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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2024

Schmerzhaft und bewegend

Taumeln
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In ihrem Roman „Taumeln“ erzählt Autorin Sina Scherzant vordergründig von einer Suche. Warum Luisa ihre Schwester Hannah auch nach zwei Jahren noch jeden Samstag im Wald sucht ist für mich logisch. Warum ...

In ihrem Roman „Taumeln“ erzählt Autorin Sina Scherzant vordergründig von einer Suche. Warum Luisa ihre Schwester Hannah auch nach zwei Jahren noch jeden Samstag im Wald sucht ist für mich logisch. Warum aber auch nach dieser langen Zeit sechs andere Menschen an ihrer Seite nach der Vermissten suchen, war für mich anfangs rätselhaft. Geschickt und feinfühlig erfahren wir aber im Handlungsverlauf nicht nur von den gemeinsamen Suchaktionen, sondern auch die Lebensgeschichten aller Beteiligten. So erschienen mir die Beweggründe doch nachvollziehbar. Letztlich ist die Geschichte allerdings fragmentarisch und gewährt einen kurzen aber sehr intensiven Einblick in unterschiedliche Persönlichkeiten. Gerade diese authentischen Charakterzeichnungen gefielen mir ausgezeichnet. Warum allerdings zwei Personen mehr oder weniger ausgespart wurden, konnte ich nicht verstehen. Und auch das Ende blieb mir in vielen Fragen zu offen. Dennoch passt es zu dieser doch besonderen Geschichte. Der Erzählstil ist einnehmend, wobei stets eine gedrückte Atmosphäre erzeugt wird. Viele gesellschaftlich relevante Themen klingen an, werden aber nicht immer auserzählt. Insgesamt gefiel mir diese zurückhaltende, aber doch eindringliche Erzählweise gut, so dass ich den Roman durchaus weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Subtile Spannung, ein Hauch von Mystik und ein einzigartig bildhaftes Setting

Darwyne
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Auch wenn "Darwyne" sich inhaltlich, wie auch erzählerisch, deutlich von anderen Thrillern abhebt gibt es von mir doch eine große Empfehlung für alle Spannungsfans. Autor Colin Niel entführt uns dabei ...

Auch wenn "Darwyne" sich inhaltlich, wie auch erzählerisch, deutlich von anderen Thrillern abhebt gibt es von mir doch eine große Empfehlung für alle Spannungsfans. Autor Colin Niel entführt uns dabei in eine ganz andere Welt und lässt Französisch-Guayana und insbesondere den Amazonas Regenwald vor unseren Augen lebendig werden. Die vorherrschenden Themen wie Armut, Missbrauch und Gewalt sind hingegen universell. Besonders gut konnte ich mich vorallem in die Sozialarbeiterin Mathurine hineinversetzen. Darwyne bleibt im Gegensatz dazu weniger nahbar und bis zuletzt umwehte ihn ein Hauch Mystik. Dennoch empfand ich die Kapitel aus seiner Kindersicht als unglaublich wichtig. Das Buch fesselte mich ab der ersten Seite und gerade die besondere Atmosphäre sorgt für ein besonderes Leseerlebnis. Auch der Schreibstil spricht für den Thriller, welcher sich wunderbar flüssig und authentisch las. Wechselnde Perspektiven offenbaren dabei, nach und nach ein Grauen, welches sich für mich schon früh andeutete. Auch deshalb kam das Ende für mich zwar wenig überraschend, überaus stimmig ist es aber natürlich trotzdem.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Süße kurzweilige Geschichte

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Roman für entspannte Lesestunden ist, macht mit „Wir treffen uns im nächsten Kapitel“ von Tessa Bickers nichts verkehrt. Es handelt sich dabei um eine schöne ...

Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Roman für entspannte Lesestunden ist, macht mit „Wir treffen uns im nächsten Kapitel“ von Tessa Bickers nichts verkehrt. Es handelt sich dabei um eine schöne Liebesgeschichte, welche stellenweise auch durch ernstere Themen in die Tiefe geht. Besonders ansprechend fand ich etwa die Gedanken zum Vatersein und zu Freundschaften. Der Schreibstil liest sich außerdem angenehm flüssig und so kam ich schnell voran. Weniger gut gefielen mir hingegen die vielen unglaubwürdigen Zufälle, mit welchen die Autorin arbeitet. Man könnte fast glauben das Ganze spielt in einem Dorf und nicht einer Großstadt wie London. Allgemein blieben die Schauplätze, bis auf den Bücherschrank, recht blass. Auch die Figuren hätten gerne noch detaillierter beschrieben werden dürfen, wobei diese dennoch lebendiger als die Szenerie wirkten. Gerade der Liebesanteil war außerdem etwas vorhersehbar. Schön war hingegen die grundsätzliche Idee, über Bücher zu kommunizieren. Insgesamt war der Roman eine angenehme Lektüre für Zwischendurch, weswegen ich letztlich 4 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Ein sehr persönlicher Fall

Mord stand nicht im Drehbuch
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„Mord stand nicht im Drehbuch“ ist nun schon bereits der 4. Band der Reihe rund um Detektiv Hawthorne in welchem Autor Anthony Horowitz Fiktion und Realität verschmelzen lässt. Ich kann nicht genau sagen ...

„Mord stand nicht im Drehbuch“ ist nun schon bereits der 4. Band der Reihe rund um Detektiv Hawthorne in welchem Autor Anthony Horowitz Fiktion und Realität verschmelzen lässt. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie konnte mich dieser Krimi nicht so recht mitreißen. Dabei ist die Geschichte an sich stimmig, orientiert am klassischen englischen Kriminalroman álla Agatha Christie, kann fleißig mitgeraten werden. Die Auflösung war für mich nicht vorhersehbar und soweit logisch. Allerdings fragte ich mich diesmal häufiger was sich Autor Anthony Horowitz nun ausgedacht hat und welche Details tatsächlich stimmen. Dies lenkte mich von der eigentlich spannenden Geschichte ab. Auch der ausschweifende und detailreiche Schreibstil las sich für mich nicht so flüssig wie gewohnt, immer wieder gab es auch Längen. Alles in allem konnte mich das Buch deshalb nicht so richtig packen. Ob ich auch zum nächsten Band greifen werde ist deshalb eher unwahrscheinlich.

Veröffentlicht am 07.08.2024

Interessante Erzählweise, Inhalt mitunter irritierend bis unterhaltsam

Der Salon der kühnen Frauen
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Zunächst einmal war „Der Salon der kühnen Frauen“ von Clare Pollard irgendwie ganz anders, als ich es erwartet hatte. Der Schreibstil und die gewählte Erzählform heben sich auf jeden Fall ab und sorgen ...

Zunächst einmal war „Der Salon der kühnen Frauen“ von Clare Pollard irgendwie ganz anders, als ich es erwartet hatte. Der Schreibstil und die gewählte Erzählform heben sich auf jeden Fall ab und sorgen für ein besonderes Leseerlebnis. Zum einen spricht uns Leser:innen der Erzähler immer wieder direkt an, zusammen mit der lebendigen Schilderung entsteht so das Gefühl selbst dem Salon beizuwohnen. Zum Anderen nehmen die jeweils erzählten Märchen sehr viel Raum ein, hier wäre mir ein größerer Fokus auf die Charaktere lieber gewesen. Alles in allem war es für mich aber schon spannend die ursprünglichen Märchenversionen zu erleben und auch der damalige Zeitgeist wirkte sehr authentisch. Irritiert haben mich hingegen die doch etwas vulgär beschriebenen sexuellen Abenteuer und Ausschweifungen der Figuren. Das hatte für mich keinen Mehrwert zumal gerade diese Szenen, wie die Autorin im Nachwort schreibt, rein fiktiv sind. Ansonsten gibt der Roman einen gelungenen Einblick in die Gepflogenheiten eines Salons und las sich insgesamt flüssig. Vielleicht hätten dem Buch noch einige Seiten mehr gut getan, um die Geschichte runder wirken zu lassen. Die Sternebewertung fällt mir im diesem Fall, besonders schwer. Letztlich konnte mich das Buch aber nicht voll und ganz überzeugen, so dass ich bei 3 Sternen lande.

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