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Veröffentlicht am 12.06.2024

Ein Märchen, was kein Märchen ist...

Das kostbarste aller Güter
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Zufällig stolperte ich beim Lesen auf die Erwähnung dieses Jugendbuches - allein schon der Titel 'Das Kostbarste aller Güter' hat meine Neugierde ausgelöst. Das Kostbarste aller Güter? Ich suchte und fand ...

Zufällig stolperte ich beim Lesen auf die Erwähnung dieses Jugendbuches - allein schon der Titel 'Das Kostbarste aller Güter' hat meine Neugierde ausgelöst. Das Kostbarste aller Güter? Ich suchte und fand viele Informationen über das Buch, bis ich es schließlich in meine Fingern hielt.

Natürlich interessiert mich die Shoa / Holocaust (als Betroffene, die aus einer Familie von sechs Nazi Opfern stammt, von denen es drei nicht überlebten - der jüdische Teil und der Großonkel, der mit seiner jüdischen Freundin einen Sohn zeugte), auch wenn das Thema mich immer sehr intensiv berührt und ich dann stundenlang wieder in dieser herzlosen Zeit lebe. Doch es ist ein wichtiges Thema, was sich leider leider immer noch wiederholt.

Das Buch beginnt wie ein Märchen, ist kind- und jugendgerecht geschrieben ( von der Wortwahl her) und erzählt von der Armut und dem dahin Vegetieren von ärmeren Menschen in jener Zeit, die Zweiter Weltkrieg genannt wird. Eine äußerst arme Frau mit ständigem Hunger sieht diesen Zug, für den eine Schneise durch ihren Wald, wo der arme Tagelöhner und seine Frau wohnt, geschlagen wurde.
Die Frau hat sich immer ein Kind gewünscht, doch sie wurden nie mit einem Kind gesegnet, was der Mann gut fand. Denn er hätte nicht gewusst wie das Kind ernähren.

Die Frau beobachtete nun diesen Zug, der pünktlich immer durch den Wald fuhr, ein Güterzug. Sie richtete ihren Tagesablauf nach dem Zug, denn sie erhoffte sich etwas von dem Güterzug. Ein Güterzug muss doch Gutes transportieren, Güter. Und was ist wichtiger als Lebensmittel zum Überleben, also muss doch dieser Zug Essen mitführen. Sie wartete immer auf die Durchfahrt. Und eines Tages findet die Frau auch etwas, was aus dem Zug geworfen wurde.
Der Zug fährt in ein Vernichtungslager und eine Mutter mit zwei Säuglingen wirft den einen, in ein Gebetstuch gewickelt, aus dem Zug. Sie glaubt nur genügend Milch für den einen Säugling zu haben. Das aus dem Zug geworfene Mädchen wird von der armen Frau gefunden. Es wird als 'das Kostbarste Gut' gefunden und nach Hause genommen. Der Mann ist dagegen, dass sie das Kind behält, denn er merkt sofort an dem jüdischen Gebetstuch, dass das Kind ein jüdisches Kind ist.
Doch die Frau setzt sich durch ...

Auf 128 Seiten erzählt der Autor Jean - Claude Grumberg (selbst jüdisch und Autor vieler interessanter Werke) das Märchen, was kein Märchen ist... Im Buch sind einige Schwarzweiß Zeichnungen von Ulrike Möltgen, eindringlich gemalt, die ein wenig an Käthe Kollwitz erinnern.

Das Buch ist ein Buch über die Liebe der Eltern zu ihrem Kind (nicht ihr leibliches, sondern das aufgefundene und deswegen umso kostbarer, die Liebe)

Das Büchlein erhielt den Deutschen Jugendliterarturpreis

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Veröffentlicht am 18.05.2024

nie nie nie aufgeben!

Der Mann, der überlebte
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"Er wurde als Neger in der Sklaverei geboren. Ehe er laufen lernte, wurde er zum Waisen. Vorurteile, Armut und Krankheit bedrückten ihn..." Aus dem Klappentext von 1966.
Der Mann, der überlebte. George ...

"Er wurde als Neger in der Sklaverei geboren. Ehe er laufen lernte, wurde er zum Waisen. Vorurteile, Armut und Krankheit bedrückten ihn..." Aus dem Klappentext von 1966.
Der Mann, der überlebte. George W. Carver und sein Werk, von Lawrence Elliott.

Ein Buch, was ich in einer Bücherzelle fand. Es riecht nach altem Buch. Doch vom ersten Wort an hat mich das Buch so eingefangen. Das Schicksal dieses jungen Menschen, der sich und sein Schicksal meisterte. Er trotzte allem Übel, er fing an zu beobachten, zu untersuchen. Hörte nie auf nach Bildung zu fragen und wurde ein sehr gebildeter Mensch.

Er fand auf seinem Weg Menschen die ihn unterstützten. Da spielte auch die Hautfarbe keine Probleme. Er begegnete viel Ablehnung, auch da spielte die Hautfarbe keine Rolle.
So berührend geschrieben, so voller Empathie. Der Autor verstand wirklich den Helden George seiner Leserschaft näher zu bringen. Manche sagen, George W. Carver sei der größte Amerikaner überhaupt. Auf jeden Fall war er ein wichtiger Mensch.

Ich bin so etwas von beeindruckt. Never be tired of learning (auch mein Lebensmotto).

George W. Carver hat seinen Weg in mein Herz gefunden.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Was die Natur uns lehrt..

Ein Garten offenbart sich
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Ein wunderschönes kleines aber doch mächtiges Buch:

Ein Garten offenbart sich. Allein schon der Titel, was offenbart er, wem? Mir? Allen, die sich darin aufhalten? Denjenigen, die ihn hüten, bewahren, ...

Ein wunderschönes kleines aber doch mächtiges Buch:

Ein Garten offenbart sich. Allein schon der Titel, was offenbart er, wem? Mir? Allen, die sich darin aufhalten? Denjenigen, die ihn hüten, bewahren, hegen, bewirtschaften?

Das Buch ist sehr wertvoll, gehört aber langsam gelesen, um die Worte nachklingen zu lassen. Da ich es bereits in vielen Buchhandlungen entdeckt habe, vermute ich eine gute Akzeptanz, was dem Buch auch gebührt. Das ist das Schöne bei guten Büchern, dass Erinnerungen wieder geweckt werden... das Buch entschleunigt! Mich hat es so entschleunigt, dass ich es ständig bei mir trage und immer wieder meine Nase in das Buch stecke und jedes Wort nachklingen lasse...

Die beiden Söhne erklären der Mutter wie sie ihren Garten verbessern kann. Naturdüngung, einfach weiterwachsen lassen. Respekt gegenüber der Natur. Kein Ausreißen. Der Kohl treibt erneut aus (genauso mache ich es mit Kohlstrünken, dass ich sie ins Wasser stecke und sie treiben wieder aus... und die Blätter können geerntet werden). Mir hat der Abschnitt über das Leben am Meer der Großmutter sehr gut gefallen: Denn es erinnerte mich an meine Großmutter, die im Haus der Familie für 200 Jahre lebte (was heute abgerissen wurde). Ein Plumpsklo mit Zeitungspapier gab es ebenso ... wenige Dinge, alles wurde wiederverwendet, benützt bis es unbrauchbar geworden war. Meine Oma hatte auch Ahnung von Wildkräutern, was sie an mich weitergab... Meine Oma sammelte auch Pilze. Vieles an dem Text erinnerte mich sofort an früher... Landleben! Und bei meiner letzten Tante mütterlicherseits gibt es auch diesen immer brennenden Ofen, auf dem gekocht wird. Immer ein Topf mit warmen Wasser steht, in den Schlund des Ofens wird Papier entsorgt... Wertvolles Wissen, wie man sich selbst hilft... kam alles wieder hoch mit dem Lesen... Auf dem Land wusste man sich zu helfen. Für Notzeiten wichtig (denn Oma hat zwei Weltkriege und die Spanische Grippe überlebt).

Unschätzbare Erinnerungen... danke, sie kamen wieder hervor... vor allem, da ich an Ostern mit meiner Verwandtschaft saß und wir mit dem Bruder meines Vaters über die früheren Zeiten sinnierte... (während der Jüngste in der Runde sich im Korridor isolierte und zeichnete, immerhin, während er immer wieder auf sein Smarty schaute... ).

Der Buchumschlag allein, der stabile Papierumschlag, die Zeichnung - das fällt jedem Naturinteressierten Lesenden sofort auf. Viel Erfolg wünsche ich dem Büchlein. Mir hat es sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 09.05.2024

Von Konstantinopel in die Welt hinaus

Kantika
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KANTIKA
Elisabeth Graver, übersetzt von Juliane Zaubitzer, mare verlag

Widmung: Zur Erinnerung an meine Großmutter Rebecca Cohen Baruch Levy
Epigraph:Deshame entrar, y me azere lugar (in Ladino)

Inhalt:
Konstantinopel, ...

KANTIKA
Elisabeth Graver, übersetzt von Juliane Zaubitzer, mare verlag

Widmung: Zur Erinnerung an meine Großmutter Rebecca Cohen Baruch Levy
Epigraph:Deshame entrar, y me azere lugar (in Ladino)

Inhalt:
Konstantinopel, 1907 - führt die Geschichte nach Spanien und Kuba, und letztendlich in die USA. Rebecca, Tochter eines jüdisch - sephardischen Textilunternehmers, wächst in vermögenden Umfeld auf. Modebewußt näht sie gerne, dazu ist sie auch selbstbewusst. Mit zunehmenden Alter jedoch macht sie sich klar, dass die jüdische Herkunft und das jüdische Erbe ihr Schwierigkeiten im Leben bereiten könnte. Ganz egal, in welchem Land sich die Familie aufhält.

Stil: Die Enkelin schreibt über das Leben ihrer Großmutter, allein der Name zeigt schon – mehr jüdisch geht gar nicht. Sie entstammt – dem Namen nach – einer wichtigen jüdischen Familie, Gelehrte. Kapitel sind mit Fotos unterlegt. Es beginnt mit Konstantinopel, 1907, ein Foto einer Frau mit drei Kinder. Der Einstieg in den Text – was für eine schöne Reihung von Worten, was für außergewöhnliche Metapher...
Rebecca sieht alles als ein Lied. Um sie herum ist Musik, ist ein farbenfrohes multikulturelles Leben, das sich für sie in Tönen ausdrückt. Babies hängen in den Bäumen wie 'herabhängende reife Früchte'. Rebeccas Familie, eine jüdische Familie, die die Gebräuche befolgt (aber nicht orthodoxisch, sondern mit Leben erfüllt).

Beim Lesen dieser Zeilen überkommt einem die Sehnsucht dieses jüdische Leben kennenzulernen. Doch leider wurde Konstantinopel ausgelöscht und existiert nur noch als Istanbul … das multikulturelle Miteinander für immer verbannt aus der Stadt … Ladino Ausdrücke werden eingebaut, was den Text noch authentischer macht

Der Klappentext verspricht einen interessanten Roman mit vielen Einsichten in eine unbekannte Welt, aber vor allem in das Leben von Rebecca, einer mutigen Frau.
Umschlagsbild – wunderschön, wie eine portugiesische Kachel, beeindruckend durch die muslimische körperlose Kunst, dazu auffallende Farben Blau gelb grün.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Sepia und Silbersilbe in Flohall

Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie
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Eine großartige Reise der Phantasie durch eine Welt der Tinte, Staub, Hurenkinder und Witwen:

Sepia, schüchtern und verängstigt, kommt in Flohall an. Während der Reise ist sie wieder einmal gedemütigt ...

Eine großartige Reise der Phantasie durch eine Welt der Tinte, Staub, Hurenkinder und Witwen:

Sepia, schüchtern und verängstigt, kommt in Flohall an. Während der Reise ist sie wieder einmal gedemütigt worden. Dieses Mal vom Kutscher, der sie nach Flohall bringt. Bislang kannte Sebia nur ein schlimmes Leben, gemoppt und als unfähig verachtet. Tintenfinger genannt, denn immer hatte sie Tinte an ihren Fingerspitzen.

Doch die Ankunft in Flohall war anders als erwartet. Der Meister, ein sehr netter Mensch, und ein geheimnisvolles Haus erwarten sie mit Büchern und Tinte. Doch von einigen ihrer Mitlehrlinge wird sie wieder gemoppt. Und sie sieht Bleimäuse. Doch der Duft der Papierbögen und das Setzen der Buchstaben nimmt sie ein für diese neue Welt. Meister Silbersilbe ist immer nett zu ihr, eigentlich sogar sehr protektiv. Doch warum? Und dann befreundet sie sich mit Sanzio und Nikki. Mit ihnen zusammen lernt sie Flohall kennen und die Geheimnisse dieser anmutigen, aber auch seltsamen, Welt öffnen sich ihr. Der Markt, das große Fest, die anderen Wesen dort...

Sebia fühlte sich noch nie so glücklich in ihrem Leben und der Meister schenkt ihr sogar ein wunderschönes Kleid. Doch dann treffen harte Schicksalsschläge die Gemeinschaft. Warum wieso weswegen?

Zaubertinte, Aschewesen, Schleich und die Tintenräuber. Ein geheimnisvoller Untergrund und die fast Vernichtung der Welt, die Sebia lieben gelernt hat. Doch Freundschaft verbindet und endlich ist Sebia da angekommen, wo sie hingehört... Sepia lernt in der Druckerei Silbersilbe die Kunst des Buchdruckens. Bei Meister Aelius Atramento aka Silbersilbe. Pagina, Optima, Caslon und Melior sind ihre Mitlehrlinge. Im Atelier Panthea malt die Meisterin Magia Perugina. Niki Perugina ist deren Tochter, der sie jedoch immer die Unfähigkeit zum Malen vorwirft. Zur Buchbinderei Seidenhand mit dem Meister Folio Seidenhand gehört der ebenfalls elternlose (so wie Sepia) Sanzio Quarto Demi. Dagegen lebt in dem mehr als unergründlichen Außenseiterbezirk Schleich Sanzios Bruder Francesco, dessen Freundin Medya Simoni und ihre Mithelfenden. Eine bunte Welt voller interessanter Gesalten, Helden und Heldinnen...

Ich hörte das Hörbuch - ein großartiges Hörbuch für Kinder. Der Sprecher versteht es wunderbar verschiedene Stimmungen zu intonieren. Ein Hörgenuss erster Klasse! Das Hörbuch (zum Buch) ist sehr fantasieanregend... und die gute Sprechstimme des Vorlesers ist ein Genuss, er versteht es wunderbar sich über verschiedene Tonanlagen zu einer anderen Person mutieren zu lassen... Seine Vorlesekunst hat mich so eingefangen und ich wollte immer mehr hören (Kopfkino), dass ich wieder bei Track 1 ansetzen musste... Denn bei den spannenden Vorkommnisse habe ich mir nicht die Namen der Beteiligten merken können und dann fehlte mir manchmal der Bezug, wer ist wer? Also hörte ich nochmals alles... und machte mir ein paar Notizen zu den Namen...who is who... (außerdem half die Leserunde bei Wissenslücken).

Das Umschlagsbild zu dem Hörbuch (wie auch dem Buch) ist kreativ gestaltet: Die zerflossenen Farben sollen wohl Tinte darstellen. Das Verschwimmende der Farben, Ineinander hineinfließen regt die Fantasie stark an - denn ich sehe Tierchen, Wesen, Kreaturen in dem fließenden Farbengemenge. Inmitten des Farbensalates sitzt Sepia - schüchtern? Doch sie strahlt bereits Kraft und Zuversicht aus. Und sie ist in ihrer 'Tracht' gekleidet... Schwarz, weil sie ein Buchdruckerlehrling ist... Das alles passt und ist auffällig! Sehr gut gewählt, Layout!

Das Buch ist mehr als empfehlenswert!

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