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Veröffentlicht am 30.12.2025

Süße Geschichte

Spekulatius, der Weihnachtsdrache
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„Spekulatius, der Weihnachtsdrache“ ist ein Adventsbuch, das den Dezember humorvoll und fantasievoll begleitet – und zwar nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die sich gern in Weihnachtsstimmung ...

„Spekulatius, der Weihnachtsdrache“ ist ein Adventsbuch, das den Dezember humorvoll und fantasievoll begleitet – und zwar nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die sich gern in Weihnachtsstimmung lesen.

Für Mats beginnt der Advent zunächst eher enttäuschend: Statt der erwarteten 24 kleinen Päckchen bekommt er nur einen Adventskalender mit Sprüchen. Doch dann begegnet ihm eine geheimnisvolle Frau, die ihm ein goldenes Ei schenkt. Aus diesem Ei schlüpft ein kleiner Drache, der eindeutig kein gewöhnlicher Drache ist: Er riecht nach Weihnachtsgebäck, liebt alles Festliche und wird von Mats folgerichtig „Spekulatius“ – oder kurz „Specki“ – genannt.

Von diesem Moment an steht das Leben von Mats Kopf, denn der kleine Weihnachtsdrache sorgt täglich für neue Überraschungen. Jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger – spannend genug, um neugierig auf den nächsten Tag zu machen, aber nicht so aufregend, dass man davon nicht mehr schlafen kann. „Spekulatius, der Weihnachtsdrache“ ist damit ein rundum gelungenes Adventsbuch.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Lehrreich

Alexander
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Wie können Menschen friedlich zusammenleben? Und was braucht es, damit Macht nicht missbraucht wird? Mit „Alexander“ versucht sich Ferdinand von Schirach an einem Kinderbuch über gerechte Gesetze. Im Mittelpunkt ...

Wie können Menschen friedlich zusammenleben? Und was braucht es, damit Macht nicht missbraucht wird? Mit „Alexander“ versucht sich Ferdinand von Schirach an einem Kinderbuch über gerechte Gesetze. Im Mittelpunkt steht der Junge Alexander aus der antiken Stadt Kaliste. Nachdem seine Heimat eine Tyrannei überstanden hat, soll er als unvoreingenommenes Kind gerechte Gesetze finden. Er bricht auf eine Reise auf, sammelt Ideen für gängige Grundrechte und diskutiert sie mit Bürger:innen.

Mir hat die Machart der Geschichte gefallen: In einfachen, klaren Sätzen erzählt Schirach eine märchenhafte Geschichte, die dennoch anspruchsvolle Gedanken transportiert. Das Buch versucht demokratische Prinzipien nicht belehrend, sondern über Gespräche, Bilder und Fragen, die zum Weiterdenken anregen, zu erklären, auch wenn es insgesamt trotzdem etwas moralisierend wirken könnte. Gerade deshalb eignet sich „Alexander“ aus meiner Sicht sehr gut zum Vorlesen. In (Klein-)Gruppen oder im Familienkontext können sich gut Gespräche an die einzelnen Kapitel anschließen, sodass die unterschiedlichen Perspektiven und Ideen mit Leben gefüllt und diskutiert werden können. Außerdem können so einzelne Wörter noch einmal geklärt werden.

Auch die gesamte Gestaltung des Buchs mit Zeichnungen des Autors wirkt wertig und durchdacht. Eine schöne Ergänzung für das Bücherregal aller Menschen, die mit Kindern arbeiten!

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Genau das richtige Maß an Kitsch

Wir zwei im Dezember
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„Wir zwei im Dezember“ ist eine klassische romantische Komödie mit Weihnachtssetting – und genau das, was ich mir für gemütliche Lesestunden im Advent vorstelle. Wer Emily Henry oder Jenny Colgan gern ...

„Wir zwei im Dezember“ ist eine klassische romantische Komödie mit Weihnachtssetting – und genau das, was ich mir für gemütliche Lesestunden im Advent vorstelle. Wer Emily Henry oder Jenny Colgan gern liest, wird sich hier sofort zu Hause fühlen.

Im Mittelpunkt steht Megan, die vor einigen Jahren ihren Verlobten am Altar stehen ließ und seitdem ihr irisches Heimatdorf meidet. Als sie ihrer Mutter verspricht, Weihnachten endlich wieder dort zu verbringen, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen. Noch komplizierter wird es, als sie Anfang Dezember in Dublin zufällig auf ihren ehemaligen Schulfreund Christian trifft. Auch er ist Single – grundsätzlich kein Problem, nur eben nicht zur Weihnachtszeit, wenn man von glücklichen Paaren umgeben ist. Kurzerhand schließen die beiden einen Deal: Sie geben über die Feiertage ein Paar, retten sich gegenseitig durch Familienfeste und peinliche Fragen.

Die Geschichte bedient bekannte Tropes, aber ich fand es sehr angenehm, dass Megan nicht als klischeehafte, unsichere Heldin gezeichnet wird, sondern selbstbewusst, reflektiert und mit einem guten Gespür für ihre eigenen Grenzen. Auch die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren wirkt leicht und glaubwürdig, ohne ins Überzuckerte abzurutschen. Der Roman ist flüssig geschrieben, gut getaktet und genau richtig dosiert in Sachen Humor, Romantik und Weihnachtsatmosphäre. Es gibt Lichterketten, Familienchaos und emotionale Altlasten, aber nicht zu viel Kitsch. Alles in allem ein empfehlenswerter Weihnachtswolldeckenroman!

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Sogwirkung

Ruf der Leere
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„Ruf der Leere“ beginnt als scheinbar harmloses Wochenende unter Freunden in einer einsamen Hütte und entwickelt sich schnell zu einem psychologischen Kammerspiel mit düsterem Einschlag. Felix freut sich ...

„Ruf der Leere“ beginnt als scheinbar harmloses Wochenende unter Freunden in einer einsamen Hütte und entwickelt sich schnell zu einem psychologischen Kammerspiel mit düsterem Einschlag. Felix freut sich seit Wochen auf die Auszeit in einer abgelegenen Waldhütte mit Ben und Laura, weshalb er skeptisch ist, als weitere Gäste unangekündigt dazustoßen, u.a. Lauras Freund. Schon zu Beginn liegt eine spürbare Spannung über der Gruppe, die sich schlagartig entlädt, als ein alter Mann vor der Tür erscheint und sich als der Tod vorstellt.

Diese Gegenwart wird immer wieder durch Rückblicke auf Felix’ und Lauras gemeinsame Studienzeit unterbrochen. Diese Passagen hatten aus meiner Sicht eine unerwartete, düstere Coming-of-Age-Komponente und sorgen dafür, dass die Figuren und die Konflikte untereinander deutlich werden. Parallel zur Handlung in der Hütte gibt es auch noch Felix‘ Vater zu Hause, der beginnt, sich um seinen Sohn zu sorgen, wobei es sich nur um relativ kurze Einschübe handelt.

Der Roman ist insgesamt flüssig geschrieben, kurzweilig und gut zu lesen. Nicht alle Zusammenhänge wirkten auf mich bis ins Detail durchdacht, etwa manche Motivationen der Figuren, die sich nicht immer ganz erschließen, was sich jedoch am Ende durchaus erklärt. Dennoch trägt das zentrale Gedankenexperiment den Roman: Die Frage, was in der Hütte eigentlich los ist und wer in Gefahr ist, entfaltet durchaus eine Sogwirkung, die bis zum Ende anhält. Eine Empfehlung für alle, die gern düstere Stoffe mit gedanklichem Nachhall lesen.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Highschool-Drama

The Academy
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„The Academy“ erinnert an einen klassischen Highschool-Film in Buchform, der genau das liefert, was man von diesem Genre erwartet – und das überraschend souverän. Über ein Schuljahr hinweg begleitet man ...

„The Academy“ erinnert an einen klassischen Highschool-Film in Buchform, der genau das liefert, was man von diesem Genre erwartet – und das überraschend souverän. Über ein Schuljahr hinweg begleitet man die Bewohner:innen eines exklusiven Internats, der Tiffin Academy, und taucht ein in eine Welt aus Glamour, Konkurrenz und gut gehüteten Geheimnissen wie Affären, Essstörungen, Machtmissbrauch.

Die App, die all dieses nach und nach in der Schulöffentlichkeit aufdeckt, steht aus meiner Sicht weniger im Zentrum, als man zunächst erwarten könnte. Große Teile des Romans widmen sich stattdessen den einzelnen Figuren, ihren Hintergrundgeschichten und Beziehungen. Das Erzählen ist episodisch angelegt, fast wie eine Serie, die von Perspektive zu Perspektive springt. Mich hat das erstaunlich gut unterhalten: Die vielen kleinen Geschichten fügen sich nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild des Internatslebens zusammen.

Außerdem hat das auch gut als Hörbuch funktioniert. Die Lesung ist flüssig, lebendig und hält das Tempo hoch, sodass schnell das Gefühl entsteht, einen gut gemachten Highschool-Film zu hören. Anspruchsvoll ist die Handlung dabei eher nicht, aber das will sie auch gar nicht sein. Stattdessen bietet „The Academy“ kurzweilige Unterhaltung mit Intrigen, Teenagerdrama und Internatsatmosphäre. Ein nettes Extra waren für mich die beiläufigen Referenzen auf andere bekannte Romane wie „Demon Copperhead“ oder „Real Americans“, die dem Text eine kleine literarische Spielerei hinzufügen.

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