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Veröffentlicht am 15.09.2016

Authentische Biografie einer fiktiven Rockband

Die wilde Ballade vom lauten Leben
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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (7. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022967
Originaltitel: The Thrill Of It All
Preis: 22,99 €

Authentische Biografie einer fiktiven ...

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (7. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022967
Originaltitel: The Thrill Of It All
Preis: 22,99 €

Authentische Biografie einer fiktiven Rockband

Joseph O’Connors Roman wirkt wie eine Hommage an die 1980er Jahre. Er handelt von der Musik und dem Lebensgefühl der Jugend in dieser Zeit, von der großen Liebe und von tiefer Freundschaft.

Wenn man zwei dieser Schlafsäcke zusammenzippte, um die Körperwärme mit dem Nebenmann zu teilen, und wenn einem der aufs Dach prasselnde Regen und das whiskeyberauschte Gutenachtgebrabbel nichts ausmachte, dann stellte sich ein tröstliches Wirgefühl ein, wie es die Londoner erlebt haben sollen, die während des Blitzkriegs Zuflucht in den U-BAhn-Tunneln suchten. Wenn du jung bist, ist, wie bereits erörtert, gegen deine Dummheit kein Kraut gewachsen. Aber einschlafen kannst du überall. Das ist der Vorteil. (S. 185)

Vier junge Leute gründen eine Rockband in Luton, einer Stadt nahe London. Und einer von ihnen, der Gitarrist Robert Goulding, erzählt uns vom Aufstieg und Fall der „Ships of the Night“. Zwar ist die Geschichte fiktiv, doch hat man den Eindruck, dass sie sich genau so zugetragen haben könnte. Viele Details kennt man von anderen Bands, das Tingeln durch die Kneipen oder Collegebühnen, das verzweifelte Ringen um den perfekten Ton, Streitigkeiten unter den Bandmitgliedern, Drogenexzesse und vieles mehr, bis sie schließlich ganz oben stehen. Rob wendet sich mit seiner Erzählung direkt an den Leser, spricht ihn immer wieder an und schafft so eine gewisse Nähe. Ergänzende Interviewausschnitte der anderen Bandmitglieder oder Zeitungsartikel untermauern das Ganze.

Der Roman ist in zweigeteilt. Der erste, größere Teil erzählt die Jahre von 1981 bis 1987. Der zweite, kürzere Teil spielt 2012. Die Gruppe hatte sich zerstritten und in alle Welt zerstreut. Doch die Violinistin Trez möchte noch einmal ein Konzert geben. Kann das gutgehen?

Ich fürchte, jüngere Menschen könnten sich mit dem Buch etwas schwertun, denn es werden so viele Persönlichkeiten der damaligen Zeit erwähnt und oft mit einer kleinen Anekdote illustriert. Wenn man diese Menschen nicht kennt und diese Zeit nicht selbst miterlebt hat, kann man vielleicht diese ganze Atmosphäre, die O’Connor so genial beschreibt, nicht nachvollziehen. Die Handlung an sich ist nun nicht so besonders spektakulär, mir fehlten ein wenig Spannung und Höhepunkte.

Dass Joseph O’Connor über Musik schreibt und über Kinder mit einer schwierigen Kindheit, kommt sicher nicht von ungefähr. Joseph O’Connor ist der ältere Bruder der bekannten irischen Sängerin Sinead O’Connor, die als Kind von ihrer Mutter misshandelt worden sein soll.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderbar ehrlich

Gott, du kannst ein Arsch sein
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Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453603981
Preis: 8,99€
auch als E-Book erhältlich

Wunderbar ehrlich

Frank Pape arbeitet als Notfallseelsorger ...

Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453603981
Preis: 8,99€
auch als E-Book erhältlich

Wunderbar ehrlich

Frank Pape arbeitet als Notfallseelsorger und engagiert sich in der Hospizhhilfe. Er war Stefanie ein guter Freund und hat ihr Tagebuch aufbereitet.

„Gott, du kannst ein Arsch sein“ ist der Bericht der 15-jährigen Stefanie, die etwas für ihre lieben Menschen hinterlassen will. Kurz nach ihrem 15. Geburtstag bekommt sie die Diagnose Krebs, unheilbar, Lebenserwartung sechs bis zwölf Monate. Das kann einen schon umhauen.

In diesem Büchlein schreibt die Jugendliche, wie es ihr damit geht, berichtet von ihrem Alltag im Krankenhaus, in der Familie, dem Umgang mit anderen Menschen, dem Fortschreiten der Krankheit, von ihren Hoffnungen und Ängsten. Dabei erweist sie sich als unglaublich stark. Doch geht es in diesem Buch nicht darum, ihre Stärke und ihren Kampf gegen die Krankheit herauszustellen, sondern es wird einfach ganz ehrlich beschrieben, was Stefanie erlebt, was sie durchmacht, was sie sich wünscht. Einen raffinierten Schreibstil darf man dabei nicht erwarten. Es sind einfache Worte, die umso authentischer wirken, eben so, wie eine 15-Jährige sich ausdrückt und wie sie denkt.

Beim Lesen fühlte ich mich Stefanie ganz nahe. Ich hätte dieses tapfere Mädchen gerne kennengelernt. Der Text ist schon sehr persönlich, aber durch ergänzende Fotos wird es sogar noch persönlicher und emotionaler.

Stefanies Erfahrungen haben mich sehr berührt und an vielen Stellen konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. Ich muss ihr einfach Recht geben:

Gott, du kannst ein Arsch sein!

★★★★★

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal und dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein heftiges Jugenddrama

In deinem Licht und Schatten
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (25. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421524
Originaltitel: Black Heart Blue
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich


Ein heftiges Jugenddrama

Inhalt:
Hephzibah ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (25. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421524
Originaltitel: Black Heart Blue
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich


Ein heftiges Jugenddrama

Inhalt:

Hephzibah und Rebecca wachsen in einem gewalttätigen, eiskalten Elternhaus auf. Als ihnen im Alter von 16 Jahren erstmals erlaubt wird, eine öffentliche Schule zu besuchen, versucht Hephzi aus ihrem tristen Leben auszubrechen. Sie überlebt diesen Versuch nicht. Rebecca muss ohne ihre Schwester weiterleben und ihren eigenen Weg finden.

Meine Meinung:
Von Louisa Reid habe ich bereits „Jeden Tag ein bisschen mehr“ gelesen. Dieser Roman hat mich emotional unheimlich mitgenommen. Auch wenn „In deinem Licht und Schatten“ nicht schlecht ist, kommt es doch an das andere Buch nicht heran. Der Schreibstil wirkt weit weniger emotionsgeladen, obwohl die Geschichte nicht weniger dramatisch ist.

Gleich zu Beginn erfahren wir, dass Hephzi gestorben ist. Wie es dazu kam, wird im Laufe des Romans aufgerollt. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen den Ich-Erzählern Hephzi im „Davor“ (vor ihrem Tod) und Rebecca im „Danach“ (nach Hephzis Tod).

Hephzibah und Rebecca sind Zwillinge und doch so verschieden. Die eine ist hübsch und ein wenig egoistisch, die andere hat ein missgestaltetes Gesicht und opfert sich ständig für die Schwester, rettet diese vor dem Zorn des Vaters und zieht ihn selbst auf sich. Das Leben der beiden Mädchen besteht aus Angst und Schmerz. Gerade Rebecca macht im Verlauf des Romans eine tolle Entwicklung durch. Diese wirkt authentisch und wird von Louisa Reid gut beschrieben.

Die Handlung ist schwerer Tobak. Es geht um häusliche Gewalt, Misshandlung und Missbrauch. Vieles wird nur angedeutet bzw. erst mal angedeutet, um später konkretisiert zu werden. Die Situation der Mädchen ist so schrecklich, dass es wohl keinen Leser kalt lässt. Man fragt sich stets, wie die Eltern damit durchkommen können, warum keiner von außen eingreift. Doch leider erscheint mir genau das als sehr realistisch, kommt so etwas doch auch in Wirklichkeit immer wieder vor. Und der Vater hat so seine Tricks, die ihn nach außen als liebevoll und rechtschaffen erscheinen lassen.

Auch wenn der Tenor dieses Buches eher düster und bedrückend ist, so kann das Ende doch einigermaßen befriedigen und Mut machen.

Empfehlen würde ich den Roman für Jugendliche ab ca. 14 Jahren sowie für Erwachsene.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Tal der Herrlichkeiten
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Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596193738
Preis: 9,99 €

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Bis auf das Leben und seine zähe ...

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596193738
Preis: 9,99 €

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Bis auf das Leben und seine zähe Konstitution hatte er so ziemlich alles, was man verlieren kann, verloren: Arbeit, Haus, Frau, Kind, Sparbücher, Haar. (S. 12)

So lernt der Leser Sperber kennen, einen Mann, der sich in die Bretagne zurückgezogen hat, vom Leben gebeutelt. Hier lebt er mehr schlecht als recht vor sich hin, bis, ja bis er eines schönes Tages einfach so auf der Straße von einer wunderschönen Fremden geküsst wird. Seine Reaktionen darauf sind zwiespältig. Da ist zum einen Ärger über diese Dreistigkeit, aber zum anderen geht Sperber das goldgelockte Haar der Schönen nicht mehr aus dem Sinn.

Er macht sich auf die Suche nach der Frau und findet sie schließlich in Paris, ein Zufall, wie er eigentlich gar nicht möglich ist. Und genauso unmöglich scheint das große Glück, das die beiden in den kommenden Tagen miteinander erleben, bis sie jäh wieder auseinandergerissen werden. Sperber flüchtet sich wieder in die Bretagne, am Boden zerstört. Mit einem letzten Aufbäumen versucht er, die Geliebte zurückzuholen.

Sperber fragte sich nicht, warum ihm ein Unbekannter einen Kaffee spendierte, aus einer Laune heraus oder vielleicht weil er ihn für einen Clochard hielt. Er saß und trank in kleinen Schlucken das heiße, stark gezuckerte Getränk. Aus hundertfünfzig Millionen Kilometer Entfernung wärmte ihn die Sonne: absichtslos, würden wohl die meisten unter uns vermuten, aber es ist nicht gesagt, dass sie es nicht aus Güte tat. (S. 143)

Ich hatte anfangs leichte Schwierigkeiten, in Anne Webers Roman hineinzufinden. Zu weit weg schienen mir die Figuren, die Stadt. Doch mit jeder Seite näherte ich mich immer mehr an und sah mich schließlich an der Seite der Autorin als Beobachterin zweier Menschen. Die Handlung an sich hat mich nicht besonders gefangen. Aber die Beschreibungen, die fast poetische Sprache haben mich schließlich doch sehr für den Roman eingenommen.

Fazit:
„Tal der Herrlichkeiten“ ist kein Buch, das man einfach so herunterliest. Man sollte sich Zeit dafür nehmen und vielleicht auch das ein oder andere Stichwort googeln, wie zum Beispiel den Dichter und Maler Max Jacob, der eine große Rolle für Sperber spielt.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Actionreicher Abschluss der Weltenmagie-Trilogie

Das Lied der Elfen
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Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442481071
Preis: 12,99 €

ACHTUNG: Diese Rezension kann SPOILER zu den vorhergehenden Bänden enthalten. ...

Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442481071
Preis: 12,99 €

ACHTUNG: Diese Rezension kann SPOILER zu den vorhergehenden Bänden enthalten. Bitte nur weiterlesen, wenn ihr Band 1 und 2 schon kennt!

Actionreicher Abschluss der Weltenmagie-Trilogie

Inhalt:

Leána, Kayne, Rob und einige Begleiter aus Albany hängen im alten Elfenreich Sharevyon fest. Leána ist eine Gefangene der Mysharen und Kayne fest entschlossen, sie zu befreien. Doch selbst wenn das gelingen sollte, müssen die Gefährten noch das Weltenportal passieren. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Portal soll zerstört werden, um den Übergriff der Mysharen auf Albany zu verhindern.

Unterdessen treibt in Albany der Bärtige weiter sein Unwesen und verfolgt seinen Plan, den Königsthron zu erobern. Ein Krieg der Zwerge scheint bevorzustehen.


Meine Meinung:
Dies ist der 3. Teil einer Trilogie. Man sollte die ersten beiden unbedingt vorher gelesen haben, sonst wird einem der Einstieg sehr schwer fallen.

Es ist zum Glück noch nicht allzu lange her, dass der 2. Band erschienen ist und ich ihn gelesen habe. So hatte ich die Handlung noch grob im Kopf und fand hier im 3. Teil schnell wieder hinein. Die ein oder andere Person musste ich im Namensverzeichnis hinten im Buch nachschlagen. Auch die Landkarten von Sharevyon und Albany auf den ersten Buchseiten leisteten mir gute Dienste, um mich wieder in der Geschichte zu orientieren.

Nachdem es im 2. Weltenmagie-Band etwas ruhiger zuging, ist der 3. nun wieder voller Action, was mir persönlich mehr zusagt. Hier jagt eine Gefahr die andere. Ständig muss man um die Protagonisten oder andere lieb gewonnene Figuren bangen, zumal man mittlerweile als Leser ja weiß, dass Aileen P. Roberts nicht davor zurückschreckt, wichtige Charaktere ins Jenseits zu befördern. Dank dem fesselnden und mitreißenden Schreibstil fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, zumal auch viele Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger enden und ich einfach wissen wollte, wie es den Protagonisten weiter ergeht.

Wie schon gewohnt, wechselt die Erzählung zwischen Albany und Sharevyon hin und her. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, welchen Handlungsstrang ich lieber verfolgen wollte. Sie sind beide ungeheuer spannend. Und natürlich wollte ich vor allem endlich die Identität des Bärtigen lüften. Allerdings musste ich mich hierfür fast bis zum Schluss gedulden.

Leána mochte ich schon immer sehr gerne, so auch hier. Sie ist einfach eine wunderbar starke Figur. Besonders gut gefallen hat mir, wie sich Kayne und Toran entwickelt haben. Sie sind beide wesentlich selbstbewusster und erwachsener geworden. Beeindruckend ist die große Loyalität der Freunde, ohne die alle Pläne von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen wären.

Neben Kämpfen und Intrigen spielt auch die Liebe wieder eine große Rolle. Es gibt verschiedene mögliche Paarungen, die sich aber erst im Lauf der Zeit herauskristallisieren. Hier gibt es ein paar wunderschöne romantische Szenen zu lesen.

Fazit:
„Das Lied der Elfen“ ist ein toller Abschluss dieser Fantasy-Trilogie. Alle Handlungsfäden werden zusammengeführt und alle offenen Fragen werden beantwortet. Obwohl die Handlung abgeschlossen ist, könnte ich mir durchaus vorstellen, in der Zukunft weitere Episoden aus Albany zu lesen. Stoff dafür gibt es bestimmt noch reichlich.

Die Weltenmagie-Trilogie:
1. Der letzte Drache
2. Das vergessene Reich
3. Das Lied der Elfen

★★★★★

Ich bedanke mich bei leserunden.de für die Organisation der Leserunde, bei Aileen P. Roberts für die Begleitung derselben und beim Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.