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Veröffentlicht am 15.09.2017

Spannende Jagd nach einem alten Bekannten

Durst
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Gebundene Ausgabe: 620 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (15. September 2017)
ISBN-13: 978-3550081729
Originaltitel: Tørst
Preis: 24,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Spannende Jagd nach ...

Gebundene Ausgabe: 620 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (15. September 2017)
ISBN-13: 978-3550081729
Originaltitel: Tørst
Preis: 24,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Spannende Jagd nach einem alten Bekannten

Inhalt:
Der legendäre Osloer Polizist Harry Hole hat der aktiven Ermittlungsarbeit den Rücken gekehrt und verdient nun seine Brötchen als Dozent an der Polizeihochschule. So ist ein geregeltes und relativ ungefährliches Leben mit seiner geliebten Frau Rakel und deren Sohn Oleg möglich. Als jedoch ein „alter Bekannter“, den Harry nie festnehmen konnte, wieder sein Unwesen treibt, lässt er sich als externer Ermittler rekrutieren.

Meine Meinung:
Ich habe nicht alle Bände der Harry Hole-Reihe gelesen, aber alle von mir gelesenen haben mich begeistert. Auch „Durst“ ist ganz nach meinem Geschmack, spannend und kurzweilig. Es ist auch überhaupt kein Problem, erst mit diesem 11. Band in die Reihe einzusteigen. Man braucht dafür keinerlei Vorkenntnisse.

Anfangs ist Harry Hole quasi noch nicht mit von der Partie. Diesen Teil empfand ich als etwas gemächlich, obwohl der Täter schon schnell zur Sache kommt. Er sucht sich seine Opfer über die Dating-App Tinder und lässt sie einen sehr blutigen Tod sterben.

Sobald Harry sich dann in die Ermittlungen einmischt, nimmt die Handlung schnell an Fahrt auf, es wird noch spannender und rasanter. Dass ein Teil der Polizisten korrupt ist und Harrys Frau Rakel lebensgefährlich erkrankt, legt der Legende Harry Hole zusätzliche Steine in den Weg. Dass er diese nicht einfach beseite wischen kann, sondern daran zu knabbern hat, macht ihn sympathisch und lässt ihn menschlich wirken.

Aber nicht nur wie Harry Hole dargestellt wird, hat mir gut gefallen, sondern auch einige der anderen Charaktere. Harrys Stiefsohn Oleg, der junge Polizist Anders Wyller und der Psychologe Hallstein Smith bringen frische Ideen auf den Tisch.

In kleinen Einschüben aus Tätersicht erfährt man ein bisschen über diesen, aber gerade nur so viel, dass es einen neugierig macht.

Mit der Auflösung des komplexen Falls bin ich absolut zufrieden. Zwar konnte ich kleinere Zusammenhänge schon erraten, das große Ganze war aber dann doch eine Überraschung für mich.

Fazit:
Auch wenn Harry Hole mit seinen Dämonen zu kämpfen hat, hat er es immer noch drauf. Ebenso Jo Nesbø, der mit „Durst“ mal wieder einen spannenden Kriminalfall kreiert hat, den ich Fans der Reihe, aber auch Neueinsteigern gerne empfehlen möchte.

Die Reihe:
1. Der Fledermausmann
2. Kakerlaken
3. Rotkehlchen
4. Die Fährte
5. Das fünfte Zeichen
6. Der Erlöser
7. Schneemann
8. Der Leopard
9. Die Larve
10.Koma
11. Durst

★★★★★

Veröffentlicht am 13.09.2017

Dystopie oder bald Wirklichkeit?

Der Circle
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Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (14. August 2014)
ISBN-13: 978-3462046755
Originaltitel: The Circle
Preis: 22,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Dystopie ...

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (14. August 2014)
ISBN-13: 978-3462046755
Originaltitel: The Circle
Preis: 22,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Dystopie oder bald Wirklichkeit?

Inhalt:
Mae Holland hat es geschafft. Sie hat einen Job beim begehrtesten Arbeitgeber der Welt ergattert, dem Circle. Der Circle ist DAS führende Online-Unternehmen. Google, Facebook und Co. mussten die Segel streichen. Ziel des Circle ist es, das Internet und schließlich die ganze Welt zu verbessern, indem sie sie transparenter machen. Jeder soll Zugang zu allen Informationen haben können.

Meine Meinung:
Dave Eggers’ Roman ist erschreckend. Erschreckend, weil er so realistisch wirkt. Weil das Szenario, das der Autor hier entwickelt, womöglich gar nicht so weit entfernt ist von unserer Gegenwart.

Erschreckend aber auch, weil Eggers aufzeigen kann, wie leicht Menschen zu manipulieren sind, wie aus einer an sich genialen Idee schleichend ein Horrorszenario werden kann.

Anhand der Protagonistin Mae erleben wir die Entwicklung eines Charakters von einem ganz normalen Menschen mit einem ganz normalen Sozialleben zu einer Person, die quasi nur noch online und für ihre Follower lebt. Dieser Prozess geht so allmählich vor sich, dass man es anfangs gar nicht bemerkt. Bis es schließlich zu spät ist.

Ich fand Maes Entwicklung absolut nachvollziehbar. Froh darüber, diesen tollen Job zu haben, biedert sie sich bei ihren Vorgesetzten an, um ihn nur ja nicht wieder zu verlieren. Schließlich ist es ja auch nichts Schlimmes, was man von ihr verlangt. Ein paar Kommentare im Circleeignen Netzwerk abzugeben, tut ihr nicht weh. Auch ein Smile hier oder ein Frown da ist schnell angeklickt. Doch jede Aktion zieht eine Lawine von weiteren Aktionen nach sich, und Mae verliert sich immer mehr in der Circle-Maschinerie, ist schließlich selbst absolut überzeugt von der Unternehmensphilosophie. „Nette“ Gespräche mit den Vorgesetzten tragen natürlich viel dazu bei. Sie schaffen es immer wieder, „normale“ Verhaltensweisen als schlecht hinzustellen. Und auch mir als Leser erschien ihre Argumentation sehr oft sehr logisch, sodass mir klar war, warum Mae ihnen quasi blind folgt.

Auch wenn mir Mae nie richtig sympathisch wurde, fand ich sie doch interessant und richtig gut ausgearbeitet. Ich bin froh, dass zwar aus ihrer Perspektive erzählt wird, aber nicht in der ersten Person - so viel Identifikation hätte ich mit ihr nicht aufbringen wollen. Auch die anderen Charaktere, die eine größere Rolle spielen, wirken plastisch und sind vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht.

Den Schreibstil fand ich gelungen, da er einfach zu lesen ist, aber trotzdem nicht trivial. Von Zeit zu Zeit nervten Wiederholungen, was ich aber nicht übelnehme, da sie einfach notwendig sind, um die Entwicklung zu demonstrieren.

Der Schluss hat mich wirklich überrascht - ich hätte mit etwas ganz anderem gerechnet. Aber es ist gut so, wie es ist.

Fazit:
„Der Circle“ konnte mich fesseln, mich bestürzen, mich ängstigen. Das Buch bietet viel Raum zum Nachdenken und regt zur Selbstreflexion an.

★★★★★

Veröffentlicht am 13.09.2017

Vorgeschichte zu "Kleine große Schritte", macht Lust auf mehr

Das Mädchen mit den roten Schuhen
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Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 70 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (4. September 2017)
Preis: 0,00€

Vorgeschichte zu „Kleine große Schritte“, macht Lust auf mehr

Inhalt:
1979. Die achtjährige ...

Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 70 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (4. September 2017)
Preis: 0,00€

Vorgeschichte zu „Kleine große Schritte“, macht Lust auf mehr

Inhalt:
1979. Die achtjährige Ruth Brooks fängt auf einer neuen Schule an – als einzige Schwarze. Zwar ist sie mit Christina befreundet, dem Mädchen, für dessen Familie Ruths Mutter arbeitet, doch in der Schule distanziert sich Christina von der schwarzen Freundin. Trotz ihrer freundlichen Bemühungen, sich zu integrieren, wird Ruth das Leben von manchen Mitschülern schwergemacht.

Meine Meinung:
Da die Geschichte aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird, ist auch die Sprache recht kindlich. Es sind größtenteils sehr kurze, einfache Sätze. Einerseits hat mich das etwas genervt, andererseits kann man sich so gut in die kindliche Seele hineindenken. Allerdings wirkt Ruth manchmal auch schon recht reif für ihr Alter. Zuweilen habe ich das als Diskrepanz empfunden.

„Das Mädchen mit den roten Schuhen“ ist die Vorgeschichte von Jodi Picoults neuem Roman „Kleine große Schritte“, der am 2. Oktober 2017 erscheint. Als Appetitanreger ist diese kurze Geschichte gut geeignet, als Stand alone fände ich sie etwas zu mager. So wird man aber gut in die Geschichte von Ruth eingeführt, die zeigt, dass auch heute noch zwischen Schwarz und Weiß Welten liegen können.

★★★★☆

Veröffentlicht am 10.09.2017

Ein fesselndes Verwirrspiel

Aquila
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Broschiertes Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Loewe (14. August 2017)
ISBN-13: 978-3785586136
empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 16,95€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein fesselndes Verwirrspiel

Inhalt:
Als ...

Broschiertes Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Loewe (14. August 2017)
ISBN-13: 978-3785586136
empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 16,95€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein fesselndes Verwirrspiel

Inhalt:
Als Nika aufwacht, ist sie allein in ihrer Wohnung in Siena. Ihre Mitbewohnerin Jenny ist weg, ebenso ihr Schlüsselbund, ihr Pass und ihr Handy. Und die Wohnungstür ist abgeschlossen – Nika ist eingesperrt. Am Badezimmerspiegel findet sie eine bedrohliche Nachricht, in ihrer Hosentasche einen Zettel mit kryptischen Notizen. Was hat das alles zu bedeuten?

Der Schock ist noch größer, als Nika erkennt, dass sie nicht eine Nacht lang geschlafen hat, sondern dass ganze zwei Tage vergangen sind, an die sie sich kein bisschen erinnern kann …

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski, egal ob es sich um Jugendbücher handelt oder Krimis für Erwachsene. Bisher wurde ich noch nie enttäuscht. Auch das neueste Werk „Aquila“ hat mir sehr gut gefallen, nachdem die Geschichte an Fahrt aufgenommen hatte.

Den Anfang fand ich ein bisschen nervig, weil Nika sich immer wieder im Kreis dreht, sich immer wieder dasselbe fragt, immer wieder diesen Zettel mit den seltsamen Notizen liest und bei der Lösung des Rätsels nicht weiterkommt.

Doch dann kommt Schwung in die Handlung. Nika entschlüsselt die Notizen nach und nach und kommt unglaublichen Ereignissen auf die Spur. Doch ist das nicht ganz ungefährlich, denn sie wird von einem jungen Mann verfolgt, und auch die Polizei interessiert sich mehr für sie, als ihr lieb sein kann. Keine einfache Situation, noch dazu wenn man sich in einem Land befindet, dessen Sprache man nicht wirklich beherrscht. Da tut es ganz gut, dass der sympathische Stefano sich ihrer annimmt und dolmetscht. Doch Nika kann sich nicht sicher sein, ob sie ihm oder auch jeder anderen Person vertrauen kann. Denn in den zwei Tagen ihres Blackouts muss etwas Schlimmes passiert sein. In was ist Nika da nur hineingeraten?

Ursula Poznanski versteht es prächtig, eine unheilvolle Atmosphäre zu erschaffen, sodass es einem beim Lesen eiskalt über den Rücken läuft und man wie gebannt an den Seiten hängt. Die zweite Hälfte des Buches musste ich in einem Rutsch durchlesen, ich konnte einfach nicht mehr aufhören.

Mir hat es viel Spaß gemacht, zu spekulieren, wie die einzelnen Puzzlestücke, die Poznanski dem Leser hinwirft, zusammenpassen. Allerdings bin ich gnadenlos gescheitert. Viele meiner Vermutungen lagen meilenweit oder auch nur knapp daneben. Die Autorin konnte mich so immer wieder überraschen. Das ist genau das, was ich gerne mag.

Am Ende kann man das Buch zufrieden zuklappen. Alle offenen Fragen werden zufriedenstellend geklärt.

Fazit:
Ein fesselnder und spannender Jugendthriller, auch wenn die Protagonistin nicht ganz überzeugen kann.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Loewe Verlag, der mir freundlicherweise für die Leserunde im Leser-Welt-Forum ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 10.09.2017

ein ruhiger Roman, aber beeindruckend

Ermordung des Glücks
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Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3518427552
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein ruhiger Roman, aber beeindruckend

Inhalt:
Jakob ...

Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (11. September 2017)
ISBN-13: 978-3518427552
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein ruhiger Roman, aber beeindruckend

Inhalt:
Jakob Franck ist der ehemalige Chef der Mordkommission der Kripo München. Doch auch im Ruhestand lässt sein Beruf ihn nicht los. Noch immer übernimmt er die Aufgabe, Angehörige vom Tod ihrer Lieben zu unterrichten und die aktiven Ermittler zu unterstützen. So auch im Fall des seit Wochen verschwundenen elfjährigen Lennard Grabbe. Als seine Leiche gefunden wird, bricht für die Familie alles zusammen.

Meine Meinung:
Aus gutem Grund wird dieses Buch vom Verlag nicht als Kriminalroman, sondern als Roman eingeordnet, obwohl ein Kriminalfall und seine Aufklärung sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Friedrich Ani rückt den Fall aber etwas in den Hintergrund und gibt den beteiligten Personen mehr Raum, als das sonst in einem Kriminalroman üblich ist.

Da ist zum einen die Mutter des Jungen, die sich komplett zurückzieht und mit niemandem mehr reden will. Nur mit ihrem geliebten Sohn hält sie weiterhin Zwiesprache. Lennards Vater versucht auf seine Weise, mit dem unermesslichen Verlust fertig zu werden. Und beim Onkel kommt mit Lennards Tod eine alte Geschichte wieder hoch.

Ani lässt uns intensiv an den Gedanken und Gefühlen dieser Menschen teilhaben. Dabei beweist er eine enorme Beobachtungsgabe und Empathie. Die Protagonisten erscheinen äußerst plastisch und lebensecht. Der Autor brachte sie mir so nahe, dass ich das Gefühl hatte, sie schon ewig zu kennen.

„Ermordung des Glücks“ ist der 2. Band der Reihe um Jakob Franck, kann aber ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Fazit:
Ein etwas anderer (Kriminal-) Roman, der durch seine unaufgeregte Erzählweise besticht und mit wenig Blut und wenig Hochspannung auskommt, aber trotzdem unglaublich fesselnd ist.

Die Reihe:
Der namenlose Tag
Ermordung des Glücks

★★★★★

Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag und vorablesen für das Rezensionsexemplar.