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Dajobama

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2019

Alles hängt zusammen

Wie die Welt zusammenhält
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Wie die Welt zusammenhält - Simak Büchel

Ein optisch und inhaltlich ansprechendes Sachbuch für Kinder zu einem topaktuellen Thema.

Zuerst werden einige wichtige Begriffe erklärt und verschiedene Ökosysteme, ...

Wie die Welt zusammenhält - Simak Büchel

Ein optisch und inhaltlich ansprechendes Sachbuch für Kinder zu einem topaktuellen Thema.

Zuerst werden einige wichtige Begriffe erklärt und verschiedene Ökosysteme, wie Wald, Wüste oder Meer vorgestellt. Dann geht es um Lebensgemeinschaften im jeweiligen Tier- und Pflanzenreich. Auch was Symbiose ist, oder Parasiten, ist in diesem Zusammenhang spannend zu erfahren. In der Natur hat jedes und alles seinen Platz und seine Berechtigung. Alles hängt zusammen im ewigen Kreislauf der Natur.

Nun kommt der Mensch dazu und sorgt mit seinem oft unbedachten Handeln für ein Ungleichgewicht im Kreislauf der Natur. Beispielsweise wird aufgeführt, wie viele Liter Wasser für ein Stück Rindfleisch auf unserem Teller nötig sind. Tipps, um Wasser und Strom zu sparen, dürfen hier nicht fehlen. Auch beim Einkaufen kann man ohne viel Aufwand einige Dinge beachten. Viele dieser Hinweise sind dem erwachsenen Leser bereits bekannt, dennoch hätte dieser Teil für mein Empfinden noch etwas mehr ausgebaut werden dürfen.
Ganz zum Schluss rundet ein Activity-Teil das Thema auf gelungene Art und Weise ab und regt an, das Gelernte auch in die Tat umzusetzen.

Mit vielen bunten Fotos und Zeichnungen werden der Begriff und die Bedeutung der Ökologie deutlich gemacht. Insbesondere auch die menschlichen Eingriffe und deren Folgen in den natürlichen Kreislauf sind hierbei wichtig. Dieser Zusammenhang wird gut dargestellt.
Am wichtigsten ist jedoch, dass dieses Sachbuch eine hervorragende Gesprächsgrundlage bildet, um uns und unsere Kinder für ein wichtiges Thema unserer Zeit zu sensibilisieren.



Veröffentlicht am 02.11.2019

Herzensangelegenheiten

Klopf an dein Herz
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Klopf an dein Herz – Nothomb Amelie

„Zu viel Mutterliebe ist erdrückend – zu wenig ist mörderisch.“

Dianes Mutter scheint die Balance nur schwer zu finden. Was sie Diane an Liebe nicht zu geben vermag, ...

Klopf an dein Herz – Nothomb Amelie

„Zu viel Mutterliebe ist erdrückend – zu wenig ist mörderisch.“

Dianes Mutter scheint die Balance nur schwer zu finden. Was sie Diane an Liebe nicht zu geben vermag, damit überschüttet sie deren kleine Schwester. Schädlich für die kindliche Seele ist beides.
Diane entwickelt sich dennoch zu einer starken Persönlichkeit und wird Kardiologin. Denn wie der Dichter Alfred de Musset sagte, „Klopf an dein Herz, denn das sitzt dein Genie.“

Wie von dieser Autorin gewohnt, ein intensives, knackig frisches Leseerlebnis.

Das dünne Büchlein ist locker leicht in drei Stunden zu lesen. Schwerer wiegt der Inhalt. Ich fand die Geschichte sehr berührend und traurig.
Nothomb hat einen unvergleichlichen Schreibstil. Bissig legt sie ihren Finger stets mitten in die Wunde. Sie schafft es mit wenigen, einfachen Worten beklemmendste Situationen zu beschreiben. Das mag ich sehr.

Dennoch haben mich bei diesem Roman leider ein paar Kleinigkeiten gestört. Die zwei- bzw. vierjährige Diane denkt, sagt und tut Dinge, wie ich, als Mutter dreier Kinder, es mir auch bei einem ungewöhnlich reifen, bindungsgestörten Kleinkind einfach nicht vorstellen kann.

Dies hat der Bewertung leider einen Stern Abzug gekostet.
4 Sterne

Veröffentlicht am 02.11.2019

Melmoth - die Zeugin

Melmoth
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Melmoth – Sarah Perry

Melmoth, die Zeugin – Ein Roman, passend zu Halloween, irgendwie.

Melmoth, ist der Legende nach eine Frau in schwarz gekleidet, dazu verdammt auf ewig einsam über die Erde zu ziehen, ...

Melmoth – Sarah Perry

Melmoth, die Zeugin – Ein Roman, passend zu Halloween, irgendwie.

Melmoth, ist der Legende nach eine Frau in schwarz gekleidet, dazu verdammt auf ewig einsam über die Erde zu ziehen, auf der Suche nach Gesellschaft. Sie sieht all das Elend dieser Erde und all die Verbrechen der Menschheit.

In verschiedenen Erdteilen, in verschiedenen Jahrhunderten - Melmoth ist Zeugin der größten Verbrechen der Menschheit. Teilweise sind die beschriebenen Szenen wirklich sehr grausam und teilweise schwer zu ertragen. Alles andere als leichte Kost.
Durchzogen mit Fantasy-Elementen wirkte das Ganze auf mich oft eher befremdlich. Bizarr und skurril.

Irgendwas hat das ja, zusammenfassend fand ich dieses Buch aber vor allem seltsam. Einfach nicht unbedingt mein Genre. Insgesamt konnte ich mich auch nicht ganz darauf einlassen. Es waren einige wirklich fesselnde Geschichten und Abschnitte dabei. Dann wieder fühlte ich mich abgehängt.

Positiv möchte ich die gelungene, düster, geheimnisvolle Atmosphäre um Melmoth hervorheben. Das hat schon was Gruseliges.
Teilweise gewöhnungsbedürftig fand ich die häufige direkte Ansprache des Lesers „Schauen Sie!“.
Dieser Roman ist durchaus anspruchsvoll zu lesen. Denn er setzt sich aus verschiedenen Briefen, Zeugenberichten und Erinnerungen zusammen, die immer wieder zurückführen in die Gegenwart, zu Helen nach Prag.
Und Helen hat selbst eine geheimnisvolle Vergangenheit, führt ein selbst auferlegtes, asketisches Leben in Prag. Die Anzeichen für Melmoths Anwesenheit häufen sich. Denn auch Helen hat in ihrem früheren Leben große Schuld auf sich geladen. Nahe kommt der Leser leider keiner der Figuren dieses Werkes, allesamt bleiben sie distanziert, schwer zu fassen.

Dieser Roman hinterlässt ein ungutes, unheimliches Gefühl. Und jede Menge neuer Eindrücke menschlicher Grausamkeit.
Am Ende fand ich die Geschichte an sich doch ein wenig oberflächlich. Allein die Schilderung von Gräueltaten macht noch keinen guten Plot aus. Viele Fragen bleiben offen.
3 Sterne


Veröffentlicht am 02.11.2019

Enttäuschend

GRM
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GRM – Brainfuck – Sibylle Berg

Fairerweise muss ich vorab sagen, dass ich diesen Roman auf Seite 240 von über 630 Seiten abbrechen musste. Ich fand den Erzählstil einfach unerträglich und sehr sperrig. ...

GRM – Brainfuck – Sibylle Berg

Fairerweise muss ich vorab sagen, dass ich diesen Roman auf Seite 240 von über 630 Seiten abbrechen musste. Ich fand den Erzählstil einfach unerträglich und sehr sperrig. Nachfolgend versuche ich mal, meine Meinung zu begründen.

Don, Peter, Hannah und Karen. Vier Jugendliche in einer Welt der nahen Zukunft, in der keiner leben möchte. Und die doch die unsere ist.

Die Autorin deckt unzählige Missstände unserer Gesellschaft zu Ende und überspitzt sie gnadenlos. Was dabei herauskommt ist oft brutal und abstoßend, dabei aber sehr authentisch. Beängstigend realitätsnah. Trotzdem wurde mir das schnell zu viel. Zu deprimierend, zu hoffnungslos. Eine Aneinanderreihung sämtlicher schlechten Seiten des Menschen. Einen Spannungsbogen bzw. irgendeine Entwicklung konnte ich nicht feststellen, vielleicht wäre das ja noch gekommen. Diese ersten 240 Seiten bestanden lediglich aus Schilderungen des Elends in einer Gesellschaft der nahen Zukunft, die bereits resigniert hat angesichts der Perspektivlosigkeit und daraus folgenden Verrohung des Menschen. Das Volk besteht aus Verlierertypen, deren einziger Trost Alkohol und Endgeräte ist. Die wahren Verlierer sind jedoch die Kinder, um die sich keiner mehr so richtig kümmert...

Den Erzählstil fand ich sehr oberlehrerhaft. Die Autorin springt von einer Anspielung zur nächsten. Am schlimmsten für mich, dass dies teilweise nicht in ganzen Sätzen geschieht. So etwas mag ich nicht. Für mich sind Grammatikregeln einzuhalten. Falsch ist falsch. Für derartige stilistische Mittel, die der Provokation dienen, um aufzufallen um jeden Preis, habe ich keinerlei Verständnis. Was anfangs noch innovativ wirken mag, entwickelt sich sehr schnell zum Nerv-Faktor und lenkt von der eigentlichen Handlung ab.
Die Lektüre ist anstrengend und erfordert ganze Konzentration. Lesegenuss geht anders.

Ein eigentlich sehr interessanter Plot, der durch übertriebene Sprachspielereien und Provokationen zerstört wurde.
Also, 2 Sterne…

Veröffentlicht am 27.10.2019

Podkins Welt

Podkin Einohr, Band 1: Der magische Dolch
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Podkin Einohr – Der magische Dolch - Larwood

Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2019

Dies ist Band eins einer Trilogie, wobei alle Bände bereits erschienen sind.

Hat das Zeug zum Klassiker im Bereich ...

Podkin Einohr – Der magische Dolch - Larwood

Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2019

Dies ist Band eins einer Trilogie, wobei alle Bände bereits erschienen sind.

Hat das Zeug zum Klassiker im Bereich der Fantasy für Kinder und Jugendliche

In einer kalten Winternacht kommt ein Barde zum Bau des Dornhag-Stammes und erzählt die Legende von Podkin Einohr.
Dessen heimatlicher Bau wurde einst von den bösen Gorm überfallen. Podkin und seine beiden Geschwister mussten fliehen und verhindern, dass der magische Dolch in die Pfoten der Feinde gerät. Unterwegs müssen sie viele Gefahren bestehen, finden aber auch neue Weggefährten.

Bisher habe ich noch nicht viel Fantasy gelesen, jedoch fühlte ich mich stark an die Handlung von „Herr der Ringe“ erinnert. Für mich ist dies nun klassische Fantasy für Kinder hervorragend aufbereitet.

Die teils recht brutale Handlung wird dadurch abgemildert, dass der Garde erzählt, quasi aus zweiter Hand und es immer wieder mal Unterbrechungen gibt.

Geeignet ist dieses Buch etwa ab dem Ende der Grundschulzeit. Allerdings sollte man schon ein geübter Leser sein. Denn die Geschichte ist sehr komplex und dicht erzählt. Eine ganz eigene Welt.
Mir und meinem zehnjährigen Sohn hat diese Geschichte hervorragend gefallen, wir werden uns wohl noch die beiden Folgebände zulegen.