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Veröffentlicht am 19.09.2024

Oberflächliche Unterhaltung im hübschen Bücherschiff-Ambiente

Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff
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„Ein Buch über Bücher“, dass muss einfach toll sein - insoweit stimmen Miri, Mitbesitzerin des Bücherschiffes und ich in unseren Erwartungen überein. Und ganz ehrlich: Dem kleinen Bücherschiff im Hamburger ...

„Ein Buch über Bücher“, dass muss einfach toll sein - insoweit stimmen Miri, Mitbesitzerin des Bücherschiffes und ich in unseren Erwartungen überein. Und ganz ehrlich: Dem kleinen Bücherschiff im Hamburger Museumshafen Övelgönne würde ich sofort einen Besuch abstatten.
„Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff“ ist der zweite Teil von Tessa Hansens Bücherschiff-Reihe: Katja, Besitzerin des kleinen Bücherschiffs, plant gemeinsam mit dem anderen Trauzeugen Mathis die Hochzeit ihrer besten Freundin Miri. Leider hält Mathis aber im Gegensatz zu Katja rein gar nichts von detailgenauer Planung. Trotz der Widrigkeiten kommen die beiden sich näher. Doch Katjas Vergangenheit holt sie wieder ein und plötzlich steht auch noch die Existenz des kleinen Bücherschiffes auf dem Spiel.
Es mag zumindest teilweise meiner hohen Erwartungshaltung an den Roman geschuldet sein, dass er mich beim Lesen nicht so recht überzeugen konnte. Ich hatte mir einfach mehr versprochen.
Das Cover mit dem stilisierten Bücherschiff im winterlichen Hafen ist zunächst einmal sehr gefällig und passt auch inhaltlich hervorragend zum Roman.
Tessa Hansens Schreibstil ist locker-leicht, sodass sich das Buch trotz einiger Längen gut liest. Allerdings nehmen eben diese Längen dem Roman auch einiges an Spannung aus den Segeln. Es gibt zwar zwei, drei Höhepunkte, dass meiste dreht sich jedoch um den inneren Konflikt den Protagonistin Katja mit sich austrägt und an dem Tessa Hansen ihre Leser nur sehr bedingt teilhaben lässt. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass Katja sich immer wieder im Kreis dreht, hätte ich mir hier mehr Tiefe und Intensität gewünscht. Überhaupt hat der Roman zwar definitiv Unterhaltungswert, bleibt aber in Sachen Handlung, Spannung und vor allem mit Blick auf die Charaktere deutlich hinter meinen Hoffnungen zurück.
Mit den Charakteren bin ich leider gar nicht warm geworden. Die eigentlich leicht chaotische Miri ist mir zwar sehr sympathisch geworden, wirkt aber wenig authentisch. Sie scheint auf einer rosa-roten Wolke zu leben und hat kurz nach der verfrühten Geburt ihres Kindes sofort wieder alles im Griff. Stammkundin Frau Tietjen ist ein ziemliches Original und sorgt für das ein oder andere Schmunzeln. Im Verlauf des Romans stellt sich heraus, dass sie eine entfernte Angehörige Katjas ist. Für meinen Geschmack ein recht unglaubwürdiger Zufall. Die erste Begegnung mit Mathis fällt etwas schräg aus. Dann präsentiert er sich jedoch warmherzig und hilfsbereit. Leider lernt man auch ihn nur oberflächlich kennen und erfährt beim Lesen nichts über seine Gedanken und Gefühle. Was das Buch meiner Meinung nach sicherlich aufgewertet hätte. Mit Katja kann ich hingegen gar nichts anfangen. Sie ist von ihrer Vergangenheit offensichtlich ziemlich traumatisiert und erschwert damit sich selbst und anderen das Leben. Ihre Reaktionen wirken teilweise vollkommen unberechenbar und Mathis zeigt sich immer wieder ausgesprochen geduldig ihren „Launen“ gegenüber. In ihrem Fall wäre vermutlich professionelle psychologische Unterstützung ratsam gewesen. Schade auch, dass die Beziehung zwischen Mathis und ihr, zumindest in meinen Augen, sehr oberflächlich bleibt, sodass der Funke einfach nicht so richtig überspringen mag.
„Winterzauber im kleinen Bücherschiff“ ist ein gut zu lesender Unterhaltungsroman in schönem Ambiente, dem aber die Intensität ein wenig abgeht. Ohne allzu hohe Erwartungshaltung lassen sich auf dem Bücherschiff sicher ein paar schöne Lesestunden verbringen.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Romantische Feel-Good-Story in idyllischem Setting

Midsummer House
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„Midsummer House“ ist bereits der dritte Teil von Rachael Lucas‘ ,Das Erbe von Applemore‘-Reihe. Auch ohne die beiden vorangegangenen Teile, in denen andere Familienmitglieder der Frasers im Zentrum stehen ...

„Midsummer House“ ist bereits der dritte Teil von Rachael Lucas‘ ,Das Erbe von Applemore‘-Reihe. Auch ohne die beiden vorangegangenen Teile, in denen andere Familienmitglieder der Frasers im Zentrum stehen zu kennen, kann ich auf Anhieb in das Geschehen eintauchen.
Das stilisierte Cover deutet bereits auf eine cosy Lovestory hin und passt wunderbar zu dem idyllischen Schauplatz in den schottischen Highlands.
Vollkommen untypisch stürzt die verantwortungsvolle Charlotte Fraser sich während eines Aufenthalts in Edinburgh in eine abenteuerliche Nacht mit einem gut aussehenden Unbekannten – nicht ahnend, dass sie ihm nur kurze Zeit später wieder gegenübersteht. Ausgerechnet Rob scheint Charlottes Traum Midsummer House zu kaufen zu durchkreuzen. Während sie gemeinsam in einer erzwungenen WG unter dem Dach von Midsummer House leben, fliegen zwischen den Beiden nicht nur die Fetzen – auch das Knistern lässt sich kaum noch ignorieren.
Zugegeben der Ausgang des Romans ist – zumindest in Teilen – vorhersehbar. Das Spannungsniveau bleibt also, wie bei vielen Feel-Good-Romanen auf einem eher niedrigen Level und das zweite Aufeinandertreffen der Protagonisten lässt für meinen Geschmack ziemlich lange auf sich warten. Trotzdem gibt durchaus kleinere Überraschungsmomente und auch in den zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Charlotte und Rob ist die Spannung greifbar. Der locker-leichte Schreibstil der Autorin sorgt für ein entspanntes Lesevergnügen und bildet die idyllische Atmosphäre von Applemore und vor allem von Midsummer House mit all seinen Tieren sehr greifbar ab. Die Erzählperspektive in der dritten Person offenbart dem Leser Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten. Und die sind durchaus sehr verschieden:
Rob, reich, erfolgreich, Mitte 30, hat bisher ein Playboy Leben geführt: Grenzen ausgetestet, Abende mit oberflächlichen Bekannten in teuren Lokalen und Nächte mit stetig wechselnden attraktiven Frauen verbracht. Die streng strukturierte, beinahe pedantische, aber gelegentlich auch ziemlich dominante Charlotte ist mit ihrer Vorliebe für’s Listenerstellen das glatte Gegenteil. Da Rob ihren Plänen im Weg steht, wird er kurzerhand zum Feind erklärt. Wenn nur das Herzklopfen nicht wäre. Während in Charlottes Familie Geborgenheit und absoluter Zusammenhalt herrscht, ist das Verhältnis in Robs Familie ausgesprochen distanziert. Die gemeinsame Zeit in Midsummer House sorgt jedoch dafür, dass beide ihre Position im Leben noch einmal überdenken – der eine mehr, die andere etwas weniger – zu sich selbst finden und ihre Konsequenzen ziehen.
Überhaupt ist das leicht verfallene Midsummer House mit all seinen Tieren und der ziemlich schrulligen Besitzerin ein ganz bezauberndes Setting, das zusammenschweißt. Ob gewollt oder ungewollt.
„Midsummer House“ von Rachael Lucas ist ein wunderschöner Wohlfühlroman. Ohne großen Anspruch eignet sich diese cosy Enemy-to-Lover Story perfekt um zwischendurch einfach mal abzuschalten und zu genießen. Sympathische Charaktere und die beschauliche Atmosphäre runden die Lektüre ab.

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Veröffentlicht am 04.09.2024

Zwischen Pflichten und Träumen – Jugendjahre eines großen Schriftstellers

Die Leuchttürme der Stevensons
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Wer ist der Mann hinter „Die Schatzinsel“ und „Dr Jekyll & Mr Hyde“? Beide Werke haben mich sowohl bei der Lektüre als auch auf der Bühne fasziniert. Was liegt da näher als einen Blick auf den Autor Robert ...

Wer ist der Mann hinter „Die Schatzinsel“ und „Dr Jekyll & Mr Hyde“? Beide Werke haben mich sowohl bei der Lektüre als auch auf der Bühne fasziniert. Was liegt da näher als einen Blick auf den Autor Robert Louis Stevenson (RLS) zu werfen? Vor allem dann, wenn die historischen Fakten, mit einer guten Portion Fiktion angereichert, in einem so wunderbaren historischen Roman wie „Die Leuchttürme der Stevensons“ von Sabine Weiss verpackt sind.
Auf dem grau-blau gehaltene Cover thront ein Leuchtturm in gefährlich tosender See. Nicht nur wie, sondern eben auch auf dem sprichwörtlichen Fels in der Brandung.
Der Roman beleuchtet die drei Jahre des jungen „Louis“ während seines Ingenieurstudiums von 1868-71. Insbesondere die Konflikte mit seinem Vater, den Louis nicht zufriedenstellen kann, und sich selbst im Zwiespalt zwischen Pflichterfüllung und der Sehnsucht seinem eigenen Lebenstraum, der Schreiberei nachzugehen, nehmen viel Raum ein. Auch die angeschlagene Gesundheit begleitet RLS durch den Roman und sein ganzes Leben. Geschickt ergänzt Sabine Weiss in Prolog und Epilog auch noch Momente seiner Kindheit und seiner letzten Lebenstage, was hilft die Handlung aus einem etwas differenzierten Blickwinkel zu betrachten.
Besonders stark gelungen sind die sehr intensiven Landschaftsbeschreibungen, bei denen ich förmlich fühlen konnte, wie diese Eindrücke Louis‘ Fantasie beflügeln. Obgleich sich an den biografischen Fakten nicht rütteln lässt, versteht Sabine Weiss es Spannung aufzubauen und aufrecht zu erhalten. So muss man sich als Leser immer wieder fragen, ob insbesondere die überaus brenzlichen Szenen gerade Louis‘ Träumen oder seiner Fantasie entspringen oder sich real ereignen. Sehr hilfreich für die Einordnung in Fakten oder Fiktion ist dabei das ausführliche Nachwort der Autorin. Nur an wenigen Textstellen hätte ich mir eine kleine Straffung zugunsten höherer Dynamik bzw. Dramatik gewünscht.
Hauptcharakter Louis wächst mit dem calvinistischen Glauben auf, entwickelt sich selbst aber zu einem Freigeist. Als Kind aufgrund seiner vielen lebensgefährlichen Erkrankungen noch liebevoll behütet und gehätschelt, fallen Louis seine Verpflichtungen als Heranwachsender schwer. Er kann und will sich diesen nicht mit der nötigen Intensität widmen. Obwohl Louis ausgesprochen stolz darauf ist, was seine Familie im Leuchtturmbau leistet, sieht er sich nicht in der Lage in die familiären Fußstapfen zu treten. In der heutigen Zeit selbstverständlich, Louis kann sich seine halbherzige Herangehensweise an sein Studium jedoch nur durch die finanzielle Sicherheit seines Elternhauses leisten. Eine Sicherheit, die auch Abhängigkeit schafft, denn sein Vater diktiert die strengen Regeln. Dabei unterscheiden sich Louis Vorstellungen von Pflichtgefühl, Moral und Glaube grundlegend von denen seiner Eltern. Die daraus resultierenden regelmäßigen Konflikte mit seinem Vater belasten Louis schwer. Trotz aller innerfamiliären Widerstände hält Louis stets an seiner Schreibleidenschaft fest. Mit seiner enormen Beobachtungsgabe erkundet er immer wieder das „wahre Leben“ und die Gesellschaft. Statt Standesunterschiede zu machen, begegnet Louis anderen Menschen dabei offen und vorurteilsfrei. Um seine Familie nicht noch mehr zu enttäuschen und großen Differenzen aus dem Weg zu gehen, sucht Louis Kompromisse. Trotz allem Unverständnis füreinander ist die liebevolle Verbindung im Hause Stevenson nicht gänzlich vergessen.
Mit lebhaften Beschreibungen von Natur und Gesellschaft, dramatischen Spannungsmomenten und dem konfliktbeladenen Familienleben des Robert Louis Stevenson erzählt dieser historische Roman in einem überaus gelungenen Verhältnis aus Fakten und Fiktion den steinigen Weg des berühmten Schriftstellers. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Romantische Momente in der Whisky-Destillerie

Skye In Our Hearts
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Der Roman „ Skye in our Hearts – April on my Mind“ von Elliot Fletcher ist der Auftakt einer Triologie um die drei Macabe Brüder auf der schottischen Insel Skye.
Die Schauspielerin April kehrt nach einem ...

Der Roman „ Skye in our Hearts – April on my Mind“ von Elliot Fletcher ist der Auftakt einer Triologie um die drei Macabe Brüder auf der schottischen Insel Skye.
Die Schauspielerin April kehrt nach einem deutlichen Karriereknick und dem überraschenden Tod ihres Großvaters zurück auf die Insel Skye. In der Heimat angekommen, muss sie erkennen, dass der griesgrämige und wortkarge Malcolm Macabe das Regiment im Familienbetrieb, der Whisky-Destillerie übernommen hat. Die Umstände zwingen die beiden ungleichen Charaktere zur Zusammenarbeit, auch wenn Mal sich mit aller Macht dagegen sträubt.
Das herbstliche Cover wirkt auf mich zwar ziemlich ansprechend, passt aber nicht so recht zum Inhalt des Romans. Das schöne Zitat und der Klappentext klingen vielversprechend und deuten die Enemys-to-Lovers-Story bereits an. Schade nur, dass ausgerechnet im Klappentext ein Fauxpas passiert, denn der Verstorbene ist nicht Aprils Vater, sondern ihr Großvater.
Obgleich der Roman, wie für eine seelenvolle Feel-Good-Geschichte oft typisch, ziemlich vorhersehbar ist, machen der ansprechende Schreibstil und die interessante Erzählperspektive ihn in meinen Augen zu einem echten Pageturner für zwischendurch. Kleine überraschende Wendungen liefern maßvolle Spannung und die reizvolle Landschaft, sowie einige Informationen zur Whiskyherstellung machen die Geschichte zusätzlich lesenswert. Der Roman wird aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei diese kapitelweise zwischen April und Mal wechselt und somit einen guten Einblick in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten liefert. Jedem Kapitel ist zudem ein Song gewidmet. Was ich für einige Kapitel als kreative Idee und unglaublich stimmig empfinde, wirkt an zwei, drei Stellen ein wenig erzwungen.
Neben einigen sympathischen Nebenfiguren, die sicher noch entscheidende Rollen in den beiden Folgeromanen spielen, stehen natürlich die lebhafte Schauspielerin April und der brummige Destillateur im Zentrum des Romans. Eigentlich eine regelrechte Sunshine meets Grumpy Story. Doch hinter ihrer gut gelaunten, lebenslustigen Fassade hat auch April mit der Schattenseite ihres Ruhmes zu kämpfen, während Mal noch immer seine traumatische Kindheit und das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater belastet. Dass hier mal kein Machotyp, sondern ein oft verunsicherter, liebenswerter Mann die Hauptfigur verkörpert, finde ich überaus charmant. Trotz der enormen Anfangsschwierigkeiten, kommen die beiden sich näher, was neben einer Menge Spice auch für vertrauensvolle Momente der Aussprache sorgt. Doch während für Mal auf der Insel Skye lebt, ist April nicht nur in London, sondern in der Welt Zuhause. Neben der locker-leichten Unterhaltung bemüht sich Elliot Fletcher der recht banalen Handlung des Romans ein wenig Tiefgang zu geben. Doch leider werden Themen, wie Machtmissbrauch, etc. nur kurz angerissen, was in meinen Augen nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Auch ein paar kleine Kürzungen hätten die Story meines Erachtens sicher noch etwas verdichten können.
Aber letztendlich sollte eine Feel-Good-Story ja auch keine intellektuelle Herausforderung sein, sondern dient viel mehr der gemütlich entspannten Auszeit. Und das gelingt „Skye in our Hearts – April on my Mind“ wirklich überzeugend. Gerade in der bevorstehende Herbst- und Winterzeit liefert der Roman herzerwärmende Momente frei Haus.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Süße, herbstliche Kleinstadt Romance

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Mit der Geschichte um Jeanie und Logan macht die süße Herbst-Romance „Meet me in Autumn“ den Auftakt zu Laurie Gilmores Dream Habour-Reihe.
In der beschaulichen Kleinstadt Dream Habour möchte die frischgebackene ...

Mit der Geschichte um Jeanie und Logan macht die süße Herbst-Romance „Meet me in Autumn“ den Auftakt zu Laurie Gilmores Dream Habour-Reihe.
In der beschaulichen Kleinstadt Dream Habour möchte die frischgebackene Café-Inhaberin Jeanie ihrem Leben eine neue Wende geben. Doch irgendjemand scheint ihre Arbeit zu sabotieren und dann bringt auch noch der gutaussehende, aber ziemlich brummige Farmer Logan die Gefühle der quirligen Jeanie ganz schön durcheinander.
Schon auf den ersten Blick besticht der Roman mit seiner auffälligen Optik. In Herbstfarben gehalten, passen das Cover mit den beiden Protagonisten, der Titel und der wunderschöne farbige Buchschnitt mit dem bunten Herbstlaub perfekt zusammen. Lediglich kleine Kürbisse auf dem Buchschnitt hätte ich inhaltlich als noch passender empfunden.
Der einfach gehaltene flüssige Schreibstil harmoniert wunderbar mit der locker-leichten Geschichte, die zwar keinen großen Tiefgang, dafür aber jede Menge herbstliche Romantik zu bieten hat. Ganz dem Romance-Stil entsprechend kommen gelegentliche Spannungen und Missverständnisse auf, man ahnt jedoch von Beginn an, worauf es bei Jeanie und Logan am Ende hinausläuft. Durch die personale Erzählweise lassen sich die Gemütsschwankungen und inneren Kämpfe der beiden Protagonisten bestens nachvollziehen.
Dabei weisen die beiden Hauptcharaktere ernorme Gegensätze auf. Da ist einerseits Jeanie, die die Kleinstadtbewohner mit ihrem quirligen Charme und sonniger Laune schnell für sich gewinnt und deren lebhafte Fantasie gelegentlich mit ihr durchgeht. Was Kleinstadtleben in Dream Harbour bedeutet, wird ihr jedoch erst nach und nach klar. Ihr zur Seite stellt Laurie Gilmore den eigenbrödlerischen Logan: eher einsilbig, schüchtern und meist etwas mürrisch, ist der in Dream Harbour aufgewachsene „sexy Farmer“ aber stets hilfsbereit. Während Jeanie sich mit aller Macht bemüht, ihr Leben zu entschleunigen und ein anderer Mensch zu werden, ist Logan von seiner Vergangenheit nachhaltig geprägt. Doch trotz aller Zweifel und der Sorge dem Kleinstadttratsch neue Nahrung zu liefern, können sie die gegenseitige Anziehung nicht lange leugnen. Und schließlich geht es nicht nur beim Kleinstadtklatsch heiß her. Doch Logans und Jeanies Ängste und inneren Konflikte sind damit noch längst nicht bewältigt. Neben den beiden Hauptcharakteren wirken aber auch die weiteren Bewohner von Dream Harbour mit ihrer teilweise recht spleenigen Art absolut liebenswert, geben dem bezaubernden Städtchen einen ganz besonderen Charme und laden den Leser immer wieder zum Schmunzeln ein.
Kurzum: „Meet me in Autumn“ ist ein wunderschöner Wohlfühlroman für triste, graue Herbsttage: Kopf ausschalten, den Alltag vergessen und sich mit der romantischen Story um Jeanie und Logan nach Dream Harbour träumen.

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