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Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend durch sinnlose Brutalität

Die Auslese - Nur die Besten überleben
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Verlag: Penhaligon Verlag (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764531171
Originaltitel: The Testing (Book I)
Preis: 16,99€
auch als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


Spannend durch sinnlose ...

Verlag: Penhaligon Verlag (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764531171
Originaltitel: The Testing (Book I)
Preis: 16,99€
auch als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


Spannend durch sinnlose Brutalität

Inhalt:

Cia ist 16 Jahre alt und hat gerade die Schule beendet. Sie hofft, für die Auslese in die Hauptstadt geholt zu werden. Die besten Prüflinge werden anschließend an der Universität zugelassen. Doch Cias Vater ist gar nicht begeistert, als Cia tatsächlich die Familie verlassen muss, denn auch er hat damals die Auslese durchlaufen und wird seither von Albträumen geplagt. Denn die Auslese ist hart und nur die Besten überleben…


Meine Meinung:
„Die Auslese – Nur die Besten überleben“ ist nichts wirklich Neues am Dystopienhimmel. Der Roman vereinigt Elemente aus bereits bekannten Büchern wie z.B. „Die Tribute von Panem“, „Die Bestimmung“, „Cassia & Ky“ und anderen. Das ist nicht unbedingt schlecht, auf Dauer ist es wohl auch einfach unmöglich, immer Neues zu kreieren. Es wirkte auf mich auch überhaupt nicht abgekupfert, denn das Bekannte wird zusammen mit neuen Ideen zu einer eigenständigen Handlung verbunden. Und diese Handlung ist spannend. Oft enden die Kapitel mit einem Cliffhanger, sodass man immer weiter lesen muss. Ein Großteil der Spannung ist allerdings darauf zurückzuführen, dass die Auslese so brutal abläuft, Fehler werden bestraft, unter Umständen sogar mit dem Tod.

Der Schreibstil hat mir leider nicht besonders zugesagt. Die Sprache wirkt für meinen Geschmack viel zu altbacken für eine 16-Jährige. Wir erleben die Geschichte aus Cias Sicht, die in der 1. Person im Präsens erzählt. Dadurch wird man natürlich mit dieser Protagonistin sehr vertraut. Man kann ihre ganzen Gedanken, Überlegungen und ihre Gefühle gut nachvollziehen. Sie ist auch sehr sympathisch, sodass man sich gerne mit ihr identifiziert. Leider gibt es relativ wenig Dialoge, dafür umso mehr Beschreibungen, was zum Teil etwas öde wirkt.

„Die Auslese – Nur die Besten überleben“ ist der Auftakt zu einer Reihe. Leider bleiben am Ende noch sehr viele Fragen offen, speziell was die Hintergründe zu dieser Gesellschaft angeht oder warum die Auslese so brutal gehalten wird. Darüber erfährt man in diesem Band kaum etwas.

Die Reihe:
1. Die Auslese. Nur die Besten überleben
2. Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben
3. Die Auslese. Nichts ist, wie es scheint

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider nichts Besonderes

Bad Romeo - Wohin du auch gehst
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Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596033225
Originaltitel: Bad Romeo

Leider nichts Besonderes

Inhalt:
2007. Cassandra Taylor ...

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596033225
Originaltitel: Bad Romeo

Leider nichts Besonderes

Inhalt:
2007. Cassandra Taylor und Ethan Holt lernen sich beim Casting an der Schauspielschule kennen und fühlen sich auf den ersten Blick vom jeweils anderen angezogen. Doch bis sie sich über ihre Gefühle klar werden, dauert es einige Zeit. Und irgendwann wird Ethan Cassie wieder verlassen …

2013. Nach drei Jahren der Trennung treffen sich Cassie und Ethan wieder. Sie spielen gemeinsam in einem Theaterstück. Ethan will ihre Beziehung wieder aufleben lassen, Cassie will dies um jeden Preis vermeiden, doch die körperliche Anziehung zwischen den beiden ist immer noch vorhanden.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird von Cassie in der Ich-Form erzählt. Die Zeitebene wechselt dabei immer wieder zwischen 2007, als die beiden sich erstmals begegnen, und 2013, als sie sich nach einigen Jahren wiedersehen. Dadurch wird schon früh klar, dass Cassie und Ethan zwar trotz des ewigen Zögerns und Hin und Hers von 2007 schließlich doch zusammenkommen, dass die Beziehung aber nicht hält. Denn sonst könnte es ja den Handlungsstrang von 2013 nicht geben. Damit ist eigentlich schon jede Spannung zunichte gemacht.

Leider konnte mich Leisa Rayven mit diesem Roman nicht überzeugen. Bei „Romeo“ und „Julia“ erwarte ich eine emotionale, romantische Geschichte, die zu Herzen geht. Damit kann die Autorin nicht aufwarten. Mich hat die Geschichte von Cassie und Ethan relativ kalt gelassen. Die Gefühle der beiden sind gut hinter der körperlichen Anziehung versteckt. Ständig geht es nur darum, wie schön sie sind, wie gut sie riechen, wie gut sie sich anfühlen und welche körperlichen Reaktionen dies beim anderen hervorruft. Aber in das tiefste Innere dieser beiden jungen Menschen dürfen wir als Leser kaum schauen. „Broken Juliet“ trifft es zwar schon, aber der Romeo Ethan ist alles andere als „bad“, denn eigentlich will er Cassie nur schützen und deshalb keine Beziehung mit ihr. Da Cassie aber vor allem Sex mit Ethan im Sinn hat, erleben wir ein nervenzehrendes Gerangel zwischen ihnen, das aus schier endlosen Wiederholungen besteht.

Mir erschienen die Protagonisten ziemlich platt, ich konnte mich mit keinem von ihnen wirklich anfreunden oder gar identifizieren. Vor allem Cassie hat mich genervt, denn sie benahm sich oft wie ein unreifer, naiver Teenager, und zwar auch noch im 2013er Handlungsstrang.

„Du glaubst … du … Nein!“ Mein Gehirn hat abgeschaltet.
Er schaut mich an, als wäre ich völlig gaga, ich glotze stumpfsinnig zurück.

Tja, ich schaute auch oft ins Buch, als wäre sie gaga.

Leider haben auch die Nebenfiguren nicht viel zu bieten. Sie wirken absolut austauschbar und können den Roman nicht aufpeppen.

Der Schreibstil ist zwar gut lesbar und es ist wohl auch verständlich, dass immer wieder Umgangssprache mit einfließt, aber begeistern konnte mich das auch nicht. Am besten fand ich noch, dass die Dialoge zuweilen ganz humorvoll waren.

Im Oktober 2015 wird der Roman fortgesetzt, was ich gar nicht für notwendig erachte. Man kann den ersten Band auch gut für sich lesen.

Die Reihe:
1. Wohin du auch gehst
2. Ich werde immer bei dir sein

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem Charme

Nie wieder sollst du lügen
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Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709978481
Preis: 9,95€
auch als E-Book erhältlich



Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem ...

Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709978481
Preis: 9,95€
auch als E-Book erhältlich



Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem Charme

Inhalt:
Eine vierköpfige junge Familie rast ungebremst mit dem Auto in eine Baumgruppe, das Auto geht in Flammen auf. Alles spricht für einen erweiterten Selbstmord des Vaters Fritz Hirmer. Gruppeninspektorin Carla Bukowski hat an der Unfallstelle mit ihrem privaten Trauma zu kämpfen und dreht durch. Major Nowak zwingt sie zum Urlaub, den sie bei ihrer guten Freundin Kim verbringt. Als sich dort ein ähnlicher Unfall ereignet, wittert Bukowski ein Verbrechen in den beiden Fällen. Doch das wird von ihrem Chef als Humbug abgetan. Bukowski ermittelt auf eigene Faust und stößt bald auf ein Gespinst von Lügen.


Meine Meinung:
Carla Bukowski ist eine ganz besondere Frau, allerdings nicht besonders einfach. Sie hat schon viel durchgemacht und wird immer wieder von Albträumen geplagt. Sie ernährt sich von Kaffee und Zigaretten und versprüht Zynismus, wo es nur geht. Mit ihrem Starrsinn macht sie ihrem Chef und auch ihrer Freundin das Leben schwer, aber wenn sie ein Verbrechen vermutet, kann sie einfach nicht stillhalten. Dann greift sie durchaus auch zu sehr unkonventionellen Mitteln. Mir war diese Protagonistin ein klein wenig zu abgedreht.

Der Kriminalfall ist schön komplex, und Lena Avanzini versteht es, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Es dauert eine gute Weile, bis man die Zusammenhänge erkennt, bis man die wichtigen von den unwichtigen Details trennen kann.

Die Spannung wird ganz allmählich aufgebaut. Je weiter man liest, desto mehr Abgründe tun sich auf, und damit steigt auch die Spannung, bis sie sich gegen Ende in einem Showdown entlädt.

Lena Avanzinis Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist lebhaft und flott, durchzogen von Metaphern, die die Beschreibungen unterstützen. In diesem Genre findet man leider selten eine so schöne Sprache wie in diesem Buch. Dabei beweist die Autorin immer wieder Humor, was den Roman schön auflockert.

„Nie wieder sollst du lügen“ ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Carla Bukowski. Ich bin schon auf weitere Fälle gespannt.

Fazit:
Mir hat dieses Buch mit seinem außergewöhnlich schönen Schreibstil und einem komplexen Kriminalfall einige spannende Lesestunden beschert. Die Ermittlerin Carla Bukowski ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, wurde aber tiefgründig angelegt, sodass man sich gut in sie einfühlen kann.

★★★★☆

Ich danke der Autorin Lena Avanzini, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, ganz herzlich.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der erste Thriller, der mich zum Weinen gebracht hat

Totenfrau
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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442754429
ISBN-13: 978-3442754427

Der erste Thriller, der mich zum Weinen gebracht hat

Der erste Thriller, ...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442754429
ISBN-13: 978-3442754427

Der erste Thriller, der mich zum Weinen gebracht hat

Der erste Thriller, der mich zum Weinen gebracht hat, aber nicht etwa, weil er so schlecht wäre. Im Gegenteil, ich fand ihn so was von gut! Nein, geweint habe ich, weil das Buch mit einer unglaublich berührenden Liebesgeschichte beginnt.

Brünhilde Blum, genannt Blum (wer würde ihr das bei diesem Vornamen verdenken?) liebt ihren Mann Mark über alles, und er sie. Bis zu diesem einen Tag, als er vor Blums Augen von einem Auto überfahren wird. Unfall mit Fahrerflucht. Für Blum bricht die Welt zusammen. Als sie nach Wochen endlich beginnt, seine Dinge zu ordnen, entdeckt sie Hinweise darauf, dass er inoffiziell an einem Fall gearbeitet hat – Mark war Polizist. Und es keimt die Vermutung auf, dass sein Tod kein Unfall, sondern Mord war. Blum beginnt nachzuforschen und kennt keine Gnade mit den Tätern …


Der Schreibstil von Bernhard Aichner ist sehr eigen. Es sind kurze Sätze, zuweilen nur Halbsätze, einzelne Wörter. Und gerade das macht dieses Buch so lesenswert. Durch diese Art des Schreibens zieht der Autor den Leser ganz nah an Blum heran. Die Sätze wirken fast wie ihre Gedankenfetzen, und man kann sich gut vorstellen, wie sie im Schockzustand und mit Rachegelüsten die Welt wie durch einen Wattenebel wahrnimmt. Wer sich nicht sicher ist, ob dieser Schreibstil ihm zusagt, sollte sich vorab die Leseprobe ansehen.

Obwohl natürlich jedem Leser klar ist, dass Selbstjustiz keine Lösung ist, bringt Aichner einen so weit, dass man Blums Handeln verstehen, wenn auch nicht gutheißen, kann. Aus ihrer Sicht erscheint es nur logisch, dass sie mit aller Vehemenz Rache übt.

„Totenfrau“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Nach einem gefühlvollen ersten Viertel steigt die Spannung immer mehr an. Dabei wird man als Leser auch immer wieder überrascht. Auch wenn sich Blum verhältnismäßig wenig Steine in den Weg legen und die ein oder andere Handlung der Figuren vielleicht nicht unbedingt wahrscheinlich ist, konnte das meiner Begeisterung keinen Abbruch tun. Ich habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Aufmachung. Das Buch hat 444 Seiten mit 49 Kapiteln. Da jedes Kapitel auf einer rechten Seite beginnt und die Kapitelnummer auf der rechten Seite davor steht, gibt es zwischen allen Kapiteln zwei bis knapp vier leere Seiten, es sind also nur ca. 300 Seiten voll bedruckt. Hier hätte man jede Menge Baum sparen können.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührend und charmant, aber teilweise zieht es sich ein wenig

Das Blubbern von Glück
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Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: cbt (22. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570162866
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: My life as an alphabet
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: cbt (22. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570162866
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: My life as an alphabet
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich

Berührend und charmant, aber teilweise zieht es sich ein wenig

Inhalt:
Candice Phee, 12 Jahre, muss für die Schule einen Erlebnisbericht schreiben in 26 Absätzen von A bis Z. Doch Absätze sind Candice nicht genug, um alles zu erzählen, was sie bewegt, und so macht sie kurzerhand 26 Kapitel daraus. In ihrer Familie ist das Glück nur noch selten zu Gast, aber Candice unternimmt immer wieder einen Versuch, um es zurückzuholen. Und nicht nur ihre Familie will sie glücklich sehen – nein, Candice hat ein großes Herz und wünscht auch ihrem Freund Douglas Benson aus einer anderen Dimension, ihrem Goldfisch und ihrer Lehrerin alles Glück der Welt.

Zitat:
Aber es war auch eine zufriedene Candice Phee, die ins Bett kroch, weil sie endlich Pläne zur Verbesserung des allgemeinen Glückspegels in der Welt hatte. (S. 89)

Meine Meinung:
Candice ist anders. Manche behaupten, sie sei autistisch, aber sie selbst ist anderer Meinung. Sie ist auf jeden Fall absolut liebenswert und versprüht jede Menge Charme. Sie ist immer ehrlich, was natürlich manchmal zu unangenehmen Situationen führen kann, und nimmt ihr Gegenüber immer genau beim Wort. Ironie und Sarkasmus sind ihr fremd. So erzählt Candice uns Lesern viele lustige, aber auch traurige Szenen in einem relativ trockenen Stil, dass man einfach immer wieder schmunzeln muss.

Dabei drückt Candice sich sehr gewählt aus, benutzt viele Fremdwörter, die sie meistens auch gleich erklärt. Das Buch, das Candice am liebsten liest, ist nämlich das Wörterbuch. Dadurch hat sie einen enormen Wortschatz.

Die Art, in der Candice erzählt, ist recht erfrischend, ihre klare, unverstellte Sicht auf die Welt zuweilen sehr erstaunlich. Allerdings wiederholt sie sich öfter mal, was das Ganze unnötig in die Länge zieht und mich ein wenig gestört hat.

Fazit:
Eine berührende Geschichte mit einer ganz besonderen Protagonistin. Zwar als Kinderbuch ausgewiesen, aber auch für Erwachsene absolut lesenswert.

★★★★☆