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Veröffentlicht am 03.07.2022

#wennträumewahrwerden

Sommerträume auf Sylt
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Vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Als Jugendliche schworen Mado, Lucy, Sonja und Riecke sich immer bei der Erfüllung ihrer Träume zu helfen. Das ist mittlerweile 25 Jahre her und ...

Vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Als Jugendliche schworen Mado, Lucy, Sonja und Riecke sich immer bei der Erfüllung ihrer Träume zu helfen. Das ist mittlerweile 25 Jahre her und die vier sind immer noch sehr eng befreundet. Der Alltag allerdings hat sich sehr verändert. Die Träume aber sind geblieben. Die vier beschließen zu ihrem „silbernen“ Freundschaftsjahr noch einmal nach Sylt zu reisen, um ihren Träumen wieder etwas näherzukommen.

Der Leser wird richtig in die Geschichte hereingezogen. Schon nach ein paar Zeilen wird man ein Teil dieser Freundinnen. Lebt und hofft mit ihnen. Möchte gar nicht mehr aufhören, zu lesen. Gefühlvoll und mitreißend wird eine richtig schöne Wohlfühlatmosphäre erzeugt, die sich durch das ganze Buch zieht. Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Das gibt einem das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Überhaupt haben die Autorinnen die wunderbare Gabe, den Leser so richtig in den Roman einzubinden. Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei. Die Figuren überzeugen durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge. Sie sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke, die in jedem einzelnen stecken kann. Am Schluss ist man traurig, dass man Sylt und die vier Freundinnen verlassen muss. Dieser Roman ist wie ein kleiner Urlaub. Kurzweilig und zum Wohlfühlen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2022

Sehr unterhaltsamer Auftakt

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)
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Die Autorin nimmt uns mit in die 1950er Jahre.
Aus ihrer Sicht wird diese Zeit noch einmal lebendig.
Inmitten des Kalten Krieges wachsen drei junge Frauen auf.
Mit den Augen dieser drei Hauptcharaktere ...

Die Autorin nimmt uns mit in die 1950er Jahre.
Aus ihrer Sicht wird diese Zeit noch einmal lebendig.
Inmitten des Kalten Krieges wachsen drei junge Frauen auf.
Mit den Augen dieser drei Hauptcharaktere durchlebt der Leser eine vergangene Zeit. Bildreich und sehr lebendig, fesselnd und auch wieder federleicht wird das Zeitgeschehen von damals wiedergegeben.
Die Charaktere sind einfach super gewählt.
Mit ihnen erlebt man alle Höhen und Tiefen hautnah.
Die guten und auch die sehr schmerzlichen Erlebnisse.
Dazu kommen die historischen Ereignisse, die sich wie ein roter Faden durch diese Geschichte ziehen.
Ein wunderbarer Roman mit sehr ernsten Hintertönen.
Trotz der damaligen Zwangslage und Schwere ist die Geschichte um Betty, Martha und Clara kurzweilig geschrieben.
Die Charaktere sind alle sehr ausdrucksstark und liebenswert.
Haben ihre Ecken und Kanten. Das macht das Geschehen recht lebendig.
Mit großer Wärme erzählt die Autorin von Lebensträumen, Erinnerungen, Scheitern, Entwurzelung und verpassten Chancen auf dem schwierigen Weg zum Erwachsenwerden.
Ein sehr unterhaltsamer Sommerroman, nicht nur für das Strandbad.

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Ein Wohlfühlkrimi

Bitterwasser
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Im beschaulichen Gastein geschehen seltsame Dinge. Carolin Halbach zieht aus Deutschland nach Österreich, um die Stelle der Bibliotheksleiterin anzutreten. Während der Eröffnungsfeierlichkeiten geschieht ...

Im beschaulichen Gastein geschehen seltsame Dinge. Carolin Halbach zieht aus Deutschland nach Österreich, um die Stelle der Bibliotheksleiterin anzutreten. Während der Eröffnungsfeierlichkeiten geschieht ein Mord. Waren die Häppchen etwa vergiftet? Die Polizei vermutet einen Sabotageakt. Carolin sieht das etwas anders und fängt selbst an nachzuforschen. Das macht sie so gut, dass sie sich selbst in Gefahr begibt.

Bitterwasser ist ein solider Krimi mit viel spannenden Elementen.

Ruhig geschrieben, bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten. Das liegt nicht nur an der guten Schreibweise, sondern auch an den sehr gut beschriebenen Charakteren.

Die Hauptfigur ermittelt mit Köpfchen und Gefühl und macht Mrs. Marple alle Ehre. Es macht Spaß, ihr bei diesen Ermittlungen zu folgen.

Dazu passt der sehr gut zu verstehende Dialekt und die genauen Ortsbeschreibungen. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren.

Auch die Gemütsklage und Atmosphäre der Bewohner werden sehr gut wiedergegeben. Dabei kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Ein guter Krimi, mit viel Lokalkolorit, und einer sehr sympathischen Privatschnüfflerin.

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Schicksalsjahr 1964

Die Dorfschullehrerin
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Kirchbach 1964
Helene kehrt zurück nach Kirchbach.
Sie soll die Leitung der Schule übernehmen.
Helene geht sehr zögerlich darauf ein, denn in Kirchbach lebt Tobias. Der Landarzt, der ihr Leben ziemlich ...

Kirchbach 1964
Helene kehrt zurück nach Kirchbach.
Sie soll die Leitung der Schule übernehmen.
Helene geht sehr zögerlich darauf ein, denn in Kirchbach lebt Tobias. Der Landarzt, der ihr Leben ziemlich durcheinander gewirbelt hat.
Zudem ist ihre Tochter Marie auch nicht gerade begeistert, aufs Land zu ziehen.
Es erwarten Helene ungeahnte Herausforderungen, die ihren ganzen Einsatz erfordern. Die Nähe zu ihrem ehemaligen Heimatdorf, jetzt in der Zone gelegen, macht es auch nicht einfacher.

Vorab gesagt, wer den ersten Band nicht gelesen hat, kommt hier auch problemlos in die Geschichte rein.

Die Schreibweise ist gewohnt flüssig und einfühlend.
Die Charaktere sind ebenfalls wunderbar beschrieben
und ich hatte wirklich das Gefühl, selbst in Kirchbach zu leben und u. a. Helene und Tobias zu folgen.

Auch dieses Mal schildert die Autorin sehr authentisch und bildhaft die Veränderungen im deutschen Alltag, der immer noch von der Mauer geprägt wird.
Das Leben in den westlichen Besatzungszonen entwickelt
bald Liebesbeziehungen zwischen alliierten Soldaten und deutschen Frauen.
Viele Deutsche sehen diese Liebesbeziehungen kritisch.
Aber auch die Schulreform, das ländliche Leben und vor allem immer wieder die Moralvorstellungen der Dorfbevölkerung sind ein großes Thema.
Der Roman hat sehr viele Handlungsstränge.
Natürlich ist eine komplexe, vielschichtige Handlung immer gut und oft sorgen erst die Nebenhandlungen eines Romans für das nötige Volumen, aber hier ist es einfach zu viel des Guten.
Dadurch rutscht das eigentliche Thema an den Rand.

Fazit:
Ein gut recherchierter Roman, der die Gemütslage der 60er Jahre sehr gut schildert. Stimmung und Atmosphäre der Gesellschaft werden sehr gut beschrieben. Hier wird Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie wunderbar vermittelt.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Ein spannendes Katz- und Maus- Spiel

Das zweite Geheimnis
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Seit dem Mauerbau sind zwölf Jahre vergangen.
Ria Nachtmann, die einst als Spionin für den Bundesnachrichtendienst aktiv war, führt ein weitgehend angepasstes Leben in Ostberlin.
Im Frühjahr 1973 bereitet ...

Seit dem Mauerbau sind zwölf Jahre vergangen.
Ria Nachtmann, die einst als Spionin für den Bundesnachrichtendienst aktiv war, führt ein weitgehend angepasstes Leben in Ostberlin.
Im Frühjahr 1973 bereitet sich Ostberlin auf die Weltfestspiele der Jugend vor.
Die DDR will sich offen und bunt präsentieren.
An der Grenze allerdings geht es ganz anders zu. Die Sperranlagen hindern die
Bürger daran, in den Westen zu gelangen.
Als der Grenzsoldat Henning Nowak zu fliehen versucht, gerät auch seine Schwägerin
Ria ins Visier der Staatssicherheit. Denn Ria hat eine enge Verbindung zum
Klassenfeind. Ihre Liebe zum westdeutschen Journalisten hat die ganzen Jahre
überdauert. Die Stasi setzt alles dran, Ria zu überführen. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Ostberlin in den 1970er Jahren.
Das Schicksal der fiktiven Protagonisten verwebt Titus Müller
gekonnt mit dem Leben und Wirken der realen zeitgeschichtlichen Figuren.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Auch wurde wieder sehr gut recherchiert. Die Atmosphäre und die Sorgen der Menschen sind greifbar. Man taucht ein in ihr Schicksal und nimmt Anteil an ihrem Leben, das nicht immer einfach ist. Ein Leben, das von der Politik und der Stasi sehr bestimmt war. Besonders interessant und sehr packend sind die Passagen, die erklären, wie hinterhältig die eigenen
Bürger ausspioniert wurden. Wie sie als Grenzverletzer behandelt wurden.
Die Charaktere sind bis in die Nebenrollen stark gezeichnet.
Die Schreibweise ist wunderbar und sehr mitreißend.
Man fliegt förmlich durch die Seiten.
Eine sehr lebendige und auch sehr spannende Geschichte, die den Leser in eine völlig andere Zeit entführt. Der Autor hat es auch in diesem Band
wieder geschafft, historisches mit dem erdachten zu verbinden.
Man kann dieses Buch kaum aus der Hand legen. Ein Buch, das dem Leser eine Gänsehaut verschafft und in die menschlichen Abgründe zieht.
Düster und spannend. Ein Lesehighlight!

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