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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Starker Beginn, weichgezeichnetes Ende

Mit anderen Augen
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Während „Mit anderen Augen“ von Jane Tara mich im ersten Drittel noch voll überzeugen konnte, ließ die Begeisterung dann leider schnell nach. Frech und plakativ geht die Autorin das Thema Unsichtbarkeit ...

Während „Mit anderen Augen“ von Jane Tara mich im ersten Drittel noch voll überzeugen konnte, ließ die Begeisterung dann leider schnell nach. Frech und plakativ geht die Autorin das Thema Unsichtbarkeit bei Frauen ab 50 zunächst an. Gut gefiel mir die gesellschaftliche Kritik, die sympathischen Figuren und die vorherrschende Diversität. Im Handlungsverlauf verrutscht der Ton dann aber leider zunehmend zu einem schlechten Lebensratgeber. Prinzipiell sind die vermittelten Botschaften zur eigenen Wahrnehmung und Selbstfürsorge sicher nicht ganz falsch. Allerdings klang es aber zunehmend danach, dass jede Person selbst für das eigene Selbstbewusstsein/Mindset verantwortlich ist. Und wenn man nur genug an sich arbeitet, dann wird alles gut. Für mich problematisch, da es eben die Lebensrealität vieler verkennt und oft eben jahrelange Therapie für Veränderungen nötig ist. Darüber hinaus überhöht die Autorin meiner Meinung nach völlig den Wert von Meditation und heilt in ihrer Geschichte damit mal eben ein Kindheitstrauma. Ein weiterer Kritikpunkt war für mich außerdem Tildas doch sehr privilegierte Situation und jegliche feministische Botschaft verliert sich sowieso im schnulzigen Happy End mit einem gutaussehenden Traummann. Was so vielversprechend begann ließ mich letztendlich enttäuscht zurück. Da ich noch mehr Kritikpunkte vorbringen könnte, wie etwa der besorgniserregende Alkoholkonsum mehrerer Charaktere, hilft es leider auch nicht viel das der Schreibstil durchaus angenehm zu lesen ist. Mit viel Wohlwollen und weil zahlreiche wichtige Themen zumindest kurz angesprochen werden, vergebe ich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Rebellion gegen die aktuellen Zustände

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Das Känguru ist zurück und ruft diesmal direkt zur Rebellion auf. Gewohnt bissig und humorvoll positioniert sich Autor Marc-Uwe Kling mit seinem neusten Werk sehr klar. Trotz der Ernsthaftigkeit ist es ...

Das Känguru ist zurück und ruft diesmal direkt zur Rebellion auf. Gewohnt bissig und humorvoll positioniert sich Autor Marc-Uwe Kling mit seinem neusten Werk sehr klar. Trotz der Ernsthaftigkeit ist es faszinierend wie unterhaltsam sich politische Satire lesen kann. Ich hätte auf jeden Fall noch viele Seiten weiterlesen können und hoffe das es auch in Zukunft weitere kluge Bücher mit und über das Känguru geben wird. Insgesamt ist es ein bunter Streifzug durch zahlreiche aktuelle politische und gesellschaftlich relevante Themen. Auch wenn vieles witzig formuliert ist, haben die Argumente immer Hand und Fuß und werden von konkreten Zahlen untermauert. Wer also schon rein vom vermittelten Menschenbild nicht sowieso bestimmte Parteien für unwählbar hält, lässt sich vielleicht von den vorgebrachten Fakten überzeugen. Letztlich ist zu hoffen dass „Die Känguru-Rebellion“ möglichst viele Menschen erreicht. Die vermittelte Botschaft ist es auf jeden Fall wert, auch wenn der Sarkasmus stellenweise fast schon böse ist. Das Buch lässt sich übrigens auch problemlos lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Insgesamt hat mich die Handlung richtiggehend mitgerissen und vollumfänglich überzeugt. Gerne vergebe ich dafür 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Und nun greift zum Buch und schließt euch der Rebellion an!

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Anderes als erwartet

Das Gesetz der Elite
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Leider konnte mich Sandrone Dazieri mit dem Auftakt „Das Gesetz der Elite“ zu seiner neuen Reihe leider nicht überzeugen. Der Schreibstil las sich zwar soweit in Ordnung, inhaltlich bin ich aber letztendlich ...

Leider konnte mich Sandrone Dazieri mit dem Auftakt „Das Gesetz der Elite“ zu seiner neuen Reihe leider nicht überzeugen. Der Schreibstil las sich zwar soweit in Ordnung, inhaltlich bin ich aber letztendlich enttäuscht. Obwohl das Buch als erster Band angepriesen wird, gibt es ständig Anspielungen auf andere Bücher des Autors was auch daran liegt, dass diese die Vorgeschichte der beiden jetzigen Ermittler:innen erzählen. Für bestehende Fans sind diese Details wahrscheinlich richtig toll, mich als Neueinsteigerin haben sie zunehmend genervt. Weit mehr hat mich aber dann die inhaltliche Ausrichtung bzw. die Auflösung enttäuscht. Ich will nicht Spoilern, aber Titel und Klappentext haben bei mir einfach für andere Erwartungen gesorgt und auf eine solche gesellschaftlich moralische Ebene kommt der Roman höchstens am Rande. Vielmehr ist die Handlung recht klassisch für Thriller und stellenweise etwas vorhersehbar. Insgesamt sorgt das Gelesene nicht dafür, etwas anderes des Autors lesen zu wollen. Deshalb bleibt es leider bei wenig begeisterten 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Geballtes Basiswissen, einige Rezepte und etwas zu vollmundige Gesundheitsaussagen

Fermentieren – Twist your Taste!
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Wer sich so wie ich zum ersten Mal mit dem Thema Fermentation beschäftigen möchte, bekommt mit „Fermentieren – Twist your Taste!“ von Nadine Schünemann ein solides Grundlagenwerk geliefert. Es gefiel mir ...

Wer sich so wie ich zum ersten Mal mit dem Thema Fermentation beschäftigen möchte, bekommt mit „Fermentieren – Twist your Taste!“ von Nadine Schünemann ein solides Grundlagenwerk geliefert. Es gefiel mir wirklich gut wie liebevoll und detailreich die Autorin alle wichtigen Basics vermittelt, so dass man mit einem guten Gefühl in eigene Fermentierabenteuer starten kann. Ihren Beschreibungen merkt man dabei auf jeden Fall ihre Erfahrung an. Als Zubehör empfiehlt sie natürlich ihre eigenen Produkte, hier kann ich aber nicht beurteilen ob der gehobene Preis dafür angemessen ist. Aber auch mit anderen Gläsern können die Rezepte aus „Fermentieren – Twist your Taste!“ ausprobiert werden. Diese sind zahlenmäßig gar nicht so viele, aber es gibt doch einige Grundrezepte und immer wieder Tipps zum kombinieren und austauschen von Zutaten. Das letzte Kapitel Mix & Match macht dann die Fermente so richtig alltagstauglich und zeigt wie einfache und leckere Gerichte damit zubereitet werden können. Eigentlich bin ich also wirklich angetan von diesem hilfreichen Sachbuch. Eine Sache, welche sich durchs ganze Buch zieht, hat mich dann aber doch gestört. Und zwar wirft die Autorin mit gesundheitsbezogenen Aussagen nur so um sich, vieles davon mag ja durchaus zutreffen, einiges klingt aber völlig übertrieben und spätestens wenn etwas als "Wundermittel im Apothekerschrank" (S.140) bezeichnet wird, geht mir das zu weit. Nadine Schünemann ist keine Ärztin und ehrlich gesagt erwarte ich in einem Buch über Fermentation auch keine detaillierten medizinische Ausführung z.B. zum Darmmikrobiom. Letztlich vergebe ich aufgrund der gut verständlichen Rezepte und des breiten Wissen rund ums Fermentieren gerade noch 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung. Mehr Fokus auf ihre eigene Expertise hätte definitiv für 5 Sterne gesorgt!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht

Bullshit mit Blümchenkleid
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Wenn sich doch alle Sachbücher so mühelos lesen ließen wie „Bullshit mit Blümchenkleid“ von Barbara Haas. Wirklich jedes Kapitel ist hier perfekt auf den Punkt gebracht und überzeugt sowohl argumentativ ...

Wenn sich doch alle Sachbücher so mühelos lesen ließen wie „Bullshit mit Blümchenkleid“ von Barbara Haas. Wirklich jedes Kapitel ist hier perfekt auf den Punkt gebracht und überzeugt sowohl argumentativ als auch inhaltlich. Ich hätte nicht gedacht, das man auf so wenigen Seiten so viel Neues erfahren kann. Und wer sich noch tiefer in die jeweiligen Bereiche stürzen möchte, findet im Buch ebenfalls weiterführende Literaturempfehlungen. Neben gut recherchierten Zusammenhängen, lockert Autorin Barbara Haas das Ganze aber auch immer wieder mit Interviews mit Betroffenen und Expertinnen auf. Auf jeden Fall wird deutlich das die dargestellte Idylle der Tradwifes nicht nur total realitätsfern, sondern zudem für unsere Gesellschaft an sich brandgefährlich ist. Gerade die engen Verstrickungen zur rechten Szene und fundamentalistischen religiösen Gemeinschaften, sind wirklich erschreckend. Und letztlich arbeitet Barbara Haas auch sehr gekonnt heraus welches Frauenbild bekannte Tradwifes verbreiten. Besonders spannend ist es auch zu erfahren, warum genau solche Inhalte, so viele Menschen ansprechen und welche Sehnsucht damit befriedigt wird. Deshalb kann diese Lektüre auch persönlich sehr weiterbringend sein. Auch die Autorin hält keine umfassenden Lösungen bereit, was aber authentisch und richtig sympathisch ist. Dennoch bietet sie eine neue Perspektive welche mir durchaus gefällt. Insgesamt kann ich „Bullshit mit Blümchenkleid“ absolut empfehlen. Natürlich vergebe ich für dieses lesenswerte und wichtige Sachbuch 5 Sterne!

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