Müllmänner, Androiden und Sekten
Der City-Cleaner
„Der City-Cleaner“ versammelt vier scharfkantige Kurzgeschichten, die düstere Zukunftsvisionen in überraschende Szenarien gießen: faschistoide Müllmänner patrouillieren durch staubige Städte, freundlich ...
„Der City-Cleaner“ versammelt vier scharfkantige Kurzgeschichten, die düstere Zukunftsvisionen in überraschende Szenarien gießen: faschistoide Müllmänner patrouillieren durch staubige Städte, freundlich wirkende Gefängniswärter üben subtilen Zwang aus, verrückte Androiden hinterfragen Menschlichkeit, und gänzlich absurde Erfinder liefern bizarre Utopien. Die Sammlung funktioniert als kaleidoskopischer Blick in eine Welt, die schon eine Dystopie zu sein scheint, reflektiert, bitterböse, mit einem trocken schwarzen Humor, der lange nachwirkt.
Die Stärke liegt im Stil: Jede Geschichte besitzt einen eigenwilligen Ton, teils skurril, teils satirisch, und entfaltet damit einen Sog, der auch bei kürzerem Lesensrhythmus wirkt. Die Ideen sind originell und verstörend – mal spöttisch, mal alarmierend und fangen die Ängste unserer Gegenwart metaphorisch ein und verdichten sie zu klaustrophobischen Szenarien.
Einige Geschichten bleiben jedoch im Kopf eher als Schlaglichter, deren Chraktere und Hintergründe dünn skizziert sind. Das erhöht zwar den Fokus auf das Szenario, kann aber emotional distanzieren.