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24,00
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  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783552075214
Birgit Birnbacher

Sie wollen uns erzählen

Roman
Nach »Wovon wir leben« erzählt Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher in ihrem neuen Roman sensibel und literarisch vom Umgang mit Neurodiversität

Oz ist anders und tut sich schwer in der Schule, aber diesmal ist ihm etwas wirklich Blödes passiert. Auf dem Heimweg wünscht er sich deshalb zumindest eine kleine Katastrophe, die seine Mutter von dem Brief der Lehrerin, den er ihr geben muss, ablenken würde.
Als Oz nach Hause kommt, ist Ann – auch sie ausgestattet mit einem flirrenden Nervenkostüm – nicht wie vermutet in Zeugnis-Feierlaune, sondern es ist tatsächlich etwas passiert. Die Zilly-Oma, die in den Bergen lebt, ist weg …
»Dezent und zugleich glasklar, durchscheinend und subtil« (Süddeutsche Zeitung) erzählt Birgit Birnbacher auch in ihrem neuen Roman von den Menschen – und von den Chancen, die der Wildwuchs im Denken eröffnet. Haben die, die sich nicht anpassen können, unserer überreizten Natur und Umwelt womöglich tatsächlich etwas entgegenzusetzen?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Ein einfühlsamer Roman über eine herausfordernde, aber sehr liebevolle Mutter-Sohn-Beziehung

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Der neue Roman von Birgit Birnbacher beschäftigt sich auf einfühlsame und sensible Weise mit dem Umgang mit Neurodivergenz bzw. ADHS in der Familie.

Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien. Zeugnisausgabe. ...

Der neue Roman von Birgit Birnbacher beschäftigt sich auf einfühlsame und sensible Weise mit dem Umgang mit Neurodivergenz bzw. ADHS in der Familie.

Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien. Zeugnisausgabe. Oz, dritte Klasse, hat hart auf den Wunschschnitt hingearbeitet, verbunden mit der Empfehlung fürs Gymnasium. Gleichzeitig steht eine „Unbeschulbarkeit“ im Raum, hat er doch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, gedanklich bei der Sache zu bleiben. Trotzdem hat er den Notenschnitt erreicht. Doch feiern kann er diesen mit seiner Mutter wohl nicht – weil die Sache mit dem Kaninchen am letzten Schultag passiert ist und er jetzt neben dem Zeugnis einen Brief der Lehrerin mit nach Hause bringt.

Während er sich überlegt, wie er seiner manchmal sehr ungeduldigen und impulsiven Mutter das Kaninchen-Drama schonend beibringen kann, hofft er auf eine „kleine“ Katastrophe, die von der Sache mit dem Kaninchen ablenkt. Und diese „kleine“ Katastrophe passiert: Seine Großmutter verschwindet aus der Klinik, in der sie wegen einer Krebserkrankung operiert werden sollte. Kurzentschlossen fährt Ann, Oz‘ Mutter, mit ihrem Sohn ins Innergebirg. Dorthin wo Ann, damals wie Oz ein ebenfalls überaus lebhaftes Kind, gemeinsam mit ihren Eltern und der etwas jüngeren Schwester aufgewachsen ist.

Birgit Birnbacher beschreibt in schöner, angemessener Sprache die Herausforderungen, die ein Kind in Systemen bewältigen muss, in denen Angepasstheit und Funktionieren im Kontext von Lehrplänen und Regeln vorausgesetzt wird. Und wie anstrengend der Spagat zwischen dem Wunsch, dass es das Kind in diesem System schafft und der gleichzeitigen Wut und dem Wunsch, dass das Kind so sein darf und soll, wie es ist, für die Eltern ist. Auch das Spannungsfeld, in dem die Eltern als Paar zerrieben werden, wird einfühlsam beschrieben – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Ann ebenfalls Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle und der Aufmerksamkeit für Dinge hat, die sie nicht priorisiert.

Für mich ist der Roman ein Plädoyer für das Beibehalten und Feiern unserer Einzigartigkeit, die nicht immer in starre Systeme passt (und passen muss). Sowohl an Ann und Oz, aber auch an Anns Mutter, sieht man eindrücklich, dass eine gewisse Eigenheit zwar manchmal schwer auszuhalten, aber doch sehr liebenswürdig ist.

Der Roman fesselt mit seinen sehr fein herausgearbeiteten Charakteren. Das Geschehen wird abwechselnd aus der Perspektive von Oz und von Ann erzählt. Die Suche nach der Oma und alles, was damit zusammenhängt, nimmt ab Mitte des Romans viel Raum ein. Die große Verbundenheit zwischen Ann und Oz ist dabei aber immer präsent und für mich ist eben diese Beschreibung der Mutter-Sohn-Beziehung das absolute Highlight des Buches. Auch die Sprache mit der Birgit Birnbacher diese Beziehung und Nähe zwischen den Beiden beschreibt, auf sehr sensible Weise, ist hervorzuheben. Die mir eher unbekannten österreichischen Redewendungen geben dem Roman eine Authentizität, die ich sehr positiv empfunden habe.

"Sie wollen uns erzählen" von Birgit Birnbacher ist eine berührende Mutter-Sohn-Geschichte, die ich sehr empfehlen kann.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Eine gute Geschichte

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Die Autorin Birgit Birnbach beschreibt in ihrem Roman die Geschichte eines kleinen Jungen, der zu lebhaft ist, man nennt das hyperaktiv, er fällt also gern mal auf. Das Anderssein stört, zumindest die ...

Die Autorin Birgit Birnbach beschreibt in ihrem Roman die Geschichte eines kleinen Jungen, der zu lebhaft ist, man nennt das hyperaktiv, er fällt also gern mal auf. Das Anderssein stört, zumindest die Umgebung, die Schule und überhaupt. Er, der kluge Ozzy darf nicht so sein, wie er ist.
Ann, die Mutter ist seinem Verhalten ja nicht unähnlich, sie versteht ihn ja, wie es ihm geht, aber sie ist auch überfordert mit der Erziehung, sie muss es ja den anderen recht machen. Sie liebt ihr Kind abgöttisch, gleichzeitig will sie ihn fördern, ihn in normale Bahnen lenken, seine Lebhaftigkeit bremsen, aber auch mit Hilfe, wenn nötig. Ozzy versteht seine Mutter gut, er will es ja auch. In den Schulferien soll er in ein Kindercamp. Doch zuvor müssen sie noch zur Oma fahren, die macht Probleme, sie ist in einer psychischen Notlage. Dann gibt es auch noch die schräge Tante, die wieder ganz anders tickt und gerade eine ganz andere Lebensform ausprobiert. Durch die plötzlichen schwierigen Ereignisse nähert sich die Familie, die lange nichts mehr miteinander zu tun hatte, wieder an.
Man spürt, welcher Balanceakt hier in diesem Mutter-Kind-Verhältnis zu bewältigen ist. Birgit Birnbach verwendet eine außergewöhnliche Sprache, sie erzählt mit Humor und fordert die Leser leise auf, nachzudenken, welchen Kampf es braucht, die Unterschiedlichkeit, die Unangepasstheit

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Die Akzeptanz neurodivergenter Menschen in unserer Gesellschaft.

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Ich frage mich, wenn es Dr. Sheldon Cooper, den Gewinner des Nobelpreises aus “Big Bang Theory” nicht gegeben hätte, oder die “Rosie” Bücher von Graeme Simsion, wie weit unser heutiges Verständnis für ...

Ich frage mich, wenn es Dr. Sheldon Cooper, den Gewinner des Nobelpreises aus “Big Bang Theory” nicht gegeben hätte, oder die “Rosie” Bücher von Graeme Simsion, wie weit unser heutiges Verständnis für neuro divergente Menschen wäre? Früher nannte man sie lapidar Zappelphilipp und war der Meinung, diese Kinder brauchen nichts als Zucht, Disziplin und Ordnung und das wächst sich irgendwann aus. Tut es aber nicht. Wie Ann, die Mutter von Oz, in Birgit Bernbachers Buch “Sie wollen uns erzählen” voll unter Beweis stellt. Ihre ganze Kraft geht auf ihre Forschungsarbeit und ihren Sohn auf. Da bleibt nicht mehr viel übrig für “das bisschen Haushalt - sagt mein Mann". Oz ist auch anders, lässt sich nur in die Schublade “Zappelphilipp” stecken, weil er hochintelligent zwar, aber nicht sozial kommunizieren kann. Aber er hat ein sehr starkes Empathiegefühl und erkennt das Leiden seiner Mutter oder des kleinen Schulhasen.
Mutter und Sohn, beide mit ADHS, Mutter in der Kindheit als “energiegeladen” eingestuft, weil damals Begriffe wie ADHS oder Neuro Divergent unbekannt waren, der Sohn zwar diagnostiziert, aber mit der Diagnose allein ist es ja noch nicht getan, tut sich schwer in der Schule. Bei Themen, die ihn nicht interessieren, schweift er ab, das Kleinste Gemeinsame Vielfache bringt ihn zum Nachdenken und Tagträumen über kleine grüne Männchen. Die junge Lehrerin, unerfahren und hilflos, ist am Ende ihrer Weisheit mit diesem Kind. Ann und Oz haben wirklich nur sich selbst. Es gibt zwar einen Vater, Christian, der durch Abwesenheit immer häufiger glänzt. Er ist beruflich viel in Wien und kann nicht mal an den Wochenenden nach Salzburg nach Hause kommen. Und das in einem so großen weiten Land wie Österreich. Er entzieht sich dem Chaos daheim, sucht die Schuld zuerst anderswo, beim Klima, beim Wasser, bei seiner Frau. Sie ist zu sprunghaft, zu unordentlich, zu alles. Deswegen hat Oz Probleme in der Schule.
Die eine Szene im Buch, in der Ann und Oz mit dem Bus fahren, hat mich beeindruckt und mich an eine andere Szene erinnert: Mein Sohn hat bei Lehrern auch ständig angeeckt. Zwar nicht ADHS, aber mit einem sehr hohen IQ hat er sich im Unterricht langweilt und gestört. Sein Grundschullehrer weigerte sich, ihm und den anderen Kindern, die über dem Klassendurchschnitt lagen, zusätzliche Aufgaben und Übungen zu geben, das war ihm zu viel Arbeit und Mühe. Andere Lehrer an der gleichen Schule taten das durchaus und mit großem Erfolg. Egal, auf einer Busfahrt spielten mein Sohn und ich das Buchstabenspiel. Einer sagt laut A und sagt dann in Gedanken das Alphabet durch und der andere ruft dann irgendwann Stop! Mit dem Buchstaben mussten wir möglichst viele Wörter finden. Irgendwann wurde es langweilig und mein Kind schlug vor, nach jedem Wort ein “Bulette” zu setzen. Zwiebelbulette ging ganz gut. Bärenbulette, Ikeabulette gingen noch, aber bei Schubladenbuletten und Tulpenbuletten prusteten wir los und der Bus lachte mit. Ich will damit sagen, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut: Mein Kind und ich gegen den Rest der Welt und ab und zu der tröstliche Gedanke, im Einklang zu sein. Zumindest mit dem Kind.
Am letzten Schultag geht Oz mit schweren Herzen und einem ominösen Brief im Schulranzen nach Hause. Er hat zwar die Noten zum Übertritt aufs Gymnasium, aber der Brief der Lehrerin an die Mutter wird alles zunichte machen. Er hat Glück im Unglück. Ann wurde benachrichtigt, ihre Mutter ist aus dem Krankenhaus ausgebüxt und ist unauffindbar. Ann packt Oz ins Auto und fährt los, ins Innergebirg in den Alpen, um nach der Mutter zu suchen. Anns Schwester, Nell, weigert sich zuerst, nach der Mutter zu suchen, kommt dann aber doch. Mit Hilfe eines Nachbarn finden sie die Mutter auf einer Wiese, aber die Mutter weigert sich, zurück ins Krankenhaus zu gehen. Es kommt zu Komplikationen, Nell sollte ursprünglich Oz in ein Feriencamp für ADHS-Kinder mitnehmen, doch sie weigert sich, das Kind im Camp abzugeben, nimmt ihn mit zu sich auf den Bauernhof, ohne das Wissen der Mutter. Dort aber vergisst Nelly, sich um das Kind zu kümmern. Müde, hungrig und allein auf sich gestellt, läuft Oz davon, mit seinem Rucksack und dem Handy seiner Tante. Bei strömenden Regen, der sich in kürzester Zeit zu einer nationalen Katastrophe ausweitet. Über einige Umwege wegen des Hochwassers und mit Hilfe guter Mitmenschen, einiger Busse und Bahnen, vieler Telefonate der Mutter mit diversen Bus- und Bahnhof Vorstehern, gelingt es Mutter und Sohn, zusammenzufinden. In einem Land, das im Begriff ist, in Chaos zu versinken, kann Ann die Fahrten ihres Sohnes vom Telefon aus steuern und das Kind sicher zu ihr bringen. Manchmal, für einen zehnjährigen Jungen, kann auch Österreich zu einem großen Land werden.
Birgit Birnbacher fängt in der Sprache die Gedankengänge und -sprünge ihrer Protagonisten richtig ein. Auf den ersten Blick wirr, aber wenn man sich darauf einlässt, merkt man, wie logisch sich doch alles aneinanderreiht. Mit viel Zartgefühl beschreibt sie die schwierigen Situationen von Mutter und Kind und wie sie gegen den Rest der Welt eine Einheit bilden. Die Mutter erkennt in Oz so viele Wesenszüge von sich, sie versteht ihn und bringt ihm all ihre bedingungslose Liebe entgegen.
Ein wichtiges Buch auf dem Weg der Akzeptanz neurodivergenter Menschen in unserer Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

So viel mehr!

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Ann war immer ein wildes Kind, das war für ihre Familie zwar anstrengend, aber man hat sie trotzdem so genommen. Anders ist es nun für ihren neunjährigen Sohn Oz, der so gar nicht in diese genormte Welt ...

Ann war immer ein wildes Kind, das war für ihre Familie zwar anstrengend, aber man hat sie trotzdem so genommen. Anders ist es nun für ihren neunjährigen Sohn Oz, der so gar nicht in diese genormte Welt passen will. Als durch seine vermeintliche Unaufmerksamkeit ein Hase zu Tode kommt, bricht für ihn die Welt zusammen. Und scheinbar tut das die Welt im Gesamten, denn nicht nur verschwindet seine Großmutter, auch die Welt selbst scheint durch ein Jahrhundertunwetter darnieder zu gehen.

Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher liefert mit "Sie wollen uns erzählen" (der Titel ist dem gleichnamigen Song von Tocotronic aus dem Jahr 1997 entlehnt) erneut einen literarisch herausragenden Roman. Birnbachers Sprache ist eine Wucht, aus mehreren Gründen: ihr Erzähltempo gleicht sich dem Thema an - sei es ADHS, Demenz, Muttergefühle, komplizierte Familienverhältnisse oder die unabsichtliche Tötung eines Hasen. Der österreichische Lokalkolorit, der so speziell ist, aber so echt, so authentisch. Überhaupt ist alles so authentisch und glaubhaft erzählt, das man den Eindruck gewinnt, die Schreibende selbst erzähle ihre eigene Geschichte. Die Autorin hat die Gabe, Menschen in ihren Feinheiten zu beobachten und sie so erzählen zu lassen, als wären sie das Natürlichste der Welt, sie haben Ecken und Kanten, sind klug oder naiv, patriarchal oder konservativ, gebildet oder ungebildet, glauben an die Welt oder an Geschwurble, sind jähzornig oder hyperinteressiert. Das "oder" muss zwangsläufig immer durch ein "und" ergänzt werden. Ich hatte - wie bei allen Büchern der Autorin - das Gefühl, dass die Autorin genauso schreibt, wie sie denkt - und das ist äußerst klug, ohne zu werten, sie zeigt alle Facetten, die wir Menschen so mitbringen.

Dass Oz und vermutlich auch seine Mutter Ann ADHS hat, wird in den meistens Rezensionen als auch in den Buchbesprechungen der Medien als zentraler Aspekt des Buches hervorgehoben, für mich persönlich ist er es aber nicht. Denn es geht um so viel mehr: es geht darum, in einer Welt klarzukommen, die sich rasant weiterentwickelt und doch immer ein wenig stillsteht; um die Mutterrolle, die Frau liebt aber gleichzeitig hasst; um eine Ungeduld, die das heutige Leben so mit sich bringt, die aber das Zusammenleben nicht einfach macht; um Verantwortung der Familie gegenüber, was immer das auch heißen mag; um das Lieben und das Entlieben, sei es dem Partner, der Mutter oder Geschwistern gegenüber; das Unbeschwerte der Kindheit, das nicht sein darf, weil es nicht ins System passt; das Passen-müssen, aber nicht Passen-wollen; der Klimakatastrophe, die auch vor den Alpen nicht halt macht; dem Vergessen mitsamt dem Rückbesinnen auf Vergangenes; den Glauben, den wir nicht wirklich glauben können; schlicht: es geht ums Menschlich-Sein.

Schließlich ist das Ganze auch noch kombiniert mit Bildern, die die Autorin erzeugt, die sich ins Hirn einbrennen und nicht mehr gehen werden. Über die aktuelle Gesellschaft, wie sie ist und bald schon wieder nicht mehr sein wir, was eventuell sogar tröstlich ist. Zusammenfassend kann man mit Tocotronics Worten sagen:

Sie wollen uns erzählen
Sie hätten eine Seele
Sie wollen uns glauben machen
Es gäbe was zu lachen
Sie wollen ganz bestimmt
Daß wir glücklich sind und
Unsere Leidenschaft
Ist ihnen rätselhaft
Sie wollen uns erzählen
Wir sollen uns nicht mehr quälen
Und sie sind schon zufrieden
Wenn wir die Kurve kriegen
Denn für unser Selbstmitleid
Haben sie keine Zeit.
(Tocotronic, Sie wollen uns erzählen, 1997)

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Aus Spielen wird Erzählen

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Dies ist mein erstes Buch von Birgit Birnbacher und mir hat dieses Literarische Werk „Sie wollen uns erzählen“, sowie die Sprache und die bildlichen Beschreibungen sehr gut gefallen. Der Erzählstil wirkt ...

Dies ist mein erstes Buch von Birgit Birnbacher und mir hat dieses Literarische Werk „Sie wollen uns erzählen“, sowie die Sprache und die bildlichen Beschreibungen sehr gut gefallen. Der Erzählstil wirkt teilweise etwas ungewohnt und durcheinander was aber denke ich sogar Absicht der Autorin war und Thema ADHS in den Vordergrund rückt. Auch das Cover passt hervorragend zur Geschichte und wirkt sehr dynamisch.

Ich selbst habe einen Sohn mit AD(H)S und der Alltag kann manchmal so verdammt anstrengend und herausfordernd sein. Daher wollte ich diese Geschichte unbedingt lesen.

„Mutter und Sohn sind im Spielen nicht gut. Sie hassen Regeln, …die Unausweichlichkeit des Verlierens. Ihre Spiele sind eher Gespräche und ihre Gespräche sind ein Erzählen. Ihr Erzählen hat begonnen, als Ozzy zu sprechen begann.“S.33

„Gerade hat sie ihn geboren,…, jetzt kriegt er Diagnosen.“S.51

Ozzy ist der 9-jährige Sohn von Ann und hat es nicht leicht in der Schule, gilt teilweise sogar als Unbeschulbar, ist aber auch nicht geeignet für einen Sonderpädagogischen Förderbedarf. Ann lebt getrennt, hat eine Schwester die ein völlig unbeschwertes Leben führt, eine Mutter die plötzlich in den Bergen verschwunden ist und da ist noch der Leipziger…eine irre Fahrt beginnt.

Dieser Roman ist absolut lesenswert!

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