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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Märchen zum Träumen

Traumflieger
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Gebundene Ausgabe: 162 Seiten
Verlag: Koros Nord (4. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981486322
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 – 12 Jahre

Ein Märchen zum Träumen

Inhalt:
Lena und Lasse gehen ...

Gebundene Ausgabe: 162 Seiten
Verlag: Koros Nord (4. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981486322
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 – 12 Jahre

Ein Märchen zum Träumen

Inhalt:

Lena und Lasse gehen in die 4. Klasse. Sie sind dicke Freunde. Doch Lasse wird von Tag zu Tag trauriger. Lena schreibt einen Brief an Gott, indem sie ihn um Hilfe durch einen Superhelden für Lasse bittet. Doch statt eines Superhelden schickt Gott die Taube Anastasia, die Lena und Lasse mitnimmt auf ein großes Abenteuer.

Meine Meinung:
Jando hat hier ein schönes Märchen um Freundschaft, Träume und Glück geschaffen. Besonders gut hat mir die verschachtelte Geschichte gefallen: Den äußersten Rahmen bilden Prolog und Epilog aus Sicht des Erzählers. Dann folgt eine Rahmenhandlung mit Kindern, die vor einem Unwetter in einen Leuchtturm flüchten. Hier bekommen sie vom Leuchtturmwärter die Geschichte von Lena und Lasse vorgelesen, und auch hierin ist noch einmal eine kleine Geschichte verborgen, nämlich ein Schulaufsatz von Lasse. Der Aufbau erinnert dadurch sehr an Matrjoschkas, diese berühmten russischen Holzpuppen.

Den Hauptteil bildet dabei die Geschichte um Lena und Lasse. Sehr schön wird hier auf die Bedeutung von Freundschaft hingewiesen und dass in jedem von uns ein Superheld stecken kann. Wir müssen ihn nur hervor holen. Auch mit kleinen Dingen kann man Großes bewirken. Und vor allem sollen wir mehr auf unser Herz hören. Es wird uns immer den richtigen Weg weisen. Bei allem sollen wir auch unsere Träume nicht vergessen und immer versuchen, sie wahr werden zu lassen.

Kinder werden ihre Freude an der Geschichte haben, da auch viele Tiere und ein Kuscheltier eine große Rolle darin spielen.

Das Buch ist mit wunderschönen Zeichnungen illustriert, die die Figuren noch mehr zum Leben erwecken, als es die Erzählung sowieso schon tut.

Leider wimmelt es in der 1. Auflage nur so von Rechtschreib- und Satzzeichenfehlern. Das hat mir das Lesen sehr vergällt. Ich bin da einfach sehr empfindlich, was das angeht. Es wäre vielleicht besser, den Kindern das Buch vorzulesen, damit sie sich nichts Falsches einprägen.?

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Warmherziger Roman, sommerlich leicht

Das Meer in deinem Namen
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Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596031887

Warmherziger Roman, sommerlich leicht

Inhalt:
Fast ihr Leben lang schon fürchtet ...

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596031887

Warmherziger Roman, sommerlich leicht

Inhalt:
Fast ihr Leben lang schon fürchtet sich Carly vor dem Meer. Als sie ein Kind war, hat es ihr die Eltern genommen. Als sie nun den Auftrag bekommt, für ihren ehemaligen Chef ein Häuschen in dem Künstlerdorf Ahrenshoop an der Ostsee für den Verkauf vorzubereiten, ist ihr ein wenig mulmig zumute. Doch Land und Leute machen es ihr leicht, sich dort wohl zu fühlen. Je mehr Carly in die Geschichte der Vorbesitzerin eintaucht, desto weniger will sie diesen wunderbaren Ort wieder verlassen.


Meine Meinung:
Detailreich und bildhaft erzählt Patricia Koelle die Geschichte zweier Frauen. Wir begleiten zum Einen Carly im Jahr 1999, als sie nach Ahrenshoop in das Haus Naurulokki kommt, um auszumisten und sauber zu machen, damit das Haus verkauft werden kann. Je mehr sie sich mit dem Haus beschäftigt, umso mehr erfährt sie über die (Liebes-) Geschichte der verstorbenen Besitzerin, Henny Badonin, einer Malerin. Sie fühlt sich auf eigenartige Weise mit der ihr unbekannten Frau verbunden und spürt sogar deren Anwesenheit auf Naurulokki. Ausgerechnet hier am Meer, vor dem sie immer Angst hatte, fühlt Carly sich endlich heimisch. Es gelingt der Autorin, eine wunderbare Atmosphäre heraufzubeschwören. Man kann leicht nachvollziehen, warum Carly sich auf Naurulokki und in Ahrenshoop so wohl fühlt.

In Rückblicken erfahren wir Leser noch mehr als Carly, nämlich wichtige Ausschnitte aus Hennys Leben in den 1950er und 1990er Jahren. Die Perspektivwechsel haben mir gut gefallen, sie machten den Roman abwechslungsreicher und interessanter. Allerdings blieb mir Henny und ihre Zeit bis zum Schluss fremder als Carly. Aber das ist ja nicht schlimm. Wichtig ist, dass die Handlung in sich logisch und nachvollziehbar ist, und das ist sie, auch wenn es zuweilen vor glücklichen Zufällen nur so wimmelt. Probleme lösen sich wie von selbst, was in der Häufigkeit dann doch etwas unglaubwürdig wirkt. Es wird alles ein bisschen durch die rosa Brille betrachtet, Ecken und Kanten hat wohl das Meer schon abgeschliffen.?

„Das Meer in deinem Namen“ ist ein leichter Roman, nicht besonders tiefgründig, aber auch nicht oberflächlich, ein wenig kitschig, ein wenig klischeebehaftet. Wer das mag, ist hier genau richtig.

Die Handlung kann man als abgeschlossen betrachten. Gleichwohl gibt es einige lose Fäden, die noch weiter verfolgt werden können. Und so wird der 2. Teil der Trilogie mit dem Titel „Das Licht in deiner Stimme“ im September 2015 als Taschenbuch erscheinen. Als E-Book ist er bereits erhältlich.

Die Ostsee-Trilogie:
1. Das Meer in deinem Namen
2. Das Licht in deiner Stimme
3. Der Horizont in deinen Augen

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Toller Auftakt einer fesselnden Fantasy-Reihe

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2015 (15. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: ...

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2015 (15. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: An Ember in the Ashes

Toller Auftakt einer fesselnden Fantasy-Reihe

Inhalt:
Elias wird in der Militärschule Schwarzkliff zu einem der besten Elitesoldaten des Imperiums ausgebildet. Doch er ist mit der willkürlichen Grausamkeit den unterdrückten Stämmen gegenüber gar nicht einverstanden und plant seine Flucht aus Schwarzkliff.

Laia ist ganz auf sich gestellt, nachdem ein nächtlicher Überfall der „Masken“ ihr ihre Großeltern genommen hat. Ihr Bruder Darin wurde gefangengenommen. Laia schließt sich dem Widerstand an, um gemeinsam mit den Rebellen Darin zu befreien. Sie wird nach Schwarzkliff eingeschleust, um zu spionieren. Hier kreuzen sich die Wege von Elias und Laia, die schließlich erkennen, dass es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen ihnen gibt.

Meine Meinung:
Sabaa Tahir konnte mich mit ihrem Debütroman von der ersten Seite an fesseln. Ohne langes Vorgeplänkel wird man gleich mitten ins Geschehen geworfen. Erklärungen zur Gesellschaft fließen nach und nach ein. Es bleiben zwar nach diesem ersten Band noch einige Unklarheiten diesbezüglich, aber die Menge der Informationen reicht mir erst einmal. Ich nehme an, dass wir in den weiteren Bänden noch mehr darüber erfahren werden.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist grausam. Seit Jahrhunderten unterdrücken die Martialen die Kundigen. Letztere müssen ständig um ihr Leben fürchten, denn jederzeit kann es einen Überfall der Martialen geben. Die Martialen haben Spaß am Foltern, Vergewaltigen und Morden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Buch sehr brutal ist, für manchen Leser vielleicht zu brutal. Ich fand es nicht so schlimm, weil immer wieder zur Sprache kommt, dass dieses System nicht richtig ist, dass man so nicht leben sollte. Vor allem der Protagonist Elias, der ja eigentlich auf der Seite der Unterdrücker ist, kann sich nicht mit der Ungerechtigkeit abfinden.

„Ja, wir werden frei sein. Frei, zu vergewaltigen und zu töten und dem Imperator zu huldigen.
Seltsam, dass das so gar nicht nach Freiheit schmeckt.“
(Elias’ Gedanken, S. 55)


Das macht ihn natürlich sehr sympathisch. Aber auch Laia heimst jede Menge Sympathiepunkte ein, ist sie doch bereit, alles erdenkliche Leid auf sich zu nehmen, um ihrem Bruder zur Freiheit zu verhelfen.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Laia und Elias, sodass man beide gut kennenlernt. Ihre Handlungsstränge laufen immer näher aufeinander zu, bis sie zuletzt eng miteinander verwoben sind. Ihre Handlungsweisen konnte ich meistens gut nachvollziehen, ihre Gedanken und Gefühle verleihen den Figuren Tiefe.

Anfangs dachte ich, klar, das ist eine Romeo- und Julia-Geschichte, wie es viele gibt. Doch schon hier konnte die Autorin mich überraschen. Denn so einfach macht sie es uns Lesern nicht. Auch manch andere Abläufe waren gänzlich unerwartet. Dies ist vielleicht vor allem den Intrigen und Ränken zuzuschreiben, mit denen die Protagonisten es zu tun bekommen. Ich finde es immer toll, wenn ein Autor es schafft, mich wirklich zu überraschen. Und wenn die Geschichte dann auch noch spannend, lebendig und mit hohem Tempo erzählt wird, so wie hier, dann ist mir das 5 Sterne wert.

Der 2. Band der Reihe soll 2016 erscheinen.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Carters Morde werden immer abartiger

Totenkünstler
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Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548285399
Originaltitel: The Death Sculptor
Preis: 9,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Carters ...

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548285399
Originaltitel: The Death Sculptor
Preis: 9,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Carters Morde werden immer abartiger

Inhalt:
Ein todkranker Staatsanwalt wird auf bestialische Weise ermordet. Der Täter lässt eine seltsame Skulptur am Tatort zurück. Hunter und Garcia vom Morddezernat I in Los Angeles ermitteln und bekommen von Bezirksstaatsanwalt Dwayne Alice Beaumont zur Seite gestellt, die so hochbegabt erscheint wie Robert Hunter und diesem bei den Ermittlungen oft voraus sein wird.

Schon bald taucht eine zweite Leiche auf, wieder begleitet von einer Skulptur. Dieses Mal handelt es sich um einen Polizisten. Will sich hier jemand für eine Verurteilung rächen? Was hat es mit den Skulpturen auf sich? Will der Täter damit etwas sagen oder nur die Ermittler verwirren?

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Band der Thriller-Reihe um die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia. Man kann die einzelnen Bücher aber unabhängig voneinander lesen, da die Fälle jeweils abgeschlossen sind. Nur die Detectives entwickeln sich natürlich weiter.

Ich mochte die ersten drei Thriller von Chris Carter sehr gerne. Der vierte fällt meiner Meinung nach etwas ab. Carter hat sich wieder einen besonders abartigen Mörder ausgedacht und spart nicht an blutigen Beschreibungen, die er sogar immer wieder wiederholt. Auf diese genauen Wiederholungen hätte ich gerne verzichten können. Denn ich konnte mir schon nach dem ersten Mal die grauenhaft zugerichteten Leichen und ihre Umgebung lebhaft vorstellen. Das muss ich nicht drei Mal mit immer wieder denselben Worten lesen.

Auch die Figur der Alice Beaumont war mir etwas zu viel. Es reicht doch wirklich schon, wenn Hunter so ein Superhirn ist, da muss nicht noch jemand dazukommen, der mir als Leser zeigt, wie unzulänglich ich selbst bin. Die Staatsanwältin Blake wird dagegen fast ein bisschen zu doof dargestellt.

Als Leser ist es einem nicht möglich, auf den Täter zu kommen, da Hunter die winzigen Details, die er erfährt und die ihn schließlich auf die richtige Spur führen, für sich behält. Das finde ich schade, denn so kann man wirklich nur raten, aber nicht die richtigen Schlüsse ziehen.

Davon abgesehen wird man aber sehr gut unterhalten (wenn man es gerne blutig mag). Die Seiten fliegen nur so dahin und lassen sich locker und leicht lesen. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Fall.

Fazit:
„Totenkünstler“ ist einigermaßen spannend geschrieben, hätte aber durchaus noch spannender sein dürfen. Hervorstechend sind die Beschreibungen der abartigen Morde bzw. Skulpturen, die der Täter am Tatort hinterlässt. Für Menschen mit schwachem Magen ist das nichts.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sehr mühsam zu lesen

Die Lüge
1

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596188420

Sehr mühsam zu lesen

Inhalt:
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, will ich zu ...

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596188420

Sehr mühsam zu lesen

Inhalt:
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, will ich zu diesem Buch einfach mal den Klappentext anführen, denn er trifft den Inhalt des Buches ganz gut, und ich könnte es nicht besser ausdrücken.

„Dies ist die Geschichte einer Verstrickung: Ein Vater, der in den Osten ging, um dem Land seiner Hoffnungen zu dienen. Ein Sohn, der als Komponist die Sounds seiner Generation einfängt und sich mit der Zensur arrangiert. Als der Sohn Karriere macht, steht der Vater vor der Tür. Fortan umkreisen sich die beiden, nur langsam ahnt man, welchen Kampf sie miteinander führen.
Uwe Kolbes Roman vom Verrat am eigenen Leben ist auch eine Absage an die Gleichgültigkeit, ob im Alltag einer Diktatur oder anderswo.“ (© S. Fischer Verlage)

Meine Meinung:
„Die Lüge“ ist ein Roman, der für mich sehr mühsam zu lesen war. Ich quälte mich durch ellenlange Schachtelsätze, die ich dreimal lesen musste, um zu erkennen, wo vorne und wo hinten ist.

„Aber der hiesige Bürger – ich dachte das Wort Bürger, wie es um uns herum, insbesondere von der Polizeibehörde benutzt wurde, zu selten genau, auch wenn ich „Dantons Tod“ in einer tollen Inszenierung erst vor kurzem gesehen hatte an der Schumannbühne, mit dem phantastischen Reetlow mit seiner markanten Stimme in einer Doppelrolle als Danton und Robespierre, mein Gott! – der Bürger konnte nicht so einfach sich an die Straße stellen in Schöneweide an der Tankstelle, an der Trampstelle von hier aus Richtung Süden, oder in den tschechischen Speisewagen sich setzen und Urquell trinken.“ (S. 244f.)

Dann gibt es aber auch etliche Halbsätze, die auf mich einfach hingeworfen wirkten. Dies alles ist verpackt in seitenlange Absätze, sodass man nicht mal zum Luft holen und Nachdenken kommt und der Roman sich beim Lesen anfühlt wie eine heruntergeleierte Rede.

Stilmittel finden sich en masse – ein Deutschlehrer könnte sich mit seiner Klasse stundenlang austoben. Für Otto-Normal-Leser wirkt das Ganze dadurch eher holprig und zu gewollt.

Immer wieder verzettelt der Autor sich in Detailbeschreibungen, die nicht wirklich etwas zur Handlung beitragen und einfach nur ablenken. Den roten Faden musste ich dagegen mehr als ein Mal suchen. Wenig hilfreich sind hierbei auch die häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel. Scheinbar willkürlich springt der Autor in seiner Erzählung von der Vergangenheit in die Gegenwart, dann wieder einen Schritt zurück, zwei Schritte vor. Ich hatte Mühe, hier mitzuhalten, immerhin wird so die Spanne zwischen den frühen 1950er Jahren bis nach 2000 abgedeckt.

Bei alldem ist der Frauenverschleiß der beiden Protagonisten Vater und Sohn ganz enorm. Die ersten ca. 200 Seiten drängen sich die Bettgeschichten fürchterlich in den Vordergrund. Die Männer machen dabei keine besonders sympathische Figur. Dagegen kommt mir die im Klappentext erwähnte „Geschichte einer Verstrickung“ viel zu kurz.

Fazit:
Empfehlen würde ich dieses Buch allenfalls solchen Lesern, die Freude an für den Deutschen Buchpreis nominierten Romanen haben. Schon öfter habe ich feststellen müssen, dass ich mit diesen Büchern nicht viel anfangen kann, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Auch Leser, die die dargestellte Zeit selbst in der damaligen DDR erlebt haben, können vielleicht mehr aus dem Buch herausholen als ich.

★★☆☆☆