiefgründigkeit auskommt. Als Leser findet man schnell Zugang zum Inhalt und den handelnden Personen. Das ernste Thema wird durch die spitzen Bemerkungen und zugleich liebevollen Annäherungen von Tom und Louise zu einem reizvollen Konversationsstück für kurzweilige Momente.

Eine sehr lohnende Lektüre über die Paartherapie zweier Eheleute, die dem Leser verborgen bleibt, in ihren Gesprächen aber wohl so viel mehr offenbart.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2020

Rasanter und spannender Thriller

Die Gefangenen
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Miranda, aus gutem Hause stammend, wurde zu zweiundfünfzig Jahren Gefängnis verurteilt. Immer öfter hat sie den Gedanken, aufgrund ihrer ausweglosen Situation, ihrem Leben ein Ende zu setzen und so ihrem ...

Miranda, aus gutem Hause stammend, wurde zu zweiundfünfzig Jahren Gefängnis verurteilt. Immer öfter hat sie den Gedanken, aufgrund ihrer ausweglosen Situation, ihrem Leben ein Ende zu setzen und so ihrem tristen Dasein in der Haftanstalt Milford zu entgehen. Der Psychologe Frank Lundqvist erkennt Miranda bei ihrer ersten Begegnung sofort. Sie waren zusammen auf der High School und sie war sein heimlicher Schwarm. Während er sich der Identität seiner Patientin gleich bewusst ist, weiß sie zunächst nicht, dass beide sich kennen. Frank hat einen angesehen Beruf, doch ist sein Leben im Allgemeinen auch mehr und mehr aus der Bahn geraten. In Miranda sieht er eine Möglichkeit, seine Zukunft positiv zu beeinflussen. So verliert er immer mehr die professionelle Distanz zu ihr und ist bald besessen von der Idee, sie und dadurch sich selbst zu retten.

Die Schilderungen des Lebens in der Frauenhaftanstalt Milford Basin hinterlassen Spuren. Im Gefängnis gelten eigene Gesetze: der Stärkere gewinnt, die sadistischen Aufseherinnen ergötzen sich am Leid der Insassen und Suchtmittel sind eines der begehrtesten Produkte. Immergut achtet auf das Detail, sodass man sich das Erzählte sehr gut vor Augen halten kann. Durch diese genauen Beschreibungen schafft sie einen Spannungsbogen, der bis zum Ende anhält. Nicht nur Miranda, die ihre Schwester Amy bei einem Autounfall verlor und aufgrund einer Straftat zu unglaublichen zweiundfünfzig Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde, verzweifelt an ihrer Situation. Auch ihr Therapeut Frank ist unglücklich. Er steckt mitten in der Scheidung von seiner Frau Winnie, ist durch einen zeitnahen Behandlungsfehler an einem Kind traumatisiert und sein kleiner Bruder Clyde ist schwer drogenabhängig.

Frank, als auch Miranda sind Gefangene ihrer selbst. Obwohl Frank weiß, wem er in den gemeinsamen Sitzungen gegenübersitzt, gibt er den Fall nicht an einen Kollegen ab. Im Gegenteil: er klammert sich an den Wunsch, Miranda und damit sich selbst zu helfen. Dabei begibt er sich in immer gefährlichere Situationen und verliert sich in Besessenheit. Nach einem missglückten Selbstmordversuch Miranda´s, möchte er ihr zur Flucht verhelfen und schmiedet einen folgenschweren Plan. Dieser ist getrieben von seinem starken Drang, nicht mehr allein zu leben, seine Jugendliebe bei sich zu wissen und diese aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Immergut zeichnet zwei spannende Charaktere, denen Fürchterliches widerfahren ist. In beiden wurden folglich kriminelle Energien freigesetzt. Durch das Wiedersehen mit Miranda sieht Frank keinen anderen Ausweg, als ihre beider Leben für immer miteinander zu verbinden, auch wenn das heißt, dass er damit beide Leben riskiert. Die Sichtweisen von Miranda und Frank werden immer nacheinander in ihnen eigens gewidmeten Kapiteln erzählt, sodass man als Leser einen guten Eindruck vom Gedankenleben der beiden bekommt und mitfiebern kann. Insgesamt weist die Geschichte viele Muster eines brisanten Psycho-Thrillers auf und kann auch diesem Genre zugeschrieben werden.

Trotz der begangenen Fehler sind die Figuren nicht unsympathisch. Ich fühlte mich Miranda zwar viel näher, konnte durch die authentische Erzählweise aber auch immer wieder für Mitgefühl für Frank aufbringen, auch wenn sich das vergleichsweise stark in Grenzen hielt. Dennoch schafft es die Schriftstellerin, ihren Lesern Verständnis oder zumindest eine Nachvollziehbarkeit für die Handlungen ihrer Charaktere abzuringen. Mir gefielen neben dem Schreibstil die spannungsgeladene Atmosphäre und die ungeahnten Ereignisse.

Mit Detailreichtum und psychologischem Geschickt gelingt Debra Jo Immergut ein rasanter und spannender Thriller mit überraschenden Wendungen und einem nachdenklichen Ende.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2020

Ein unglaubliches Buch

Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt
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Mein Book-Blind-Date Mai war »Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt« von Jesmyn Ward und hat mich zwar sehr fesseln können, dennoch musste ich immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene sacken zu ...

Mein Book-Blind-Date Mai war »Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt« von Jesmyn Ward und hat mich zwar sehr fesseln können, dennoch musste ich immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene sacken zu lassen. Heute bin ich fertig geworden und möchte meine Besprechung zum Buch mit euch teilen.


Jojo ist dreizehn Jahre alt und lebt mit seiner kleinen Schwester Kayla bei seinen Großeltern in Bois, Mississippi. Seine Mutter Leonie ist drogensüchtig und nicht in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Michael, der Vater von Jojo und Kayla, sitzt im Gefängnis. Seine Eltern wollen mit ihrer Schwiegertochter und ihren Enkeln keinen Kontakt, weil sie schwarz sind. Als Michael entlassen werden soll, fährt Leonie mit ihren Kindern und ihrer Freundin Misty los, um ihn von der Parchment Farm abzuholen. Auf ihrem Weg werden sie von den Geistern der Vergangenheit begleitet.


Was für ein Buch! Es geht um Armut und Drogen, um Rassismus und die Geister, die von den schlimmen Taten der Einwohner des Landstriches erzählen. Schon nach wenigen Seiten war klar, dass die Geschichte keine leichte Kost werden würde. In den ersten Szenen des Buches muss der dreizehnjährige Jojo seinem Großvater Pop beim Schlachten und Häuten einer Ziege helfen. Das ging mir als Leserin schon nah und das sollte nur ein Auszug des Lebens einer schwarzen Familie in den Südstaaten sein. Ward zeichnet drei Generationen einer Familie, die in ärmlichen Verhältnissen und in einer von Rassismus geprägten Gesellschaft leben.

Sehr berührt hat mich die tiefe Verbindung der beiden Geschwister Jojo und Kayla, die von ihren Eltern keine Liebe erfahren. Jojo ist der einzige, der Kayla trösten kann und er schützt sie vor allen Gefahren. Ihre Mutter Leonie ist selten da und scheint nur in Anwesenheit des Vaters ihrer Kinder aufzublühen, dessen Cousin ihren eignen Bruder tötete. Der Großteil des Buches berichtet von dem anstrengenden Roadtrip durch Mississippi bei starker Hitze. Leonie fährt mit ihren Kindern und ihrer Freundin Misty in den Norden des Staates, um Michael abzuholen, der aus dem Gefängnis entlassen wird. Jojo und Kayla haben Hunger und Durst, während ihre Mutter gedanklich nur bei ihrem Lebensgefährten und der Droge Crystal Meth ist.

Auf dem Weg zur Haftanstalt Parchment Farm, muss Jojo zudem seine Schwester beruhigen, die sich immer wieder übergeben muss. Als ein Polizist die vier anhält, wird er von diesem mit einer Pistole bedroht und kann sich auch in dieser ausweglosen Situation nicht auf den Rückhalt seiner Mutter verlassen, die nur das Verschwinden der geschmuggelten Drogen im Sinn hat. Während der Fahrt sieht Jojo immer wieder einen Jungen mit dem Namen Richie, der ihm als Geist erscheint. Von seiner Großmutter hat Jojo die Gabe vererbt, Tote sehen zu können. Richie saß vor Jahrzehnten mit Jojos Großvater Pop in Parchment Farm ein, in welcher beide grausamen Misshandlungen ausgesetzt waren. Bei der Flucht aus dem Gefängnis verlor Richie sein Leben und sein Geist sucht nun nach Antworten. Die besondere Fähigkeit, Dinge wahrzunehmen, haben neben Jojo auch seine Mutter Leonie und Kayla. Ihnen erscheinen die Geister Verstorbener, so auch der des toten Bruder bzw. Onkels Given.

Für »Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt« braucht es gute Nerven. Jesmyn Ward überzeugte mich jedoch von Beginn an mit ihrer sanften, teils poetischen Erzählweise, die im krassen Kontrast zum Inhalt steht. Die Lebensgeschichten ihrer Figuren erzählt sie mit soviel Wucht und Emotionen, dass im Kopf permanent Bilder entstehen. Ich konnte mir die Charaktere und das Setting immer gut vor Augen führen und fühlte mich an den Ort des Geschehens versetzt. Die Vorstellung der elenden Verhältnisse, unter denen besonders Jojo und Kayla leben müssen, tut beim Lesen weh. Einzig ihr Großvater Pop und ihre im Sterben liegende Großmutter geben den Kindern Halt. Der radikal grausame Umgang ihrer Mutter war für mich oft schwer auszuhalten.

Ward versteht es, die Ereignisse und Beschreibungen bildhaft darzustellen, sodass man als Leser glaubt, die Natur riechen und das Essen schmecken zu können. Der alteingesessene Rassismus der Großeltern väterlicherseits führt dazu, dass diese mit ihren dunkelhäutigen Enkeln nichts zu tun haben wollen. In der fiktiven Ortschaft gerät man fast zwangsläufig in den Strudel von Gewalt und Drogen. Die Kapitel werden in der Ich-Form erzählt. Dabei wechseln die Charaktere zwischen Jojo, Leonie und Richie. Die Dialoge sind kurz aber rasant und inhaltsvoll. Die Schriftstellerin schreibt von den Lebenden und Toten, von denen, die sich ihrem Schicksal nicht ergeben wollen.

Die Atmosphäre wird beachtlich gut eingefangen, die Figuren und deren Handlungen fühlen sich erschreckend real an und die gesellschaftliche Grausamkeit und Brutalität lässt beim Lesen oft erschaudern. Mich hat die Geschichte wie kaum eine andere schockiert und doch auch aufmerksam gemacht auf die Missstände in vielen Orten Amerikas und der Welt. Die menschliche Verdorbenheit und ihre Folgen arbeitet Ward eindrucksvoll heraus. Den bedeutendsten Literaturpreis Amerikas hat sie sich redlich verdient – und das zum zweiten Mal.

Eine erschütternde und beispiellose Südstaatengeschichte voller Erbarmungslosigkeit und Hass und mittendrin eine rührende Geschwisterliebe, die bei all der Gnadenlosigkeit ein wenig Hoffnung schenkt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2020

Ein zu Herzen gehendes Kinderbuch

Der größte Schatz der Welt
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Als großer Fan der Illustrationen von Joëlle Tourlonias, hat mich »Der größte Schatz der Welt« sofort neugierig gemacht. Viele kennen die Zeichnerin sicher von den Abenteuern der kleinen Hummel Bommel. ...

Als großer Fan der Illustrationen von Joëlle Tourlonias, hat mich »Der größte Schatz der Welt« sofort neugierig gemacht. Viele kennen die Zeichnerin sicher von den Abenteuern der kleinen Hummel Bommel. Geschrieben wurde die Geschichte von Andrea Schütze, erschienen ist das Buch 2016 im Ravensburger-Verlag.

Im Mittelpunkt steht der kleine Affenjunge Mono, der sich nach einem Gespräch mit seiner Mutter auf die Suche nach einem Schatz begibt. Aber scheinbar kann ihm kein Tier im Dschungel bei der Suche helfen, denn jedes von ihnen hat seinen Schatz bereits gefunden. So erfährt Mono, dass es auf die Frage nach dem größten Schatz der Welt, keine einstimme Antwort geben kann.

Ein kleiner Affe, der auf der Suche nach einem Schatz große Abenteuer erlebt, ist schon eine gute Grundlage für ein Bilderbuch, an dem sich Kinder erfreuen. Die Idee und auch die Umsetzung sind hier sehr gelungen, denn der kleine Protagonist wächst auch erwachsenen Betrachtern sofort ans Herz. Die Thematik ist herzerwärmend und bringt Eltern und Kinder beim Lesen einander näher. Einen Großteil zum Lesevergnügen tragen die einmalig schönen Zeichnungen von Joëlle Tourlonias bei. Ihre Illustrationen haben mich schon bei diversen Bilderbüchern begeistert.

Die Vielfältigkeit der Dschungeltiere und ihre ganz eigenen Charaktermerkmale geben der Geschichte, zusätzlich zur wunderschönen Message, einen besonderen Reiz. Schütze arbeitet die Besonderheiten jedes Tieres heraus und schafft selbstbewusste Charaktere, die sich mögen, wie sie sind. So mag der Papagei die Fähigkeit, seine Stimme zu verändern und das Chamäleon liebt es, sich durch wechselnde Farben tarnen zu können. Sehr herzig ist, das Mono zwar einen Schatz für seine Mutter sucht, kleine Bilderbuchbetrachter aber schon zu Beginn wissen, dass der größte Schatz der Welt für seine Mama Mono selbst ist.

Ein wunderschönes Bilderbuch, das durch die Liebe zwischen Mutter und Kind ans Herz geht und mit großartigen Illustrationen von Joëlle Tourlonias überzeugt.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Magisch und märchenhaft

Im Garten der Pusteblumen
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Ich habe ein sehr magisches Kinderbuch entdeckt, es ist bereits 2013 bei Mixtvision erschienen: »Im Garten der Pusteblumen« von Noelia Blanco und Valeria Docampo.

Im Tal der Windmühlen, einem Ort, an ...

Ich habe ein sehr magisches Kinderbuch entdeckt, es ist bereits 2013 bei Mixtvision erschienen: »Im Garten der Pusteblumen« von Noelia Blanco und Valeria Docampo.

Im Tal der Windmühlen, einem Ort, an dem die Bewohner vom Wünschen lebten, wünscht nun niemand mehr. Längst haben die perfekten Maschinen die Menschen fest im Griff und täuschen ihnen das perfekte Leben vor. Das Pusteblumenfeld, das früher als der Ort des Wünschens galt, hat seine Magie für die Bewohner verloren und auch die Windräder stehen seither still. Jeder ist mit sich und den Maschinen beschäftigt, die alles im Ort steuern. Nur die Schneiderin Anna und der Vogelmann haben das Träumen nicht verloren. Er möchte unbedingt fliegen können und sie etwas ganz besonderes nähen. Um zu erreichen, dass sich ihre Wünsche erfüllen, muss aber der Wind ins Tal zurückkehren.

Zunächst sind es die bildgewaltigen Illustrationen von Valeria Docampo gewesen, die mich sehr begeistern konnten. Die starken Farben und die märchenhaften Zeichnungen erwecken die Geschichte von Noelia Blanco eindrucksvoll zum Leben. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, was passieren würde, wenn die Menschen aufhören würden zu träumen. Und damit trifft es auch den Nerv der Zeit, denn vieles scheint es im Überfluss zu geben und leicht verliert man das Wesentliche aus den Augen. Durch den technischen Fortschritt, der in der heutigen Gesellschaft eine immens große Rolle spielt, geraten Werte oft in den Hintergrund. Anna und der Vogelmann aber haben sich ihre Traditionen bewahrt und halten an diesen fest.


Mich hat der Inhalt sehr berührt und nachdenklich gemacht, denn im Erzählten steckt viel Wahres. Der Glaube an sich selbst ist eine große Message des Buches und für Kinder von wichtiger Bedeutung. Das Pusteblumenfeld wird als Symbol für das Wünschen angewandt und die Sprache hat poetische Züge. Für mich ein sehr wert- und kunstvolles Bilderbuch, das nicht nur Kindern eine große Freude sein dürfte. Mit viel Fantasie und dem Glauben an die eigene Kraft gelingt eine tiefsinnige Geschichte, die im Gedächtnis bleibt. Durch den etwas komplexeren Inhalt, würde ich das Buch eher älteren Kindern (ab 5 Jahren), aber auch Erwachsenen empfehlen, die das Träumen noch nicht verlernt haben.

Ein märchenhaftes und magisches Bilderbuch über die Macht des Wünschens und Träumens.

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