Inseln auf Inseln
John of JohnJohn of John – Douglas Stuart
Inseln auf Inseln
Cal kehrt nach mehreren Studienjahren in Edinburgh auf seine abgelegene Heimatinsel auf den Hebriden zurück. In der Stadt ist er nie wirklich angekommen, ...
John of John – Douglas Stuart
Inseln auf Inseln
Cal kehrt nach mehreren Studienjahren in Edinburgh auf seine abgelegene Heimatinsel auf den Hebriden zurück. In der Stadt ist er nie wirklich angekommen, aber auch zuhause fühlt er sich nicht wohl. Hier muss er seine homosexuellen Neigungen vor seinem strengen Vater John verbergen – doch auch der hat seine Geheimnisse.
Dieser Schmöker ist geradezu durchdrungen von einer tiefen Melancholie. Das Wetter ist rau, genau wie die Umgangsformen. Arbeit und Leben sind mühsam und hart. Werte und Moralvorstellungen werden von der Kirche und deren Vertretern festgesetzt und diktiert. Sowohl die Kirche als auch die Gläubigen sind schnell mit Verurteilungen und Ächtung als Strafe für geringste Vergehen zur Hand. Enge und düstere Zukunftsaussichten für einen jungen Mann, der sich nicht unterordnen will.
Douglas Stuarts Erzählstil ist einfach große Klasse. Scheinbar mühelos erschafft er eine lebendig-düstere Atmosphäre, die extrem authentisch wirkt. Ich mag diese wehmütigen Insel-Geschichten sehr.
Ein großes Thema dieses Romans ist die sehr komplexe und komplizierte Vater-Sohn-Beziehung. Beide verbergen ihre wahre Persönlichkeit voreinander und sprechen nur über das Nötigste. Einsamkeit und das Gefühl des Nicht-Verstanden-Werdens sind hier vorprogrammiert.
Eine wunderbare Geschichte voller verpasster Chancen, Liebe und Scham in einem atemberaubenden Insel-Setting, mit den typisch engstirnigen, hart arbeitenden Bewohnern.
Toll, 5 Sterne! Gerne mehr davon!