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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Spannend und komplex

Abgetaucht
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„Abgetaucht“ ist der 4. Band der Reihe um Oberkommissar Thomas Petzold, lässt sich aber ganz prima ohne Vorkenntnisse lesen. Das Buch wurde schon von mehreren Verlagen veröffentlicht, mein Exemplar im ...

„Abgetaucht“ ist der 4. Band der Reihe um Oberkommissar Thomas Petzold, lässt sich aber ganz prima ohne Vorkenntnisse lesen. Das Buch wurde schon von mehreren Verlagen veröffentlicht, mein Exemplar im Jahr 2003 im Emons-Verlag.

Als Fan der Alexander Gerlach-Reihe wollte ich nun auch gerne etwas anderes von Wolfgang Burger lesen und griff zu diesem schon älteren Kriminalroman. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Petzold-Reihe spielt in Karlsruhe, wo ich mich so gut auskenne wie in Heidelberg (Gerlach-Reihe). Die beschriebenen Örtlichkeiten konnte ich alle wiedererkennen.

Die Handlung ist spannend aufgebaut und der Schreibstil wie gewohnt locker und gut lesbar. Die Figuren werden plastisch beschrieben - ich konnte mir jede gut vorstellen. Vor allem mit Lilli, einem elfjährigen Mädchen, hinter dem Verbrecher her sind, habe ich mitgebangt. Dabei erweist sich die Kleine als außerordentlich tough und gewitzt. Die Kommissare Thomas Petzold und Birgit Malmberg fand ich nicht ganz so prickelnd. Vor allem ihre Liebelei, die manchmal ein wenig kindisch wirkt, hätte ich nicht gebraucht.

Burger hat immer wieder eine Überraschung parat, langweilig wurde mir an keiner Stelle. Zwischendurch wird es richtig dramatisch, aber die große Enthüllung wartet erst am Schluss. Ich fand die Story ziemlich gut konstruiert und kann auch zwei kleine Logikfehler, die sich nicht auf die Handlung auswirken, verzeihen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein absolut passender Titel

Wut und Liebe
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Diogenes (23. April 2025)
ISBN-13: 978-3257073331
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein absolut passender Titel

Inhalt:
Camilla ist von ihrem ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Diogenes (23. April 2025)
ISBN-13: 978-3257073331
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein absolut passender Titel

Inhalt:
Camilla ist von ihrem Leben enttäuscht. Sie hasst ihren Job, liebt aber ihren Freund Noah. Dummerweise ist er ein unbekannter und mittelloser Künstler und die beiden sind auf Camillas Gehalt angewiesen. Doch dann beschließt Camilla, Noah zu verlassen und ein neues Leben im Luxus zu beginnen. Noah kämpft verzweifelt um seine Liebe und schreckt dabei auch vor dem dubiosen Angebot einer wütenden älteren Dame, Betty, nicht zurück.

Meine Meinung:
Die Einzelbände von Martin Suter sind alle etwas Besonderes, seine Storys außergewöhnlich. Bei ihm ist es mir noch nie so vorgekommen, als hätte ich etwas Ähnliches schon einmal gelesen. Auch in „Wut und Liebe“ steckt viel Kreativität.

Von Anfang an konnte mich die Handlung fesseln, die Hauptpersonen waren für mich leicht zugänglich, obwohl sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die mir gänzlich fremd sind. Doch Suter versteht es prächtig, Verständnis dafür zu wecken. Sein Schreibstil ist klar und durchdacht. Wechselnde Perspektiven zeigen die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten auf und ergeben zusammen ein rundes Bild. Zuweilen musste ich über einzelne Szenen schmunzeln, dann wieder brachte der Autor mich zum Nachdenken. Wie weit würde ich für die Liebe gehen? Diese und ähnliche Fragen gingen mir beim Lesen durch den Kopf.

Was anfangs noch wie eine geradlinige Story wirkt, erweist sich bald schon als mäandernde Geschichte. Die Protagonisten kommen ihren Zielen einen Schritt näher, nur um kurz darauf wieder zurückgeworfen zu werden. Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die ich nie erwartet hätte. Besonders der Schluss hat es in sich und lässt mich mit einem Grinsen im Gesicht das Buch weglegen.

★★★★★

Veröffentlicht am 10.04.2025

Spannend, wenn auch etwas wirr

Lautlose Feinde
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Broschiert 352 Seiten
Verlag: KiWi (10. April 2025)
ISBN-13: 978-3462006872
Preis: 18,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend, wenn auch etwas wirr

Inhalt:
Der Zöllner André Bento wird ...

Broschiert 352 Seiten
Verlag: KiWi (10. April 2025)
ISBN-13: 978-3462006872
Preis: 18,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend, wenn auch etwas wirr

Inhalt:
Der Zöllner André Bento wird ermordet, seine Enkelin Maria entführt. Das Team der Faroer Kripo arbeitet unter Hochdruck.

Endlich geben sich Leander Lost und Soraia Rosado das Ja-Wort. Die beiden könnten nicht glücklicher sein. Doch dann wird ihr Glück durch den aktuellen Fall getrübt, denn es gibt einen Anschlag …

Meine Meinung:
Gleich zu Anfang gibt es ein Personenverzeichnis und das ist auch gut so. Denn es mischen wirklich viele hier mit, und das zum Teil unter verschiedenen Namen. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Wer wer ist und wer welche Funktion in diesem Katz- und Maus-Spiel hat, erfährt man aber trotzdem erst am Schluss, und dann fügen sich auch plötzlich die Teile, die vorher quer zu liegen scheinen, passend ins Gesamtbild ein.

Als etwas verwirrend empfand ich die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel. Hier musste ich höllisch aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren.

Die Idee, russische und amerikanische Geheimdienste an der Algarve agieren zu lassen, ist mal was anderes in dieser Krimi-Reihe, die vor allem durch den Lokalkolorit und den Protagonisten Leander Lost besticht, dessen logische Schlussfolgerungen, die er als Asperger-Autist zieht, zuweilen verblüffen. Viele seiner Sätze bzw. Dialoge mit ihm lassen einen aber auch schmunzeln.

Dies ist bereits der 7. Band der Reihe. Da der Kriminalfall abgeschlossen ist, kann das Buch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Schöner ist es natürlich, wenn man die persönlichen Entwicklungen des Polizisten-Teams von Anfang an miterlebt.

Die Reihe:
1. Lost in Fuseta
2. Spur der Schatten
3. Weiße Fracht
4. Schwarzer August
5. Einsame Entscheidung
6. Dunkle Verbindungen
7. Lautlose Feinde

★★★★☆

Veröffentlicht am 07.04.2025

Es bleiben zu viele Fragezeichen

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: C.Bertelsmann Verlag (24. Juli 2024)
ISBN-13: 978-3570105009
Originaltitel: The cautious traveller's guide to the wastelands
Übersetzung: Claudia Feldmann
Preis: 24,00 ...

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: C.Bertelsmann Verlag (24. Juli 2024)
ISBN-13: 978-3570105009
Originaltitel: The cautious traveller's guide to the wastelands
Übersetzung: Claudia Feldmann
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Es bleiben zu viele Fragezeichen

Inhalt:
Ende des 19. Jahrhunderts. Der Transsibirien-Express verkehrt zwischen Peking und Moskau. Auf seiner Fahrt durchquert er das berüchtigte Ödland, eine gefährliche, unerforschte Wildnis, die sich anscheinend immer mehr gegen Eindringlinge wehrt. Es gibt Grund zur Annahme, dass die Reise im Zug nicht mehr sicher ist. Werden die Reisenden diesmal noch ihr Ziel erreichen?

Meine Meinung:
Ich war zunächst begeistert von der tollen Aufmachung und dem hochkarätigen Schreibstil von Sarah Brooks. Voller Enthusiasmus begab ich mich zu den anderen Reisenden in den Zug, hielt mich mal in der ersten, mal in der dritten Klasse auf und belauschte die Passagiere bei ihren Gesprächen und Tätigkeiten. Was anfangs noch interessant ist, wird leider bald langweilig. Es geschieht nicht so wahnsinnig viel, und das, was geschieht, hat mich mehr verwirrt als aufgeklärt. Die Handlung erinnerte mich mehr und mehr an einen wirren Traum.

Der Roman hat Krimi-Elemente, Fantasy-Anteile und Gesellschaftskritik - von allem ein bisschen, aber nichts richtig. Die Zahl der Reisenden ist groß, entsprechend wenig Tiefe erhalten die einzelnen Personen. Sie bleiben bis zum Schluss blass und zum Teil auch austauschbar, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Die ganze Zeit fragte ich mich, was die Autorin mir sagen will. Was sind die Schrecken des Ödlands? Gibt es sie wirklich, oder sind sie nur ein Mythos, warum auch immer? Erst gegen Ende wird es ein bisschen klarer, aber es bleiben einfach zu viele Fragen offen.

★★☆☆☆

Veröffentlicht am 01.04.2025

Wunderbar empathisch

Endlosschleifentage
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Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (13. März 2025)
ISBN-13: 978-3709982440
Preis: 23,90 €
auch als E-Book erhältlich

Wunderbar empathisch

Inhalt:
Von klein auf sind David und Kinga beste ...

Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (13. März 2025)
ISBN-13: 978-3709982440
Preis: 23,90 €
auch als E-Book erhältlich

Wunderbar empathisch

Inhalt:
Von klein auf sind David und Kinga beste Freunde. Das ändert sich auch nicht, als im Alter von zwölf Jahren Katha dazu stößt. Kinga und Katha werden Freundinnen, David und Katha später ein Paar. Als Katha viele Jahre später bei einem Autounfall ums Leben kommt, müssen David und Kinga lernen, mit dem Verlust zu leben. Dabei trauert jeder auf seine Weise.

Meine Meinung:
Wie schon die vorigen Romane von Fabian Neidhardt hat mich auch „Endlosschleifentage“ stark berührt. Wieder einmal hat er sich ein schwieriges Thema vorgenommen, nämlich die Trauer. Doch zum Glück machte die Geschichte mich nicht traurig, denn der Autor schreibt mit einer enormen Leichtigkeit und auch hin und wieder mit einem Augenzwinkern, ohne sentimental und kitschig zu werden.

Die Freundschaft bzw. Liebe der drei jungen Menschen erscheint so innig, so wunderbar, fast zu schön, um wahr zu sein. Umso unerträglicher ist Kathas Tod, der ein tiefes Loch reißt.

Zitat: „Er schließt die Augen und legt die Stirn gegen die Wand, lässt ihr gemeinsames ungelebtes Leben an sich vorbeirauschen, und jedes Lachen, jeder Kuss, jeder schöne Moment, den sie nicht haben werden, hinterlässt ein schmerzendes Loch.“ (S. 91)

Die Erzählung wechselt souverän zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen David, Kinga und Marie. Marie lebt auf dem Friedhof und hat ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen. Als Tochter des Totengräbers hat sie ein besonderes Verhältnis zum Tod. Ganz unkonventionell hilft sie David, mit dem Verlust seiner Frau zu leben und positiv in die Zukunft zu denken.

Durch die Rückblenden in die Vergangenheit lernt man die Protagonist*innen und ihre Beziehungen untereinander immer besser kennen. Hier wartet so manche überraschende Wendung auf die Leserschaft. Fabian Neidhardt beschreibt seine Figuren mit viel Einfühlungsvermögen. Sie wirken sehr lebensecht.

Fazit:
„Endlosschleifentage“ ist ein warmherziger Roman um Liebe, Freundschaft, Tod und Trauer, der eine fesselnde Geschichte erzählt, berührend und gleichzeitig hoffnungsvoll.

★ ★ ★ ★ ★